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Ich kann es nicht benennen...

16. August 2011 um 21:48

Hallo! Ich schreibe das erste mal in einem Forum. Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Vor 6 Jahren hatte ich 4 Jahre lang eine feste Beziehung. Ich war auch anfangs sehr glücklich. Bis ich eines Tages erfahren habe,dass mein Freund mich mit seiner Ex-Freundin betrügt. Daraufhin habe ich mich von ihm getrennt. Er war total verzweifelt, dass ich Schluss gemacht habe. Also hat er um mich gekämpft. Er war total lieb, hat mir Blumen gekauft und hat mir immer beteuert dass er mich liebt und mir nie wieder so etwas antun wird. Also habe ich mich wieder auf ihn eingelassen. Ich habe ihn auch noch geliebt und habe gehofft alles wird besser. Da habe ich mich aber getäuscht. Er wurde arbeitslos und hatte dadurch den ganzen Tag Zeit. Er ist bis spät in der Nacht unterwegs gewesen. Kam meistens betrunken nach hause und hat bis mittag geschlafen. Die Arbeit die ich damals hatte, fing schon früh um 6 Uhr an. Also habe ich den Schlaf gebraucht. Das hat aber meinen damaligen Freund nicht interessiert. Ich habe das alles mitgemacht....ich habe ihn geliebt und wollte ihn nicht verlieren. Eines Tages (eher Nachts), früh um 3 Uhr kam mein Freund betrunken nach hause. Ich habe ihn erst nicht gehört,bis er in das Schlafzimmer kam. Er hat Licht gemacht und sich auf mich geschmissen. Ich bin total erschrocken. Ich habe versucht ihn runter zu schieben. Hatte aber keine Chance. Er fing an mich zu küssen udn mich intim zu berühren. Ich wollte das nicht, habe ihm das auch gesagt. Ihn hat das aber nicht interessiert. Er hat einfach weiter gemacht. Ich habe angfangen mich zu wehren. Habe ihn geschlagen,habe geschrien und ihn angefleht auf zu hören. Ihm war das egal. Er hat brutal meine Beine auseinander gedrückt und hat versucht in mich einzudringen. Das ging aber nicht, ich war total verspannt. Er hat mit seinen Fingern und seinem P.... so lang weiter gemacht, bis es endlich ging. Ich hatte totale Schmerzen.
Und keine Kraft mehr mich zu wehren. Ich lag am Schluss nur noch ganz ruhig da und habe gewartet bis es vorbei ist. Als er fertig war, ist er von mir runter gerutscht und hat sich neben mich gelegt zum schlafen. Ich war total aufgewüllt, hab mich im Bad eingesperrt und hab nur geheult. An schlafen war nicht mehr zu denken. Ich bin dann frühs auf Arbeit gegangen,als wäre nichts passiert. Nachmittags habe ich meinen Freund gesehen. Er hat nicht darüber geredet. Für ihn ist nichts passiert. Ich war mir dann überhaupt nicht sicher was ich machen soll. Ich habe es niemanden erzählt. Hatte Angst es zu übertreiben,vielleicht war das garnicht so schlimm. Das ganze ist mir noch zweimal mit ihm passiert. Ich hatte Angst das mir keiner glaubt,also hab ich meinen Mund gehalten. Ich konnte mich auch nicht von ihm trennen...ich habe ihn zu sehr geliebt. Er hat dann Schluss gemacht,was wahrscheinlich auch gut war.
Ich mach jetzt 6 Jahre später eine Therapie nach der anderen. Mir wurden die Diagnosen Depression und Borderlinestörung gestellt. Ich konnte bis jetzt noch nicht darüber reden. Mir fällt das sehr schwer. Ich kann das Erlebte nicht einmal beim Namen nennen.

Wie schafft man es darüber zu reden? Übertreibe ich es? Ich muss ständig daran denken,es macht mich fertig.

