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Ich vermisse den Tiefsinn im Menschen!

24. September 2017 um 13:37 Letzte Antwort: 28. September 2017 um 22:51

In diesem Moment stellt sich mir die Frage, ob es noch andere Menschen gibt, die so empfinden wie ich. Und zwar ist es bei mir so, dass ich z.B. mit dem Aussehen eines Menschen überhaupt nichts anfangen kann. Mir könnte der schönste Mann auf Erden entgegenlaufen - ich würde ihn wohl keines Blickes würdigen (oder nur eines kurzen wie bei allen anderen). Und soll auch nicht heissen, dass ich mich selber nicht pflege, im Gegenteil.

Ich verstehe einfach nicht wirklich, wie man/frau vom Äusseren so schwärmen kann, ohne den Menschen zu kennen. Mir ist es beispielsweise unheimlich wichtig, das Innere kennenzulernen. Das wahre Innere. Aber auch das stellt sich als schwierig heraus, wenn mein Gegenüber pausenlos über Nonsense spricht, in eine Oberflächlickeit abrutscht oder womöglich etwas zu scheinen versucht, was er in Wahrheit gar nicht ist. Wie enttäuscht ich dann jeweils bin. Das ist vielleicht auch der Grund, weshalb ich neuen Kontakten eher aus dem Weg gehe. Mir fehlt dieser Tiefsinn im Menschen. Auch um gelegentliche Einsamkeitsgefühle komme ich nicht herum.

Hoffe, ihr konntet mir folgen. Geht es jemanden auch so wie mir? 
 

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24. September 2017 um 21:50

Hallo. Ich kann dir da nur teilweise zustimmen. Tiefgründige Unterhaltungen führe ich beispielsweise sehr gerne. Ich bin jedem Menschen gegenüber offen, egal wie er aussieht. Es liegt aber in der Natur, dass wir Menschen die uns gefallen, länger ansehen. Man sagt ja "Aussehen bringt zusammen und Charakter hält zusammen" oder sowas in der Art, falls du verstehst was ich meine. Laut deiner Aussage: "Mir könnte der schönste Mann auf Erden entgegenlaufen - ich würde ihn wohl keines Blickes würdigen.", bist du wirklich keine Person die auf das Äußere achtet. Aber so wirst du ja keinen "finden" können, weil du ja auf niemanden eingehst. Ich hoffe du kannst meine Meinung nachvollziehen, weil auch Augenkontakt ist eine Art von Kommunikation.

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26. September 2017 um 10:16

da gibt es einen wundervollen Song "my soul is my Cathedral" - da lasse ich mal grundsätzlich nur Menschen rein, denen ich vertraue - und das sind sehr abzählbar wenige. Alle anderen bleiben bei den "Oberflächlichkeiten" und bekommen "Bilder" von mir zu sehen, das was ich zeigen möchte und sofern irgend möglich auch nicht mehr. Simple es that.

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26. September 2017 um 17:55
In Antwort auf chelira

In diesem Moment stellt sich mir die Frage, ob es noch andere Menschen gibt, die so empfinden wie ich. Und zwar ist es bei mir so, dass ich z.B. mit dem Aussehen eines Menschen überhaupt nichts anfangen kann. Mir könnte der schönste Mann auf Erden entgegenlaufen - ich würde ihn wohl keines Blickes würdigen (oder nur eines kurzen wie bei allen anderen). Und soll auch nicht heissen, dass ich mich selber nicht pflege, im Gegenteil.

Ich verstehe einfach nicht wirklich, wie man/frau vom Äusseren so schwärmen kann, ohne den Menschen zu kennen. Mir ist es beispielsweise unheimlich wichtig, das Innere kennenzulernen. Das wahre Innere. Aber auch das stellt sich als schwierig heraus, wenn mein Gegenüber pausenlos über Nonsense spricht, in eine Oberflächlickeit abrutscht oder womöglich etwas zu scheinen versucht, was er in Wahrheit gar nicht ist. Wie enttäuscht ich dann jeweils bin. Das ist vielleicht auch der Grund, weshalb ich neuen Kontakten eher aus dem Weg gehe. Mir fehlt dieser Tiefsinn im Menschen. Auch um gelegentliche Einsamkeitsgefühle komme ich nicht herum.

