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Ich weiß nicht mehr weiter....was ist DAS richtige Leben?

24. Mai 2017 um 9:22

Hallo,

ich habe mehrere Probleme und bin an einem Punkt in meinem Leben wo ich nicht mehr weiter weiß, nicht mehr was ich will und bin völlig entkräftet...
Ich hatte immer schon leichte Entscheidungsprobleme, doch immer irgendwie wieder einen Weg gefunden. Im Nachhinein habe ich dann fest gestellt, dass ich Dinge gemacht habe, die ich eigentlich gar nicht wollte... bzw so nicht wollte.
Es geht hauptsächlich um meinen Privatbereich. Ich bin jetzt 28 und seit ich 17 bin war ich fast durchgehend in Beziehungen Dauer immer 2-4 Jahre und immer sofort von einer in die nächste Beziehung, ja ich habe alle meine Partner mit meinem nächsten Partner betrogen Ich war immer schon unzufrieden in der Beziehung habe mich dann unterschwellig nach einem neuen Mann umgesehen und dann immer schon etwas angefangen, bevor ich das andere beendet hatte, furchtbar. Vor mehr als 2 Jahren beschloss ich dann erstmal alleine zu bleiben, weil es so doch nicht weiter gehen kann. Ich komm mir vor, als ob ich keine ernsthafte Beziehung führen kann. Mein damaliger letzter Freund wollte unbedingt Kinder und Haus bauen, ich war dazu eigentlich nicht bereit, hab mich das aber nicht eingestanden, sondern halbherzig mitgemacht. Wer bekommt bitte halbherzig Kinder??????????? Ich bin sehr froh, dass es nicht geklappt hat, dass ich schwanger werde. Ich habe mich so verbogen dass ich Zysten in der Gebärmutter bekam. Nur weil ich getan habe, was ich nicht wollte. Ich habe es mir aber nicht eingestanden. Danach habe ich beschlossen: Schluss, du bleibst alleine. Habe dann aber eine Sexgeschichte mit einem neuen Mann angefangen, oberflächlich ohne Hintergrund, der Sex war super, aber das war alles. Als ich auch das beendete und beschloss mein Leben zu ordnen, lernte ich einen neuen Mann kennen.
Er ist 13 Jahre älter als ich, ein Arzt mit eigener Ordination und ein Mann der sagen wir mal polarisiert. Ich war wie gefesselt von ihm. Eigentlich wollte ich ja alleine sein und mein Leben aufarbeiten, aber er ließ irgendwie nicht locker und wir wurden ein Paar. Die Beziehung war von Anfang an nicht einfach. Wir sind beide beruflich sehr eingespannt, außerdem hat er hohe Schulden etc. Aber wir standen zusammen. Ich habe mir Kredite aufgenommen, ihm Geld gegeben etc. Immer wieder hatten wir heftige Streits und Diskussionen wegen Kleinigkeiten. Ich habe mich mehr und mehr von meinem Leben, meinen Freunden und meiner Familie, die mir vorher so wichtig war, abgekapselt und mein Leben ganz meinem Partner gewidmet, ihn unterstützt, für ihn gearbeitet, den Haushalt geschmissen, etc. Trotzdem habe ich immer wieder Kritik geerntet bzw. wir haben uns in unnötigen Diskussionen regelrecht verloren, das ging über Tage und Nächte. Wir waren dann beide völlig entkäftet und hatten keine Stimme mehr, weil wir uns so angeschrien hatten bzw ich geweint habe. Irgendwann konnte ich nicht mehr. Ich musste Krankenstand gehen um irgendwie zur Ruhe zur kommen, war nicht mehr arbeitsfähig. Mein Partner meinte damals ich sei überlastet, wegen allem, vor allem aber wegen der Arbeit. Ich habe damals unserer Beziehung die Schuld gegeben, er sah das ganz anders. Er meinte dann, dass ich kündigen sollte und für ihn in der Ordi arbeiten. Grundsätzlich kann ich mir das gut vorstellen, nur wenn die Beziehung derart in Schieflage ist auch noch beruflich zusammen sein und mich finanziell von ihm abhängig machen?! Ich habe mich vorerst dagegen entschieden und bin wieder meiner Arbeit nachgegangen, war wieder gefangen im Strudel: Arbeit, abends Ordi und Buchhaltung, Haushalt, an den Wochenende Sport und Ausflüge, zwischendurch nur mehr Zeit für Eltern etc. Ich war zeitenweise völlig entkräftet, habe aber immer wieder weiter gekämpft. Dazwischen immer wieder Streits.
