Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / ...ich kann nicht abschließen mit der Vergangenheit (Schläge...)

...ich kann nicht abschließen mit der Vergangenheit (Schläge...)

2. August 2006 um 8:31

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Seit fast einem Jahr bin ich nicht mehr mit meinem damaligen Freund zusammen, aber die Erinnerungen an die Zeit belasten mich noch immer mehr als ich mir eingestehen möchte. Es ist nicht so, dass ich ihn zurückmöchte- das auf keinen Fall! Im Gegenteil- ich bin sogar froh, dass wir uns getrennt haben, denn wahrscheinlich hätte ich alleine diese Schritt nie geschafft, obwohl ich längst wusste, dass es mehr als nötig war.
Mein Problem liegt darin, dass er mich betrogen und geschlagen hat. Und zwar nicht nur mal ne Ohrfeige oder so. Nein- er hat mit Fäusten auf mich eingeschlagen und mit Füßen getreten wenn ich schon am Boden oder auf dem Bett lag. Meist einfach so, weil er wegen klitzekleinen Notlügen von meiner Seite (wie nein ich kann dir kein Geld leihen, weil ich noch... bezahlen muss- in Wirklichkeit hab ich ihm ein Geschenk von dem Geld gekauft) komplett ausgerastet ist. Nach einiger Zeit bin ich schon panisch zusammengezuckt, wenn er nur seine Hand gehoben hat um mich zu streicheln! Einmal war es so schlimm, dass ich keine Luft mehr bekam als er mich schlug, ein anderes Mal hatte ich wochenlang Schmerzen in den Rippen. Es tat beim Atmen weh und jede Bewegung war die Hölle. Einmal hat er sogar Sex mit mir gehabt obwohl ich gesagt habe er soll aufhören. Als ich deswegen anfing zu weinen fing er an mich zu beschimpfen, dass ich ihn so darstellen würde als wolle er mich vergewaltigen!
Es ist nun schon so lange her, doch ich kann es nicht vergessen, obwohl ich nicht oft daran denke. Ich kann mit niemandem darüber reden und habe es auch nicht getan, doch irgendwie muss ich es einfach loswerden.
Nun bin ich mit einem Albaner zusammen und höre schlimme Sachen über ihn. Es wird behauptet, dass er seine bisherigen Freundinnen alle geschlagen hat, sie eine soll er sogar zum Sex gezwungen haben. Ich kenne ihn seit 6 Jahren und habe schon damals Gefühle für ihn gehabt. Ich weiß auch, dass auch er damals schon Interesse an mir hatte. Irgendwie kommen wir aus zwei verschiedenen Welten. Er kam vor 14 Jahren aus dem Kosovo hierher, hat grade mal einen knappen Hauptschulabschluss und ist arbeitslos. Ich selber habe Abitur und möchte viel in meinem Leben erreichen. Ich weiß, dass meine Eltern nicht einverstanden mit ihm wären, doch ich habe auf irgendeine Art und Weise wirklich Gefühle für ihn und glaube auch nicht, dass er mir wehtun würde. Doch ich habe auch Angst davor, dass genau das passieren könnte.
Wüsste ich doch nur, ob wir eine Chance haben. Wisst ihr, ob es eine Möglichkeit gibt für ihn, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen? Seine Familie lebt leider von Sozialhilfe...
Hm- ich weiß einfach nicht mehr, was in meinem Leben noch alles passieren soll. Ich kann es einfach nicht mehr ertragen.
Bitte schreibt mir einfach, was ihr denkt. Mit wem kann ich vielleicht darüber reden? Was könnte mit helfen?
Danke an alle, die mir schreiben, was sie denken.

Mehr lesen

2. August 2006 um 10:37

Auch..

.... wenn der Schritt meist sehr schwerfällt, aber wenn Du nach fast einem Jahr noch immer so darunter leidest, solltest Du überlegen ob Du nicht zu einen Psychologen gehen solltest. Eine Gesprächsteraphie ist sicher genau das was Du benötigst um mit dem geschehenen umgehen zu können, vielleicht würdest Du es auch dann schaffen Dich selbst ein Stück mehr zu verstehen.

