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Ich steh am Abgrund....

20. Mai 2013 um 0:49

Ich bin ein psychisches Wrak und keiner kann mir helfen...

Ich bin 20 Jahre alt, eigentlich mit das schönste Alter was es so gibt, bekomme ich zumindest öffters gesagt... lebe mit meinen zwei Geschwistern noch bei meinen Eltern.
Von meiner Oma bekam ich den wundervollen Spitznamen "Unser Sorgenkind"- warum? Schon von klein auf bereitete ich meinen Eltern/Familie Sorgen, seis wegen meinen Augen, trage seit meinem 2.Lebensjahr eine Brille, meinem Defizit in der Sprach- und Feinmotorik, welche durch Logopäde behoben werden konnte oder durch irgendwelche Krankheiten...
Meine Eltern/Famile tat alles für mich, schleppten mich zu sämtlichen Ärzten, besuchten mit mir zusammen die Logopädin und halfen mir durch bestimmte Spiele z.B. Steckerchenspiel meine Defizite zu beheben...

Nun ist er nur leider so das ich mich mit meinen 20 Jahren nicht von meinen Eltern lösen kann und ich immer größere Probleme damit bekomme!
Ich versuche immer jedem alles recht zu machen, das ich dabei selber aber immer langsamer vor die Hunde gehe scheint mich nicht größer zu belasten Ich kann meine eigenen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen und ich weiß einfach nicht wie ich mich lösen kann?!?!

Meine Eltern führen kein schönes Eheleben, meine Eltern führen allgemein kein schönes Leben und ich bin geradewegs dran genauso ein Leben zu führen- völlig vereinsarmt
Meine Mama versucht an diesem Leben festzuhalten, hofft immer das es besser wird aber es tut sich nichts, gar nichts!
Sie macht alles alleine- Haushalt, kochen, putzen, einkaufen usw. die alltäglichen Dinge eben...
Körperlich ist sie mittlerweile dadurch schon sehr angeschlagen, hat seit letzten Jahr nun auch eine Erkrankung die u.a. psychisch Bedingt ist aber nicht besser wird, durch die zu wenige Unterstützung unserseits!

Aktuelle ist es nun leider so, dass bei meiner Mama Herzrhythmusstörungen festgestellt wurden. Sie muss sich schonen....
Bei mir sind die Alramglocken angegangen, vielleicht auch durch meinen Beruf und ich versuche sie wirklich zu unterstützen, aber ich bin es alleine...

Vor 65 Minuten klingelte mein Handy, meine Mama war dran und sagte das es ihr schlecht ginge (Luftnot, Übelkeit usw.) Schon auf dem Weg zu ihr- waren nur ein paar Treppenstufe- hatte ich furchtbare Angst, Angst schwach zu werden. Ich war ihr gegenüber sehr kühl, fast schon ablehnend aber mein Gefühl sagte mir, dass sich psychisch unter Druck setze und sie dadurch die Symptome hatte (Was ich natürlich nicht beweisen kann!!)
Sie bat mich aber mich zu ihr ans Bett zu setzen und ich tat es, ich saß dort ca.20 Minuten hilt ihre Hand und find an zu grübeln....
Ich will so nicht weiter machen!! Ich bin immer diejenige die ein schlechtes Gewissen bekommt wenn ich mal weggehe, was nicht oft vorkommt, ich bin dijenige die jeden Abend zusammen mit ihren Eltern im Wohnzimmer sitz und sich irgendwelche Filme anguckt die mich gar nicht interessieren, ich war dijenige die einfach einen Job angenommen hat, weil es meine Elternfür richtig hielten usw. und das alles mach/tat ich doch nur damit sie nicht alleine sind/das sie stolz sind

Vielleicht spinne ich ja auch aber ich habe einfach das Gefühl das mich meine Mama psychisch unbewusst unter Druck setzt! Geht das? Wenn ich z.B. mal in mein Zimmer will um einen anderen Film anzusehen kommt von ihr immer der Spruch "Dann sitz ich ja wieder alleine da" und dadurch bleib ich sitzen und wenn ich hochgehe habe ich ein schlechtes Gewissen

Ich kann wirklich nicht mehr, ich kann nicht mehr!
Ich versuche doch mein Bestes, bemühe mich ihnen alles recht zu machen und werde doch dann auch immer so oft enttäuscht. Wenn wir Besuch habe ist IMMER meine Schwester der "Star", sie wird gelobt usw. und ich bin das schwarze Schäffchen. Warum nur? Ich begreif es nicht...

Letztes Jahr war ich schon so weit das ich mit dem Ritzen anfing Es tat gut aber ich hab einen Weg gefunden damit aufzuhören. Jetzt bin ich aber nicht an dem Punkt zu sagen ich ritze mich wieder, ich will das ja gar nicht weil ich weiß das es nicht gut ist!!! Ich will einfach nur weg.... weg von meiner Familie, ausziehen mir mein eigenes Leben aufbauen aber was wird aus meiner Mama??? Und was wird mit mir?? Ich werde das mir nie verzeihen können sie einfach "zurückzulassen". Sie hat ja nur mich, so richtig die sie tröstet, auch wenn sie mich dadurch irgendwie kaputt macht...

