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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Ich weiß nicht ob ich es verarbeitet habe...

Letzte Nachricht: 2. Februar 2009 um 20:46
R
river_12577369
31.01.09 um 14:15

Im Juli diesen Jahres ist mein bester Freund nun 5 Jahre tod... als ich gerade hier ein paar beiträge gelesen habe musste ich weinen nahm seine Bilder in die Hand und mal wieder die Frage warum?

... er brachte sich mit 17 Jahren um...! der Zug sollte seine erlösung sein... einen Tag vorher hatte er mich noch angerufen und ich wimmelte ihn ab weil ich gerade "was besseres zu tun hatte" ich konnte ja nicht ahnen das er sich "Verabschieden" wollte. am nächsten Tag rief mich dann auf mein Handy meine beste Freundin an sie sagt es gehe das Gerücht um er hätte sich umgebracht... und ich hab einfach aufgelegt und nur geschrieen Ich wusste das es wahr ist nicht einfach nur ein Gerücht. Meine schwester war zufällig zu besuch und war schon unten an der haustür sie kam hoch und fragte was los sei und ich nur er ist weg. dann dachte ich sein Handy wenn das aus ist .. stimmt es auf jedenfall... und dann hab ich angerufen und da kam direkt seine mailbox mit seinem namen seiner Stimme. Meine schwester versucht mich zu beruhigen und meinte sie ruft erstmal bei der bahn an ... (sie arbeitet dort) und der mann am telefon bestätigte ihr das sich jmd. umgebracht hatte ich stand da und dachte die zeit geht nicht vorbei. aber dann kam sie heulend auf mich zu und nahm mich in den Arm in dem Moment ist nicht nur er gestrorben sondern auch ein großer Teil von mir, Ich konnte damals nicht in die Leichenhalle gehen ich konnte es einfach nicht bis mich dann seine gode überredet hatte... und wie sollte ich auf seine Mutter reagieren die mich immer hasste...ich dachte ich muss sterben er war mir wichtiger als meine Eltern er war die wichtigste person in meinem Leben... und auch heute bin ich der Überzeugung das kein anderer Tod mir solche schmerzen zufügen könnte. Ich rede von ihm als wäre er noch da... bzw über ihn damals blabkabla
er hatte abschiedsbriefe geschrieben.... und wie es zu erwarten war keine antwort auf das große warum... das macht mich wahnsinnig.. Ein Mensch bei dem ich dachte ich kenne ihn so gut wie wohl niemand und weiß keine antwort hab ne idee aber das kann nicht sein... wenn ich jetzt zurück denke und überlege das es schon fast 5 jahre sind die ich ohne ihn lebe kann ich es selbst kaum glauben... es kommt noch vor das ich da sitze mit nem bild von ihm und mit ihm rede... aber dann merke ich wie alles verblaßt .. ich kann mich nur schwerr an seinen Geruch erinnern, wie er ging, wie er lachte..... meine größte angst ist wahrgeworden ich vergesse es... ich vergesse etwas was mir so wichtig war... ich suchte damals trost in kriminellen freunden (einer sitzt jetzt für 5 jahre im Knast!), in Selbstverletzung.. auch ein bisschen in Drogen... aber hab ja die kurve dank meiner guten Freunde doch noch bekommen

es ist auch als wenn er ein stück von mir mitgenommen hätte... ich merke selbst wie ich mich verändert habe... bekomme es gesagt und hab manchmal das gefühl das mir der boden unter den füßen weggleitet. Ich lache viel weniger wie früher... bin ernster geworden... sogar ängstlicher.....
ich kann es nur schwer beurteilen ob es besser oder schlechter ist.. aber manchmal hab ich einfach das gefühl mir fehlt ein stück lebensqualität...

und dann immer die Frage... welche ich echt nicht beantworten kann... ob ich die trauer weitgehenst verarbeitet habe... es ist ja nicht so oft höchstens einmal im Monat überkommt mich die trauer... wie jetzt gerade und ich geh alles wieder durch lese briefe, sehe bilder und überlege ob so wie es jetzt alles ist der sinn meines lebens sein soll oder ob noch etwas tolles auf mich zukommt....

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R
rio_12058777
31.01.09 um 19:36

Gedanken!
Hallo Natalie,

ich glaube nicht, dass du deinen Freund jemals vergessen wirst.
Du siehst ja, auch nach 5 Jahren überlest du noch und denkst an ihn.
Und es tut immer noch weh!