LG.
Cosmo

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

8. August 2006 um 0:14

Hallo sun
ich weiß ziemlich genau, was du durchmachst. denn ich habe leider auch das pech gehabt, einen mann kennenzulernen, der mir sehr viel angetan hat, was ein mann nicht tun sollte. und dabei hatte ich diesen mann sehr geliebt.
ich habe mich jahrelang mehr oder weniger verkrochen und habe die sache mit mir selbst abgemacht. genau das würde ich dir NICHT raten. such dir hilfe. aber das ist nicht einfach. denn nicht nur du kannst darüber nicht oder nur sehr schwer reden. es ist leider auch so, daß die meisten menschen es nicht hören wollen oder viel besser nicht hören können. es ist einfach sehr schwer zu ertragen, selbst für jemanden, der es nur hört. die meisten menschen schützen sich davor. es ist ein selbstschutz und er ist gut so. ich respektiere das heute.
heute habe ich auch einen gewissen abstand zu der ganzen geschichte. sie ist für mich abgeschlossen. ich fühle mich fast wie vor der zeit, also gesund. und ich sehe einige dinge etwas gelassener bzw. weiß sie etwas besser zu einzuschätzen. dazu gehört auch, daß die hilfe, die ich damals bei anderen gesucht habe, so bei niemandem finden konnte. es ist für den normalmenschen, der nicht so schlimme dinge erlebt hat, der nicht so stark verletzt wurde, nicht möglich, sich das vorzustellen. und es macht den leuten vor allem fast panische angst. und darum nehmen sie meistens abstand von einem solchen verletzten menschen. für mich war das damals das eigentlich schlimme an der ganzen situation. daß ich so völlig allein dastand und zusätzlich zu der riesen verletzung auch noch unter der einsamkeit wahnsinnig gelitten habe. und ich hatte niemanden, der zu mir stand. ich war damit ganz allein. und hatte eigentlich nur meine tiere. wären die nicht gewesen, hätt ich das vermutlich nicht überlebt.
in der zwischenzeit, ich habe etwa 5-6 jahre gebraucht, um das schlimmste zu überwinden (und wünsche dir natürlich, daß es bei dir viel schneller gehen möge), habe ich gelernt, mit vielem anders umzugehen. es braucht erst mal zeit. eine solche verletzung braucht viel zeit, um zu heilen. das sollte man wissen. und sich nicht überfordern und es möglichst schnell heilen wollen. ich habe es auch deswegen überwunden, weil ich in mich hineingehorcht habe und dann die positiven entwicklungen, so klein sie auch waren, versucht habe festzuhalten so lange wie möglich oder aber daß sie sich wiederholen. solange, bis es mir nach und nach besser ging.
freunde hatte ich leider keine mehr. die waren alle vorher und während der schlimmen zeit schon gegangen. aber ich habe mir dann eine therapeutin gesucht, mit der ich gut konnte. und dort habe ich langsam gelernt, wenigstens einige der schlimmen dinge auch zu erzählen (ich habe sie nur dort erzählt und manches bringe ich bis heute nicht über die lippen) und auch über anderes. dort habe ich mit der zeit (3 jahre) viel über mich gelernt, was ich heute nicht missen möchte. irgendwann hatte ich dann aber das gefühl, daß ich die sache abschließen will - und auch nicht mehr darüber reden möchte. ich habe das dann der therapeutin gesagt, daß ich nicht mehr darüber rreden will. und ich habe den mann und die erlebnisse einfach langsam aus meinem inneren gelöscht. und mittlerweile habe ich wirklich nicht mehr das bedürfnis, mich darüber auszutauschen. ich kann schon lange wieder gut schlafen und habe gott sei dank auch keine alpträume davon behalten. manchen geht es da anders.

ich will dir mit der schilderung meines weges nur sagen: es geht vorbei, aber es kann auch lange dauern, muß es aber nicht unbedingt. nur darf man es eben auch nicht übers knie brechen. die menschliche natur ist aber auch nicht so leicht kaputt zu kriegen. darum sollte man auf sie vertrauen (auf sich selbst, nicht nur auf den therapeuten. der tut nicht vielmehr, als dir zuzuhören).