Bitte sagt mir was ich tun kann, ich kann nicht mehr
Mein Leben ist einfach nur scheiße!!!

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20. Mai 2013 um 3:25

Es ist dein Leben!
Niemand kann dir wirklich sagen, was du tun sollst. Zum Erwachsen werden gehört auch, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Wenn du den Anweisungen anderer Menschen folgst, so machst du dich lediglich Abhängig von ihren Aussagen und ihrer Bewertung deines Verhaltens.

Auch wenn deine Mutter deine Mutter ist, sie hat keinen Anspruch auf deine Anwesenheit oder darauf, dass du sich so verhältst, dass du ihren Wertvorstellungen und ihre emotionalen Bedürfnisse nach Aufmerksam, Nähe und Vertrauen zu erfüllen. Das ist nicht deine Aufgabe.

Deine Aufgabe ist jetzt mit 20 dein eigenes Leben zu leben. Du schreibst viel darüber was ist aber nichts darüber wie es werden soll. Was sind deine Ziele? Was sind deine Wünsche? Warum verfolgst du diese nicht?

Wenn du deine eigene Existenz für deine Mutter aufgibst, dann hast du dich doch selbst vernichtet. Weder dir noch deiner Mutter ist geholfen, wenn du ihr Partnerersatz bist. Da scheint mir wesentlich mehr im argen zu sein, als du hier geschrieben hast.

Vermutlich durchlebst du täglich deine persönliche individuelle Hölle, stellst fest, dass du irgendwie anders bist und selbst von deiner eigenen Familie deine emotionalen Bedürfnisse nicht wahrgenommen und demzufolge auch nicht respektiert werden.

Es tut mir leid für dich, dass die Situation so ist aber daran lässt sich jetzt im Moment und auch nicht in einem halben Jahr irgendwas ändern. Du musst versuchen bei dir zu bleiben und dein Leben zu leben, deine Ziele zu formulieren und diese zu verfolgen, unabhängig davon was deine Familie darüber denken mag, denn bisher haben sie deinen Bedürfnisse, so wie du es schilderst auch keine Beachtung geschenkt.

Du spürst den Konflikt. Auf der einen Seite willst du eine intakte Beziehung zu deiner Familie, gleichzeitig merkst du, dass dies aus irgendwelchen, dir noch nicht zugänglichen Gründen nicht möglich ist. Ganz offensichtlich ist hier überhaupt irgendwas nicht in Ordnung und diese tägliche emotionale Spannung, zusammen mit deinem Interessenkonflikt, dein Bedürfnis nach Familie vs. Unabhängigkeit zerreißt dich.

Du wirst eine Entscheidung treffen müssen und du wirst diese Entscheidung alleine treffen müssen. Aber du kannst ja mit anderen darüber sprechen.

Ich fürchte dir steht noch einiges an Ärger ins Haus. An dieser Stelle ist es auch nicht falsch, sich professionelle Hilfe zu suchen.

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20. Mai 2013 um 11:27

Vielen Dank!
Deine Antwort hab mich sehr berührt und mir liefen die Tränen über die Wangen!
Ich glaube, dass meine Mama das ja eigentlich gar nicht böse meint, oder? Vielleicht weiß sie gar nicht was die mir damit anrichtet... das würde sie glaub ich nicht wollen

Ich kann meinen Eltern ja auch sehr dankbar sein, wenn sie damals nicht so mit mir/den Ärzten zusammengearbeitet hätten wäre ich jetzt nicht das was ich wäre bzw. wäre einfach eingeschränkter in meinem Alltag.
Ich möchte mich dafür ja auch gerne bedanken aber ich kann dadurch ja nicht ständig mein Leben/meine Ziele vernachlässigen/hinten an stellen

Ich muss mir Hilfe holen, oder?
Ich hab davor auch große Angst muss ich sagen- ich bin 20 und soll zu einem Therapeuten? Da hab ich ja gleich den Stempel auf der Stirn "Psycho"
Ich versuche ja immer irgendwie mich davon abzukapseln aber es geht nicht, ich bin dann mit dem Kopf immer bei meiner Mama! Ich frage mich auch immer wieso sie das nur bei mir tut? Bei meinen Schwester zeigt sie diese Gefühle/Ängste nicht so sehr, warum bei mir???

Meine Papa ist ein unsensibler Block, ist leider so!
Gestern hat er lieber geschlafen anstatt meine Mama zu trösten, ihr zu helfen. Ich durfte es "ausbaden" und durfte es mir heute wieder anhören.... Das sie nicht mehr glücklich ist sieht man ihr ja auch an aber nach außen macht sie eins auf glückliche Familie

Glaubst du dieser Schritt mit dem Ausziehen würde mir helfen? Ich bin dann ja zumndest erstmal gelöst- räumlich! Er fehlt mir sehr schwer und ich weiß auch nicht ob ich den Schritt umstzen werden kan aber ich muss ja was machen?!
Ich habe noch mein ganzes Leben vor mir und so wie ich bisher lebe bin ich nicht glücklich, im Gegenteil!

