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Ich mache alles falsch - selbst mein Therapheut ist sauer

5. Januar 2005 um 21:03

Hey ich weiß einfach nicht mehr weiter und weiß auch einfach nicht mehr wo ich stehe.

Ich hatte eben Theraphie. Seit Mai mache ich eine Langzeittheraphie, die mir empfohlen wurde, weil bei mir Depressionen ( emotionale Affektlabiliät) festgestellt wurden. Ich geriet in Situationen, die man nicht richtig beschreiben kann. Zustände waren das, mir war heiß und kalt, ich konnte nicht klar denken, ich hatte ständig Angst und dachte jede Sekunde ich kippe um, je nach Laune, je nach Gespräch je nach Aktion, je nach Situation.

Ich bekam ein paar Wochen lang Spritzen, bis ich endlich in die Theraphie kam. Am Anfang war ich wild entschlossen irgendetwas zu ändern, egal wie egal was, so konnte mein Leben nicht weitergehen...zwischendurch habe ich auch viele Dinge geändert, mal etwas anderes ausprobiert, versucht Dinge anders zu sehen. Hat auch ein bißchen geklappt.

Trotzdem habe ich das Gefühl es bringt alles nichts. Und heute gab mein T. mir den Rest. Ich erzählte und erzählte, lud meinen ganzen Ballast ab und irgendwann sagte er, weil ich einfach meinem Worten freien Lauf lies und eh sauer auf alles und jeden war weil ich mich alleinegelassen fühle, dass ich mich gar nicht ändern wolle.....und er da sauer drüber wäre. Ich weiß nicht ob das nicht stimmt, im Prinzip weiß ich gar nichts mehr, ich hasse das Beziehungsleben was ich überall sehe und will in dieser Einöde nicht kaputtgehen andererseits wünsche ich mir auch Liebe und einen Mann, und das endlich. Ich bin ungeduldig, und seit 4 Jahren will es einfach nicht hinhaun. Alles, was ich in puncto Männern tu, mach ich falsch. Und ich fixiere mich total auf Männer, weil es das ist, was mir in meinem Leben fehlt. Alles andere hab ich ja schon, Wohnung, Auto, guten Job, Familie (wenn auch kaputt).

Das, was mir fehlt macht mir die meiste Sorge, bereitet mir aber die meiste Aufregung. Und das macht widerum mein Leben so spannend und wahnsinnig abwechslungsreich, was ich bei anderen nicht sehe.

Ich helfe anderen Partner zu finden, bin immer da und dabei, sorge dafür dass meine Singlefreundinnen andere Männer kennenlernen und ich bleib total auf der strecke. Hinterher, wenn meine Freundinnen das haben, was sie wollten, dann bekomme ich einen Tritt in den Allerwertesten, niemand fragt mich wie es mir so alleine jetzt geht, an den Wochenenden sitz ich wieder alleine da weil Sie gar nicht auf die Idee kommen, mich zu fragen. Ich find es so unfair. Ich weiß nicht wo mir der Kopf steht weil ich hier auch in Selbstmitleid verfalle das weiß ich. Ich will das auch nicht aber ich sag bloß was ich denke.

Manchmal hab ich echt keinen Bock mehr. Auf alles und jeden. Weil ich mir alles so dermaßen versaue und mich nie jemand dafür schätzt was ich bin. Und wie ich bin.

Klar, jetzt werden einige sagen, nimm Dir Zeit für Dich. Das tu ich aber bereits. Ich gehe alleine Sport machen, gehe zum Friseur, nimm mir Zeit für mich um mich auszuruhen und und und. Daran fehlt es mir nicht.

Ich fühl mich unnütz, ehrlich. Einfach total unnütz und lächerlich, verfalle in Selbstmitleid das niemand braucht und seh einfach kein Licht. Wenn das so weitergeht weiß ich nichts mehr. Dann ist mir auf einmal alles egal. Dann denke ich ich bin total verwirrt und gehöre einfach nicht hierher.

Tut mir leid ich musste einfach mal was loswerden ich komm einfach nicht mehr klar und mache alles falsch. ALLES.

