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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Ich sprechs zum ersten Mal öffentlich aus

Letzte Nachricht: 16. September 2013 um 16:12
E
eirwen_12087844
13.09.13 um 7:15

Hallo und guten Morgen zusammen, ich erwart mir keine großen Antworten auf meinen Beitrag. Bin aber nicht enttäuscht darüber, mir liegts auf dem Herzen "DAS" endlich mal gesagt zu haben.

Ich war ca. 5 Jahre alt als sich unser damaliger Nachbar an mich rangemacht hat. Gott sei Dank blieb es nur bei anfassen und Fotos machen und es passierte auch nur 1x. Das allerdings bereitet mir im Moment grad Probleme.

Ich hab noch nie mit jemanden darüber gesprochen, dass mein ich wörtlich, nur ich weiß es. Seit 30 Jahren leb ich eigentlich ganz gut damit. Klar gabs Zeiten, da hab ichs mehr verdrängt, aber es war immer im Hinterkopf. Ich hab mich quasi mit der Sache auseinandergesetzt und es ist nicht erst jetzt wieder komplett hochgekommen.

Ich hab auch so keine Probleme mit Sexualität, Berührungen oder meinem Körper. Wie gesagt, ich kann damit leben. Glaubte ich.

Am Wochenende war ich mit meinem Freund (nein, auch er weiß es nicht) auf einer Geburtstagsparty und dort wurde mir seine Cousine vorgestellt, deren traurige Geschichte über familiäre Vergewaltigung und den Folgen mir seitdem den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Der Fall hat nichts mit mir zu tun, aber seitdem geistert mir dauernd mein Erlebnis durch den Kopf.

Letzte Nacht, auch wenn ich kein Arzt bin, hatte ich glaub ich ne Panikattacke. Ich weiß, wenn mir wer antwortet, ratet ihr mir, ich soll mit jemanden darüber sprechen. Aber so war ich schon immer, ich hab die Sachen gern mit mir selbst ausgemacht. Zur Sicherheit hab ich mir jetzt mal ein paar Therapeuten im Netz rausgesucht (also die Tel-Nr.) vielleicht wenns gar nicht mehr geht, geh ich da hin und such mir Hilfe.

Wie gesagt ich verdräng den Missbrauch nicht, ich bin mir bewusst er ist geschehen. Ich geb mir für gar nichts die Schuld, nur er ist schuld und Gott sei Dank schmorrt er schon länger unter der Erde.

Ich will meinen Freund da auch nicht mit belasten, ich hab ewig gebraucht um so nen Kerl zu finden, , mein ich ganz wörtlich. Er ist mein Traummann und ich will nicht, dass er mich deswegen anders behandeln könnte oder nicht damit umgehen kann. Es ist falsch so zu denken, ich weiß. Und meine Eltern, oh je, ich bin Einzelkind, hab ein tolles Verhältnis zu beiden, geb ihnen für das was passiert keine Schuld. Wir leben am Land, da war es normal das die Kids draussen rum liefen und die Eltern nicht dauernd dahinter her. Sie kannten ihn ja auch.

So jetzt komm ich zum Ende und vielleicht hilfts - hier ganz zum Schluß es nochmal zu sagen: ICH WILL KEIN OPFER SEIN - ICH WERDE KEIN OPFER SEIN - JA ICH WURDE MISSBRAUCHT ABER ICH LASS MIR MEIN LEBEN NICHT DAVON KAPUTT MACHEN.

Vielen lieben Dank fürs Zuhören. Ich wünsch euch nen schönen Tag, denk an alle die fühlen wie ich, Ihr seid nicht allein, denkt immer daran und auf ganz dunkle Nächte folgen auch wieder Sonnentage.

GLG

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E
eirwen_12087844
13.09.13 um 11:31

Termin beim Therapeuten ausgemacht
So noch ein kleiner Nachtrag, hab nun grade eben doch nen Termin bei einer Therapeutin ausgemacht. In 13 Tagen komm ich schon dran. Das ging flotter als gedacht...

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A
anatu_12847992
16.09.13 um 16:12


Finde ich gut, wie du damit umgehst.

Ich persönlich (wirklich nur für mich persönlich) würde trotzdem mit wenigstens einem sehr nahe stehenden Menschen darüber sprechen, dein Partner, vielleicht eine sehr gute Freundin?

Ich kann dir nur aus meiner Erfahrung berichten. Ich wurde mehrere Jahre missbraucht, und mit 13 vergewaltigt. Ich habe es bis vor wenigen Monaten mit mir rum getragen, niemanden auch nur ein kleines Wort davon gesagt, dann habe ich meinen neuen Partner kennen gelernt und noch bevor irgendetwas passierte habe ich ihm meine komplette Vergangenheit mit allen Details aufs "Brot geschmiert", seine Reaktion darauf war, nja wie war sie, er wurde wütend, dass mir Menschen so etwas angetan haben.

Wir führen nun eine glückliche Beziehung und ich bin echt froh, dass ich mich einem Menschen anvertraut habe.

Klar war ich auch mehrfach beim Psychologen, änderte nichts an meinen Depressionen und das ich mehrfach aktiv versucht habe zu sterben... (aber das ist OT)

Ich zolle dir meinen ganzen Respekt, dass du all die Jahre damit umgehen konntest

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