Danke für deinen Zuspruch! Es scheint so als würdest du mich verstehen.... Warum ein Fremder und meine Mama nicht?!?!?

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20. Mai 2013 um 13:41

Ein schwerer Weg,
den du zu gehen hast.

Wie die Vorposter schon schrieben ist es wichtig das du deinen eigenen Weg gehst.

Es ist kein Zeichen von Schwäche sich Hilfe zu suchen wenn man sie braucht. Ich persönlich sehe es eher als Zeichen der Stärke an.

Frag alternativ bei euch mal beim Sozialamt an, was für Möglichkeiten bestehen. Zum Beispiel haben wir bei uns in der Stadt die Möglichkeit geboten zum "Betreuten Wohnen",
was bedeutet das du entweder eine eigene Wohnung hast, oder in einer Art WG leben würdest. Aber in beiden Fällen wäre immer jemand da der für Gespräche zB zur Verfügung steht.

Und manchmal ist es für Eltern dann auch etwas sehr schönes, wenn sie merken das ihr Kind es zu etwas bringt und auf den eigenen Beinen steht.

Aber auch hier ist eines das wichtigste:
Du lebst für dich und nicht für andere.
Erst wenn es dir gut geht kannst du wirklich für andere da sein. Und immerhin hast du ja auch dein Recht dein Leben selber zu leben.

Also, tue dir einfach den Gefallen, und zwar nur für dich selber, und hole dir Hilfe.

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29. Mai 2013 um 23:49

Du hast Recht
Hallo Du!

Eigentlich brauchst du gar keinen Rat, weil Du es schon alles selbst erkannt und in deinem Text geschrieben hast.

Du darfst und kannst deine Mama lieben. Und du darfst deinen Weg gehen, ihr das zu zeigen. Dazu gehört aber nicht zwangsläufig bei ihr zu wohnen.
Und du bist verantwortlich für DICH! Bau jederzeit im Leben Momente für dich ein.

Ich bin selbst Mutter und erlebe die Trennung (Auszug) von meiner Tochter als schmerzhaft.
Befinde mich zudem in den Wechseljahren, ist vielleicht bei deiner Mutter auch so. Sind blöde Stimmungsschwankungen.

Aber dafür bist du nicht verantwortlich.
Du bist für dein Leben verantwortlich.

Veränderungen tun weh, verwirren und können verletzen.
Aber Veränderung ist Leben. Und das willst Du doch, oder?.
Deine Mutter wird sich damit abfinden und nicht sterben an dem Schmerz, sondern die Chance haben zu wachsen und etwas zu verändern.

Du bist nicht schuldig an irgendwas, wenn Du leben, lachen, lieben und atmen willst.
Ich wünsche Dir alles Liebe!

Noch ein Nachsatz, habe einen wunderschönen Satz von Albert Einstein gelesen:
Die reinste Form des Wahnsinn ist es, alles beim Alten zu belassen und sich wundern, dass sich nichts ändert.

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24. Juni 2013 um 14:44

Vielen Dank ihr Lieben....
Was soll ich sagen? Ich denke Ihr habt in allem geschriebenen recht!

Ich weiß das ich Hilfe brauche aber (leider) bin ich noch nicht bereit mir professionelle Hilfe zu suchen....
Ich bin, nach meinem eigenen Empfinden, auf einem guten, richtigen Weg!

Die ganze letzte Woche habe ich auswärts geschlafen, bei meinem Freund... und was soll ich sagen, es war gut! Klar habe ich oft an zu Hause gedacht, daran gedacht was meine Eltern gerade machen usw. aber das Empfinden wurde weniger, genauso wie mein schlechtes Gewissen
Ich bin froh darüber.... auch wenn mir es meine Mama nicht einfach macht, dieses Problem habe ich im Übrigen auch angesprochen!

Von ihr kam jedoch nur "Ist ja mein Problem wenn ich ein schlechtes Gewissen deswegen habe!"

War erstmal etwas geschockt und traurig aber dadurch bin ich irgendwie auch "aufgewacht"....

Mir war es dann nämlich auch irgendwie "egal", als sie am Telefon sehr traurig klang und mir- so war meine Meinung- wieder, indirekt?, ein schlechtes Gewissen einreden wollte.

Ich glaube das Problem ist und hat ganz alleine SIE!
Sie ist in ihrer Ehe unglüklich, sie vermisst viel, sie ist eigentlich rundum unglücklich... hat daurch schon körperliche/psychische Probleme, wacht aber trotzdem nicht auf!

Mir tut sie sehr Leid, und ich habe meine Mama auch total gerne aber letzlich ist es ihr Leben!
Ich möchte nun mein Leben endlich genießen und nicht wieder meinen Freund dadurch verlieren, dafür bin ich zu glücklich mit ihm....

Ich hoffe diese Situation hebt noch ewig an und es geht weiterhin nur noch aufwärts!

LG Blondie!

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