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Ich komme nicht zurecht

5. Dezember 2016 um 9:32

Ich glaube ich habe ne knappe Stunde gebraucht bevor ich mich überwinden konnte einen Beitrag zu verfassen. Irgendwie ist sowas nie wirklich leicht und über Probleme reden kann zwar gut tun, tut aber fast immer auch genauso weh.
Dies einmal vorweg...
Damit die folgende Problematik vielleicht im Ganzen mehr Sinn macht, kurz ein paar Infos zu mir...
Ich bin in wenigen Monaten 22 Jahre alt, Wohne seit einem Jahr mit meinem Partner in einer gemeinsamen Wohnung (wir sind jetzt 2 Jahre) zusammen und mache eine medizinisch- pflegerische Ausbildung im OP. Mein Abitur habe ich damals mit 1,7 abgeschlossen und hatte zu der Zeit so wie heute eigentlich das Ziel Medizin zu studieren.
Die jetzige Ausbildung macht mir im Großen und Ganzen Spaß, ist aber anspruchsvoller und leider auch schlecht organisierter als ich gedacht hab. Trotzdem bin ich so weit ganz gut und habe auch in der Zwischenprüfung einen Schnitt von 1,5.
Nächstes Jahr im Sommer bin ich fertig.

Alles in allem läuft mein Leben so ganz gut oder auch "erfolgreich", dass schließe ich zumindest aus den Aussagen meiner Mitmenschen, die oft genug betonen, dass bei mir alles perfekt läuft und ich keinen Grund habe mich zu beschweren oder zu sorgen.
Und genau dass ist mein Problem!
Ich komme überhaupt nicht zurecht...
Bin vielleicht nie wirklich zurecht gekommen...
Ja ich muss mir eingestehen dass ich ein extrem ehrgeiziger Mensch bin, perfektionistisch hoch zehn und sehr selbstkritisch. Die Gründe dafür liegen, dazu bedarf es keinen Psychologen, ebenso an bzw. in meiner Persönlichkeit verankert, als auch in meiner Kindheit (sehr strenge Eltern, multikultureller Hintergrund, sehr früh viel zu viel Verantwortung getragen als ältestes Kind von vieren, Armut und eine familiäre Offenbarung nach der anderen, die ich hier nicht erwähnen kann, aber mit denen Sebastian Fitzek einen halben Roman füllen könnte)
und dennoch reicht mir das alles nicht als Grund für meinen Gefühlslage.

Ich habe ein gutes, glückliches Leben, ich weiß dass es vielen 1000 mal schlechter geht als mir, ein Mantra dass ich mir seit eh und je vorbete und dennoch bin ich Wrack.

Ich kann seit Monaten nicht schlafen, habe Kopfschmerzen und Magen Darm Probleme, bin Zuhause gereizt und emotional und dann wieder teilnahmslos.
Ich habe kaum Antrieb und auch der Sex bleibt auf der Strecke, zumindest was die Emotionen meinerseits betrifft.
Die Liste is lang und ich weiß selbst dass sich das nach Depression anhört.
Das Ganze ist mir auch nicht fremd. Damals vor dem Abitur ist es schon einmal so schlimm gewesen. Es ging so weit dass ich einen Monat in der Jugend- Psychiatrie verbracht habe, weil ich als Suizid gefährdet galt und dürr war. Wobei ich hier ganz klar betonen möchte, dass ich mich nur zwei mal selbst verletzt habe und nie aus dem Grund heraus mich umzubringen oder an sichtbaren Stellen, sondern einfach aus grenzenloser Wut und Verzweiflung heraus.
Jetzt wird mir mit jedem Tag bewusst, dass es wieder so schlimm wird, ich hasse das und ich weiß nicht recht was ich machen soll.
Therpie habe ich zwischendurch immer mal wieder versucht, aber wirklich verändert hat sich nicht viel. Mit Dingen aus der Vergangenheit kann ich trotzdem bis heute nicht gut abschließen, mein Verhalten hat sich auch kaum verändert.
Ich habe einfach nur Angst, ich habe Angst vordem Versagen, Angst davor für meine Mitmenschen eine Belastung zu sein, Angst zur Arbeit zu gehen.
Letzers so extrm, dass ich sehr oft Krank werde und mittlerweile einen Monat nach Ausbildungsende dranhängen muss.

