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Ich verzweifele bald!! Helft mir...

5. September 2006 um 17:17

Hallo,

meine Geschichte ist ziemlich lang. Ich versuche sie kurzzuhalten und hoffe, dass mir jemand das Verhalten des Menschen den ich liebe erklären kann.

Also bitte verurteilt mich nicht: aber diese Beziehung, wenn ich sie jetzt einfach mal so nenne, begann vor 2 Jahren als Affäre. Wir trafen uns hin und wieder und verstanden uns super. Ich war verheiratet, er in einer langjährigen Beziehung (13 Jahre) mit einer psychisch kranken Frau. Er sprach nicht viel darüber, nur wenn wir aufgrund ihres Gesundheitszustandes uns nicht sehen konnten.

Im November letzten Jahres trennte ich mich von meinem Mann, ohne Druck auf ihn auzuüben. Wir haben voher ein paar Mal versucht, unsere Affäre zu beenden, laber ohne Erfolg - wir konnten nicht ohneinander.
Vor Weihnachten wurde er dann zurückhaltender, reagierte nicht mehr auf meine E-Mails bzw. nur sehr sporadisch. Kurz vor seinem Urlaub Weihnachten rief er mich an und erklärte mir, er sei ausgepowert, fertig, unzufrieden, sein Rückzug läge nicht an mir und auch nicht an seinen Empfindungen (die er aber nie irgendwie in Worte gefasst hat) für mich.
Er sagte immer wieder, es sei nicht liebenswert, nichts Wert, ein Versager, etc... Er würde untergehen und das wollte er nicht.
Im April hat er sich von seiner langjährigen Freundin getrennt, ohne mir dabei ihrgend etwas zu versprechen. 3 Tage nach der Trennung hat er mich um ein Gespräch gebeten. In diesem GEspräch teile er mir mit, dass er schon einmal an einer schweren Depression gelitten hätte und alle Symptome wieder aufgetreten wären, er wolle keine Tabletten nehmen, weil die ihn zu seinem Nacheil "veränderm" würden. IN den folgenden Wochen bat er mich, ihn zu vergessen, ihn nicht zu verlassen, ihn zu vergessen, ihn nicht zu verlassen,... immer im Wechsel, er sei meine Gefühle nicht Wert. Blablablabla. Im Juni dann ein Anruf: ich solle ich nie wieder anrufen, etc. er liebe seine Freundin... 3 Tage später versuchte er diese Aussage wieder aufzuheben.... von da an telefonierten wir täglich, mehrmals...wir sahen uns, aber wenig.
Mitte Juli fuhr ich in den Urlaub, in der Zeit hat er sich mit seiner Freundin versöhnt, ohne mir davon zu erzählen. Als ich Ende Juli aus dem Urlaub kam, starb am gleichen Tag (einem Sonntag) meine Mama. Ich versuchte ihn zu erreichen, ohne Erfolg, ich habe ihm eine sms geschickt, er hat sich nicht gemeldet.
Am Montag versuchte ich erneut, ihn anzurufen und erreichte ihn. Er hätte meine Nachricht erst 1 Stunde zuvor erhalten, denn an diesem Wochenende sei auch der Vater seines Freundes gestorben und er wäre wie gelämt gewesen über zwei so furchtbare Nachrichten. Er könne nicht für mich da sein, es täte ihm Leid. Er wäre emotional unfähig mir zur Seite zu stehen...
Am Tag der Beerdigung lief der dann Hand in Hand mit seiner Ex an meinen Freundinnen vorbei, Gott sei Dank hatte ich einen anderen Weg gewählt, ich wäre an diesem Tag wahrscheinlich zusammen gebrochen.
Ich habe daraufhin weder mehr auf seine Anrufe (2-4 mal täglich) noch auf seine sms noch auf seine E-Mails geantwortet. Bis er mir schrieb, wenn ich dich in Ruhe lassen soll, dann sage mir es doch einfach. Ich habe ihn drum gebeten und dann ging das Theater los. Was er getan hätte, warum, wieso, weshalb. Ich habe ihn mit dem Wissen konfrontiert, dass er wieder mit ihr zusammen ist ( hatte er mir immer noch nicht erzählt)...
Er bat um Erklärung. Ich habe abgeblockt. Tage später, nach bitten und betteln seinerseits, habe ich mir angehört, was er zu erzählen hat.

