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Ich könnte mir nicht vorstellen, mich zu lieben

10. Oktober 2014 um 19:34

Hallo, vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen. Auf jedenfall will ich einen Teil einfach mal von der Seele schreiben.

Ich habe gerade angefangen zu studieren.
Ich habe auch Freunde, auch gute seit vielen jahren.
Allein fühl ich mich aber am wohlsten, auch wenn ich gern in Gesellschaft bin.
Ich rege mich innerlich ständig über Kleinigkeiten in meinem Alltag auf (zB Loch in Lieblingsrock macht uuuunglaublich viel aus, würde ich natürlich vor anderen nie sagen), ich würde gerne alles perfekt haben wollen, mache aber genau das Gegenteil. Bin unordentlich, undiszipliniert etc.
Das ist wirklich paradox, da ich es ja im Grunde einfach ändern könnte, aber ich mache (es ist mir währenddessen bewusst) immer wieder die gleichen Fehler und schiebe mögliche Änderungen immer vor mir her.
Ich denke sehr komplex, kann mich aber nicht ausdrücken, wenn ich das zur Sprache bringen soll.
Ich sage häufig dumme Sachen oder mache einfache Sachen falsch, weil ich manchmal (unter Druck, den ich mir teilweise auch einfach selber mache) überhaupt nicht denken kann.
Ich finde es schlimm, wenn Leute andere bewerten, ohne sie wirklich zu kennen, mache manchmal aber mit. Generell mache ich oft auch Dinge, die ich an anderen schlimm finde. Äußerlichkeiten sind mir bei anderen sowas von egal, nur ich denke immer,für andere und für mich selber perfekt aussehen zu müssen, ich selber weiß aber, dass ich das niemals kann und weil ich mit meinem Äußerlichen oft so unzufrieden bin, fühle ich mich schlecht und denke, schlechter als "Normalos" zu sein). Es geht immer weiter bergab hab ich das Gefühl. Zwischendrin verstehe ich dieses "Tief" in dem ich die meiste Zeit stecke, gar nicht und fühle mich großartig und mir ist so vieles auf einmal egal. Ich habe neue Klamotten, mich schön geschminkt und finde mich sogar hübsch.
Aber sobald ich keine schönen Klamotten trage und schön geschminkt bin und mich somit hübsch fühle, ist alles schon wieder vorbei. Oder auch sobald mein Heft einen Knick, mein Rock ein Loch hat. Es ist nicht mehr alles (für mich) perfekt= es geht mir schlecht, ich verschließe mich, will alleine sein. Dann habe ich auch keine Lust, etwas mit Freunden zu unternehmen, weil ich mich dafür gut fühlen möchte. Dadurch habe ich auch schon welche verloren.sehr gute Freunde kennen mich auch, wenn es mir schlecht geht und bauen mich auf (so wie ich sie auch), aber auch mit denen möchte ich nichts unternehmen, wenn es mir psychisch mal wieder schlecht geht. Ich will, dass sie am besten nur positive Dinge an mir wahrnehmen. Generell will ich das bei allen. Aber ich verhalte mich nicht so und es gelingt mir eher das Gegenteil.
Ich hatte bereits 3 Beziehungen, alle habe ich beendet nach ein paar Monaten. Ich kann absolut nicht verstehen, wie die mich lieben konnten. Ich kann mich aber auch ganz gut verstellen manchmal. Wenn es mir gut geht und ich mich hübsch finde, finden mich andere auch sehr hübsch und ich habe dann auch große Wirkung auf Männer.
Immer häufiger ist jedoch das Gegenteil der Fall.
Ich kann mir nunmal aber auch nicht immer die tollsten Sachen kaufen, nur um mich selbst gut zu fühlen und somit auch bei anderen positiv anzukommen.
Es muss doch auch anders gehen.
Zudem muss ich sagen, dass ich essgestört bin und eine leichte Zwangsstörung habe.
War auch schon bei einer Psychiaterin, aber sie hat mich nicht verstanden. Das war auch nur ein kleiner Teil von allem.
Aber ich habe das Gefühl, dass ich so nicht ewig weiterleben kann. Wieso kann ich nicht einfach zufrieden mit mir sein und die Dinge tun, die ich wirklich will und nicht bewusst immer das Gegenteil?