nun zu deiner neuen beziehung. es ist schön, wenn ihr euch schon so lange zueinander hingezogen fühlt. manchmal gibt es das. und solches zu erleben, ist ein großes glück.
aber versichere dich, daß es auch wirklich so ist und daß er es ehrlich mit dir meint und dich nicht in irgendeiner form ausnutzt. denn wenn es nicht so ist, kannst du in teufels küche kommen. das kann dann wirklich die hölle für dich werden. ich weiß, wovon ich rede, denn ich war mit einem mann aus eben diesem kulturkreis zusammen. und ich habe auch im laufe der zeit viele kennengelent, die die besten familienväter waren, aber eben auch welche, die sehr unfair waren mit ihren frauen. für eine deutsche frau ist solch ein verhalten eigentlich nicht zu ertragen (für die anderen auch nicht, aber sie haben wenigstens gelernt, wie man evtl. damit umgehen kann, und in der regel auch eine große familie im hinterland, die vermittelnd eingreifen kann. das ist bei uns beides nicht der fall)
also rate ich dir zur vorsicht. aber nur weil für mich aus dem traummann ein absoluter alptraum geworden ist, muß das für dich nicht so sein und auch nicht werden. sei trotzdem etwas vorsichtig und pass auf dich auf und schütze dich. sollte es schwierig werden, suche dir schnellstmöglich eine gute unterstützung (psychologen, freunde etc.), die dir kraft gibt, das durchzustehen. warte dann nicht zu lange, so wie ich. du willst sicher nie wieder so schlecht behandelt werden wie vond einem letzten freund. also laß es auch bitte nicht zu! und habe nachsicht mit deinen mitmenschen. sehr schweres leid können die wenigsten verstehen. umgib dich mit menschen, die dir gut tun, aber überfordere sie nicht! und vor allem, finde heraus, was dir gut tut und tu es.

das zusammengefaßt ist es, was mir geholfen hat. ob es dir weiterhilft, mußt du selbst für dich herausfinden.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

11. August 2006 um 11:49
In Antwort auf iris_12886885

Hallo sun
ich weiß ziemlich genau, was du durchmachst. denn ich habe leider auch das pech gehabt, einen mann kennenzulernen, der mir sehr viel angetan hat, was ein mann nicht tun sollte. und dabei hatte ich diesen mann sehr geliebt.
ich habe mich jahrelang mehr oder weniger verkrochen und habe die sache mit mir selbst abgemacht. genau das würde ich dir NICHT raten. such dir hilfe. aber das ist nicht einfach. denn nicht nur du kannst darüber nicht oder nur sehr schwer reden. es ist leider auch so, daß die meisten menschen es nicht hören wollen oder viel besser nicht hören können. es ist einfach sehr schwer zu ertragen, selbst für jemanden, der es nur hört. die meisten menschen schützen sich davor. es ist ein selbstschutz und er ist gut so. ich respektiere das heute.
heute habe ich auch einen gewissen abstand zu der ganzen geschichte. sie ist für mich abgeschlossen. ich fühle mich fast wie vor der zeit, also gesund. und ich sehe einige dinge etwas gelassener bzw. weiß sie etwas besser zu einzuschätzen. dazu gehört auch, daß die hilfe, die ich damals bei anderen gesucht habe, so bei niemandem finden konnte. es ist für den normalmenschen, der nicht so schlimme dinge erlebt hat, der nicht so stark verletzt wurde, nicht möglich, sich das vorzustellen. und es macht den leuten vor allem fast panische angst. und darum nehmen sie meistens abstand von einem solchen verletzten menschen. für mich war das damals das eigentlich schlimme an der ganzen situation. daß ich so völlig allein dastand und zusätzlich zu der riesen verletzung auch noch unter der einsamkeit wahnsinnig gelitten habe. und ich hatte niemanden, der zu mir stand. ich war damit ganz allein. und hatte eigentlich nur meine tiere. wären die nicht gewesen, hätt ich das vermutlich nicht überlebt.
in der zwischenzeit, ich habe etwa 5-6 jahre gebraucht, um das schlimmste zu überwinden (und wünsche dir natürlich, daß es bei dir viel schneller gehen möge), habe ich gelernt, mit vielem anders umzugehen. es braucht erst mal zeit. eine solche verletzung braucht viel zeit, um zu heilen. das sollte man wissen. und sich nicht überfordern und es möglichst schnell heilen wollen. ich habe es auch deswegen überwunden, weil ich in mich hineingehorcht habe und dann die positiven entwicklungen, so klein sie auch waren, versucht habe festzuhalten so lange wie möglich oder aber daß sie sich wiederholen. solange, bis es mir nach und nach besser ging.
freunde hatte ich leider keine mehr. die waren alle vorher und während der schlimmen zeit schon gegangen. aber ich habe mir dann eine therapeutin gesucht, mit der ich gut konnte. und dort habe ich langsam gelernt, wenigstens einige der schlimmen dinge auch zu erzählen (ich habe sie nur dort erzählt und manches bringe ich bis heute nicht über die lippen) und auch über anderes. dort habe ich mit der zeit (3 jahre) viel über mich gelernt, was ich heute nicht missen möchte. irgendwann hatte ich dann aber das gefühl, daß ich die sache abschließen will - und auch nicht mehr darüber reden möchte. ich habe das dann der therapeutin gesagt, daß ich nicht mehr darüber rreden will. und ich habe den mann und die erlebnisse einfach langsam aus meinem inneren gelöscht. und mittlerweile habe ich wirklich nicht mehr das bedürfnis, mich darüber auszutauschen. ich kann schon lange wieder gut schlafen und habe gott sei dank auch keine alpträume davon behalten. manchen geht es da anders.