Es wäre ein Fehler gewesen zurück zu gehen. Er wüsste, dass die beiden keine Zukunft mehr hätten. Ich solle mich nicht abwenden, er würde mich brauchen, der Gedanke mich zu verlieren, mache ihn wahnsinnig. Er könne sie jetzt noch nicht verlassen, aber er wird es tun. Ich solle auf ihn warten. Mich nicht abwenden. Er bettelt um meine Nähe, wirklich - er bettelt.

Jetzt eure Erfahrung: Hat sein Verhalten etwas mit der Krankheit zu tun? Spielt er ein übles Spiel mit mir? Ist es so, wie er sagt, dass er im Moment nicht genau weiß, wo er steht, nur der Gedanke mich zu verlieren, würde ihn wahnsinnig machen. Er wüsste nicht, warum er sie jetzt nicht verlassen könnte. Was haben all diese Aussagen zu bedeuten? Das Ganze ist jetzt 3 Wochen her...

Habt ihr Antworten auf sein Verhalten? Spielt er mit mir und ich sollte ich fallenlassen oder ist das ein übliches Verhalten eines Depressiv-Kranken.

Für Antworten wäre ich euch sehr, sehr dankbar. Verzweifele geradezu...

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6. September 2006 um 17:52

Beides...
hallo Nic,
beides ist der Fall. Erstens sind Depressive durchaus dazu in der Lage, die Situation so hinzudrehen, wie sie es gerade brauchen. Ich persönlich denke, Dein Freund gehört schnellstens in Behandlung. Für ihn ist etwas aufzugeben, seiest es jetzt Du oder seine Lebensgefährtin, potentiell bedrohlich. Deshalb lässt er Dich auch nicht in Ruhe. Er kann keine Rücksicht auf Deine Gefühle nehmen, solange er in einem depressiven Schub steckt.
Das andere ist, es gibt durchaus aber Depressive, die sehr wohl noch einschätzen können, wann sie eine Belastung für ihre Familie/ Freunde darstellen und sich daraufhin unverzüglich in Behandlung begeben.
Ich sage jetzt einfach mal, ohne Deinen Freund zu kennen, wenn er bereits eine solche Geschichte hinter sich gebracht hat und alle Symptome und Anzeichen kennt, dann ist es Dir gegenüber einfach rücksichtslos, nicht "die Tabletten zu nehmen, die ihn so verändern". Er fühlt sich wahrscheinlich bei der Einnahme dieser Medikamente zunächst beeinträchtigt, auf Dauer gesehen nützen sie ihm aber mehr als sie ihn verändern würden.
Ich habe ein wenig Erfahrung in diesen Dingen und wünsche Dir, dass Du die Kraft findest, mit dieser Situation umzugehen und dass es nicht allzu schmerzhaft für Dich wird.
Ob Du ihn fallenlässt oder nicht, kannst nur Du entscheiden. Allerdings muss ich Dir sagen, dass Depressionen schubweise auftreten, oft von Nichtigkeiten ausgelöst werden, dann wieder vergehen und wieder, sei es nach ein paar Jahren, erneut auftreten können. Mit einem Menschen zu leben, der an solcher Krankheit leidet, ist nicht leicht. Entscheide für Dich, ob Du die Kraft dazu hast. Wirklich hilfreich ist eigentlich nur Liebe.
Es grüßt Dich herzlich
Katzeecht

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7. September 2006 um 11:59

Beides
Hallo Katzecht,

vielen Dank für deine Nachricht. Nach nochmaligem Sutdium meinen eigenen Textes, fiel mir auf, dass ich vergessen hatte zu schreiben - sorry, und du bist darauf auch eingegangen - dass er im Mai angefangen hat, die Tabletten zu nehmen, zumindest hat er mir es versichert. Er hat mir auch die ein oder andere Nebenwirkung beschrieben, die wieder aufgetreten sind. Von daher ist deine Einschätzung ja doch noch aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, oder?
Ich habe mich sehr wohl damit auseinandergesetzt, was da so auf mich zukommen würde....ich würde es auf mich nehmen.
Dennoch habe ich die Befürchtung, dass er sie nie verlassen wird, und mir etwas vorspielt... das ist alles so schwierig. Er sagt zwar, er werde sie auf jeden Fall verlassen, kann mir aber nicht sagen wann... Ich verstehe das nicht..

Danke für deine Antwort....