Danke fürs Lesen. Vielleicht mag der ein oder andere ja etwas dazu sagen. Im Moment will ich wirklich nur noch alleine sein (allein fühl ich mich sooooo viel wohler) und auf andere pfeifen, andererseits wünsche ich mir einfach nur Gesellschaft. Aber da habe ich jetzt gerade nicht die Kraft für, weil ich mich nicht gut fühle und nicht negativ auffallen will.

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11. Oktober 2014 um 0:24

Danke
das Video hat mich echt berührt.
Aber was ich dazu sagen muss: Ich bin wahnsinnig dankbar für das was ich habe und ich liebe und vertraue Gott. Das widerspricht wahrscheinlich im Grunde allem.
Ich schaff es nämlich trotzdem nicht, mich zu lieben. Ich weiß nicht,warum ich immer das Gegenteil von dem mache, was ich machen will.
Ich kann nichts durchziehen, mache mir immer wieder gute Dinge selbst kaputt. Enttäusche Gott ständig. Er hilft mir immer wieder, aber ich schaffe es einfach nicht.

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11. Oktober 2014 um 22:03

Das Problem kenne ich.
Ich wüsste auch nicht, wie man mich lieben sollte.
Gibt aber jemanden, der das tut - meine Frau, mit der ich unglaublich glücklich bin.

Warum sie das tut, das weiß nur sie alleine.

Aber glaub mir, auch Du wirst jemanden finden, der Dich so liebt, wie Du bist.
Mit allen Ecken und Kanten.
Hör' Dir mal "Flaws" von Bastille an und lies' Dir den Text durch... genau so ist es nämlich.

Was Du an Dir selbst nicht liebst, das kann für jemand anderen einen großen Reiz haben.
Ich kann natürlich nicht anfangen zu sagen: "Bald findest Du wen!"
Das ist Quatsch.

Aber meistens dann, wenn man es am wenigsten erwartet, dann passiert es.

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12. Oktober 2014 um 14:45
In Antwort auf lastofus

Das Problem kenne ich.
Ich wüsste auch nicht, wie man mich lieben sollte.
Gibt aber jemanden, der das tut - meine Frau, mit der ich unglaublich glücklich bin.

Warum sie das tut, das weiß nur sie alleine.

Aber glaub mir, auch Du wirst jemanden finden, der Dich so liebt, wie Du bist.
Mit allen Ecken und Kanten.
Hör' Dir mal "Flaws" von Bastille an und lies' Dir den Text durch... genau so ist es nämlich.

Was Du an Dir selbst nicht liebst, das kann für jemand anderen einen großen Reiz haben.
Ich kann natürlich nicht anfangen zu sagen: "Bald findest Du wen!"
Das ist Quatsch.

Aber meistens dann, wenn man es am wenigsten erwartet, dann passiert es.

Vielen Dank für deine Antwort
Das Ding ist ja, es gab schon Leute, die mich geliebt haben, so wie sie mich gesehen haben, mit allen Ecken und Kanten die sie eben mitbekommen haben. Aber das bin nicht vollständig ICH. Ich halte mich selber einfach nicht aus. Ich halte andere über längere Zeit nicht aus bzw dann brauch ich immer mal wieder Zeit für mich. Ich war auch erst einmal so richtig verliebt. Ich habe seit dem aber auch niemanden mehr gefunden, den ich so geliebt habe, dass ich ihn niemals aus meinem Leben hätte gehen lassen können. Und dieser jemand hat erkannt, dass ich absolut komisch bin, da ich mich bei ihm fallen lassen hab, vollständig, mich des Öfteren auch völlig blamiert habe. Deshalb kann ich es ihm auch nicht verübeln, dass er mich nicht (mehr) wollte.

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