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Ich hasse es, wenn ich zickig bin - aber was dagegen tun?

11. Dezember 2007 um 10:42

Hallo ins Forum,

ich hab eine Eigenschaft, die mich mächtig an mir ärgert. Ich kann manchmal ziemlich ausfällig werden, wenn mir etwas nicht in den Kram passt. Meist sind das Kleinigkeiten - eine bestimmte Kochzutat ist nicht im Haus, oder ein Gerät funktioniert nicht. Manchmal lässt mich das kalt, aber manchmal ticke ich auch aus, dann schimpfe und fluche ich und beschließe, dass jetzt gar nix mehr geht. Das ist zwar dann sehr schnell wieder vorbei - ist wohl so eine Art Ventil - aber für meinen Partner ist das schon nervig. Ich bin dann zickig und genervt, und mich macht das selber wahrscheinlich mehr fertig als ihn. Ich würde so gern da ein bisschen ausgeglichener sein.

Nochwas ärgert mich an mir selbst: Ich bin eine total schlechte Verliererin. Mit mir kann man nicht mal ne Runde Schach spielen, ich werde dann sauer, wenn ich merke, dass ich am Verlieren bin.

Mein Partner sagt, er hätte folgendes an mir beobachtet: Das Spiel (Schach oder auch ein anderes) ist eigentlich immer noch recht ausgeglichen, und dann beschließe ich plötzlich, dass ich ja sowieso verliere, dann gehts bergab, und natürlich fange ich dann erst recht an zu ningeln. Das ist so eine gräßliche Eigenschaft, die ich an mir hasse, aber ich kann einfach nicht gegen diese Frustgefühle an. Dabei bin ich ansonsten wirklich ausgeglichen, optimistisch und fröhlich. Mir gehts gut, ich bin glücklich, und ich kann auch viel größere "Katastrophen" gelassen hinnehmen und Lösungen finden. Aber bei solchen Kleinigkeiten werde ich knatschig.

Kennt ihr das auch? Ich will ja meine Persönlichkeit nicht umkrempeln (und mal kurz aus der Haut zu fahren kann ja auch gut sein), aber diese Zickerei und Nörgelei bei wirklich NICHTIGEN Sachen würde ich doch gerne in den Griff kriegen. Gerade bei einem Spiel - Himmel nochmal, dabei will man sich doch eigentlich amüsieren! Wieso nehme ich das Verlieren so schwer?

Mein Partner hat schon ganz gut gelernt, mich in solchen Situationen erst mal "toben" zu lassen. Danach bin ich auch sehr schnell wieder guter Laune, und ich hab längst vergessen, dass ich noch vor 10 Minuten echt nervig drauf war. Er nimmt das allerdings nicht so leicht wie ich. Ist ein anderer Typ als ich - braucht erst Zeit, um zu verarbeitetn, und redet dann mit mir darüber. Es kann passieren, dass er einen Tag später sagt: Das gestern war... Und ich: Gestern? Was war denn gestern?

Ich verstehe das auch - ich möchte am liebsten auch nicht mit mir in einem Raum sein, wenn ich so nervig bin. Ich möchte gerne mal mit ihm Schach spielen, ohne mich so maßlos über mein Versagen zu ärgern. Er spielt besser als ich, aber das ist nicht der Punkt. Mir ist wichtig, dass er gerne mit mir spielt. An sich macht es mir ja auch Spaß. Wenn ich mich nicht selber immer so runterziehen würde.

Kennt das jemand? Und was tut ihr dagegen? wär über Meinungen echt dankbar.

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11. Dezember 2007 um 15:57

Du sagst es ja selbst
" und mich macht das selber wahrscheinlich mehr fertig als ihn".

Das ist der Punkt. Es kostet DICH Energie, dir geht es schlecht, du machst dich fertig. Das die anderen mitleiden müssen und irgendwann keine Lust mehr darauf haben ist ja verständlich... Aber änder es für dich selbst. Man darf das alles nicht so eng sehen und muss auch mal über sich selbst lachen können. Es gibt doch wirklich schlimmeres als ein kaputtes Haushaltsgerät. Hier passt wieder der Spruch "Guck dir mal andere an, die haben noch nichtmal was zu essen". Wie wahr. Achte mal darauf wie gut es dir eigentlich geht.

Ich denke du bist ein sehr impulsiver Typ, ich selbst bin auch so. Man sollte aber lernen seine Emotionen in den Griff zu bekommen, denn man kann nicht immer von andern erwaten das sie das ständig ertragen und hinnehmen.

Also tu es für dich, wenn es dir gut geht, geht es auch deiner Beziehung gut.

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11. Dezember 2007 um 16:23
In Antwort auf mya11111

Du sagst es ja selbst
" und mich macht das selber wahrscheinlich mehr fertig als ihn".