Hoffe, ihr konntet mir folgen. Geht es jemanden auch so wie mir? 
 

Mir geht es oft ähnlich, ich habe einen sehr kleinen Freundeskreis und sehr oft stelle ich mir Fragen über die Sichtweise anderer Leute. Menschen, die kaum an Tiefgang interessiert sind, sondern überall nur so an der Oberfläche kratzen. Themen und Menschen werden oft sicher sehr simple dargestellt, auch wenn sich dahinter viele interessante und schockierende Aspekte verbergen.
Vielleicht hängt das mit der modernen Lebensweise zusammen und mit der Art, wie man Kontakte pflegt und aufbaut. Wenn ich z.B. in meine FB-Freundschaftsliste schaue, sehe ich etwa 100 Personen, die ich überwiegend oberflächlich kenne. Alte Bekannte aus der Schule, der Ausbildung oder Arbeitskollegen. Alles Leute, mit denen ich irgendwann mal zu tun hatte oder immer noch habe. Jetzt ist das eine sehr große Zahl. 100, ... manche haben mehr als 1000 Kontakte. Man kennt einfach unheimlich viele Menschen. Menschen, die man vielleicht auch persönlich nie angesprochen hätte. Der knackpunkt ist, wenn ich sehr viele Menschen kenne, habe ich gar nicht die Möglichkeit, mich intensiv mit denen zu befassen. Wenn ich z.B. mit einem Freund ein paar Biere trinken gehe, den ich Monate nicht gesehen habe, dann kann man sich viele Stunden am Stück unterhalten, über alles mögliche, aber um das mit 100 Freunden zu machen, dazu fehlt einfach die Zeit und die Lust. Und sicherlich will auch nicht jede dieser Personen alles von sich preisgeben. Ein wenig Zurückhaltung ist auch völlig normal. Wenn ich eine Person, die ich oberflächlich kenne frage, wie es ihr geht, dann will ich nicht automatisch mich mit ihren Problemen auseinandersetzen. Vor allem, wenn das Problem darin besteht, dass irgendwer irgendwas über irgendwen gesagt hat, das nicht stimmt. Dann schalte ich in meiner oberflächlichen Art automatisch auf Durchzug.

Wenn ein guter Freund von mir sagt, dass es ihm nicht gut ginge und mir von seinem Problem erzählt, hat man eine ganz andere Basis. Aber diese Freundschaft ist ja auch nicht aus dem nichts entstanden. Das sind Personen, die ich über viele Jahre kenne, von denen ich weiß, dass ich in einer Not jederzeit eine offene Tür vorfinde.
Ich habe in der Vergangenheit oft viel Zeit darin investiert, zuzuhören, trost zu spenden, Hilfe zu leisten, um dann wieder aufs Abstellgleis gestellt zu werden. Das ist mir einfach zu wider. Also wirke ich sicherlich oft auch recht oberflächlich. Mit 3 guten Freunden bin ich bedient. Es kann immer mal jemand hinzu kommen, aber das ist kein Akt des wollens, sondern ehr so ein Ding des Schicksals.

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28. September 2017 um 9:22
In Antwort auf avarrassterne1

da gibt es einen wundervollen Song "my soul is my Cathedral" - da lasse ich mal grundsätzlich nur Menschen rein, denen ich vertraue - und das sind sehr abzählbar wenige. Alle anderen bleiben bei den "Oberflächlichkeiten" und bekommen "Bilder" von mir zu sehen, das was ich zeigen möchte und sofern irgend möglich auch nicht mehr. Simple es that.

Liebe chelira!

