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Ich stresse in der Beziehung immer gleich rum ...

18. April 2017 um 0:07 Letzte Antwort: 19. April 2017 um 0:43

Hi zusammen, ich w/21 neige dazu, Ereignisse in der Partnerschaft (also zB. wenn er mal kurz angebunden ist) sofort persönlich zu nehmen. Auch wenn ich minimalen Grund zur Eifersucht auch nur wittere, fängt meine Gedankenspirale an und ich steiger mich rein. Das ist dabei aber gar nicht das primäre Problem - problematisch wirds erst, da ist auch sofort immer alles klären will. Sobald ich also iiirgendwo denke, dass was nicht passt oder dass etwas zwischen uns stehen könnte, will ich drüber reden. Ihn stresst das enorm. Was kann ich tun? Selbstbewusstsein stärken bzgl. Eifersucht und Co würde mir einfallen (wie macht man das?), aber vor allem wüsste ich gerne, wie ich von diesem "wir müssen das sofort klären, sonst geht die Beziehung zugrunde und ich sitze weinend in der Ecke"-Trip runter komme. Wie erkenne ich echte Gefahren für die Beziehung, über die man reden sollte, und wie entspanne ich mich bei allem anderen? Neulich hat er z.B. gesagt "Du stresst immer gleich rum, das nervt" - für mich ist das entsprechend ein fundamentales Problem, das ihn zu belasten scheint, das mir Angst macht, weil ich will dass er glücklich ist. Wenn ich es aber klären will, stresst das ja nur noch mehr ... Teufelskreis?!

Freue mich über Antworten und Tipps.
Und vielleicht gehts ja wem ähnlich.

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18. April 2017 um 9:51

Es mag jetzt seltsam klingen, aber wie wichtig ist dir die Beziehung (mit ihm direkt oder auch allgemein)?

Ich vertrete die Ansicht, dass Eifersucht nicht direkt etwas mit mangelndem Vertrauen zu tun hat, sondern eher mit Versagensangst. Kann es sein? Hast du Angst ihn zu verlieren? Und sei es mehr unterbewusst, als bewusst?

Diese Möglichkeit solltest du zuallererst mit dir selbst klären. So krass das jetzt auch klingt, sonst riskierst du wirklich, dass die Beziehung zugrunde geht und mindestens einer von euch weinend in einer Ecke sitzt.
 
Wenn du zu der Ansicht gelangst, dass ich damit richtig liege, solltest du das auch mit ihm besprechen. Nicht gradeheraus nach dem Motto: „Komm her, wir müssen reden“, sondern eher behutsam. Lad ihn zu dir zum Essen ein, sorge für entspannte Atmosphäre. Dann sagst du sachlich, aber direkt etwas wie „Ich habe über mein Verhalten nachgedacht. Ich glaube, es liegt daran, dass…“
Nicht dieses klischeehafte „Es liegt nicht an dir, sondern an mir“ (das glaubt ohnehin keiner), sondern klar, was Sache ist.
 
Das ist meine Empfehlung. Ich will dich nicht dazu drängen, denke darüber nach und entscheide selbst.
 

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18. April 2017 um 18:56
In Antwort auf thore_12900389

Es mag jetzt seltsam klingen, aber wie wichtig ist dir die Beziehung (mit ihm direkt oder auch allgemein)?

Ich vertrete die Ansicht, dass Eifersucht nicht direkt etwas mit mangelndem Vertrauen zu tun hat, sondern eher mit Versagensangst. Kann es sein? Hast du Angst ihn zu verlieren? Und sei es mehr unterbewusst, als bewusst?

Diese Möglichkeit solltest du zuallererst mit dir selbst klären. So krass das jetzt auch klingt, sonst riskierst du wirklich, dass die Beziehung zugrunde geht und mindestens einer von euch weinend in einer Ecke sitzt.
 
Wenn du zu der Ansicht gelangst, dass ich damit richtig liege, solltest du das auch mit ihm besprechen. Nicht gradeheraus nach dem Motto: „Komm her, wir müssen reden“, sondern eher behutsam. Lad ihn zu dir zum Essen ein, sorge für entspannte Atmosphäre. Dann sagst du sachlich, aber direkt etwas wie „Ich habe über mein Verhalten nachgedacht. Ich glaube, es liegt daran, dass…“
Nicht dieses klischeehafte „Es liegt nicht an dir, sondern an mir“ (das glaubt ohnehin keiner), sondern klar, was Sache ist.
 
Das ist meine Empfehlung. Ich will dich nicht dazu drängen, denke darüber nach und entscheide selbst.
 

Danke für deine Antwort. Ja, es kann sein dass du Recht hast - aber wenn ich ihm das dann sage, dass ich sehr an dieser Beziehung hänge und Angst habe zu versagen, was dann?

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18. April 2017 um 19:19
In Antwort auf henri_12873580

Danke für deine Antwort. Ja, es kann sein dass du Recht hast - aber wenn ich ihm das dann sage, dass ich sehr an dieser Beziehung hänge und Angst habe zu versagen, was dann?

Was würdest du hören wollen, wenn die Rollen vertauscht wären?

Ich war selbst nie in dieser Situation, deshalb kann ich dir keinen Rat geben, der sicher funktioniert. Mir würde eine Entschuldigung gefallen.
Vieles ergibt sich wenn es soweit ist. Texte ihn nicht voll und wenn du fertig bist, dränge ihn nicht zu einer Antwort. Denn das wird auch für ihn nicht leicht sein.