Anjuna

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5. Januar 2005 um 22:11

Toller Beitrag
Temptress...

sollten sich einige von uns Frusties hinter die Ohren schreiben ,-)

Habe ihn gerade ausgedruckt und an den Kühlschrank geklebt.

bist ne tolle Frau,

LG
Tralala71

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5. Januar 2005 um 22:16

Ich drück Dich
ganz doll, und kann Temptress nur recht geben. "Träume nicht Dein Leben sondern Lebe Deinen Traum". Dann wirst Du zu Dir selber finden und dann wird alles gut. Aber das ist ein Prozess der eben nicht von heute auf morgen funktioniert.

Wie wäre es wirklich mit einem Auslandseinsatz? Vielleicht auch beruflich? Falls Dir Irland nicht gefällt dann einfach da wo Du Lust drauf hast. Manchmal muß man einfach verrückte Dinge tun. Was ist so schlimm daran wenn man nicht mit dem "Strom" schwimmt? Wenn alle so wären wie andere wäre es ja langweilig. Ich finde es toll wie Du Dein Leben hinterfragst und Dir Gedanken machst denn wer nichts hinterfragt, der ist leer.

Auf gehts, mach Dir ein Konzept und los. Frage Dich, wer bin ich? Was will ich? Und wo will ich hin? Fange an alten Müll aus zu misten. Ach ja, noch was:

a) vergiss den Therapeuten, das macht in meinen Augen keinen Sinn. Hier fehlt das Vertrauen. Normalerweise hat man ein paar Probesitzungen und kann sich dann entscheiden ob man bleibt oder nicht. Manchmal passt es einfach nicht. Wenn Du unbedingt weiter eine Therapie machen willst, dann wechsle.
b) Wenn Du das Gefühl hast, dass Dich Deine Freunde ausnutzen, dann sprich sie darauf an. Mach Dir endlich Luft und schluck nicht alles runter.

Meld Dich hier mal wieder damit wir wissen wie es Dir geht.

Stine

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6. Januar 2005 um 11:58

Leckofanni
Geiler Text!!!
Hut ab!
Habe ich zwar so noch nie gesehen, aber da steckt viel Wahres drin....


LG
Pluster

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6. Januar 2005 um 13:09

Hey liebes,
gehts heute schon 'n bisschen besser?

als ich deinen text gelesen hab, dachte ich der könnte auch von meinem partner sein- allerdings bevor wir zusammen kamen.
er war damals 25 und ich bin seine erste freundin. das es *erst* mit mir *geklappt* hat, hat sicher viele gründe, aber er sagt er habe erst bei mir das gefühl habt das ich IHN wirklich will.

er hat manisch- depressive phasen und es ist nicht immer leicht, aber wir passen einfach gut zusammen und ich komm gut damit klar. von daher war es vielleicht schon clever das er auf mich *gewartet* hat

auf jeden fall ging es ihm, bevor wir zusammen kamen, deutlich schlechter. er sagt das sei weil er sich damals sehr eine partnerin gewünscht hat. jemanden mit dem was unternehmen kann, mit dem man urlaub machen kann, jemanden der für einen da ist, jemanden mit dem man dann glücklich sein kann- alle anderen haben das doch auch. er hat sich gefragt was mit ihm nicht stimmt das er niemanden hat. er hat sich ohne beziehung unnormal und verloren gefühlt, jetzt mit einem partner fühlt er sich sicherer.

ich denke auch nicht das das ungewöhnlich ist- die meisten menschen wünschen sich ein partner, wir sind eben nicht zum allein- leben gemacht

weisst du, vielleicht ist das bei dir auch so. vielleicht musst du nur noch ein bisschen geduld haben und dann kommt der *richtige* und du wirst glücklich

wir haben ja schon oft darüber geschrieben- von wegen, man muss auch allein glücklich sein könnne, man sollte mit freunden viel machen, man sollte auch mal allein was machen können *UndSoWeiterUndSoFort*
klar stimmt das alles und sicher hast du hier schon 1000 gutes input's bekommen- auch mein partner war keiner der nur zu hause gesessen ist. er hatte auch viele freunde, hat mit denen viel unternommen( weggehen, wegfahren, urlaube etc.pp.) und er ist jemand der gut allein sein kann- aber wahrscheinlich reicht das eben einfach aus nicht für ein rundherum glückliches leben.

