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Ich schäme mich für meine Narben

30. Juni 2012 um 22:36 Letzte Antwort: 20. Juli 2012 um 10:56

Hallo,
ich habe mich ein paar mal am Unterarm geritzt - nicht besonders schlimm, aber ein paar Narben sieht man schon.
Jetzt wo der Sommer wieder da ist, mache ich mir ständig Gedanken darum. Wenn ich mit anderen zusammen bin, achte ich ständig darauf, meinen Arm so zu halten, dass das niemand sieht. Ich schäme mich so und wüsste gar nicht, was ich sagen sollte, wenn mich jemand fragen würde, was ich da gemacht habe.
Außerdem glaube ich, dass alle Leute denken, man ist total bekloppt, wenn man das gemacht hat. Ich habe Angst, dass ich deswegen nie einen Freund bekommen werde. Wer will schon mit einer wie mir zusammen sein? Vielleicht nur ein ebenfalls "Bekloppter"...?
Eigentlich habe ich die Zeit hinter mir gelassen und ich würde das nie wieder machen, aber die Narben erinnern mich immer daran und anderen Leuten gegenüber ist es für eine erzwungene Offenbarung.
In meinem Bekanntenkreis hat niemand so etwas gemacht und ich fühle mich total allein damit.

Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich will mich nicht mehr jeden Tag fragen, warum ich das verdammt noch mal gemacht habe.
Ich will einen normalen Arm haben.

Rebecca

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30. Juni 2012 um 23:20

Ich fühl mich gar nicht sonderlich "bekloppt"
Ich habe mehr als nur ein paar Narben, mein Mann ist nicht bekloppt. Die Affären, die ich mir gönne, sind es auch nicht.

Wenn ich meine Oma besuchen gehe, trage ich langärmlige Sachen, manchmal bei sehr großen Familienfeiern - 60. Geburtstag meiner Mutter z.B. hatte ich eine Spitzenbody an - aus Rücksicht auf meine Mutter, weil *ihr* das peinlich ist. Meine Oma ist 83, die kann das nicht mehr verstehen.

Ansonsten verstecke ich nichts. Weder Narben noch ggf. aktuelle Wunden. Manche sprechen mich darauf an - ist aber selten und es sind eigentlich nur die, die das Offensichtliche nicht sehen. Andere sprechen mich darauf an, wenn sie mich gut genug kennen, um mich verstehen zu wollen.
Mir hat nie jemand explizit oder implizit deswegen Abneigung geäußert, ich wurde nie im Job und nie privat deswegen schief angemacht oder ausgegrenzt oder sonstwas. Wenn Menschen mit mir nicht klar kommen, dann hat das andere Gründe - und DIE versuchen es dann auch gern mal auf dieser Schiene, ist ein so entzückend offensichtlcher Angriffspunkt - Gut gezielt, doch schlecht getroffen, an der Stelle bin ich nicht verwundbar.

Kurz: Ich habe gar kein Problem damit.
Lies es mal nach: Jede siebente (!) Frau und jeder zehnte (!) Mann hatte zumindest Phasen von Selbstverletztungen - wenn wir alle irre sind, gibt es keine anderen Jobs mehr außer dem Personal in der Klapse.
Du bit so gar nicht allein. Außerdem sieht man es nicht bei jedem.

Wenn ein Mensch älter ist als 25 und noch nie irgendwas getan hat, was er / sie möglichst nicht wieder machen möchte, ist der eher ein Kandidat für die Psych als Du.

Womit fühlst Du Dich allein? Mit dem Gefühl irre zu sein? Dann hilft es Dir vielleicht, wenn Du Dich mit den Hintergründen (allgemein und bei Dir persönlich) auseinander setzt. Wie ist es entstanden, was löst es aus, was hat es bei Dir bewirkt - kurz: warum hast Du es damals gemacht? Du machst darum im Moment einen riesen Bogen, aber ich seh das so: wenn Du weißt, was da geschehen ist, wenn Du es verstehst, kommst Du eher damit klar, als wenn Du mit "Menschen, die sich selbst verletzen, sind irre" urteilst.
Auch wenn Du sagst, es kommt nicht wieder vor - die Warnung muß sein: es ist möglich, dass das die Sehn-sucht nach Blut nährt oder hervorruft, wenn Du Dich damit auseinander setzt, also achte auf Anzeichen, dass Du Dir Hilfe holen kannst, wenn das nötig sein sollte.

