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Ich würd so gern nach hause

26. Oktober 2009 um 19:53

seit 2 jahren lebe ich in Berlin, ursprünglich bin ich aus einer Kleinstadt in der Nähe von Hannover.
Jeder kennt dort jeden und wie es nun mal so üblich ist, reden die Mensche gerne über andere, dies war auch einer meiner Hauptgründe warum ich vor 2 jahren weggezogen bin, ich ertrug das Gerde nicht mehr über mich, es war nicht mehr auszuhalten, wie abwertend sich die Menschen über mich geäussert haben. Am schlimmsten jedoch war die Zeit nach meiner Vergewaltigung, es glaubten mir nur sehr wenige Menschen, ich zog mich auch für ein halbes jahr zurück, als ich dann wieder genug Kraft geschöpft habe um z.B, wieder aus zu gehen, verging das Gerede leider nicht und ich trank unheimlich viel, um alles irgendwie zu ertragen, und umso mehr ich trank umso mehr habe ich den Mensche wieder Grund gegeben schlecht über mich zu reden, es war ein jahrelanger Teufelskreis, ich benahm mich oft sehr schlecht, war agressiv, hatte viele Männer, ich verlor jegliches Selbstwertgefühl, es wollte einfach nicht aufhören. Letztendlich fasste ich den Entschluss nach Berlin zu gehen, ich habe mir schon lange gewünscht nach Berlin zu ziehen, und somit erfüllte ich mir meinen ersten Traum. Im September zog ich nach Berlin, im November wiederfuhr mir wieder ein schrecklicher Schicksalsschlag, ich zog mit einer Freundin nach Berlin, ihre Mutter verschwand urplötzlich, sie machte sich unheimliche Sorgen uns so fuhren wir am nächsten Tag in die Heimat, wir erfuhren das ihre Mutter ertrunken ist und meine Oma ebenso gestorben sei, eine Welt ging unter für mich, es war einfach zu viel, ich denke ich habe das bis heute nicht richtig verarbeitet.
Ein Jahr nach meinem Umzug ca. erfuhr ich von einer guten Freundin das mein Peiniger im Gefängniss sitzt, es war eine Genugtuung, auch wenn es nicht wegen mir war, aber ein ähnlicher Fall.
Trotzallem besuchte ich oft meine Familie und Freunde in der Heimat, und ich freute mich immer sie alle zu sehen.
Trotzallem verspürte ich lange, lange Zeit einen schreklichen Hass gegen meine Heimat, gegen die Menschen die dort lebten, und so schlimm über mich geredet haben.
Ich lebte mich ganz gut ein in Berlin, fand ganz gute Freunde, die trotzallem meinen Freunden in der Heimat nicht das Wasser reichen konnten, sie haben einfach andere Vorstellungen von Freundschaft, es lässt sich nicht ändern, ich nehme Menschen immer so wie sie sind.
Ich ging selten aus in Berlin, und noch seltener trank ich, ich sammelte auch viele gute Erfahrungen, z.B. besuchte ich schon vier mal die Fashionweek, denn ich möchte später einmal in der Modebranche arbeiten.
Momentan jedoch, habe ich mich selber aufgegeben, ich hatte schon immer andere Vorstellungen vom Leben, nicht schnell heiraten und Kinder bekommen, für mich zählte immer erst die Karierre und der Erfolg, für mein Anders-sein wurde ich gestraft, Tag für Tag, in der Stadt die sich Heimat nennt.
Mein Hass hielt an bis zu diesem Sommer, ich verbrachte meine gesamten Sommerferien, und Tag für Tag lernte ich meine Heimat wieder zu schätzen, ich hinterfragte lange Zeit dieses Gefühl und wieder zu hause angekommen verfiel ich in eine Depression, schließlich hatte ich auch in Berlin große Probleme und zwar leider Schulden, ua. wegen meiner alten Schule usw usw, ich bekomme Angst und Panikanfälle wenn ich von draussen Schritte höre, oder wenn es klingelt, es ist richtig schlimm geworden. Aber am schlimmsten für mich ist das ich so gerne von vorne anfangen würde, und zwar am liebsten ganz in der Nähe meiner Heimat, ich merke das ich die Nähe zu meiner Familie und meinen Freunden unheimlich doll vermisse, und ich mich in Berlin, trotz Freunden sehr einsam fühle, ich bin auf mich allein gestellt, und habe keine innere Ruhe mehr, für manche wird das nach weglaufen aussehen, was ich auch verstehen kann, ehrlich, jedoch empfinde ich es für mich am besten, dort in der Nähe wieder von vorn anzufangen, in der Nähe meiner Lieben.
Trotzallem MUSS ich mich meinen jetzigen Problemen endlich stellen und noch in vielen Dingen erwachsen werden, aber ich brauche Hilfe, Unterstützung und zwar von Menschen denen ich bedinungslos vertraue, ist mein Denken falsch? Würde ich durch einen Umzug wirklich weglaufen? Oder soll ich auf mein Herz hören? Ich weiss nicht mehr weiter, jedoch eines weiss ich genau, das ein Umzug direkt in meine Heimatstadt mein eigener Selbstmord wäre und ich einfach Angst hätte in alte Muster zu fallen, und das alles nochmal von vorn beginnt. Berlin war der erste Traum den ich mir erfüllt habe, und mittlerweile hasse ich Berlin, die vielen Menschen und alles was dazugehört, und ich frage mich fängt man alle Träume an zu hassen die man sich erfüllt? Aber am meisten ärgert mich das ich gescheitert bin, ich habe mir so sehr gewünscht stark zu sein, und im Grunde bin ich so schwach innerlich. Was soll ich tun?
Vielleicht habt ihr ja einen guten Rat für mich, ich freue mich über jede Antwort so ernüchternd sie auch sein wird.