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16. August 2011 um 22:43

Hey.
Also zunächst tut es mir unendlich Leid was dir passiert ist. Gerade von jemandem vergewaltigt zu werden (und wie du es schilderst war es auf jeden Fall eine Vergewaltigung), dem man vertraut stelle ich mir unvorstellbar schmerzhaft vor.
Wenn du sagst, dass du bisher nicht darüber reden konntest, heißt das dass du auch nicht mit dem/den Therapeuten darüber gesprochen hast? Wenn es das heißt, dann wäre das, denke ich, ein guter Anfang...Ich weiß wie schwer es ist, das Geschehene auszusprechen. Ich wurde selbst vergewaltigt. Nur im Unterschied zu dir wurde ich direkt danach 'gefunden', sodass nciht so viel Zeit verging, aber in dem Moment schien es mir unmöglich den Satz "Ich wurde vergewaltigt" auszusprechen oder auch nur zu denken.
Aus meiner Erfahrung kann ich aber sagen, dass es mit der Zeit einfacher wurde. Anfangs kostet es tierische Überwindung, aber es wird leichter. Unsere Geschichten sind zwar nicht unbedingt vergleichbar, ich könnte mir vorstellen, dass wenn du den ersten Schritt gegangen bist, es auch für dich einfacher wird. Denn die Bilder und die Erinnerungen an das, was dir passiert ist werden aus deinem Kopf nicht verschwinden. Aber das drüber sprechen macht es (so ging es mir zumindest) ertragbarer, denn man weiß, dass es eine Anlaufstelle gibt, die Bescheid weiß und mit der man im Notfall sprechen kann...
Ich kann jetzt aus deinem Beitrag nciht erschließen, ob du schon mit deinem Therapeuten darüber gesprochen hast. Aber wie gesagt, ich denke das wäre ein guter Anfang.
Und zu deiner letzten Frage:
Nein, du übertreibst nicht. Du hast deinem damaligen Freund deutlich gemacht, dass du nicht mit ihm schlafen möchtest und er hat es ignoriert. Das ist Vergewaltigung und daran ist nichts schön zu reden. Dich triffst keinerlei Schuld!
LG,
Juliane

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17. August 2011 um 12:23

Danke...
Danke schonmal dass ihr mir geantwortet habt. Hatte irgendwie Angst dass nix kommt.

Ich habe das Thema bei meinem Therapeuten schon mal angesprochen. Aber nur ganz kurz. Ich habe nicht weiter darüber gesprochen. Er hat mich aber auch darauf nicht angesprochen. Ich weiss nicht ob das ein zu schweres Thema für ihn ist. Er ist Verhaltenstherapeut.

Meine ganzen Therapien waren Verhaltenstherapien. Es ging immer um meine Borderlinestörung. Da wird zwar auch über die Vergangenheit geredet, aber über das Thema wurde nie intensiv geredet. Obwohl ich es angedeutet habe.

Ich hatte insgesamt 4 Therapien, die gingen alle über 6 Wochen. Ich war 2 mal in einer Psychiatrie und 2 mal in einer Psychosomatischen Klinik. Und ich habe es in der Zeit nie geschafft darüber zu reden.

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18. August 2011 um 17:01

Hallo
...war heut bei meinem Therapeuten. Hab das Thema angesprochen. Er hat es auch in unser Gespräch aufgenommen. Es war sehr schwer etwas zu sagen, vorallem wo er das V-Wort benutzt hat. Ich komm damit einfach nicht klar. Nach 40 min rumgestammel haben wir das Gespräch abgebrochen. Ich bleib aber dran. Ich will das endlich aufarbeiten.
Danke für euer Verständnis!

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19. August 2011 um 17:02

Was mich immer so...
bei denFrauen hier berührt ist die Aussage "ich habe ihn zu sehr geliebt". Und aus dem Grund lassen sie alles mit sich machen. Ich verstehe das nicht, nicht in meinem Alter.

Heute ist sogar erzwungener Sex in der Ehe strafbar.
Und ich frage mich warum hast Du ihn nicht angezeigt. Das könntest Du heute noch. Schließlich hast Du einen erheblichen Schaden davon genommen. Du müsstest dem Gericht nocht nicht einmal viel erklären das würden Deine Therapeuten schon machen.
Ich kann es nicht verstehen.

Alles Gute wünsche ich Dir.

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20. August 2011 um 13:59

Hallo theriemie...
Ich kann schon nachvollziehen dass du das nicht verstehen kannst. Es ist schwer. Ich war irgendwie von ihm abhängig. Ich habe echt gedacht, dass dieser Typ mein Traummann ist. Mein Selbstbewusstsein ist nicht grade das beste. Ausserdem hab ich mir an dieser Sache die meiste Schuld gegeben.

Das von dir zu lesen, tut irgendwie weh. Heute würde ich das nicht mehr mit mir machen lassen. Jetzt zu einem Mann Vertrauen zu finden,ist fast unmöglich. Ich habe seit 6 Jahren keine Beziehung mehr geführt. Naja...

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