Im November hatte mein Freund Geburtstag und hat am Morgen beschlossen, dass er auf mich grantig ist und seinen Geburtstag lieber alleine verbringen möchte. Ich habe ihn gefragt warum er auf mich grantig ist. Seine Antwort: "Weil du mir keine Wertschätzung entgegen bringst und dir deine Arbeit wichtiger ist als ich." Es stimmt dass ich viel arbeite, aber ich habe meine Arbeit öfters für ihn im Stich gelassen und auch meinen Arbeitgeber angelogen etc damit ich bei ihm sein kann. Furchtbar das alles... Es hagelte den ganzen Tag Vorwürfe dass ich ihm seinen Geburtstag zerstöre, überhaupt sein Leben etc. Ich wusste nicht mehr weiter, nicht mal was ich falsch gemacht habe. Er hat mich angeschrien dass ich blöd bin und es an meiner beschissenen Art liegt, dass ich alles kaputt mache. Bumm.... und das obwohl ich dachte, dass ich quasi mein ganzes Leben für ihn opfere.... Ich konnte nicht mehr. Ich habe also meine Tasche gepackt und bin zu meinen Eltern gefahren am Abend, um einen klaren Kopf zu bekommen. Er hat mich dann immer wieder angerufen und ich war völlig fertig. Dann hat er mir am Telefon erklärt, dass ich nicht aufgeben und alles hinschmeißen soll. Ich soll nicht immer meine ganze Person in Frage stellen, sondern mein Verhalten überdenken und für ihn da sein so wie er für mich. Über meine Gefühle reden etc. Er hat recht, dass ich mir damit schwer tue, über meine Gefühle zu reden. Ich habe ihn auch öfters angelogen, um unnötigen Diskussionen aus dem Weg zu gehen. ZB wollte er dass ich Verwandte und Bekannte um Geld bitte, weil uns die Bank keinen Kredit mehr gibt, weil er so verschuldet ist. Ich bin mir dermaßen blöd vorgekommen. Habe ihm dann gesagt, dass ich niemanden fragen werde. Er hat dann gesagt, dass ich ihn im Stich lasse und er sich keine gemeinsame Zukunft vorstellen kann, wenn mir wichitger ist, was andere Leute über uns denken, etc. Ich habe dann Panik bekommen und dann halt so getan als ob ich jemanden um Geld angebettelt hätte und er mir keinen gegeben hat. Solche Notlügen habe ich des Öfteresn gebraucht, nicht toll von mir, aber ich konnte nicht mehr. Unsere Diskussionen gingen über Tage und Nächte, ich hatte keine Kraft mehr. Ich habe mich regelmäßig übergeben bei Streits, sogar hyperventiliert und war komplett fertig jedesmal. An seinem Geburtstag also habe ich beschlossen, dass ich diese Beziehung nicht mehr weiter führen kann. Ich wusste damals schon nicht mehr, warum ich überhaupt bei ihm bin. Ich konnte nicht mehr. Er hat aber solange auf mich eingeredet, bis ich wieder zu ihm zurück bin.
Dann folgte das übliche auf und ab. Einmal du bist die beste Frau der Welt, einmal du bist so dumm und dämlich und kapierst nicht. Ich kannte mich überhaupt nicht mehr aus.
Anfang Februar musste ich beruflich verreisen. Er wollte mich nicht fahren lassen, weil ich nicht auf ein Seminar sollte, wo ich sowieso nicht mehr lange meiner Arbeit nachgehen werden, sondern bei ihm in der Ordi arbeiten soll. Ich bin trotzdem gefahren, habe nur gweint, war völlig fertig. Hatte dann fast einen Unfall. Ich konnte so nicht mehr weiter machen. All die Lügen von mir, das ganze Zurückstecken, das Gefangen sein, ich war am Ende.... Ich habe meinem Parnter nach der Geschäftsreise gesagt dass ich nicht mehr kann und die Beziehung beenden will. Er wollte mich nicht gehen lassen, hat gebettelt, gekämpft, geweint etc. Es war furchtbar. Der einst so starke Mann völlig gebrochen. Ich habe in dieser Zeit wieder einen neuen Mann kennengelernt. Einen traumhaft netten Menschen. Ich habe mich verliebt in ihn und ein Wochenende mit ihm verbracht, allerdings ohne Sex. Es waren magische Momente, es war wunderbar. Er hat Kinder, zwei süße, ich habe mich sofort auch in die Kinder verliebt, wir habe einiges zusammen unternommen etc. Ich habe die Zeit so genossen. Das Problem dabei: Mein Ex ließ mir keine Ruhe. Er hat immer wieder gebettelt, immer wieder was von mir gebraucht. Ich hatte noch Sachen in seinem Haus, er hat mir aber den Schlüssel abgenommen und ich durfte