Das ist der Punkt. Es kostet DICH Energie, dir geht es schlecht, du machst dich fertig. Das die anderen mitleiden müssen und irgendwann keine Lust mehr darauf haben ist ja verständlich... Aber änder es für dich selbst. Man darf das alles nicht so eng sehen und muss auch mal über sich selbst lachen können. Es gibt doch wirklich schlimmeres als ein kaputtes Haushaltsgerät. Hier passt wieder der Spruch "Guck dir mal andere an, die haben noch nichtmal was zu essen". Wie wahr. Achte mal darauf wie gut es dir eigentlich geht.

Ich denke du bist ein sehr impulsiver Typ, ich selbst bin auch so. Man sollte aber lernen seine Emotionen in den Griff zu bekommen, denn man kann nicht immer von andern erwaten das sie das ständig ertragen und hinnehmen.

Also tu es für dich, wenn es dir gut geht, geht es auch deiner Beziehung gut.

Naja...
... das WEISS ich doch, dass das alles nicht so wichtig ist. Arbeite für eine Hilfsorganisation - sehe das jeden Tag. Um diese Dimensionen geht es mir gar nicht. Da wäre man ja dämlich, wenn man das nicht sehen würde.

Eben drum ärgert mich das ja so an mir selber. Das Problem ist - ich weiß nicht so recht, wie ichs anpacken soll. Gut, die Sache mit dem Aufregen über eine Kleinigkeit - da kommt es ganz auf die Situation an. Oft hab ich mich da schon selber gezügelt und konnte dann drüber lachen. Aber dieses Nörgelig-Werden, wenn ich bei einem Spiel verliere - das ist einfach doof. Leider kann ich in dem Moment ja nicht gegen dieses Gefühl an.

Mit meiner Beziehung ist alles okay. Wir reden ja auch drüber. Und er hat ja auch nervige Angewohnheiten. Damit kommen wir schon klar - wir lieben uns ja.

Ich dachte, es hätte vielleicht einer einen Tipp, WIE man seine Emotionen in den Griff bekommt. Mal kurz rausgehen und eine Runde um den Block? Oder Autosuggestion - was weiß ich. In dem Moment, wo ich ärgerlich bin, will ich mich ja ärgern. Und gleichzeitig ärgere ich mich, dass ich mich ärgere. *lach*

Ändern will ich es ja. Aber wie? Mir ist schon klar, dass es kein Patentrezept gibt. Aber vielleicht kennt das jemand von sich selbst und sagt mir, wie er damit umgeht.

Liebe Grüße
nexgo

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11. Dezember 2007 um 16:59
In Antwort auf nexgo

Naja...
... das WEISS ich doch, dass das alles nicht so wichtig ist. Arbeite für eine Hilfsorganisation - sehe das jeden Tag. Um diese Dimensionen geht es mir gar nicht. Da wäre man ja dämlich, wenn man das nicht sehen würde.

Eben drum ärgert mich das ja so an mir selber. Das Problem ist - ich weiß nicht so recht, wie ichs anpacken soll. Gut, die Sache mit dem Aufregen über eine Kleinigkeit - da kommt es ganz auf die Situation an. Oft hab ich mich da schon selber gezügelt und konnte dann drüber lachen. Aber dieses Nörgelig-Werden, wenn ich bei einem Spiel verliere - das ist einfach doof. Leider kann ich in dem Moment ja nicht gegen dieses Gefühl an.

Mit meiner Beziehung ist alles okay. Wir reden ja auch drüber. Und er hat ja auch nervige Angewohnheiten. Damit kommen wir schon klar - wir lieben uns ja.

Ich dachte, es hätte vielleicht einer einen Tipp, WIE man seine Emotionen in den Griff bekommt. Mal kurz rausgehen und eine Runde um den Block? Oder Autosuggestion - was weiß ich. In dem Moment, wo ich ärgerlich bin, will ich mich ja ärgern. Und gleichzeitig ärgere ich mich, dass ich mich ärgere. *lach*

Ändern will ich es ja. Aber wie? Mir ist schon klar, dass es kein Patentrezept gibt. Aber vielleicht kennt das jemand von sich selbst und sagt mir, wie er damit umgeht.

Liebe Grüße
nexgo

Hi Nexgo!
Tja, wie Du schon sagst, einfach ist das nicht, im "hohen" Alter noch Frustrationstoleranz zu lernen.
Eine Möglichkeit bietet das sogenannte Cueing! Du achtest in den nächsten Tagen darauf, wie sich dieses "Zickigsein" ankündigt, sei es mit Gedanken oder auf körperlicher Ebene und überlegst dann wie Du dagegen vorgehst. Das kann "kurzes aus der Situation gehen, bis man sich beruhigt hat" sein oder dass man sich im Vorfeld Gedanken überlegt hat, die man sich alternativ aktiv denken "muss" in dieser Situation. Z.B. ich spiele um Spaß zu haben, nicht um zu gewinnen. Und achte darauf, wie die Spannung wieder nachläßt!
Und sei nicht zu fordernd Dir gegenüber. Laß Dir Zeit! Wahrscheinlich hast Du früher von bestimmten Personen das bekommen was Du wolltest, wenn Du "zickig" warst. Das zu verlernen kann dauern!

