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Ihre erste Beziehung - Danach..

17. September 2012 um 10:54 Letzte Antwort: 20. September 2012 um 8:21

Hallo liebe goFeminin-Community!
Mein Problem ist ein sehr komplexes, deshalb werde ich meinen eigenen psychologischen Hintergrund mal außen vor lassen.
Ich (m, 20), habe auf einem Festival (kleiner, familiär, in der Umgebung) eine Frau kennengelernt (19).
Wie es auf Festivals nun mal so ist, miteinander geschlafen etc. pp.
Nun sollte es für mich allerdings keine einmalige Sache sein, irgendwie hatte ich also ihre Nummer erfragt und behalten.
Wie sie mir später mitteilte, war ich der erste, den sie von einem Festival wiedergetroffen hatte.
Naiv, wie ich war, wollte ich etwas über ihre Vergangenheit wissen, speziell was Männer anbelangt.
Ich hatte bis dato fast ausschließlich Beziehungen mit Jungfrauen, wusste aber natürlich, dass besagte Dame kein unbeschriebenes Blatt war.
Dass ich der dritte auf dem Festival war, der ihr "nahe" war, bereitete mir trotzdem ziemliches Unbehagen.

Irgendwann, nachdem wir uns wirklich kennengelernt hatten und eine gewisse Sympathie- und Vertrauensbasis entstanden war, erzählte sie mir von ihrer Kindheit..
Eltern geschieden, im Alter von 4 bis 14 bei den Großeltern gelebt.
Ihr ahnt, was kommt.
Ihr Großvater hat, seit sie sich erinnern kann, Hand an sie gelegt.
Sie erst berührt, wollte irgendwann selbst berührt werden, dann dass sie "ihn" in den Mund nimmt.
Wie der Mensch so ist, will er immer mehr. ER war keine Ausnahme. Wenn ich mir vorstelle, was da abgelaufen ist werde ich WAHNSINNIG!
Ich könnte alles um mich herum kaputtschlagen, dort hin fahren und ihn mit einem Buttermesser kastrieren, die Wut ist grenzenlos...
Seit sie im Alter von 13 (oder 14) von dort weg ist und wieder bei der Mutter lebt, hat sie zahllose Männergschichten gehabt, sich benutzen lassen usw.
Ich tippe mal mit meinem dilettantischen psych. Allgemeinwissen auf posttraumatische Belastungsstörung.
Sie wiederholt ständig das Gefühl, benutzt zu werden, hatte auch mit 15 schon Sex mt 2 Männern, mit 17 mit 3.
Mit 18 war sie mit einer 25 Jährigen "Freundin" auf Männersuche unterwegs, in Hotelbars.. Was das heisst, könnt ihr euch auch denken.
Einen Kerl kennengelernt, der sie über 2 Monate hinweg richtiggehend benutzt, erniedrigt hat, beim Sex dominiert hat, dass es schon fast in den SM-Bereich geht.
Wieso sie es so lange ausgehalten hat, weiss ich nicht.
Sie sagt, dass sie sich nach jeder dieser Männergeschichten selbst gehasst hat, auch schon mal in ein Mädchen verliebt war, eine "Beziehung" geführt hat (ihren Angaben nach ihre "Kampflesbenphase" - achtung, Zitat!-) und es ihr auch nicht gut ging.

Angezeigt hat sie ihren Großvater noch nicht, will es aber irgendwann tun.

Ich weiss nicht was ich tun soll!
Dieses Gerede von wegen einfach nur ein guter Freund sein - Schön und gut!
Aber ich kann nicht mit ihr schlafen, ohne danach zu denken, dass ich sie benutzt hätte oder mich schlecht zu fühlen..

Und warum auch immer, ihre ganzen Männergeschichten bereiten mir ein unglaublich mieses Gefühl!

Ich habe einfach das Gefühl nichts tun zu können, und es ist wirklich kein schönes.

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20. September 2012 um 8:21

Ich versteh dein Problem nicht
du schreibst von Vertrauensbasis, aber nirgendwo lese ich was von Liebe. Liebst du sie, dann richte dich auf eine Menge Probleme ein. Liebst du sie nicht, findest sie aber soweit ganz nett, dann verzichte auf Sex. Dann brauchst du kein schlechtes Gewissen zu haben, denn so wie das arme Mädel drauf ist, kann sie vermutlich derzeit überhaupt nicht unterscheiden, ob sie sich hingeben muss oder nicht.
Sie wurde was Sexualität betrifft völlig falsch erzogen, denn für sie gehörte das dazu, wie andere lernten, dass Geschirr abgespült werden muss und dass man Hausaufgaben ordentlich schreiben muss.

Deine Gefühle dem Opa gegenüber kann ich jedoch sehr gut verstehen. Gerade Männer ticken vollkommen aus, wenn ihnen bewusst wird, dass sich unter ihren Geschlechtsgenossen Typen befinden, die es nicht wert sind, hier auch nur Luft zu atmen.

Auch deine Hilflosigkeit kann ich nachvollziehen. Leider wirst du dich damit abfinden müssen, dass nichts sich zum Guten wenden kann, solange sie den Schritt nicht unternehmen will. Das bezieht sich auf die Anzeige genauso, wie auf eine Therapie. Das einzige, was du evtl. tun kannst: Erkläre ihr, dass eine Therapie kein Verhör ist. Es geht nicht darum, das Erlebte wieder und wieder durchzukauen, sondern um die Schilderung der Probleme, die man durch das Erlebte hat. Vllt. fällt es ihr dann leichter, über eine Therapie nachzudenken.
Ich wünsche deiner Freundin? Bekannten? und dir alles Gute
Nelly

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