( wer von denen die hier tipps geben kann da schon wirklich mitreden? also ich war noch keine 4jahre ohne partner, geschweige denn ohne angebote auf eine feste beziehung)


sparkling

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6. Januar 2005 um 14:15

Liebe anjuna...
ich denke, du bist viel zu ungeduldig und zu streng mit dir selbst.

therapie/veränderungen brauchen geduld und gehen niemals ohne irrwege oder rückschläge vonstatten.

du machst die zu sehr abhängig von der meinung anderer, brichst fast zusammen, wenn jemand kritik an dir äußert oder dich anscheinend ablehnt.

aber auch das gehört zum leben und ich weiß aus eigener erfahrung, wie bitter man das lernen muss.

mir hilft es manchmal, wenn ich das glas nicht ständig nur halb leer sehe, sondern halb voll. aber ich kenne auch gut die phasen, in denen alles dunkel ist, man sich vor sehnsucht (nach was auch immer) fast selbst verliert.

hab gedult mit dir, du darfst fehler machen und ich bin sicher, auch wenn du nicht perfekt bist, dass du dennoch ein liebenswerter mensch bist, den viele mögen.

kopf hoch---kitty

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7. Januar 2005 um 11:22

HALLO AN ALLE !!!!
Hey, ich bins, hab leider nur so wenig Zeit, um allen zu antworten, aber werde dies am Wochenende nachholen, wollt mich bloß schnell melden und DANKE sagen für Euer Ohr, für Eure Zeit und Hilfe...ich bin froh dass es Euch gibt.

Meld mich morgen / Sonntag bei jedem !!!

LG Anjuna

PS: Temptress Du bist der Knaller HDL!!!! Kennen wir uns *g*???

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10. Januar 2005 um 11:23

So, meine Antwort @all
So, ich hab ein paar Minuten Zeit, um endlich, endlich zurückzuschreiben. Also im Grunde beziehen sich hier alle Beiträge (fast!) auf Temptress Einsatz und ich muss sagen, wow, das tut gut. Ich glaube niemand kann das besser als Du, Dinge in Worte fassen und Menschen Mut machen, das ist unglaublich unglaublich gut. Dafür schon mal einen dicken Dank. Aber auch all den anderen (Kittekatt, Pluster usw.), die Ihr mich ja nun schon länger kennt, und die ihr mich schon oft in den verschiedensten Zügen hier kennengelernt habt, dicken Dank.

Eure Tipps, die ganzen Ratschläge sind total super. Klingen wahnsinnig schön und vernünftig, und ich hab das Gefühl, dass ihr mich echt versteht. Einfach war das nicht, denn ich weiß ich bin hier schon oft mit meinen Launen, meiner Stimmungsberg- und Talfahrt angeeckt. Und gott sei dank habt ihr es mir noch nicht so übel genommen, dass Ihr mich komplett meidet da kann ich wirklich happy sein.

Natürlich versuche ich mich auch an Dinge zu halten, wie: Cooler werden, abgebrühter im Sinne von mein Leben leben. Aber es ist für mich einfach noch nicht der Zeitpunkt, dass ich meine Sachen packe und abhaue. Ich weiß aber auch, dass der kommen wird, es ist sehr wahrscheinlich dass ich in die deutsche Gesellschaft nicht reinpasse.aber im Moment fühle ich mich noch hier zu Hause, obwohl ich gegen viele Dinge ankämpfe. Es reicht einfach noch nicht. Abgesehen von den Schulden, die ich noch abzahlen muss, bevor ich überstürzter Dinge weg bin.
Ich liebe z.B. Griechenland. Ich träume oft davon, sogar von meinem Brieffreund den ich seit nunmehr 7 Jahren habe dort, und den ich mag. Ich hatte immer so ein Gefühl, dass ich mich dort wohlfühleweil lange, dass weiß ich nicht. Ich bin im Moment im Begriff mich zu ändern und ich spüre das und ich weiß es ist gut so.

Zu meinem Therapheuten: Ich muss Mittwoch abend hin, Lust habe ich keine, denke einfach keine Lust auf Konfrontation..aber ich werde sehen was er mir zu sagen hat, und hoffe, man kann sich normal miteinander unterhalten und sehen ob das alles noch etwas bringt oder nicht. Wir sind beide erwachsen und ich denke, der Patient, so krank er ist, hat dennoch ein recht zu Meinungen zu stehen und Entscheidungen zu treffen die damit nicht zwangsläufig blöde sind oder falsch.ich wird einfach sehenda muss ich nun durch.