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11. Dezember 2007 um 22:30
In Antwort auf den1s

Hi Nexgo!
Tja, wie Du schon sagst, einfach ist das nicht, im "hohen" Alter noch Frustrationstoleranz zu lernen.
Eine Möglichkeit bietet das sogenannte Cueing! Du achtest in den nächsten Tagen darauf, wie sich dieses "Zickigsein" ankündigt, sei es mit Gedanken oder auf körperlicher Ebene und überlegst dann wie Du dagegen vorgehst. Das kann "kurzes aus der Situation gehen, bis man sich beruhigt hat" sein oder dass man sich im Vorfeld Gedanken überlegt hat, die man sich alternativ aktiv denken "muss" in dieser Situation. Z.B. ich spiele um Spaß zu haben, nicht um zu gewinnen. Und achte darauf, wie die Spannung wieder nachläßt!
Und sei nicht zu fordernd Dir gegenüber. Laß Dir Zeit! Wahrscheinlich hast Du früher von bestimmten Personen das bekommen was Du wolltest, wenn Du "zickig" warst. Das zu verlernen kann dauern!

Okay
Danke für den Tipp. Das werd ich mal probieren. Gleich mal ne runde Schach spielen. *lach* Kann mir schon vorstellen, dass sowas auch Zeit braucht. Aber ich möchte es wirklich gerne wenigstens ansatzweise verbessern.

Eigentlich haben mich meine Eltern nicht so erzogen, dass zickig sein geholfen hätte. *grübel* Im Gegenteil - ein Nein war eigentlich immer ein Nein. Geschmollt hab ich natürlich - wer tut das nicht als Kind.

Na, ist ja auch egal - es ist nun mal eine Schwäche von mir, und der will ich schön in den Hintern treten. Wo ich doch sonst SO perfekt bin.

Danke nochmal für eure Hilfe!

Liebe Grüße
nexgo

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12. Dezember 2007 um 18:30
In Antwort auf nexgo

Okay
Danke für den Tipp. Das werd ich mal probieren. Gleich mal ne runde Schach spielen. *lach* Kann mir schon vorstellen, dass sowas auch Zeit braucht. Aber ich möchte es wirklich gerne wenigstens ansatzweise verbessern.

Eigentlich haben mich meine Eltern nicht so erzogen, dass zickig sein geholfen hätte. *grübel* Im Gegenteil - ein Nein war eigentlich immer ein Nein. Geschmollt hab ich natürlich - wer tut das nicht als Kind.

Na, ist ja auch egal - es ist nun mal eine Schwäche von mir, und der will ich schön in den Hintern treten. Wo ich doch sonst SO perfekt bin.

Danke nochmal für eure Hilfe!

Liebe Grüße
nexgo

Nachtrag
Hallo nexgo, ich glaub es fehlt dir ersteinmal am nötigen Selbstbewusstsein. Manchmal braucht es ein wenig Mut, um sich seine eigenen Fehler und Schwächen eingestehen zu können, vorallem wenn man sich dem Partner gegenüber minderwertiger fühlt oder das Bedürfnis hat, ihn ständig übertrumpfen zu müssen.

Dass Du mit deinem Partner über Probleme diskutieren kannst ist gut, aber anscheinend seid ihr bis jetzt zur keiner gemeinsamen Lösung gekommen, sonst hättest du hier nicht um Rat gebeten. Ich frage mich warum! Seid ihr euch gegenüber nicht erhlich genug? Ich vermute, dass der eigentliche Grund für deinen Hilferuf ein anderer ist, als Du dir tatsächlich eingestehen willst...

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24. Januar 2008 um 0:53

Ich bin auch soo
boooaaa jaaa das kenne ich zu gut Ich bin auch total impulsiv und flippe sehr schnell bei kleinigkeiten aus und rege mich ewig drüber auf wenn cih nich abgelenkt werde!ABer so wirklcih schlimme sachen, da behalte ich den kühlen kopf und habe voll den durchblick!KOmische sache...meinen freund nervt das auch kann ich ja verstehen aber manchmal kann ich dagegen nix machen!Ichdenke dann, wenn es mich doch aufregt, wieso muss ich das für mich behalten und mich zurückhalten ???!!(jetz nich bei haushaltsgeräten...aber allgemein ich bin auch sehr eifersüchtig hmmmmm.....schon dumm sowas.....lg

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22. Januar 2013 um 23:50

Ich meine die Pille sei keine Lösung
Nimmst du die Pille? Ich kenne das sehr gut von mir und weiß eben so gut nicht fair zu agiren..

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