Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Ich weiss nicht mehr weiter und was mit mir los ist...

Ich weiss nicht mehr weiter und was mit mir los ist...

25. Juli 2010 um 13:09

Hi zusammen,

in der Hoffnung hier vllt Gleichgesinnte oder Tipps zu finden, möchte ich euch mal von meinem momentanen Leben erzählen. Entschuldigt bitte wenn der Text ein wenig lang ist, aber es hat sich eine Menge angehäuft. Ich versuche aber trotzdem mich kurz zu fassen...

Alles begann etwa in der 11. Klasse, also vor etwa 10-12 Jahren. Ich war immer gut in der Schule, aber was genau er Auslöser war weiss ich auch nicht. Ich habe angefangen die Schule zu meiden und habe viel geschwänzt und mich schließlich nicht mehr hin getraut. Logischer Weise habe ich die 11. nicht geschafft und musste Sie wiederholen.
Hier begann das Spiel von vorne. Ich habe die Schule wieder gemieden und die Klasse wieder nicht geschafft. Es lagnicht an den Mitschülern, da ich überall sehr beliebt war und es auch bis heute noch bin.

Jedenfalls musste ich das Gymnasium verlassen und habe eine zweijährige schulische Ausbildung gemacht. Für die Ausbildung habe ich aber aus den gleichen Gründen wie auf dem Gynasium 4 JAhre gebraucht, da ich jedes Jahr einmal wiederholen musste. Schon da fühlte ich mich meinen Eltern gegenüber sehr schlecht, konnte mein Verhalten aber beim besten Willen nicht ändern. Fragt mich bitte nicht warum, ich kann es mir bis heute selbst nicht erklären. Schon hier fehlten mir dann meine Erfolgserlebnisse obwohl ich den Ablschluss geschafft habe.

Einen Beruf habe ich mit der Ausbildung leider nicht gefunden, so dass ich mich für ein Studium entschieden habe. Im Studium verschlimmerte sich das ganze dann noch einmal. Ich habe die Vorlesungen gemieden obwohl ich bei Abschluss des Studiums meinen absoluten Traumjob schon in der Tasche gehabt hätte. Ich habe dann auch die Prüfungen nicht besucht und mich schließlich über Wochen in meiner Wohnung verschanzt und bin weder an die Tür noch ans Telefon gegangen. Lediglich zu ein paar Freunden und meinen Eltern hatte ich regelmäßigen Kontakt und habe sie auch regelmäßig besucht.
Wie dem auch sei, ich habe das Studium abgebrochen und ein halbes Jahr Pause gemacht.

In dem halben Jahr habe ich neuen Mut gefasst und nochmal ein Studium begonnen. Wie es dabei lief könnt ihr euch ja denken. Allerdings habe ich da die Vorlesungen regelmäßig besucht und auch die ein oder andere Prüfung bestanden.

Im weiteren Verlauf des Studiums schlichen sich aber meine Verhaltensmuster teilweise wieder ein, als ich von der Krebserkrankung meines Vaters erfuhr. Er kämpfte knapp 2 Jahren gegen den Krebs an, vorlor den Kampf aber vor knapp 2 Jahren.

Ab diesem Zeitpunkt verschlimmerte sich auch meine Situation weiter dramatisch. Ich war überhaupt nicht mehr in der Lage zu lernen oder mich aufs Studium zu konzentrieren und musste auch dies Abbrechen. Ich habe kaum mehr geschlafen und war einfach nur fertig und habe mich ständig mit der Frage beschäftigt, warum ausgerechnet jetzt mir auch noch mein absoluter Standpfeiler im Leben unter mir weggerissen wurde und warum ausgerechnet er sterben musste. Es war einfach nur schlimm.

Ich habe zwar eine Beziehung seit ca. 3 Jahren. Meine Freundin und ihr Sohn standen mir sehr zur Seite aber helfen konnte mir keiner. Ich habe dann teilweise zu Cannabis und Schlaftabletten gegriffen um überhaupt mal eine NAcht schlafen zu können, da ich seither mit meiner Vergangenheit und dem Tod meines Vater zu kämpfen habe. Auch in meiner Beziehung fühle ich mich nicht mehr begehrt oder geliebt und ich habe das Gefühl das meine Freundin auch nicht mehr wirklich enschätzen kann wann es mir richtig schlecht geht um mich vllt mal in den Arm zu nehmen.

