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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Ich kann nicht los lassen

Letzte Nachricht: 11. Januar um 10:31
L
leni
02.01.23 um 22:43

Hallo ihr lieben,

ich tue mich unglaublich schwer Menschen loszulassen. Ja, das tun wir sicher alle, aber mir scheint es besonders schwer zu fallen.

während andere Menschen schon 10 Schritte weiter sind denke ich pausenlos an den Menschen, mache mir ewig Gedanken "was wäre wenn", verliebe mich jeden Tag neu in die Hoffnung und in das Szenario dass dieser Mensch noch in meinem Leben wöre, Dinge anders gelaufen wären. Begleitet von unendlichen Schuldgefühlen, selbst, wenn sie vielleicht nicht sein müssten.

Wie verarbeitet ihr einen Verlust? Egal aus welcher Situation heraus, ausgenommen jemand verstirbt. Das ist sicherlich nochmal eine andere Art des trauerns. Geht es noch jemandem so, oder könnt ihr recht schnell normal weiter machen, was hilft euch?

LG

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P
patrickpar
03.01.23 um 8:18
In Antwort auf leni

Hallo ihr lieben,

ich tue mich unglaublich schwer Menschen loszulassen. Ja, das tun wir sicher alle, aber mir scheint es besonders schwer zu fallen.

während andere Menschen schon 10 Schritte weiter sind denke ich pausenlos an den Menschen, mache mir ewig Gedanken "was wäre wenn", verliebe mich jeden Tag neu in die Hoffnung und in das Szenario dass dieser Mensch noch in meinem Leben wöre, Dinge anders gelaufen wären. Begleitet von unendlichen Schuldgefühlen, selbst, wenn sie vielleicht nicht sein müssten.

Wie verarbeitet ihr einen Verlust? Egal aus welcher Situation heraus, ausgenommen jemand verstirbt. Das ist sicherlich nochmal eine andere Art des trauerns. Geht es noch jemandem so, oder könnt ihr recht schnell normal weiter machen, was hilft euch?

LG

Durch meine Arbeit erfahre ich jeden Tag, wie kurz das Leben sein kann und dass man besser im hier und jetzt lebt, als in der Vergangenheit oder Zukunft...

Von daher versuche dir einfach immer klar zu machen, was ihr für schöne gemeinsame Erlebnisse hattet, aber dass diese der Vergangenheit angehören. Sie bleiben ein Teil von Dir und haben Dich zu der gemacht, die du heute bist.
Das war's aber auch. Versuche dir zu sagen, das du im hier und jetzt LEBEN musst.
Carpe Diem. 😉

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S
sisteronthefly
11.01.23 um 10:31

Hallo, 

manchmal stecken hinter großen Verlustängsten und Schwierigkeiten loszulassen frühkindliche Erfahrungen. Bei starker Ausprägung könnte eine Therapie dir vermutlich helfen. 

Ein wichtiger und mitunter der schwerste Punkt beim Loslassen ist die Akzeptanz. Nur wenn du eine Situation im vollen Umfang mit allen Auswirkungen akzeptierst kannst du dich irgendwann davon lösen. Meistens sind es Gefühle, die man nicht spüren möchte oder annimmt sie nicht ertragen zu können. Deshalb flüchtet man häufig in Gedanken "was wäre wenn" und durchdenkt alle Eventualitäten immer und immer wieder. Dabei entsteht ein Grübelkreislauf, der kein Ende findet. Die Gedanken beziehen sich meistens auf die Vergangenheit. Wobei jedem klar ist, dass Vergangenheit nicht änderbar ist. Nur im Jetzt kannst du etwas beeinflussen. Zum Beispiel auch, wie du dich jetzt fühlen möchtest. 

Verschiedener Trauerphasen sind hingegen ganz normal. Wichtig ist sich nicht zu verurteilen für die Gefühle, die gerade entstehen. Diese Gefühle wollen auch erst alle gefühlt werden, bevor sie gehen können. 

Du kannst dir professionelle Hilfe organisieren. Im Hinblick auf schwere Verlustängste finde ich das äußerst sinnvoll. Es gibt Entspannungs- und Meditationsübungen, die dir helfen können. Hierbei ist es vorher besser zu wissen, wie stabil du tatsächlich bist, da dich diese Übungen mit deinen Gefühlen in Verbindung bringen. Du kannst dich dazu auf den Boden legen. Erdung ist immer gut. Konzentration auf die Atmung legen oder einer geführten Meditation folgen. In der Übung, wie auch im täglichen Leben darauf achten, dass die Handflächen geöffnet sind. Wer festhält neigt zu geschlossenen Händen und hochgezogenen Schultern. I.d.R. kommt es zu Verspannungen in diesem Bereich. Physiotherapie zur Lockerung der Muskulatur wäre vermutlich hilfreich. Durch die Anspannung kann es auch sein, dass du nachts mit den Zähnen knirscht. Hier könnte der Zahnarzt eine Beißschiene anfertigen. Mehrere Phänomene gleichzeitig könnten sich auf somatischer Ebene zeigen. 

Wenn man den Gedankenkreislauf unterbrochen hat und mit ihm die begleitenden Schuldgefühle, dann kann man die Gedanken auf eine realistische Ebene holen. Auf dieser Ebene wird es dann leichter. 

LG Sis
 

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