Bestimmt gibt es auch irgendwelche kosmetischen oder chirurgischen Mittel, frag mal in einer Apotheke. Dazu kann ich nicht viel sagen, ich hatte noch nie das Verlangen danach zu suchen.

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1. Juli 2012 um 20:12
In Antwort auf avarrassterne

Ich fühl mich gar nicht sonderlich "bekloppt"
Ich habe mehr als nur ein paar Narben, mein Mann ist nicht bekloppt. Die Affären, die ich mir gönne, sind es auch nicht.

Wenn ich meine Oma besuchen gehe, trage ich langärmlige Sachen, manchmal bei sehr großen Familienfeiern - 60. Geburtstag meiner Mutter z.B. hatte ich eine Spitzenbody an - aus Rücksicht auf meine Mutter, weil *ihr* das peinlich ist. Meine Oma ist 83, die kann das nicht mehr verstehen.

Ansonsten verstecke ich nichts. Weder Narben noch ggf. aktuelle Wunden. Manche sprechen mich darauf an - ist aber selten und es sind eigentlich nur die, die das Offensichtliche nicht sehen. Andere sprechen mich darauf an, wenn sie mich gut genug kennen, um mich verstehen zu wollen.
Mir hat nie jemand explizit oder implizit deswegen Abneigung geäußert, ich wurde nie im Job und nie privat deswegen schief angemacht oder ausgegrenzt oder sonstwas. Wenn Menschen mit mir nicht klar kommen, dann hat das andere Gründe - und DIE versuchen es dann auch gern mal auf dieser Schiene, ist ein so entzückend offensichtlcher Angriffspunkt - Gut gezielt, doch schlecht getroffen, an der Stelle bin ich nicht verwundbar.

Kurz: Ich habe gar kein Problem damit.
Lies es mal nach: Jede siebente (!) Frau und jeder zehnte (!) Mann hatte zumindest Phasen von Selbstverletztungen - wenn wir alle irre sind, gibt es keine anderen Jobs mehr außer dem Personal in der Klapse.
Du bit so gar nicht allein. Außerdem sieht man es nicht bei jedem.

Wenn ein Mensch älter ist als 25 und noch nie irgendwas getan hat, was er / sie möglichst nicht wieder machen möchte, ist der eher ein Kandidat für die Psych als Du.

Womit fühlst Du Dich allein? Mit dem Gefühl irre zu sein? Dann hilft es Dir vielleicht, wenn Du Dich mit den Hintergründen (allgemein und bei Dir persönlich) auseinander setzt. Wie ist es entstanden, was löst es aus, was hat es bei Dir bewirkt - kurz: warum hast Du es damals gemacht? Du machst darum im Moment einen riesen Bogen, aber ich seh das so: wenn Du weißt, was da geschehen ist, wenn Du es verstehst, kommst Du eher damit klar, als wenn Du mit "Menschen, die sich selbst verletzen, sind irre" urteilst.
Auch wenn Du sagst, es kommt nicht wieder vor - die Warnung muß sein: es ist möglich, dass das die Sehn-sucht nach Blut nährt oder hervorruft, wenn Du Dich damit auseinander setzt, also achte auf Anzeichen, dass Du Dir Hilfe holen kannst, wenn das nötig sein sollte.

Bestimmt gibt es auch irgendwelche kosmetischen oder chirurgischen Mittel, frag mal in einer Apotheke. Dazu kann ich nicht viel sagen, ich hatte noch nie das Verlangen danach zu suchen.

P.S. @Rebecca
Prominente Beispiele für selbstverletzendes Verhalten sind beispielsweise Lady Di und Britney Spears.
Es gibt sicher noch unglaublich viele mehr, aber bei diesen beiden weiß ich es. Also: in diesem einen Punkte bist Du nicht schlechter als Lady Di. (in anderen Punkten kann ich es nicht beurteilen) - Na die war jetzt ganz sicher nicht unbeliebt und ganz sicher haben sich nicht nur Bekloppte für sie interessiert, oder?

Aber Du solltest Dir selbst einen riesen Gefallen tun:
Wie man über etwas spricht, bestimmt, wie man darüber denkt.
Gibt es einen Menschen, vor dem Du Angst hast? Wann auch immer Du an ihn denkst - bezeichne ihn konsequent immer als "Würstchen" (oder etwas ähnliches, was Verachtung ausdrückt und jemanden nicht für voll nimmt) - Ohne dass irgendetwas anderes geschieht, wird sich Deine Angst wandeln.