Lieben Gruß, K.

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26. Oktober 2009 um 21:38

...
Hallo, Du darfst Dein Glück nicht von anderen abhängig machen. Es wird immer Menschen geben die vorschnell Urteile fällen ohne Dich zu kennen. Wichtig ist daß Du das tust was Du für richtig hältst - schließlich weißt Du am besten was Dir gut tut. Wenn Dein Herz sagt daß Du in Deine Heimat gehen sollst, so wird es auch richtig sein. Ich finde Du bist keineswegs schwach - immerhin möchtest Du ja etwas verändern. Außerdem sind Dir ja Schlimme Dinge in der Vergangenheit widerfahren und es braucht viel Zeit damit fertig zu werden. Wenn man Opfer einer Vergewaltigung wurde so ist es entweder so daß man in Zukunft alle Männer meidet oder daß man mit vielen ins Bett geht um sich dieser Situation zu stellen. Bei mir war es auch so, ich habe damals mit ziemlich vielen Sex gehabt nur um diese Situation zu verdrängen - auch Alkohol war im Spiel. Aber das ist Gottseidank schon lange her und ich denke nur mehr selten daran. Du wirst sehen die Zeit heilt alle Wunden. Auch bei Dir. Wichtig ist, daß Du herausfindest was Du denn nun aus Deinem Leben machen möchtest, und dann tue es. Viel Spaß beim Neugestalten, mara

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6. Januar 2010 um 22:25

Also...
... ich denke, dass du in deinem leben mal gründlich aufräumen musst. nimm dir einfach zeit für dich selbst, um rauszufinden, was du wirklich willst. du hast verdammt viel durchgemacht und den wichtigsten schritt bist du schon gegangen - du willst, dass sich etwas ändert und es erfordert schon ziemlich viel stärke, sich das einzugestehen. du musst lernen, alles was du fühlst zu akzeptieren. wenn du wirklich in deine heimat zurückwillst, ist das wahrscheinlich auch das einzig richtige. selbst wenn du vielleicht angst hast oder die leute verachtest, die so schlecht über dich reden. aber in deiner heimat sind auch all die menschen, die dich lieben und die du liebst und das wird dir in jeder situation kraft und mut geben. das einzige was wirklich gegen angst hilft ist die gewissheit, dass du geliebt wirst. ich bin mir sicher, dass du den richtigen weg finden wirst, du musst nur ganz ehrlich zu dir selbst sein. vielleicht hilft es dir, dich mal mit einem psychologen zu unterhalten, oder - wenn du das nicht willst - könntest du anfangen mit yoga und meditation. du musst nur mal so richtig zu ruhe kommen. und außerdem : warum solltest du in berlin bleiben, wenn du unglücklich bist? dafür ist das leben doch wirklich zu kurz, oder?

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7. Januar 2010 um 0:23

Vielleicht erst aufräumen, dann gehn
ich glaube auch, du solltest dir erst mal drüber klar werden was du in deinem leben genau anfangen willst und vor allem mit dir selbst ins reine kommen. du hast dir eingestanden, dass du fehler gemacht hast, aber du willst es jetzt anders machen, also fang jetzt an so zu leben wie DU es willst und lass das alte hinter dir, fehler macht jeder und du hast daraus sicher gelernt. verhalte dich auch so den menschen in deiner heimat gegenüber. klar, man kann es nicht einfach vergessen, aber ich glaube, wenn du mit DIR zufrieden bist und mit dir im reinen bist, kann dir keiner mehr was anhaben. die leute werden entweder sehen, dass du dich verändert hast - oder wollen es eben nicht und werden wieder anfangen zu reden, aber dann muss es dich nicht stören, weil du für dich weißt, dass du dich richtig verhälst und sie nur grundlos reden. weh tut es erst, wenn man sich eingestehen muss, dass an dem, was die leute sagen was dran ist und man feststellt, dass man anders ist als man eigentlich sein möchte.
vielleicht wäre es das beste noch so lange in berlin zu bleiben bis du alles für dich geregelt hast, weißt wo du hinmöchtest, was du verändern willst (bzw am besten gleich veränderst) und dann, wenn du festentschlossen bist und bereit für einen neuanfang bist, weil du

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