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"Ich will" gibt es nicht!

27. März 2017 um 16:16 Letzte Antwort: 30. März 2017 um 22:21

Hi meine Lieben,

ich habe das Problem dass ich nicht sagen kann was ich will oder was ich mir wünsche. Beruflich ist es kein Problem da fühle ich mich sicher und kann mich selbsbewust durchsetzen. Aber wenn es um Menschen geht die ich Liebe da kommt der Satz einfach nicht aus meinem Mund raus, so als ob ein Fluch geben würde, ich frage mich wovor ich angst habe? Was könnte denn schon passierren wenn ich mein Wunsch äußere?

Ich weiß das es auch mit der Kindheit und auch die Erziehung zu tun hat, ich war das brave Mädchen mit dem Gefühl nicht gut genug zu sein um meine Wünsche erfüllen zulassen.
Und bis jetzt wo ich 32 Jahre bin war es ok, irgendwie hat es funktioniet.

Jetzt aber stört mich das sehr, vorallem in meine Beziehung.
Denn er ist leider genau so wie ich wenn es um Wünsche und Wille geht.

Wir sind beide sehr glücklich uns seit1,5 Jahre zusammen. Aber ich weiß wenn es so weiter geht und wir nicht mit einander reden, was wir uns wünschen oder sogar anders haben möchten, hat das ganze kein gutes Ende.
Er ist nicht sehr gesprächig und mir fällt es sowieso schwer über diese Thema zu sprechen.

Ich war schon lange nicht mehr so glücklich wie mit ihm und möchte ungern das die Beziehung kaput geht (nur) weil ich/wir nicht sagen können was wir wünschen.

Könnt ihr mir weiterhelfen?

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28. März 2017 um 22:59

Hallo. Könntest du denn hier etwas eingrenzen, in welche Richtung deine Wünsche gehen?  Ja, denke den Gedanken doch mal weiter, was alles passieren kann, wenn du deine Wünsche äußerst.  Hast du deinen Partner gefragt, welche Wünsche er hat?

Mein erster Gedanke ging in die Richtung, das gegenteilig zu machen. Also als Bsp. "Was müssen wir tun, um unsere Beziehung so richtig zum Scheitern zu bringen?" Vielleicht fällt es euch leichter, erst einmal indirekt über Wünsche zu sprechen. 

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29. März 2017 um 8:31

Angst vor Ablehnung / Zurückweisung vielleicht? Das kann eventuell sehr verletzend sein.
Der nächste Punkt wäre: Gerade, wenn man über Wünsche spricht, macht man sich verwundbar, man muss seinen "Schutzmantel" ein Stück fallen lassen dafür.
Jeder weiß, dass man mit Gemeinheiten verletzt werden kann - aber Tatsache ist, das was am meisten und am tiefsten weh tut - ist ein geplatzter Traum.
Hast Du damit mal garstige Erfahrungen gemacht?

Beruflich ist das einfacher, zu Kollegen usw. hat man eine größere persönliche Distanz, die können einem nicht wirklich etwas tun. Und wenn da etwas nicht klappt, naja, ok, das ist schade. Manchmal auch sehr schade und blöd. Oder nervig. Aber den "Kern unserer Seele" kann das nicht treffen. Wenn es richtig ärgerlich ist und dauerhaft zu sehr nervt, zieht man Plan B aus dem Ärmel und guckt mal in der nächsten Jobbörse, wie denn das Alternativ-Angebot aktuell so ausschaut.

Geht das "Wünsche äußern" bei Dir generell nicht?
Im kleinen wie im großen?
Positiv und negativ? (meint: geht "nur" das Aussprechen von Wünschen ala "mich möchte dass wir..." nicht, oder auch eine Antwort auf einen Vorschlag Deines Partners für etwas, was Du so nicht möchtest nicht?)