Ich kann nicht versprechen, dass es gut endet, allerdings wird es mit Sicherheit schlecht ausgehen, wenn es weitergeht wie bisher 

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18. April 2017 um 22:18
In Antwort auf thore_12900389

Was würdest du hören wollen, wenn die Rollen vertauscht wären?

Ich war selbst nie in dieser Situation, deshalb kann ich dir keinen Rat geben, der sicher funktioniert. Mir würde eine Entschuldigung gefallen.
Vieles ergibt sich wenn es soweit ist. Texte ihn nicht voll und wenn du fertig bist, dränge ihn nicht zu einer Antwort. Denn das wird auch für ihn nicht leicht sein.

Ich kann nicht versprechen, dass es gut endet, allerdings wird es mit Sicherheit schlecht ausgehen, wenn es weitergeht wie bisher 

hey du,
ich kann das sehr gut nachvollziehen - mir ging es früher genau gleich wie dir.
jede kleinigkeit hat mich gestresst und alles wollte ich mir sofort von der seele reden und ausdiskutieren - damit es erst gar nicht zu problemen kommt. die ironie habe ich damals schon erkannt, ich konnte aber aus diesem teufelskreis nicht raus.

mittlerweile habe ich mich da sehr gewandelt. außer mein jetziger partner trifft einen wunden punkt, aber generell habe ich mich sehr gebessert.

ich habe mich sehr auf mich selbst in solchen situationen zu konzentriern begonnen. wenn mich etwas zerfressen und verängstigt hat, habe ich mir angewöhnt, immer ca. 2 tage abzuwarten, bevor ich meinen freund gleich darauf ansprach. in der zeit war ich sehr fokussiert auf meine gefühle und gedanken und wollte sehen bzw. spüren woher das alles kommt.
sehr viele kleinkgkeiten haben sich in den 2 tagen in luft aufgelöst oder ganz von allein geklärt. ohne, dass ich meinen freund "mit hinein ziehen" musste.

wenn es mich nach 2 tagen immer noch zerfressen hat, habe ich das gespräch mit ihm gesucht. ich hatte dann aber schon zeit gehabt, mir meine worte zurecht zu legen (damit ich ihn nicht beschuldige/angreife) und hatte auch die nötige zeit, mich zu beruhigen und klarer zu sehen. oft konnte ich ihm dann auch erklären, woher dad gerade kommt, dass ich mich sehr bemühe, aber nun doch bitte seine unterstützung brauche.

ich muss aber auch noch dazu sagen, dass ich einen sehr verständnisvollen partner habe. wie ist es bei dir?

meiner meinung nach läuft es wirklich auf zwei sachen raus:
arbeiten, arbeiten, arbeiten an sich selbst
dass man stütze des partners erhält, wenn es mal nicht geht (dafür ist widerum voraussetzung, dass man nicht ALLES soforr aufwirbelt und den partner dauerbelastet)

ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.
faith

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19. April 2017 um 0:43
In Antwort auf faith0701

hey du,
ich kann das sehr gut nachvollziehen - mir ging es früher genau gleich wie dir.
jede kleinigkeit hat mich gestresst und alles wollte ich mir sofort von der seele reden und ausdiskutieren - damit es erst gar nicht zu problemen kommt. die ironie habe ich damals schon erkannt, ich konnte aber aus diesem teufelskreis nicht raus.

mittlerweile habe ich mich da sehr gewandelt. außer mein jetziger partner trifft einen wunden punkt, aber generell habe ich mich sehr gebessert.

ich habe mich sehr auf mich selbst in solchen situationen zu konzentriern begonnen. wenn mich etwas zerfressen und verängstigt hat, habe ich mir angewöhnt, immer ca. 2 tage abzuwarten, bevor ich meinen freund gleich darauf ansprach. in der zeit war ich sehr fokussiert auf meine gefühle und gedanken und wollte sehen bzw. spüren woher das alles kommt.
sehr viele kleinkgkeiten haben sich in den 2 tagen in luft aufgelöst oder ganz von allein geklärt. ohne, dass ich meinen freund "mit hinein ziehen" musste.

wenn es mich nach 2 tagen immer noch zerfressen hat, habe ich das gespräch mit ihm gesucht. ich hatte dann aber schon zeit gehabt, mir meine worte zurecht zu legen (damit ich ihn nicht beschuldige/angreife) und hatte auch die nötige zeit, mich zu beruhigen und klarer zu sehen. oft konnte ich ihm dann auch erklären, woher dad gerade kommt, dass ich mich sehr bemühe, aber nun doch bitte seine unterstützung brauche.

ich muss aber auch noch dazu sagen, dass ich einen sehr verständnisvollen partner habe. wie ist es bei dir?

meiner meinung nach läuft es wirklich auf zwei sachen raus:
arbeiten, arbeiten, arbeiten an sich selbst
dass man stütze des partners erhält, wenn es mal nicht geht (dafür ist widerum voraussetzung, dass man nicht ALLES soforr aufwirbelt und den partner dauerbelastet)

ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.
faith

Liebe Faith,

wow, deine Worte tun echt gut.
Schön, dass es auch anderen so geht bzw. ging wie mir. Dein Ansatz klingt gar nicht doof - vielleicht hilft es wirklich, zumindest bei vielen Sachen erst mal 1 - 2 Tage durchzuatmen bevor man gleich mit Krisengesprächen kommt. Geht vermutlich nicht absolut immer, aber bei Kleinigkeiten des Alltags sollte man sich ja mal zusammenreißen können.

Ohja, verständnisvoll ist er - unsere Beziehung ist aus einer langjährigen Freundschaft hervorgegangen, ich denke verstehen tut er mich also und geduldig ist er im Normalfall ja auch. DANKE für deine Antwort!

Gute Nacht.
fleure

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