Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Ich verstehe mich selbst nicht mehr

Letzte Nachricht: 7. April 2009 um 18:20
P
patti_12848916
06.04.09 um 10:27

Hallo,

ich habe mich hier neu angemeldet und hoffe das ihr mir helfen könnt bzw. hoffe ich auf viele Meinungen zu meinem Problem.
Zu mir, ich bin 27 Jahre jung, bin seit 7 Jahren mit meinem Freund zusammen und durch Krankheit (Angststörung) seit längerem leider nicht erwerbstätig.

Nun zu meinem Problem...vor einiger Zeit kam bei uns das Thema Anschaffung eines Hundes auf den Tisch. Ich wollte schon mein ganzes Leben einen Hund doch bisher hat es nie so recht geklappt. Nun hatten wir uns geeinigt und waren Feuer und Flamme, haben uns Zubehör ausgesucht (einiges haben wir hier sogar schon seit Jahren stehen), haben uns einen Namen einfallen lassen, in Foren angemeldet, über die Wunschrasse informiert und nach einem geeigneten Vierbeiner gesucht. Ja gesucht -gefunden und da fingen die Probleme an. Auf einmal kamen mir Zweifel ob wir das Richtige tun. Ob ich die Verantwortung überhaupt tragen kann und vor allem will. Gut, haben wir es also erstmal sein lassen, aber so richtig konnte ich nicht von dem Thema lassen. Also fing das Ganze wieder von vorn an...Hund gesucht...Hund gefunden...Panik!!!
Leider nehmen mein Freund und ich uns in dieser Hinsicht nicht viel, er ist Veränderungen gegenüber recht skeptisch und ihm ist sein bequemes Leben ganz Recht und außer seiner Arbeit keine Verpflichtung zu haben.

Ich frage mich aber trotzdem was mit uns bzw. mir los ist.
Ich bin leider jemand der gern wegläuft wenns schwierig wird, weil ich Angst habe zu versagen. Aber ist es nur die Angst zu versagen, oder steckt da mehr dahinter? Vielleicht sind das gar nicht mehr meine Träume? Vielleicht will ich gar keinen Hund mehr? Vielleicht hab ich Verantwortung tragen auch einfach nur verlernt. Die Ganze Problematik kann man leider auch sehr gut auf den Kinderwunsch projezieren.
Ich verstehe mich nicht mehr. Auf der einen Seite will ich, auf der anderen Seite kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen.
Das kommt aber sicherlich davon, dass ich kaum bis gar nicht mit kleinen Kindern zu tun hatte in meinem Leben, danke ich zumindest.
Wenn ich mir aber eingestehe das ich mir diese Träume vielleicht nur eingeredet habe (möglicherweise weil es in der Gesellschaft so Norm ist), will ich das nicht wahrhaben.
Man kann das ja auch nicht einfach ausprobieren, schließlich geht es um Lebewesen. Was ist wenns wirklich nicht klappt???
Ich frag mich wie das weitergehen soll...wie kann ich wieder zu mir finden und dem was ich will? Ist das vielleicht doch alles auf meine kranke Psyche zu schieben, meine Versagensangst? Ganz früher war ich ja anders.

Vielleicht habt ihr ja eine Idee dazu, ich wäre sehr sehr dankbar!
LG, Flocke

Mehr lesen

P
patti_12848916
06.04.09 um 12:03

Leider...
ist das mit dem Tierheim schwierig. Das ist ziemlich außerhalb der Stadt und da komme ich nicht ohne weiteres hin. Und selbst wenn, ist da ja noch ein riesen Unterschied, man hat den Vierbeiner ja viele Jahre.

Die Angst hat mich leider schon viel zu sehr im Griff deswegen möchte ich ja gern wieder mehr am Leben teilnehmen. Da käme der Hund halt recht gelegen, weil ich wieder eine Aufgabe hätte und den Zwang hätte gegen meine Ängste anzugehen.
Versteht mich nicht falsch, ich will keinen Hund nur um ihn für meine Zwecke zu instrumentalisieren, es wäre halt nur ein positiver Nebeneffekt.
Diese Ziel- und Aufgabenlosigkeit hat mich ja erst ganz tief in die Störung getrieben.
Nur ich hab Angst das ich mit dieser Aufgabe dann halt doch nicht klarkomme oder merke das ich das die Verantwortung nicht tragen kann/will.

Gefällt mir

P
patti_12848916
07.04.09 um 15:15

Hmmm
ich glaub du hast mich bissl falsch verstanden.
Mein Freund hätte schon auch gern einen Hund, aber er sich leider auch recht unsicher. Er kann sich schwer durchringen was Veränderungen angeht.