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29. März 2017 um 9:11
In Antwort auf ives_12146669

Hallo. Könntest du denn hier etwas eingrenzen, in welche Richtung deine Wünsche gehen?  Ja, denke den Gedanken doch mal weiter, was alles passieren kann, wenn du deine Wünsche äußerst.  Hast du deinen Partner gefragt, welche Wünsche er hat?

Mein erster Gedanke ging in die Richtung, das gegenteilig zu machen. Also als Bsp. "Was müssen wir tun, um unsere Beziehung so richtig zum Scheitern zu bringen?" Vielleicht fällt es euch leichter, erst einmal indirekt über Wünsche zu sprechen. 

Hi Septemberkindl, danke für deine Antwort. mein größter Wunsch wäre eben dass er mit mir über sowas redet, über seine Wünsche über das was ihm stört. Er ist bei sowas sehr verschlossen und nimmt solche gespräche nicht ernst bzw ich komme mir wie ein kleines verträumtes Mädchen vor wenn ich ihm z.B vorschlage komm lass uns auf schreiben was wir besser machen wollen o.ä.
Meine andere Wünsche sind sehr einfach wie z.B dass ich möchte dass wenn ich alles mit ihm teile, dass er es mit mir auch macht. Oder er kann z.B nie danke sagen (ist bei ihm in der Familie so), dass er eben danke sagt wenn ich für ihn koche oder dass er freuede zeigt wenn ich ihm was schenke. Das sind so kleinichkeiten die mich am anfang nicht gestört haben aber er ist zu allen so auch zu meine Eltern oder unsere Freunde. Ich weiß dass er es nicht böse meint, normaler weise kann man ganz einfach übersowas reden aber ich habe eine blokade, ich kann das nicht mehr weil ich mir eingearbeitet habe nichts zu erwarten um nicht entäuscht zu werden.

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29. März 2017 um 9:14
In Antwort auf avarrassterne1

Angst vor Ablehnung / Zurückweisung vielleicht? Das kann eventuell sehr verletzend sein.
Der nächste Punkt wäre: Gerade, wenn man über Wünsche spricht, macht man sich verwundbar, man muss seinen "Schutzmantel" ein Stück fallen lassen dafür.
Jeder weiß, dass man mit Gemeinheiten verletzt werden kann - aber Tatsache ist, das was am meisten und am tiefsten weh tut - ist ein geplatzter Traum.
Hast Du damit mal garstige Erfahrungen gemacht?

Beruflich ist das einfacher, zu Kollegen usw. hat man eine größere persönliche Distanz, die können einem nicht wirklich etwas tun. Und wenn da etwas nicht klappt, naja, ok, das ist schade. Manchmal auch sehr schade und blöd. Oder nervig. Aber den "Kern unserer Seele" kann das nicht treffen. Wenn es richtig ärgerlich ist und dauerhaft zu sehr nervt, zieht man Plan B aus dem Ärmel und guckt mal in der nächsten Jobbörse, wie denn das Alternativ-Angebot aktuell so ausschaut.

Geht das "Wünsche äußern" bei Dir generell nicht?
Im kleinen wie im großen?
Positiv und negativ? (meint: geht "nur" das Aussprechen von Wünschen ala "mich möchte dass wir..." nicht, oder auch eine Antwort auf einen Vorschlag Deines Partners für etwas, was Du so nicht möchtest nicht?)

danke avarrassterne1, genau so ist wie du es geschrieben hast.

Im kleinen wie im großen? --> leider ja
Positiv und negativ? (meint: geht "nur" das Aussprechen von Wünschen ala "mich möchte dass wir..." nicht, oder auch eine Antwort auf einen Vorschlag Deines Partners für etwas, was Du so nicht möchtest nicht?)--> sowohl als auch. Er ist leider genau so....