Ich habe durch einen Bekannten vor nem halben Jahr eine Festanstellung bekommen, die mir ein ganz klein wenig Halt gegeben hat, ich aber zunehmend weniger gern dahin gegangen bin, da ich mich ein wenig überfordert fühlte. Nicht weil die Arbeit schwer ist, sondern weil die ganzen anderen Geschichten mein Leben so sehr belasten.

Durch den grandiosen Griff zu den Tabletten und den Drogen habe ich aber auch den Job wieder vorloren, da ich in eine Polizeikontrolle gekommen bin, in der Reste von beidem festgestellt wurden. Dadurch habe ich richtiger Weise meinen Führerschein verloren und stehe nun vor dem Abgrund wo ich mich frage ob mein Leben noch lebenswert ist und wie lange ich mit dem allen noch Leben kann und will.

Da mein Vater immer gesagt hat das das Leben das wichtigste ist was man hat und ich meiner Familie einen Selbstmord auf gar keinen Fall antun werde, weiss ich nun überhaupt nicht mehr weiter und wo ich Hilfe finden kann.

Ich bin einfach am Ende, ob nun selbst eingebrockt oder nicht macht für mich keinen Unterschied. Ich möchte doch einfach nur leben...

Sorry das der Text so lang ist aber ich hab schon ein paar Details ausgelassen und musste das mal aufschreiben. Ich bin wirklich verzweifelt und für jeden Rat dankbar wie ich einem normalen Leben etwas näher kommen kann. Vllt bin ich mit meinem Problem ja auch nicht allein...

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt...
Sven

Mehr lesen

25. Juli 2010 um 14:28

Danke
Hi Fossie,

danke für deine Antwort...

Auf ADHS bin ich noch nicht untersucht worden. Das einzige was mal gemacht wurde ist ein IQ Test. Der ist auch sehr positiv ausgefallen, hilft mir aber leider auch nicht weiter.

Ich war schonmal in einer offenen Psychiatrie, in der ich die Behandlung aber aufgrund katastrophaler hygienerscher Gründe abgebrochen habe. Daher habe ich da die Hoffnung und das Vertrauen ein wenig verloren. Auch habe ich mich nach einer ambulanten Therapie bei einem Psychotherapeuten schlau gemacht. Leider beträgt hier die Wartezeit bis zu 2 Jahre, so dass eine kurzfristige Hilfe nicht gewährleistet ist.

Von der Stoffwechsel Geschichte habe ich noch nie etwas gehört.

Und ja, du hast recht. Ich bin ein Meister im wegrennen. Das war ich schon immer. Nur ich habe das Gefühl das ich nicht mehr wegrennen kann und weiss auch das es das alles nur deutlich verschlimmert hat. Aber es war eben so schön einfach.

Ein Selbstmord kommt aus genannten Gründen auf keinen Fall für mich in Betracht. Allein schon aus dem Grund, weil ich weiss wie sehr der Tod meines Vaters uns alle mitgenommen hat. Ich sehe es auch so das der Tod mir den Rest gegeben hat.

Ich habe nur die Angst, dass ich meine ganze Kraft in die Vertuschung meines Gemütszustandes gesteckt habe und darein es jedem Recht zu machen außer mir selbst. Nun habe ich keine Kraft mehr dafür mich aus meiner dramatischen Situation zu befreien.

Das ich ohne Hilfe nicht allein da rauskomme habe ich schon eingesehen. Jedoch fehlt mir jeglicher Ansatz wie ich das Problem bewältigen kann...

Heute ist ein besonders schlimmer Tag der alles nochmal aufgewühlt hat. Heute ist der Geburtstag meines Vaters.

Gefällt mir

Frühere Diskussionen

Beliebte Diskussionen

Du willst nichts mehr verpassen?
facebook

Hydro Boost

Teilen

Das könnte dir auch gefallen