Genau das machst Du auch mit Dir selbst. Niemand, absolut niemand, sollte derart abwertend über sich selbst sprechen! Du machst Dich selbst runter - und das erscheint mir im Moment nicht nötig - im Gegenteil.

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4. Juli 2012 um 19:43

msg
Hallo,

danke für eure Antworten! Sorry, dass ich erst jetzt dazu komme, mich wieder zu melden.

Ich sollte wohl versuchen, die Narben und die Vergangenheit zu akzeptieren. In manchen Momenten gelingt mir das auch, aber oft, kann ich nicht verstehen, warum ich das gemacht habe und es mir deswegen auch nicht verzeihen.
Es fühlt sich so an, als wäre ich damals nicht ich gewesen. Das gehört gar nicht zu mir und meiner Person und doch muss es auf meiner Haut mit mir herumtragen.

Ich finde das selbst auch nicht schlimm, wenn ich das bei anderen sehe, sondern es tut mir einfach leid, dass es ihnen nicht gut geht.

Aber mit mir selbst kann ich nicht so umgehen. Ich glaube auch, dass ich das lernen kann, aber es ist sicher sehr schwer.

Ich hoffe, ich kann mich selbst bald damit akzeptieren.

LG Rebecca

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4. Juli 2012 um 21:06
In Antwort auf rebecca1409

msg
Hallo,

danke für eure Antworten! Sorry, dass ich erst jetzt dazu komme, mich wieder zu melden.

Ich sollte wohl versuchen, die Narben und die Vergangenheit zu akzeptieren. In manchen Momenten gelingt mir das auch, aber oft, kann ich nicht verstehen, warum ich das gemacht habe und es mir deswegen auch nicht verzeihen.
Es fühlt sich so an, als wäre ich damals nicht ich gewesen. Das gehört gar nicht zu mir und meiner Person und doch muss es auf meiner Haut mit mir herumtragen.

Ich finde das selbst auch nicht schlimm, wenn ich das bei anderen sehe, sondern es tut mir einfach leid, dass es ihnen nicht gut geht.

Aber mit mir selbst kann ich nicht so umgehen. Ich glaube auch, dass ich das lernen kann, aber es ist sicher sehr schwer.

Ich hoffe, ich kann mich selbst bald damit akzeptieren.

LG Rebecca

Es tut Dir leid?
Ich darf in einem offene Forum nicht schreiben, was es für mich ist - aber hast Du den Eindruck, ich müßte Dir leid tun?

Du siehst darin alles, was Du ablehnst - und wenn mir die Anmerkung erlaubt ist: das was Du an Dir fürchtest. Einen Teil aus Erinnerung an eine Zeit, in der es Dir nicht gut ging und einen Teil an Ängsten - zumindest mein Eindruck.

Aber es hat Dich zu dem gemacht, was Du bist. Du kennst sicher Menschen, die in ihrem Leben nie wirklich bedrohliche Probleme hatten, oder?

Ehrlich gesagt - ich beneide Naivität glühend, aber ich bin was ich bin. Ich habe schon einigen Mist gemacht und ich werde wieder Entscheidungen treffen, deren Preis schwer und lange zu zahlen sein wird. Ich hoffe sehr, das geht so lange, wie ich lebe.
Was ich tue oder nicht hat Konsequenzen - und das ist gut so, denn wäre das anders, wäre ich ein Spielball der Mächte. Nur wer die Freiheit hat, so richtig *** zu machen kann auch etwas wirklich Großes tun. Diese Welt ist dual - es gibt kein Licht ohne Schatten. Und keine Möglichkeit, nur Heldentaten epischer Bedeutung zu vollbringen ohne Risiko, irgendwas richtig tief in den Sand zu setzen.

Unsere Vergangenheit bestimmt uns, unsere Gegenwart bestimmt die Zukunft.
Mit etwas mehr Augenzwinkern: Heute sind die guten Zeiten, nach denen wir uns in 10 Jahren zurücksehnen (ist ein Zitat, aber Google findet spontan 5 verschiedene Quellen, ich kann mich nicht entscheiden )

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4. Juli 2012 um 21:48

...
Was haeltst du von Tatoos? Ich kenne zb jemanden , der hat sich eine zeitlang auch verletzt und damit das nicht weiter passiert ud man die Narben nicht mehr so sieht , hat er sich darueber tatoovieren lassen. Was ich persoenlich gut finde... Er lies sich etwas tatoovieren was zu ihm und an seine vergangenheit und auch zukubft denken laesst. ...