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29. März 2017 um 10:19
In Antwort auf lebensfarben

Hi Septemberkindl, danke für deine Antwort. mein größter Wunsch wäre eben dass er mit mir über sowas redet, über seine Wünsche über das was ihm stört. Er ist bei sowas sehr verschlossen und nimmt solche gespräche nicht ernst bzw ich komme mir wie ein kleines verträumtes Mädchen vor wenn ich ihm z.B vorschlage komm lass uns auf schreiben was wir besser machen wollen o.ä.
Meine andere Wünsche sind sehr einfach wie z.B dass ich möchte dass wenn ich alles mit ihm teile, dass er es mit mir auch macht. Oder er kann z.B nie danke sagen (ist bei ihm in der Familie so), dass er eben danke sagt wenn ich für ihn koche oder dass er freuede zeigt wenn ich ihm was schenke. Das sind so kleinichkeiten die mich am anfang nicht gestört haben aber er ist zu allen so auch zu meine Eltern oder unsere Freunde. Ich weiß dass er es nicht böse meint, normaler weise kann man ganz einfach übersowas reden aber ich habe eine blokade, ich kann das nicht mehr weil ich mir eingearbeitet habe nichts zu erwarten um nicht entäuscht zu werden.

tja und genau da hinkt der Gaul. Aber arg.
"weil ich mir eingearbeitet habe nichts zu erwarten um nicht entäuscht zu werden"
- glaubst Du das? Du wünschst Dir doch, also erwartest Du auch - und wirst erst Recht enttäuscht, weil keiner eine Glaskugel dabei hat, um sich Deine Wünsche auch zusammenorakeln zu können.

Nun, wenn Dein Partner generell so ist - wird es schwer. Man kann (und sollte) keinen Menschen irgendwem oder irgendwas "zu Liebe" grundsätzlich ändern wollen (auch sich selbst nicht).
Das was Du beschreibst klingt mir, als würde Dir das Gefühl fehlen, ihm wichtig zu sein, für ihn (noch) etwas besonderes zu sein. Deswegen war es auch wahrscheinlich am Anfang nicht so gewichtig, da haben das der Verliebtheits-"Hormonfasching" und die "Schmetterlinge" mit erledigt. Jetzt machst Du Dir Sorgen, dass Du ihm nicht mehr so wichtig bist (um nicht zu sagen, Du hast irgendwo tief in Dir das Gefühl, ihm egal zu sein) - und damit interpretierst Du die gleichen Signale völlig anders.

Ich denke, es ist wichtig, dass Dir der Unterschied klar ist.
Wünsche äußern (können) ist wichtig und richtig - und existentiell für eine Beziehung. Aber damit lässt sich nicht an sich ändern, was man selbst verbiegt. Wenn er so ist und schon immer so war - dann ist es Deine Interpretation der Signale, die sich geändert hat - und das liegt bei Dir, nicht bei ihm.

Dennoch, was Deine Wünsche angeht, musst Du auch lernen, die zu äußern.
Da kann ich nur raten, "klein anfangen" und Dich dann vorarbeiten. Und akzeptieren, dass Ablehnung zwingend dazu gehört und nicht schlimm ist. Es ist ganz normal, dass es nicht immer so läuft, wie man es sich wünscht, auch dann nicht, wenn man die WÜnsche äußert - aber dennoch ist es wichtig, sie zu äußern, denn sonst können sie nur per Zufall oder wunder erfüllt werden. Man hat höhere Chancen, wenn man seine Wünsche äußert (und es stärkt in einer Beziehung auch Zusammengehörigkeit, Vertrauen usw.) - aber 100% werden es nie. Auch nicht fast. Das ist normal und in Ordnung und vor allem: KEINE ABWERTUNG Deiner Person.

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30. März 2017 um 22:21

In einer Beziehung, die nun seit 1,5 Jahren besteht, muss es möglich sein, über alles zu sprechen. Das Problem liegt vermutlich daran, dass keiner den ersten Schritt wagt - das ist aber leichter als man glaubt. Natürlich nur dann, wenn man es wirklich will!


LG.,

lib

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