Oh ich muss jetzt mal unterwegs, sorry, schreibe später weiter..LG Anjuna



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10. Januar 2005 um 21:50

Wenn das hier nicht hühnersüppchen für die seele ist?!?!?!
liebe anjuna,

ich habe gerade hier alle antworten gelesen und mir ist richtig das herz aufgegangen. soviele liebe leute, die sich gedanken machen und dir gut zu reden am besten druckst du sie dir alle aus und wenn du dich noch mal mies fühlst, dann lies es dir immer und immer wieder durch.

ich drück dir die daumen für alles. denk dran: nach regen kommt sonnenschein!!!

liebe grüße an dich (und alle lieben hühnersuppen-kocher)
kat

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11. Januar 2005 um 8:02
In Antwort auf kathrinkocht

Wenn das hier nicht hühnersüppchen für die seele ist?!?!?!
liebe anjuna,

ich habe gerade hier alle antworten gelesen und mir ist richtig das herz aufgegangen. soviele liebe leute, die sich gedanken machen und dir gut zu reden am besten druckst du sie dir alle aus und wenn du dich noch mal mies fühlst, dann lies es dir immer und immer wieder durch.

ich drück dir die daumen für alles. denk dran: nach regen kommt sonnenschein!!!

liebe grüße an dich (und alle lieben hühnersuppen-kocher)
kat

Hey
ja das stimmt, es ist wahnsinnig schön, und mir ist aufgefallen, dass es eigentlich die selben sind, die mir hier immer zuhören, die mich langsam immer besser kennen und mir soviel Mut machen, mein Leben anzufangen zu leben...ich weiß.

Ich würde am liebsten auch alle drücken und knuddeln weil sie einfach da sind und mir so unendlich viel geben, das wissen sie bestimmt gar nicht. Aber es ist so. Besonders meine liebe Temp, die ich immer wieder, in regelmässigen Abständen, antreffe, die immer dann antwortet, wenn es tatsächlich akut ist bei mir und ich schon mit anderen Gedanken spiele.....zwischendurch les und höre ich nichts von ihr, weil ich weiß, dass meine Beiträge einfach für sie nicht einer Antwort benötigen.

Es ist unglaublich dass mir hier Leute zuhören, die ich mittlerweile echt verlorengeglaubt habe.

Sunseeker, Temptress, Peas, Kittekat, und alle die die ich aus versehen vergessen hab


LASST EUCH MAL GANZ LIEB UMARMEN IHR TUT MIR SO GUT GLAUBT MIR DAS !!!!!!!!!! Ich hab Euch sehr lieb !!!!!!!!!!!!!!!!!!

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11. Januar 2005 um 15:05

...
Du bist echt ne arme Socke....!
Aus jeder Sicht.

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11. Januar 2005 um 16:06
In Antwort auf uhrki

...
Du bist echt ne arme Socke....!
Aus jeder Sicht.

Echt...
...find ich auch danke!!!

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12. Januar 2005 um 8:44

Dabei bin ich...
...machmal so schlimm schreckliches Kind....

DANKE DANKE ehrlich !!!

Anjuna

PS Heute Theraphie. Mag gar nicht.....mal sehen

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12. Januar 2005 um 22:17
In Antwort auf Anjuna

Echt...
...find ich auch danke!!!

Liebe Anjuna,
darf ich mal die Kernsätze Deiner Postings zitieren? Für mich heißen sie "... ich gehöre einfach nicht hierher" und "Ich liebe z.B. Griechenland. Ich träume oft davon, sogar von meinem Brieffreund den ich seit nunmehr 7 Jahren habe dort, und den ich mag. Ich hatte immer so ein Gefühl, dass ich mich dort wohlfühle ..."

Ich weiß nicht, ob Du die Geschichte vom hässlichen Entlein kennst: darin wird ein vermeintliches Entenküken von vornherein falsch eingeschätzt und für hässlich befunden, weil es nicht den Erwartungen seiner Umgebung entspricht, es wird gedemütigt, ausgestoßen und von der Entenmutter nicht bemuttert; erst in dem Moment, als es herangewachsen ist und sich aufmacht in die unbekannte Ferne, entdeckt es Artgenossen Schwäne, die wunderschön sind, genauso schön wie es selbst ist, Schwäne, die es in seiner Mitte wohlwollend aufnehmen und annehmen in seiner Einzigartigkeit.