Ich komm einfach innerlich nicht zu recht und alleine die Angst vor alle diesen Dingen und mein innerer Kontrollzwang bringen mich dazu jeden Tag den Schein zu wahren.
Meine Wohnung ist immer aufgeräumt, ich putze und koche jeden Tag, gehe einkaufen und wenn ich nicht gerade wieder krank bin arbeiten, lerne und ungepflegt bin ich auch nicht. Alles Dinge die normalerweise bei einer starken Depression eigentlich wegfallen.
Ich weiß einfach nicht was das ist... langsam glaube ich einfach dass ich nen Schaden hab, mich nicht anstellen sollte, klar kommen sollte.... aber all diese Gefühle und Ängste lassen sich nicht mehr wegdrängen.
Hinzu kommt dass ich abgesehen von meinem Partner kaum mehr Freunde habe, mich mit meinen Sorgen nicht an die Familie wenden kann, weil ich dort immer als Emotionales Auffangbecken gedient habe und somit niemanden zum reden habe.
Und mein Freund ist zwar einer der wundervollsten Menschen überhaupt, aber auch er hat viel Scheiß zu tragen und ich merke dass mein Zustand in zusehends belastet...
Ich brauch einfach mal eine andere Einschätzung, jemanden der mir sagt was er darüber denkt, was ich noch tun kamn, ob ich einfach nur ne Spinnern bin oder was auch immer...
Langsam weiß ich nämlich selbst nicht mehr weiter....
Mit nicht mal 22 bin ich allem so überdrüssig und meinem Leben müde.

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5. Dezember 2016 um 10:07
In Antwort auf lulumaxmoritz

Ich glaube ich habe ne knappe Stunde gebraucht bevor ich mich überwinden konnte einen Beitrag zu verfassen. Irgendwie ist sowas nie wirklich leicht und über Probleme reden kann zwar gut tun, tut aber fast immer auch genauso weh.
Dies einmal vorweg...
Damit die folgende Problematik vielleicht im Ganzen mehr Sinn macht, kurz ein paar Infos zu mir...
Ich bin in wenigen Monaten 22 Jahre alt, Wohne seit einem Jahr mit meinem Partner in einer gemeinsamen Wohnung (wir sind jetzt 2 Jahre) zusammen und mache eine medizinisch- pflegerische Ausbildung im OP. Mein Abitur habe ich damals mit 1,7 abgeschlossen und hatte zu der Zeit so wie heute eigentlich das Ziel Medizin zu studieren. 
Die jetzige Ausbildung macht mir im Großen und Ganzen Spaß, ist aber anspruchsvoller und leider auch schlecht organisierter als ich gedacht hab. Trotzdem bin ich so weit ganz gut und habe auch in der Zwischenprüfung einen Schnitt von 1,5.
Nächstes Jahr im Sommer bin ich fertig.

Alles in allem läuft mein Leben so ganz gut oder auch "erfolgreich", dass schließe ich zumindest aus den Aussagen meiner Mitmenschen, die oft genug betonen, dass bei mir alles perfekt läuft und ich keinen Grund habe mich zu beschweren oder zu sorgen.
Und genau dass ist mein Problem! 
Ich komme überhaupt nicht zurecht...
Bin vielleicht nie wirklich zurecht gekommen...
Ja ich muss mir eingestehen dass ich ein extrem ehrgeiziger Mensch bin, perfektionistisch hoch zehn und sehr selbstkritisch. Die Gründe dafür liegen, dazu bedarf es keinen Psychologen, ebenso an bzw. in meiner Persönlichkeit verankert, als auch in meiner Kindheit (sehr strenge Eltern, multikultureller Hintergrund, sehr früh viel zu viel Verantwortung getragen als ältestes Kind von vieren, Armut und eine familiäre Offenbarung nach der anderen, die ich hier nicht erwähnen kann, aber mit denen Sebastian Fitzek einen halben Roman füllen könnte) 
und dennoch reicht mir das alles nicht als Grund für meinen Gefühlslage.

Ich habe ein gutes, glückliches Leben, ich weiß dass es vielen 1000 mal schlechter geht als mir, ein Mantra dass ich mir seit eh und je vorbete und dennoch bin ich Wrack.

Ich kann seit Monaten nicht schlafen, habe Kopfschmerzen und Magen Darm Probleme, bin Zuhause gereizt und emotional und dann wieder teilnahmslos. 
Ich habe kaum Antrieb und auch der Sex bleibt auf der Strecke, zumindest was die Emotionen meinerseits betrifft. 
Die Liste is lang und ich weiß selbst dass sich das nach Depression anhört.
Das Ganze ist mir auch nicht fremd. Damals vor dem Abitur ist es schon einmal so schlimm gewesen. Es ging so weit dass ich einen Monat in der Jugend- Psychiatrie verbracht habe, weil ich als Suizid gefährdet galt und dürr war. Wobei ich hier ganz klar betonen möchte, dass ich mich nur zwei mal selbst verletzt habe und nie aus dem Grund heraus mich umzubringen oder an sichtbaren Stellen, sondern einfach aus grenzenloser Wut und Verzweiflung heraus. 
Jetzt wird mir mit jedem Tag bewusst, dass es wieder so schlimm wird, ich hasse das und ich weiß nicht recht was ich machen soll.
Therpie habe ich zwischendurch immer mal wieder versucht, aber wirklich verändert hat sich nicht viel. Mit Dingen aus der Vergangenheit kann ich trotzdem bis heute nicht gut abschließen, mein Verhalten hat sich auch kaum verändert.
Ich habe einfach nur Angst, ich habe Angst vordem Versagen, Angst davor für meine Mitmenschen eine Belastung zu sein, Angst zur Arbeit zu gehen.
Letzers so extrm, dass ich sehr oft Krank werde und mittlerweile einen Monat nach Ausbildungsende dranhängen muss. 