ich will dir mit der schilderung meines weges nur sagen: es geht vorbei, aber es kann auch lange dauern, muß es aber nicht unbedingt. nur darf man es eben auch nicht übers knie brechen. die menschliche natur ist aber auch nicht so leicht kaputt zu kriegen. darum sollte man auf sie vertrauen (auf sich selbst, nicht nur auf den therapeuten. der tut nicht vielmehr, als dir zuzuhören).

nun zu deiner neuen beziehung. es ist schön, wenn ihr euch schon so lange zueinander hingezogen fühlt. manchmal gibt es das. und solches zu erleben, ist ein großes glück.
aber versichere dich, daß es auch wirklich so ist und daß er es ehrlich mit dir meint und dich nicht in irgendeiner form ausnutzt. denn wenn es nicht so ist, kannst du in teufels küche kommen. das kann dann wirklich die hölle für dich werden. ich weiß, wovon ich rede, denn ich war mit einem mann aus eben diesem kulturkreis zusammen. und ich habe auch im laufe der zeit viele kennengelent, die die besten familienväter waren, aber eben auch welche, die sehr unfair waren mit ihren frauen. für eine deutsche frau ist solch ein verhalten eigentlich nicht zu ertragen (für die anderen auch nicht, aber sie haben wenigstens gelernt, wie man evtl. damit umgehen kann, und in der regel auch eine große familie im hinterland, die vermittelnd eingreifen kann. das ist bei uns beides nicht der fall)
also rate ich dir zur vorsicht. aber nur weil für mich aus dem traummann ein absoluter alptraum geworden ist, muß das für dich nicht so sein und auch nicht werden. sei trotzdem etwas vorsichtig und pass auf dich auf und schütze dich. sollte es schwierig werden, suche dir schnellstmöglich eine gute unterstützung (psychologen, freunde etc.), die dir kraft gibt, das durchzustehen. warte dann nicht zu lange, so wie ich. du willst sicher nie wieder so schlecht behandelt werden wie vond einem letzten freund. also laß es auch bitte nicht zu! und habe nachsicht mit deinen mitmenschen. sehr schweres leid können die wenigsten verstehen. umgib dich mit menschen, die dir gut tun, aber überfordere sie nicht! und vor allem, finde heraus, was dir gut tut und tu es.

das zusammengefaßt ist es, was mir geholfen hat. ob es dir weiterhilft, mußt du selbst für dich herausfinden.

Vielen dank
für deine ausführliche antwort. Ich habe freunde, denen ich dass alles erzählen könnte, aber ich habe angst vor ihrer reaktion dem jungen gegenüber. Ich möchte auf keinen fall, dass er erfährt, dass ich jemandem davon erzählt habe, da ich nicht weiß, was dann passieren würde. Außerdem schuldet er mir noch sehr viel geld u wir stehen deshalb noch immer in kontakt. =(
ich weiß momentan einfach auch irgendwie gar nich ob ich mit meinem jetzigen freund noch einmal solch eine schwierige situation durchstehen kann, denn ich will meine eltern nich verletzen u ich weiß leider, dass sie ein problem mit ihm hätten.
brauch erst einmal zeit glaub ich um mit allem selber klar zu kommen. weiß nur nich genau wie

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram

Das könnte dir auch gefallen