In der Geschichte suchte die kleine Ente suchte immer wieder nach einem Platz, wo sie sich heimisch fühlen konnte. Dieses "Auf-die-Wanderschaft-gehen" kann jedoch bei manchen Frauen krankhafte Züge annehmen: man klopft immer wieder an die falschen Türen und bemüht sich darum, zu irgendwelchen falschen Personengruppen dazuzugehören, obwohl man es eigentlich schon besser weiß. Welches die richtige Tür ist, muss jede für sich selbst herausfinden, jedenfalls sind die falschen Türen die, hinter denen man sich erneut wie ein hässlicher, nichtsnutziger Außenseiter vorkommt. Ein typisches Verhalten für Frauen, die ihr Ausgestoßensein nicht länger ertragen können und daher bereit sind, weitere Misshandlungen für ein paar dubiose Liebesbeweise einzustecken: sie suchen nach Liebe, aber immer am falschen Ort. Die Wunde des Ausgestoßenseins kann so natürlich nicht heilen, sondern wird noch weiter und tiefer aufgerissen. Der verzweifelte Griff nach der falschen Medizin kann dann diese Formen annehmen: man nimmt sich einen völlig ungeeigneten Liebhaber, trinkt, nimmt Tabletten, Drogen, isst zuviel, katapultiert sich künstlich in irgendwelche emotionalen Höhen und stürzt danach in die Abgründe der Depression, des Selbsthasses und der Trauer. Was dagegen hilft? Sich ins eigene Herz zu schauen um die Wahrheit herauszufinden über die eigenen Talente und die eigenen Grenzen, die Stärken und Schwächen.
Verkannte Schwanenkinder werden durch eine Art Fegefeuer geschickt, aus dem sie gestärkt hervorgehen, denn die wilde, unbezähmbare Psyche lässt sich nicht unterkriegen, sie strebt nur umso intensiver mit unstillbarer Sehnsucht nach freier Entfaltung.

Hast Du Dich wiedererkannt, Anjuna, Du wunderschöner Schwan? Wann schaust Du in Dein Herz? Und wann öffnest Du die richtige Tür? Du kannst jederzeit damit beginnen ... (und ich glaube, auf dem Weg dahin bist Du bereits)

Wenn Du Dich intensiver mit dieser Thematik beschäftigen möchtest und vlt. noch das eine oder andere Aha-Erlebnis suchst, würde ich Dir empfehlen, das Buch "Die Wolfsfrau" von Clarissa Pinkola Estés (aus dem ich einiges entnommen habe, was ich Dir geschrieben habe) zu lesen.

Glg,
Elfenh

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13. Januar 2005 um 7:43
In Antwort auf elfenh

Liebe Anjuna,
darf ich mal die Kernsätze Deiner Postings zitieren? Für mich heißen sie "... ich gehöre einfach nicht hierher" und "Ich liebe z.B. Griechenland. Ich träume oft davon, sogar von meinem Brieffreund den ich seit nunmehr 7 Jahren habe dort, und den ich mag. Ich hatte immer so ein Gefühl, dass ich mich dort wohlfühle ..."

Ich weiß nicht, ob Du die Geschichte vom hässlichen Entlein kennst: darin wird ein vermeintliches Entenküken von vornherein falsch eingeschätzt und für hässlich befunden, weil es nicht den Erwartungen seiner Umgebung entspricht, es wird gedemütigt, ausgestoßen und von der Entenmutter nicht bemuttert; erst in dem Moment, als es herangewachsen ist und sich aufmacht in die unbekannte Ferne, entdeckt es Artgenossen Schwäne, die wunderschön sind, genauso schön wie es selbst ist, Schwäne, die es in seiner Mitte wohlwollend aufnehmen und annehmen in seiner Einzigartigkeit.