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17. Juli 2012 um 22:35

Haay
Wusstest du, dass sich jedes 6.Mädchen schon einmal selbst verletzt hat? Das war eine Krise und du kannst es eben nicht mehr ändern- bei mir nicht anders und die Leute gucken. Sie haben Mitleid und gucken dich an wie ein fliegender Hamster. Sag doch einfach offen und ehrlich wie es ist. Dir ging es eine Zeit lang nicht gut, aber jetzt gehts dir besser! Dadurch hört das angaffen nicht unbedingt auf, aber nach einer Zeit fällt dir das ncith mehr auf. Außerdem gucken die meisten Menschen nicht auf die Unterarme. ich dachte auch, dass es total auffällt und es jeder sehen wird, aber dank Make-up und Armbänder schaut kaum einer darauf. Das ist auch Einbildung. Aber diese Themen werden sooo oft totgeschwiegen und niemand traut sich, darüber zu reden. Ich versuche offen und ehrlich darüber zu reden und du glaubst ja garnicht, wie viele Menschen in deinem Umfeld erfahrung damit haben! Alles gute)

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18. Juli 2012 um 14:50
In Antwort auf anis_12102576

Haay
Wusstest du, dass sich jedes 6.Mädchen schon einmal selbst verletzt hat? Das war eine Krise und du kannst es eben nicht mehr ändern- bei mir nicht anders und die Leute gucken. Sie haben Mitleid und gucken dich an wie ein fliegender Hamster. Sag doch einfach offen und ehrlich wie es ist. Dir ging es eine Zeit lang nicht gut, aber jetzt gehts dir besser! Dadurch hört das angaffen nicht unbedingt auf, aber nach einer Zeit fällt dir das ncith mehr auf. Außerdem gucken die meisten Menschen nicht auf die Unterarme. ich dachte auch, dass es total auffällt und es jeder sehen wird, aber dank Make-up und Armbänder schaut kaum einer darauf. Das ist auch Einbildung. Aber diese Themen werden sooo oft totgeschwiegen und niemand traut sich, darüber zu reden. Ich versuche offen und ehrlich darüber zu reden und du glaubst ja garnicht, wie viele Menschen in deinem Umfeld erfahrung damit haben! Alles gute)

...
Ich gebe Dir da eigentlich schon recht , dass man da ehrlich drauf antworten kann aber...

Sowas geht eben nur , wenn man selbst damit klar kommt bzw es verarbeitet und genuegend selbstbewusstsein hat , um darueber zu sprechen.

Es ist nicht immer so einfach , wie Du es beschreibst...
Meine persoenliche Meinung...

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18. Juli 2012 um 18:27
In Antwort auf sunny19824

...
Ich gebe Dir da eigentlich schon recht , dass man da ehrlich drauf antworten kann aber...

Sowas geht eben nur , wenn man selbst damit klar kommt bzw es verarbeitet und genuegend selbstbewusstsein hat , um darueber zu sprechen.

Es ist nicht immer so einfach , wie Du es beschreibst...
Meine persoenliche Meinung...

Stimmt
Ja damit hast du absolut recht! Ich hoffe mal für dich, dass du es nach und nach verarbeiten kannst und sonst würde ich auf Make up und Armbänder zurückgreifen! Oft fällt es wirklich nicht so auf, wie man denkt

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19. Juli 2012 um 19:13
In Antwort auf sunny19824

...
Was haeltst du von Tatoos? Ich kenne zb jemanden , der hat sich eine zeitlang auch verletzt und damit das nicht weiter passiert ud man die Narben nicht mehr so sieht , hat er sich darueber tatoovieren lassen. Was ich persoenlich gut finde... Er lies sich etwas tatoovieren was zu ihm und an seine vergangenheit und auch zukubft denken laesst. ...

...
Danke noch mal für eure Antworten.

Über ein Tattoo habe ich auch schon nachgedacht, aber ich glaube, zu mir passt keins. Ich würde mir auch keins stechen lassen wollen, wenn ich diese Narben nicht hätte.

Ich hoffe, es wird mit dem älter werden besser, aber im Moment habe ich das Gefühl, ich könnte das nie akzeptieren.