Ich komm einfach innerlich nicht zu recht und alleine die Angst vor alle diesen Dingen und mein innerer Kontrollzwang bringen mich dazu jeden Tag den Schein zu wahren.
Meine Wohnung ist immer aufgeräumt, ich putze und koche jeden Tag, gehe einkaufen und wenn ich nicht gerade wieder krank bin arbeiten, lerne und ungepflegt bin ich auch nicht. Alles Dinge die normalerweise bei einer starken Depression eigentlich wegfallen. 
Ich weiß einfach nicht was das ist... langsam glaube ich einfach dass ich nen Schaden hab, mich nicht anstellen sollte, klar kommen sollte.... aber all diese Gefühle und Ängste lassen sich nicht mehr wegdrängen. 
Hinzu kommt dass ich abgesehen von meinem Partner kaum mehr Freunde habe, mich mit meinen Sorgen nicht an die Familie wenden kann, weil ich dort immer als Emotionales Auffangbecken gedient habe und somit niemanden zum reden habe. 
Und mein Freund ist zwar einer der wundervollsten Menschen überhaupt, aber auch er hat viel Scheiß zu tragen und ich merke dass mein Zustand in zusehends belastet... 
Ich brauch einfach mal eine andere Einschätzung, jemanden der mir sagt was er darüber denkt, was ich noch tun kamn, ob ich einfach nur ne Spinnern bin oder was auch immer... 
Langsam weiß ich nämlich selbst nicht mehr weiter....
Mit nicht mal 22 bin ich allem so überdrüssig und meinem Leben müde.

 

hm, ich nehme mal an, dass Du Dir vor allem selbst das Leben zur Hölle machst, hast Du schon herausgefunden und das braucht Dir keiner mehr erklären, oder?

Darf ich mal so indiskret fragen, welche Ansätze in den nicht helfenden Therapien schon versucht wurden, damit Du aus dem Mühlrad heraus kommst, Dir selbst mehr Stress und Druck zu erzeugen, als Du verkraften kannst?

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5. Dezember 2016 um 11:30

Erst mal Danke für die Antwort,
Verschiedenes wurde schon probiert.
Entspannungsübungen, Autogenes Training, Rollenspiele, Es wurde unendlich viel Geredet und ich hab sehr viel geredet. Leichte Psychopharmaka damit ich nachts schlafen kann. Vor allem wenn ich Dinge aus meiner Kindheit erzählt habe, wirkten viele Überfordert...

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5. Dezember 2016 um 13:48

hm, ich bin Laie, kein Fachmann. Sprich: ich habe nur eine private Meinung. Um es explizit dazu gesagt zu haben.

Wenn ich das richtig sehe, hat man also versucht, an den Hintergründen zu arbeiten und an den Symtomen / Auswirkungen. Sprich tiefenpsychologisch und Verhaltenstherapie. Zum einen: so etwas ist auch mit Profis immer ein Teil Glück. Man muss die passenden Medikamente erwischen und man muss eine für sich passende Therapie und den passenden Therapeuten erwischen. Es heißt also nicht, dass etwas nicht funktionieren kann für einen selbst, weil ein oder mehrere Versuche nicht funktioniert haben.

Mir fiele jetzt noch ein dritter Ansatz ein, den Du vielleicht noch nicht versucht hast.

Du machst Dir ja an sich nicht einen solchen Druck / Stress, weil es ja solchen Spaß macht oder Dir total fad ist - sondern, weil Du das Gefühl hast, etwas wichtiges nur so erreichen zu können und / oder Angst hast, dass die Folgen fatal wären, wenn Du die Kontrolle und den Druck fallen lässt.
Ist die Frage: was ist das für Dich? Kannst Du Dir dieses Etwas vielleicht auf einem anderen Wege holen, der für Dich weniger schädigend ist? Oder hast Du es gar schon und müsstest eher Deine Wahrnehmung ändern (und nein, da helfen Gespräche nur sehr bedingt und die rationale Einsicht "eigentlich ist ja alles super, ich führ mich nur blöde auf" - sorry für die Überteibung - auch nicht wirklich) - damit Du auch fühlst, dass Du es hast?

Rethorische Fragen zum Nachdenken und mit Menschen besprechen, die Dir nahe sind bzw. deren Job das ist, mich geht das eigentlich nichts an und das sind schon etwas intime Punkte, auch wenn mir an Deinem Startbeitrag da schon das eine oder andere ins Auge gesprungen ist.
Für die Änderung der Wahrnehmung gibt es psychologische Techniken, beispielsweise.

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5. Dezember 2016 um 14:14

Danke für den Beitrag, ich denke darüber nach.
Und du hast mir schon den  Ein ode Andren Denkanstoß gegeben.
Mittlerweile weiß ich nicht mal mehr was dieses Ziel ist, geschweige denn ob ich es noch erreichen will und kann.
Vielleicht sollt ich mir darüber erstmal im klaren werden...

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