In der Geschichte suchte die kleine Ente suchte immer wieder nach einem Platz, wo sie sich heimisch fühlen konnte. Dieses "Auf-die-Wanderschaft-gehen" kann jedoch bei manchen Frauen krankhafte Züge annehmen: man klopft immer wieder an die falschen Türen und bemüht sich darum, zu irgendwelchen falschen Personengruppen dazuzugehören, obwohl man es eigentlich schon besser weiß. Welches die richtige Tür ist, muss jede für sich selbst herausfinden, jedenfalls sind die falschen Türen die, hinter denen man sich erneut wie ein hässlicher, nichtsnutziger Außenseiter vorkommt. Ein typisches Verhalten für Frauen, die ihr Ausgestoßensein nicht länger ertragen können und daher bereit sind, weitere Misshandlungen für ein paar dubiose Liebesbeweise einzustecken: sie suchen nach Liebe, aber immer am falschen Ort. Die Wunde des Ausgestoßenseins kann so natürlich nicht heilen, sondern wird noch weiter und tiefer aufgerissen. Der verzweifelte Griff nach der falschen Medizin kann dann diese Formen annehmen: man nimmt sich einen völlig ungeeigneten Liebhaber, trinkt, nimmt Tabletten, Drogen, isst zuviel, katapultiert sich künstlich in irgendwelche emotionalen Höhen und stürzt danach in die Abgründe der Depression, des Selbsthasses und der Trauer. Was dagegen hilft? Sich ins eigene Herz zu schauen um die Wahrheit herauszufinden über die eigenen Talente und die eigenen Grenzen, die Stärken und Schwächen.
Verkannte Schwanenkinder werden durch eine Art Fegefeuer geschickt, aus dem sie gestärkt hervorgehen, denn die wilde, unbezähmbare Psyche lässt sich nicht unterkriegen, sie strebt nur umso intensiver mit unstillbarer Sehnsucht nach freier Entfaltung.

Hast Du Dich wiedererkannt, Anjuna, Du wunderschöner Schwan? Wann schaust Du in Dein Herz? Und wann öffnest Du die richtige Tür? Du kannst jederzeit damit beginnen ... (und ich glaube, auf dem Weg dahin bist Du bereits)

Wenn Du Dich intensiver mit dieser Thematik beschäftigen möchtest und vlt. noch das eine oder andere Aha-Erlebnis suchst, würde ich Dir empfehlen, das Buch "Die Wolfsfrau" von Clarissa Pinkola Estés (aus dem ich einiges entnommen habe, was ich Dir geschrieben habe) zu lesen.

Glg,
Elfenh

Hallo Elfenh,
,....JA ich habe mich TOTAL wiedererkannt....wahnsinn....unglaublich aber das stimmt wie die Faust auf's Auge.....

Hab ganz herzlichen Dank. Das ist so lieb dass auch Du Dir die Zeit genommen hast für mich, Jemanden den Du nicht kennst. Das tut gut zu wissen, auch bei Temptress, auch bei all den anderen. Es ist so schön zu wissen dass da draußen Jemand ist, der mich VERSTEHT, denn ich selbst tu es oft nicht, kann nur ab und an klar definieren wie ich es meine....und Dein Beitrag setzt meinem das I-Tüpfelchen auf.

Ich werde mir diese Beiträge ausdrucken und wenn es mir schlecht geht durchlesen...ich weiß, ich habe in den letzten Wochen sehr viel gelernt, im Jahr 2004 sogar, undich weiß auch zum Teil bereits, wo ich ansetzen kann.

Was ich schwierig finde, ist die Akzeptanz der anderen, da knabbere ich besonders. Die, die happy sind, in meinem Kreis, und sich nicht melden oder ich Ihnen plözlich egal bin....das ist noch etwas schwierig....aber ich muss einen Weg gehen. Ich muss alleine zurechtkommen....

Dicke Grüße rüber wo auch immer Du (Ihr) steckt !!
ANJUNA

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13. Januar 2005 um 9:27

Hallo liebe Anjuna,
als ich gerade Deinen Beitrag gelesen habe, hab ich mich wiedergefunden.
Ich mach seit einem Jahr eine Therapie ( allerdings bei einer Therapeutin),was ich für Frauen ohnehin besser finde , und bei mir machen sich einige ganz hervorragende Vortschritte bemerkbar.