die Sachen nicht ausräumen. Wenn ich ins Haus gefahren bin, weil er mir erlaubt hat, dass ich meine Sachen hole, hat er mich nicht mehr gehen lassen, eingeparkt und mich festgehalten, ich konnte nicht weg. Ich hatte teilweise Angst vor ihm, teilweise tat er mir einfach nur leid. Er hat so gekämpft. Er hat keine Ruhe gegeben, mich um eine weitere Chance angefleht, er will sich ändern und ich soll ehrlich zu ihm sein und ihn nicht mehr anlügen. Ok, eine weitere Chance... Ich bin also zu ihm zurück, konnte den Kontakt zum Neuen aber nicht lassen, habe ein Doppelleben geführt. Ich weiß, schrecklich von mir, vor allem auch wegen der Kinder Mein Ex war zufrieden dass ich wieder bei ihm bin und hat sich zusammen gerissen. Mein Neuer wollte mehr von mir, sprach von Liebe und Zusammenziehen... Ich war komplett überfordert, wusste nicht mehr, was ich wollte. Mein Ex war auf einmal wie ausgewechselt, er wollte mich nicht verlieren, der Neue auch nicht. Ich war dann in einer Lage wo ich nicht wusste warum ich zu meinem Ex zurück bin, wo ich eigentlich in den anderen verliebt bin. Ich konnte dem Neuen nicht noch mehr weh tun und habe die Sache mit ihm schließlich beendet um mich wieder ganz meinem Ex bzw wieder Partner zu widmen. Das ganze hat niemand verstanden, ich musste schließlich wegen ihm einen Psychotherapie machen, schlucke Antidepressiva, habe mich komplett verändert und meine Eltern sagen, dass sie ihre Tochter verloren haben. Trotzdem bin ich zurück zu ihm. Immer mehr distanzieren sich Freunde, Arbeitskollegen, etc . von mir. Es kann niemand verstehen, ich auch nicht. Mittlerweile habe ich mein Leben nicht mehr im Griff, es entgleitet mir völlig. Ich weiß nicht mehr was ich will, nicht mehr wer ich bin. Meine Therapeutin meint, dass mein Partner mein Leben dominiert und ich mich deshalb verloren habe. Ich weiß gar nichts mehr, bin unfähig zu entscheiden, lebe in den Tag hineine und bin unglücklich, kann meine Beziehung trotzdem nicht beenden. Ich habe Angst dass ich bald meine Arbeit verliere, weil ich nicht mehr kann. Ich bin komplett unfähig. Es geht mir nur bei ihm gut, so kommt es mir vor, total krank. Auch der andere Mann geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich vermisse ihn. Ich kann mich entscheiden: Ein Leben als Arztfrau, wo mir so nicht viel fehlt wahrscheinlich, aber der Parner irrsinnig schwierig ist. Oder ein Leben mit einem Mann der bereits 2 Kinder hat, Allimente zahlt etc. und sonst aber menschlich einfach perfekt ist. Oder aber: ein Leben komplett alleine um endlich zu wissen was ich will. Ich habe Angst die falsche ENtscheidung zu treffen, kann aber nicht weiter tatenlos dabei zusehen, wie mir mein Leben entgleitet, es geht mir von Tag zu Tag schlechter. Meinem Partner muss ich etwas vorspielen, weil er gesagt hat, dass er mich krank schreibt, weil es mir wegen der Arbeit so schlecht geht, dabei hat das mit der Arbeit nichts zu tun oder doch - ich weiß es nicht mehr, es verschwimmt meine Wahrnehmung und ich weiß nicht mehr was die Realität ist.... Bitte helft mir irgendwie....

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24. Mai 2017 um 11:07

Es ist gut, dass du dir von einer Therapeutin helfen lässt. Du weißt ja selbst, dass du dich wegen dieses Mannes aufgegeben hast als Mensch. 

Viele Dinge liegen auf der Hand, darauf will ich nicht weiter eingehen. Worauf es mir ankommt, und das mag jetzt gemein klingen: du musst lernen, für dich Verantwortung zu übernehmen! Versetz dich in die Lage deiner besten Freundin (die du je hattest), die mit ansehen muss, was du da die ganze Zeit treibst. Die würde dich zur Seite nehmen und dir helfen wollen, oder nicht? So... dann mach es doch selber, so gut es eben geht! Behandel dich so gut es irgendwie geht, erfüll dir Wünsche, tu die Dinge, die dir Spaß machen. Dadurch wirst du anderen automatisch mehr geben, als du anscheinend meinst. 

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