Heute war ich z.B. mit jemandem verabredet, den ich nicht so gut kenne und ich wollte eigentlich eine Jacke mit 3/4 Ärmeln anziehen. Das hab ich mich dann aber doch nicht getraut.

Ich wüsste echt nicht, was ich sagen sollte, wenn mich jemand darauf anspricht. Oder selbst wenn mir etwas einfallen würde, würde ich wahrscheinlich kein Wort herausbekommen.

Ich wünsch mir jeden Tag, dass es eine Methode gibt, die Narben wegzumachen und ich mich endlich wieder mögen kann.

Ich habe ja eigentlich damit abgeschlossen und weiß, dass ich es nicht wieder tun werde, aber die Narben lassen mich dann irgendwie doch nicht damit abschließen, denn es wird immer wieder Thema sein, wenn man neue Leute kennenlernt.

Was hast du da gemacht? Warum hast du das gemacht? Aber das hat doch auch keinen Sinn. Ich kann das nicht verstehen. Das hilft einem doch nicht. Und so weiter... :/

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20. Juli 2012 um 10:56
In Antwort auf rebecca1409

...
Danke noch mal für eure Antworten.

Über ein Tattoo habe ich auch schon nachgedacht, aber ich glaube, zu mir passt keins. Ich würde mir auch keins stechen lassen wollen, wenn ich diese Narben nicht hätte.

Ich hoffe, es wird mit dem älter werden besser, aber im Moment habe ich das Gefühl, ich könnte das nie akzeptieren.

Heute war ich z.B. mit jemandem verabredet, den ich nicht so gut kenne und ich wollte eigentlich eine Jacke mit 3/4 Ärmeln anziehen. Das hab ich mich dann aber doch nicht getraut.

Ich wüsste echt nicht, was ich sagen sollte, wenn mich jemand darauf anspricht. Oder selbst wenn mir etwas einfallen würde, würde ich wahrscheinlich kein Wort herausbekommen.

Ich wünsch mir jeden Tag, dass es eine Methode gibt, die Narben wegzumachen und ich mich endlich wieder mögen kann.

Ich habe ja eigentlich damit abgeschlossen und weiß, dass ich es nicht wieder tun werde, aber die Narben lassen mich dann irgendwie doch nicht damit abschließen, denn es wird immer wieder Thema sein, wenn man neue Leute kennenlernt.

Was hast du da gemacht? Warum hast du das gemacht? Aber das hat doch auch keinen Sinn. Ich kann das nicht verstehen. Das hilft einem doch nicht. Und so weiter... :/

Dass Du Dich schämst und nicht weißt, was Du sagen solltest...
hängt doch mehr damit zusammen, was *Du selbst* darüber denkst, als was andere denken. Siehst Du das anders?

Du gehst davon aus, wer sich selbst verletzt (hat) ist ja total "bekloppt".
Du gehst davon aus, dass das etwas wirklich peinliches ist.
Du gehst davon aus, was Du über jemanden denkst der sich selbst verletzt (hat) - Dich selbst inklusive.

Du schämst Dich wegen Deiner Meinung über Selbstverletzung, nicht wegen der Meinung der Menschen die Dir begegnen und begegnen werden.

Wie ich schon sagte: da sagt fast keiner was und schon gar nicht werde ich deswegen ausgegrenzt oder irgendwie schräg angemacht. Es ist bei mir auch echt nicht zu übersehen.
Hast Du schon mal erlebt, dass sowas kam? Ich denke eher nicht, weil Du nie etwas erwähnt hast. Also geht es tatsächlich darum, was ein anderer über Dich denkt? Oder doch darum, was Du über Dich denkst?

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Unsicherheit und Schamgefühl verschwinden, wenn Du es verstanden hast, statt "Oh Gott, jemand findet heraus, dass ich voll bekloppt war " über *Dich* zu denken.

Setze Dich mit dem Thema auseinander.
Was uns dazu bewegt und Dich dazu bewegt hat.
Was es in uns auslöst und in Dir ausgelöst hat.
Weswegen Du aufgehört hast / aufhören konntest / aufhören wolltest.
In welcher Situation Du damals warst, wie es Dir ging, wie Du Dich gefühlt hast und warum.
Information ist der natürliche Feind der Angst

Ich weiß, Du willst nicht über die Zeit nachdenken, aber Deine Scheu vor anderen bei diesem Thema wird nie verschwinden, so lange die (Ab-)Scheu vor Dir selbst noch da ist.

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Wir machen deinen Tag bunter!
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