Vorstellen kann ich mir durchaus einen Hund zu haben...aber wer garantiert mir das ich das in 10 Jahren immernoch so sehe?
Woher bekommen andere diese Sicherheit?
Diese Gewissheit werde ich sicherlich auch nicht mit 1-2 mal Gassigehen mit den Hundis aus dem Tierheim bekommen.
Das ist das Problem.
Und das das Tierheim zu weit weg ist, hat nichts mit Ausflüchten zu tun. Das ist leider nunmal so. Wie ich oben schon geschrieben habe, leide ich unter einer Angststörung und öffentliche Verkehrsmittel gehen derzeit (noch) nicht.

Aber er geht ja hier nicht nur um Hund ja oder nein...es ist ja in vielen Dingen so, dass ich Wünsche habe und dann kurz vorher doch kneife und nicht weiß woher das kommt und wie ich damit umgehen soll.

Gefällt mir

Kannst du deine Antwort nicht finden?

P
patti_12848916
07.04.09 um 16:24

Jaaaa...
du hast schon verdammt Recht damit und sicherlich verfällt man schnell in diese Rolle sich darauf auszuruhen und ein Stück weit die Verantwortung für sich selbst wieder auf andere Menschen abzuwälzen.
Das Problem habe ich durchaus erkannt und das möchte ich auch unbedingt ändern ohne das es zu diesem großen Knall kommt und ich allein dastehe. Ich arbeite zur Zeit auch dran dass ich aus dieser Lethargie rauskomme.

Allerdings geht das nicht von heut auf morgen aber ich arbeite dran und habe in den letzten Tagen schon einiges geschafft!

Was nun das Thema Hund betrifft, hast du auch Recht, ich bin in den Wunsch vernarrt und es ist eben daran rauszufinden ob das ausreicht um den Schritt auch wirklich zu gehen.
Ich gehe absolut darin mit dass man Dinge auch mit Zweifeln ausprobieren sollte um wieder Selbstvertrauen zu bekommen. Aber hier geht es ja um ein Lebewesen und da kann man eben nicht so denken. Ich will es halt nicht falsch machen und diese Vorstellung das es so sein könnte hemmt mich ungemein. Das nennt man dann wohl Versagensangst.

Aber vielen Dank für Deine Antworten!!!

Gefällt mir

F
fatin_12152150
07.04.09 um 18:20
In Antwort auf patti_12848916

Leider...
ist das mit dem Tierheim schwierig. Das ist ziemlich außerhalb der Stadt und da komme ich nicht ohne weiteres hin. Und selbst wenn, ist da ja noch ein riesen Unterschied, man hat den Vierbeiner ja viele Jahre.

Die Angst hat mich leider schon viel zu sehr im Griff deswegen möchte ich ja gern wieder mehr am Leben teilnehmen. Da käme der Hund halt recht gelegen, weil ich wieder eine Aufgabe hätte und den Zwang hätte gegen meine Ängste anzugehen.
Versteht mich nicht falsch, ich will keinen Hund nur um ihn für meine Zwecke zu instrumentalisieren, es wäre halt nur ein positiver Nebeneffekt.
Diese Ziel- und Aufgabenlosigkeit hat mich ja erst ganz tief in die Störung getrieben.
Nur ich hab Angst das ich mit dieser Aufgabe dann halt doch nicht klarkomme oder merke das ich das die Verantwortung nicht tragen kann/will.

Hallo Flocke,
ich möchte Dir folgende Phantasie und Aufgabe schenken:
Stell Dir vor, Du verbringst Deinen Tag, ißt Abendbrot, kuschelst vor dem Fernseher und irgendwann am Abend gehst Du müde ins Bett und schläfst ein. Am Morgen wachst Du auf und startest in den Tag.
Was Du nicht weißt, ist, dass über Nacht ein Wunder geschehen ist. Alle Deine Angststörungen sind weg, Deine Ziel- und Aufgabenlosigkeit ist weg. Du hast gute Laune, die Sonne scheint und null Sorgen.
Woran merkst Du, dass über Nacht ein Wunder geschehen ist? Schreib alles auf, was anders wäre. Lass Deiner Phantasie freien Lauf. Was war früher schön, was Du heute wieder tun kannst?
Woran würden andere merken, dass ein Wunder geschehen ist? Was würden Sie an Dir feststellen? Wie bist Du dann? Was tust Du? Wohin gehst Du? Mit wem triffst Du Dich?
Alles ist möglich, schreibe auf, was immer Dir Gutes einfällt.
Was hat Dir als Kind Spaß gemacht? Was hast Du gerne gespielt? Wie wolltest Du immer sein? Wer wolltest Du immer sein?

Die Übung macht Spaß und bringt gute Laune.
Und am Ende wirst Du etwas mehr über Dich erfahren, was Dir wirklich Spaß machen würde und womit Du Deinen Tag verbringen möchtest. Und mit Sicherheit findest Du eine Aufgabe, die Du ausprobieren kannst. Ohne gleich den Schritt zu tun, Verantwortung für einen Hund zu übernehmen.

Ich bin gespannt, was Du alles Spannendes für Dich wiederentdeckst und umsetzen willst.

Herzliche Grüße
RoteZora

Gefällt mir