So leid es mir tut, liebe chelira, aber die meisten Menschen sehen zunächst das Äußere. Das Innere kommt dann etwas später. Es ist, wie bei einem Apfel: Schön rot muss er sein, gut riechen soll er. Na ja, und schmecken muss er natürlich auch. So stellen wir uns doch einen Apfel vor, oder? Aber weißt Du ob das Innere nicht wurmig ist? Du weißt es nicht, weil Du ja nicht mit einem Messer in ein Obstgeschäft gehen und alle schönen roten Äpfel aufschneiden kannst. Können vielleicht schon, nur würde ich Dir`s nicht empfehlen! Und beim Menschen? Da ist es nicht viel anders: Viele Mädchen bewundern z. B. "Justin Biber", sein Charisma, sein entzückendes Lächeln, seinen schlanken und "wohlgeformten" Körper. Das Problem ist jetzt: Kennen diese vielen Mädchen Biber persönlich? Vermutlich nicht. Nur: Er ist ein STAR! Und weil über einen STAR nur GUTES geschrieben wird, von einigen Ausnahmen abgesehen, wird vergessen, dass ER auch nur ein Mensch ist, mit Fehlern, Oberflächlichkeiten, Ecken und Kanten, und was weiß ich noch alles. Nein, ich verurteile diesen Menschen nicht, so wie ich keinen Menschen verurteile. (Nicht mal Avarras! Oh ... jetzt aber!) Aber zunächst möchte ich mit diesem Menschen reden, ihn kennenlernen, mir "ein Bild" von ihm machen. Dann ist es meine Entscheidung, ob ich ihn mag oder nicht. Und wenn Du dann Deine Entscheidung getroffen hast, wirst Du auch gelegentliche Einsamkeitsgefühle, wie Du schreibst, nicht mehr kennen. Zum Schluss noch ein Tipp: Man sollte nicht alles auf die Goldwaage legen.

Liebe Grüße,

der alte lib
 

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28. September 2017 um 22:51
In Antwort auf chelira

In diesem Moment stellt sich mir die Frage, ob es noch andere Menschen gibt, die so empfinden wie ich. Und zwar ist es bei mir so, dass ich z.B. mit dem Aussehen eines Menschen überhaupt nichts anfangen kann. Mir könnte der schönste Mann auf Erden entgegenlaufen - ich würde ihn wohl keines Blickes würdigen (oder nur eines kurzen wie bei allen anderen). Und soll auch nicht heissen, dass ich mich selber nicht pflege, im Gegenteil.

Ich verstehe einfach nicht wirklich, wie man/frau vom Äusseren so schwärmen kann, ohne den Menschen zu kennen. Mir ist es beispielsweise unheimlich wichtig, das Innere kennenzulernen. Das wahre Innere. Aber auch das stellt sich als schwierig heraus, wenn mein Gegenüber pausenlos über Nonsense spricht, in eine Oberflächlickeit abrutscht oder womöglich etwas zu scheinen versucht, was er in Wahrheit gar nicht ist. Wie enttäuscht ich dann jeweils bin. Das ist vielleicht auch der Grund, weshalb ich neuen Kontakten eher aus dem Weg gehe. Mir fehlt dieser Tiefsinn im Menschen. Auch um gelegentliche Einsamkeitsgefühle komme ich nicht herum.

Hoffe, ihr konntet mir folgen. Geht es jemanden auch so wie mir? 
 


Hi Sicher ist es wichtig, Vertrauen zu erhalten (das Innere...) und das Oberflächliche bei Seite lassen zu können. Dieses Vertrauen muss man sich aber erst einmal verdienen. Man sollte im Zuge dessen nämlich auch Vertrauen geben (Dein Inneres...) Nicht jeder will sein Inneres preisgeben und spricht deswegen nur über "Alltagsdinge". Da sich der meisten Menschen Horizont im täglichen Leben auf das Smartphone, den PC und Fernseher beschränkt, geht ihnen ganz eindach der "Stoff" aus und beinahe jede(r) beschäftigt sich nur noch mir Mode, Technologie oder Sport. Wenn dir dein Gegenüber also wichtig ist dann solltest du sein/ihr Interesse an dir fernab dieser "Wichtigkeiten" auf dich lenken. Dann klappt es vielleicht auch mit der Kommunikation. 
 

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