Ich kenne die Hilflosigkeit, wenn ein naher, lieber Mensch einfach nicht mehr da ist.
Und ich kenne auch das Gefühl, wenn man sich fragt: WARUM?"

Für deinen Freund solltest du das Leben genießen und doppelt so viel lachen. Für ihn mitlachen!
In seinen Augen hatte das Leben keinen Sinn mehr.
Aber für dich gibt es noch so viel zu erleben.
Die große Liebe, Kinder, Freundschaft,....

Und es ist ganz normal, nicht täglich an ihn zu denken.
Zeit heilt zwar keine Wunden, aber die sichtbaren Schmerzen werden verblassen.
Und die fröhlichen Tage überwiegen die traurigen.
Und das ist auch richtig so.

Wie oft man einen Verstorbenen denkt, ist nicht so wichtig.
Sondern was man denkt!
Aber du wirst es bestimmt feststellen, wenn du besonders traurig oder fröhlich bist, dann denkst du an ihn.
Und lässt ihn somit teilhaben.

Dein bester Freund ist jetzt immer bei dir, beschützt dich und freut sich mit dir an deinem Leben.

Und du hast ja viele gute Freunde, die dich unterstützen wenn du sie brauchst.

Ich wünsche dir viel Glück.
Und auf dich warten noch ganz viel tolle Sachen.

Liebe Grüße

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I
iris_12527557
01.02.09 um 20:12

Demnächst werden es 37 Jahre,
dass ich meine erste Liebe, den Mann , den ich heiraten wollte, mit dem ich eine Familie gründen wollte durch einen Verkehrsunfall verloren habe. Es gab noch andere Lieben in meinem Leben, aber diese Liebe wird immer einmalig bleiben und dieser Mann wird immer Teil meines Lebens sein.
Gruß Melike

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A
an0N_1288846599z
02.02.09 um 20:46

Im Dezember waren es 5 Jahre....
Hallo liebe Natalie!
Mein 1 Jahr älterer Bruder hat sich vor fast genau 5 Jahren das Leben genommen. Ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich habe das Thema Trauerbewältigung bzw. Trauerverarbeitung sehr sehr oft und ich muss dir sagen, ich habe bis heute weder die Trauer über den Verlust bewältigt noch den Tod eines so jungen Menschens verarbeitet. Ich denke, wie auch in Deinem Fall, ist das ein großer Unterschied ob jemand bei einem Autounfall ums Leben kommt oder sich halt selber das Leben nimmt. Man macht sich so starke Vorwürfe, überhäuft sich selber mit Schuldzuweisungen, hätte ich doch dies und warum bin ich an dem Tag nicht zu ihm gefahren ect....das habe ich alles schon durch!
Ich in meinem Fall bin immer noch nicht über den Tod meines Bruders hinweg und werde es auch niemals sein! Er war/ist ein Teil meines Lebens, wir sind zusammen aufgewachsen, unsere Betten standen im Kinderzimmer nebeneinander, wir haben die selben Zeichentrickfilme geguckt, und und und. Wie soll man denn mit so etwas fertig werden, wenn ein Mensch sich mit 27 Jahren das Leben nimmt?!
In den letzten fünf Jahren ist sehr viel passiert, ich habe geheiratet, ein Kind geboren und das alles ohne meinen Bruder...manchmal fühle ich mich so ohnmächtig, als wäre das alles nur ein schlechter Scherz! Nein das ist die Realität - LEIDER Es tut mir leid, dass ich Dir keinen Rat geben kann, wie Du vielleicht leichter mit Deiner Trauer umgehen kannst, denn mir geht es genau so - vielleicht tröstet Dich das ja etwas. Du stehst mit Deiner Trauer bestimmt nicht alleine da.


Nun noch ein selbstverfasstes Gedicht von mir:

Am 15.12.2003 kam die Nachricht zu mir,
Du bist nicht mehr da, kommst nie mehr zurück - wolltest Dein Leben nicht mehr.
Ich konnte, kann und will es nicht verstehn:
Du hattest doch ein Leben, hattest Freunde, mich,
warum wolltest Du gehn?
Kein Tag vergeht, an dem ich in Gedanken nicht bei Dir bin.
Ich vermisse Dich so sehr, oft frage ich mich, macht das Leben so überhaupt noch Sinn?
Doch ich gebe nicht auf, muss kämpfen, stark sein,
ich halte das Ruder, schwimme gegen den Strom,
bist ich Dich wiederseh mein geliebter Bruder.

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