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Ich habe mich zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit geschnitten und schäme mich.

3. September um 2:13

Hallo, ich hoffe ich kann mit euch über ein sehr schwieriges Thema sprechen.
Ich habe so Angst.
Früher habe ich mich geritzt aber nicht schlimm. ich hatte davon kaum Narben.
Seit den letzten vier Wochen geht es mir sehr schlecht. Meine Therapeutin zieht um und ich bin Mutter von Zwillingen geworden, alleinerziehend ich habe es nicht geschafft.
Aus Verantwortung habe ich entschieden dass die Kinder in einer Pflegefamilie leben wo sie gesund groß werden und ein schönes Leben bekommen.
Mir tut das alles total weh. Außerdem habe ich ständig Schuldgefühle und Dissoziationen, ein Trauma weil ich vor noch nicht allzu langer Zeit vergewaltigt wurde.
Vorletzte Woche habe ich mich geschnitten aber das war noch nicht so schlimm wie jetzt. Ich bin mit meinen Wunden zum Arzt.
Jetzt habe ich mich wieder geschnitten und heftige Wunden davon. Ich schäme mich und habe Angst nochmal zu meiner Ärztin zu gehen. Ich bin so oft die letzte Zeit da gewesen. Bitte gebt mir Mut. LG Jana

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3. September um 7:38

Du musst dich nicht schämen. Wenn ein Lungenpatient hustet, dann muss er sich auch nicht schämen. Wenn ein Patient mit Knieproblemen humpelt, dann muss er sich auch nicht schämen. Und wenn mit der Seele eines Patienten was nicht in Ordnung ist, dann gibt es da auch keinen Grund sich zu schämen. Du hast verantwortlich für deine Kinder gehandelt. Das ehrt dich. Das ist schön und gut. Jetzt aber brauchst du Hilfe, weil du krank geworden bist. Und diese Hilfe musst du dir auch holen. Wenn du jetzt häufiger zum Arzt gehst, dann weil es nötig ist. Da gibt es nichts zu schämen. Wenn du öfters kommst, wird deine Ärztin erkennen, dass das bisherige  Maß an Behandlung noch nicht ausreicht, oder dass eine ganz andere Art der Behandlung nötig ist. Sollte sich herausstellen, dass deine Ärztin dir nicht helfen kann, musst du weitersuchen. Außerdem gibt es zusätzlich viele Hilfsangebote. Schau doch mal auf der Seite von Frauen-gegen-Gewalt.de. Dort findest du viele Hilfsangebote - auch anonym. Und für Gespräche gibt es auch bei Caritas und Diankonie gute Angebote von Menschen, die dir weiterhelfen können. Bleib nicht alleine mit deiner Not. Kümmere dich gut um dich selbst und hole dir Hilfe. Du hast, wie gesagt keinen Grund dich zu schämen. Wer für die Kinder einen schönen Platz sucht und sich um die eigene kranke Seele kümmert, darf sich freuen über sich selbst. Du hast gut gehandelt. Alles Gute dir.

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3. September um 8:56

niemand muss sich der Symptome einer Krankheit schämen!

Aber Du solltest die Zeichen ernst nehmen. Wenn Deine Therapeutin nicht mehr da ist und Du Dich gerade in einer wirklich aktuten Phase befindest, geh in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses. Diese Option steht Dir mit schlimmen seelischen Schmerzen genauso offen wie jedem mit schlimmen körperlichen Schmerzen.

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