Also das Wichtigste an der Therapie ist ja wie schon von jemand Anderen hier erwähnt, das Du an Dir arbeitest und der Therapeut Dir nur die Hilfestellung gibt.

Also ich vergleiche ein Therapie momentan mit einem Baby,das anfängt zu laufen,
es hangelt sich irgendwo hoch,und macht die ersten zaghaften Schritte, fällt ab und zu um und versucht es immer wieder, bis es eines Tages durch die Hütte rennt und Du es kaum noch bremsen kannst.

So wird es uns gehen wenn wir "uns" erkannt haben und damit umgehen können.

Gaaaaanz wichtig ist es,dass Du Dein Selbstvertrauen aufbaust und stärkst, indem Du nur daran denkst und auch danach handelst, was "nur gut für Dich"
und sonst niemanden ist.
Denk an Dich und übernehme Verantwortung nur für Dich und Dein Tun, die Anderen können das für sich tun, sie sind nämlich auch schon "groß"

Für mich war es sehr wichtig zu erkennen,nicht immer die Verantwortung für andere zu tragen.

Mach Dich "FREI" vom seelischen Müll, der nur noch kleine Narben hinterlässt, mit denen Du leben mußt, aber Du mußt sie Dir ja nicht immer wieder anschauen und Dich selbst bemitleiden oder ?

Ich weiss, dass hört sich alles so einfach an, ist es ganz bestimmt nicht und
wir müssen auch immer wieder mit Rückschlägen rechnen, aber das Baby,das hinfällt steht doch auch immer wieder auf und eines Tages

"RENNT es"

Also ich fühle mich nach mehreren Rückschlägen seit Wochen stabil und wie neu geboren, ich kann Dir nicht sagen was da jetzt der Auslöser für ist,es ist halt so, irgendwas hat da "klick" gemacht, ich hab mir mein Leben auch irgendwie immer geträumt,und träume nicht mehr sondern "mache", vielleicht ist es das ??

Hab das Buch "Wenn Frauen zu sehr lieben" gelesen, was mir auch ungemein geholfen hat, vielleicht liest Du es ja mal.

Wie Temptress schon schreibt,

"lebe Deinen Traum und träume nicht Dein Leben"

Ich wünsche Dir alles Liebe und viel Erfolg bei Deiner Therapie,

PS:Vielleicht wechselst Du mal Deinen Coach ))



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18. Januar 2005 um 15:45

Sowas kenne ich
aus eigener Erfahrung. Habe alle möglichen Therapien gemacht, fast 15 Jahre lang, gebracht haben sie (fast) nichts.. bis mir eines Tages eine Freundin von der Spiegelgesetz-Methode erzählte. Dachte zuerst, na wieder so ein Quatsch, hlift ja eh nicht... bin dann aber doch hin, habe einen Tag die Methode gelernt... und was soll ich sagen? Dieser Tag hat sich mehr als gelohnt. Endlich! Wende die Methode auch heute noch an, wenn wieder mal was "kneift". Bei Interesse geh mal bei leben-heilt.de auf den Spiegel...
Viel Glück emmy

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19. Januar 2005 um 12:04
In Antwort auf elfenh

Liebe Anjuna,
darf ich mal die Kernsätze Deiner Postings zitieren? Für mich heißen sie "... ich gehöre einfach nicht hierher" und "Ich liebe z.B. Griechenland. Ich träume oft davon, sogar von meinem Brieffreund den ich seit nunmehr 7 Jahren habe dort, und den ich mag. Ich hatte immer so ein Gefühl, dass ich mich dort wohlfühle ..."

Ich weiß nicht, ob Du die Geschichte vom hässlichen Entlein kennst: darin wird ein vermeintliches Entenküken von vornherein falsch eingeschätzt und für hässlich befunden, weil es nicht den Erwartungen seiner Umgebung entspricht, es wird gedemütigt, ausgestoßen und von der Entenmutter nicht bemuttert; erst in dem Moment, als es herangewachsen ist und sich aufmacht in die unbekannte Ferne, entdeckt es Artgenossen Schwäne, die wunderschön sind, genauso schön wie es selbst ist, Schwäne, die es in seiner Mitte wohlwollend aufnehmen und annehmen in seiner Einzigartigkeit.