Nic1703

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8. September 2006 um 19:29
In Antwort auf hepsie_12568055

Beides
Hallo Katzecht,

vielen Dank für deine Nachricht. Nach nochmaligem Sutdium meinen eigenen Textes, fiel mir auf, dass ich vergessen hatte zu schreiben - sorry, und du bist darauf auch eingegangen - dass er im Mai angefangen hat, die Tabletten zu nehmen, zumindest hat er mir es versichert. Er hat mir auch die ein oder andere Nebenwirkung beschrieben, die wieder aufgetreten sind. Von daher ist deine Einschätzung ja doch noch aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, oder?
Ich habe mich sehr wohl damit auseinandergesetzt, was da so auf mich zukommen würde....ich würde es auf mich nehmen.
Dennoch habe ich die Befürchtung, dass er sie nie verlassen wird, und mir etwas vorspielt... das ist alles so schwierig. Er sagt zwar, er werde sie auf jeden Fall verlassen, kann mir aber nicht sagen wann... Ich verstehe das nicht..

Danke für deine Antwort....

Nic1703

Wenn der Schub vorbei ist
Hallo Nic, Du hast auch geschrieben, dass er um Deine Nähe bettelt, nicht wahr, das ist auch, was er dringend braucht.
Ich würde unter diesen Umständen das Ende des Schubes abwarten, so bitter es auch sein mag, denn erst dann ist er in der Lage, wenn er Dich wirklich liebt, seine Ex zu verlassen. Es ist durchaus vorstellbar, dass er das schafft, nur in seiner jetzigen Verfassung ist es ihm einfach nicht möglich.
Nic, eine solche Depression, so hart es sich anhören mag, ist eine psychische Krankheit. Bitte halte Dir das immer vor Augen. Von Kranken kann man viele Dinge, die für Gesunde ganz selbstverständlich sind, nicht erwarten. Du würdest ja auch einen Grippekranken nicht im Winter zum Einkaufen schicken, weißt Du, was ich damit meine. Die Krankheit ist behandelbar, nicht aber heilbar.
Ich wünsche Dir von Herzen viel, viel Kraft, wenn Du es mit ihm schaffen willst.
Alles Liebe
Katzeecht

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11. September 2006 um 9:24
In Antwort auf aoide_12347954

Wenn der Schub vorbei ist
Hallo Nic, Du hast auch geschrieben, dass er um Deine Nähe bettelt, nicht wahr, das ist auch, was er dringend braucht.
Ich würde unter diesen Umständen das Ende des Schubes abwarten, so bitter es auch sein mag, denn erst dann ist er in der Lage, wenn er Dich wirklich liebt, seine Ex zu verlassen. Es ist durchaus vorstellbar, dass er das schafft, nur in seiner jetzigen Verfassung ist es ihm einfach nicht möglich.
Nic, eine solche Depression, so hart es sich anhören mag, ist eine psychische Krankheit. Bitte halte Dir das immer vor Augen. Von Kranken kann man viele Dinge, die für Gesunde ganz selbstverständlich sind, nicht erwarten. Du würdest ja auch einen Grippekranken nicht im Winter zum Einkaufen schicken, weißt Du, was ich damit meine. Die Krankheit ist behandelbar, nicht aber heilbar.
Ich wünsche Dir von Herzen viel, viel Kraft, wenn Du es mit ihm schaffen willst.
Alles Liebe
Katzeecht

Danke
Liebe Katzeecht,

danke für deine Worte... wirklich, danke, denn deine Nachrichten geben mir Kraft, eigenartig, oder?

Ja, er bettelt um meine Nähe nachwievor. Wir sehen uns 1 - 2 Mal pro Woche. Ob er mich liebt? Es wäre schön, aber ich weiß es nicht.... wenn er bei mir ist, ist alles sehr liebevoll, vertraut, zärtlich, intensiv.. Wir halten uns lange fest, drücken uns...

Ich liebe ihn wahnsinnig. Und ich werde die Kraft haben für ihn da zu sein, für meine Liebe zu kämpfen...und ihm das Leben mit seiner Krankheit leichter zu machen, sofern mir das möglich ist. Ich weiß, dass sie nicht heilbar ist. Um besser damit umzugehen und mehr zu erfahren, habe ich mir ein Buch gekauft und es gelesen, aber alle Fragen beantwortet einem das nicht und daher bin ich dankbar über deine Antworten.

Warum kennst du dich so gut damit aus? Darf ich so indiskret fragen?

Danke und einen lieben Gruß

Nic1703

Nicole

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