In der Geschichte suchte die kleine Ente suchte immer wieder nach einem Platz, wo sie sich heimisch fühlen konnte. Dieses "Auf-die-Wanderschaft-gehen" kann jedoch bei manchen Frauen krankhafte Züge annehmen: man klopft immer wieder an die falschen Türen und bemüht sich darum, zu irgendwelchen falschen Personengruppen dazuzugehören, obwohl man es eigentlich schon besser weiß. Welches die richtige Tür ist, muss jede für sich selbst herausfinden, jedenfalls sind die falschen Türen die, hinter denen man sich erneut wie ein hässlicher, nichtsnutziger Außenseiter vorkommt. Ein typisches Verhalten für Frauen, die ihr Ausgestoßensein nicht länger ertragen können und daher bereit sind, weitere Misshandlungen für ein paar dubiose Liebesbeweise einzustecken: sie suchen nach Liebe, aber immer am falschen Ort. Die Wunde des Ausgestoßenseins kann so natürlich nicht heilen, sondern wird noch weiter und tiefer aufgerissen. Der verzweifelte Griff nach der falschen Medizin kann dann diese Formen annehmen: man nimmt sich einen völlig ungeeigneten Liebhaber, trinkt, nimmt Tabletten, Drogen, isst zuviel, katapultiert sich künstlich in irgendwelche emotionalen Höhen und stürzt danach in die Abgründe der Depression, des Selbsthasses und der Trauer. Was dagegen hilft? Sich ins eigene Herz zu schauen um die Wahrheit herauszufinden über die eigenen Talente und die eigenen Grenzen, die Stärken und Schwächen.
Verkannte Schwanenkinder werden durch eine Art Fegefeuer geschickt, aus dem sie gestärkt hervorgehen, denn die wilde, unbezähmbare Psyche lässt sich nicht unterkriegen, sie strebt nur umso intensiver mit unstillbarer Sehnsucht nach freier Entfaltung.

Hast Du Dich wiedererkannt, Anjuna, Du wunderschöner Schwan? Wann schaust Du in Dein Herz? Und wann öffnest Du die richtige Tür? Du kannst jederzeit damit beginnen ... (und ich glaube, auf dem Weg dahin bist Du bereits)

Wenn Du Dich intensiver mit dieser Thematik beschäftigen möchtest und vlt. noch das eine oder andere Aha-Erlebnis suchst, würde ich Dir empfehlen, das Buch "Die Wolfsfrau" von Clarissa Pinkola Estés (aus dem ich einiges entnommen habe, was ich Dir geschrieben habe) zu lesen.

Glg,
Elfenh

schööööön! n/t
.

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28. Januar 2005 um 17:56

Wie wäre es denn mit ein wenig Selbstliebe?
Ich kenne das Gefühl, wie du es jetzt hast. Auch ich habe mich in eine stationäre Therapie begeben. Du scheinst den Fehler zu machen, dein Selbstbewußtsein aus den Männern zu ziehen, du brauchst Bestätigung von außen, sonst geht es dir nicht gut. Wie sieht es denn aus, magst du dich denn selbst? Vermutlich nicht. Nun, ich fühle mich jetzt ganz wohl in meiner Gesellschaft und kann sehr gut allein sein. Ich bin vermutlich schon um einiges älter als du und habe lange gebraucht, zu begreifen, dass es auch ein Leben ohne Mann gben kann. Also sei nicht so streng mit dir, nimm dich einfach mal selbst an die Hand und akzeptiere dich, wie du bist, der Rest kommt von selbst. Denk mal nach, was du von anderen verlangst, wie sollen sie dich lieben, wenn du dich nicht mal selbst magst?
Ich hoffe das hilft dir ein wenig.
Alles Liebe
maryan

PS: Seltsame Nebenwirkung, seit ich mich akzeptiert habe mit all meinen Fehlern und guten Seiten, stehen die Männer wieder Schlange. Die Ausstrahlung macht es.

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2. Februar 2005 um 8:28

Fangen wir von vorne an
Liebe Anjuna,

ich habe gerade einen Beitrag über von vorne anfangen geschrieben und vielleicht hast Du ja Lust, mitzumachen. Gemeinsam geht alles einfach leichter- und immer kann der eine helfen, wo der andere nicht weiter weiß! Also, hast Du Lust, meld dich. Liebe Grüße Cecilia-Julie

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