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Ich habe meinen Vater verloren und fühle mich wie im falschen Film..

3. Juni 2013 um 22:09 Letzte Antwort: 24. Juli 2013 um 23:29

Hallo ihr Lieben...

Vor 2 Wochen ist mein Vater verstorben ( 62 ),ich war die ganze Zeit im Krankenhaus dabei, das hört sich lang an aber es waren nur 6 Tage.Ich hatte ihn im Arm als er verstarb, ich habe auch schon die Beerdigung geschafft. Dennoch ist es als würde es bei mir nicht ankommen,bzw will ich es einfach nicht akzeptieren, dabei war ich doch dabei.
Ich verstehe es einfach nicht das es nicht mehr da sein soll, ich kann es euch nicht beschreiben, ich weiß nur das es mir unendlich weh tut aber mein Kopf es nicht annehmen möchte.
Es kann doch nicht sein das ich ihn nie wieder drücken kann,oder mit ihm knuddeln oder reden. Ja selbst das nicht mehr zanken können das geht mir nicht in den Kopf..
Ich musste das mal runter schreiben, weil ich das nicht weiß wie ich es erklären soll, ich bin teilweise ganz verwirrt.

Ich danke fürs lesen, evtl kennt das jemand.
LG Thea

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6. Juni 2013 um 21:02

Auch Vater verloren
Hallo Thea,
ich weiß wie du dich fühlst und kann alles nachvollziehen. Vor 3 Monaten ist mein Vater (63 Jahre) beim Kegeln einfach umgekippt. Er hat im Krankenhaus noch ein paar Stunden gelebt, aber dann hat er es leider nicht mehr geschafft.

Manchmal denke ich einfach, dass das alles nicht wahr ist und er einfach wieder um die Ecke kommt - aber leider ist das nicht so und der Gedanke, dass ich ihn NIE wieder sehen werde macht mich immer unendlich traurig.

Ich kümmere mich neben meiner Familie und meinen Job nun auch um meine Mutter und meiner Oma (Die Mutter von meinem Vater). Dank meiner kleinen Kinder ist tagsüber aber immer so viel los, das einem Gott sei Dank keine Zeit bleibt. Und die gehen mit dem Thema Tot halt ganz anders um.

Ich wünsche dir viel Kraft
Schlamutzi

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6. Juni 2013 um 22:16

Danke
Hallo liebe Schlamutzi,

ja das Gefühl einfach anzurufen oder hin zu gehen habe ich auch ganz stark und immer wenn dieser Gedanke Kommt " ach ne geht ja nicht mehr" , nimmt es mir schier den Atmen.

Ich kümmere mich im Moment auch sehr um meine Mutter. Sie waren 46 Jahre zusammen und ich habe unendlich Angst das sie es nicht verkraftet und ich sie auch noch verliere. Aber " zum Glück ", war mein Vater selbstständig, so haben wir grad viel um die Ohren wie es mit dem Geschäft weiter geht. ich hoffe das trägt meine Mutter etwas über die erste Zeit.

Es tut mir gut zu sehen das ich nicht alleine bin, auch wenn es eigentlich Logisch ist das es irgendwann jeden trifft.

Ich wünsche dir auch viel Kraft
LG Thea

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8. Juni 2013 um 20:51

Wünsche auch viel Kraft
Wünsche dir und vor allem deiner Mutter ganz viel Kraft!
Ich glaube bis das verarbeitet ist, wird es noch ganz lange dauern, ich sage zum Beispeil immer nocht "ich gehe zu meinen Eltern" Eigentlich muss es jetzt ja nur heißen, ich gehe zu meiner Mutter.

Ich kann dir nur raten mit deiner Mutter auch weiterhin über deinen Vater zu reden, das hilft uns ungemein und erinnert uns immer an die Zeit die wir miteinander hatten.

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19. Juli 2013 um 7:52

Liebe Thea,
es gibt da einen Club, den Club der toten Väter. Und du kannst nicht Mitglied werden, bevor du nicht dazugehörst. Ich meine, natürlich kannst du versuchen es zu verstehen, du kannst mitfühlen. Aber- bevor du diesen Verlust nicht selbst erlebt hast, weißt du nicht, wovon du sprichst.
Es tut mir sehr leid, dass du jetzt dazu gehören muss.
Und es wird nie wirklich besser werden. Man lernt nur irgendwie damit zu leben...

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24. Juli 2013 um 23:29

Verstehe dich nur zu gut...
Liebe Thea,

es tut mir sehr leid um deinen Verlust. Ich kann sehr gut nachfühlen, wie es dir geht. Ich habe meinen Vater gestern nach plötzlicher, sehr schwerer Krankheit verloren. Er war 5 1/2 Wochen im Krankenhaus und hat uns letztlich nach einem Multiorganversagen verlassen. Wir waren fast täglich bei ihm und mussten zusehen, wie sich sein Zustand stetig verschlechterte. Wir konnten nicht mehr mit ihm sprechen, da er die ganze Zeit ohne Bewusstsein war. Mitanzusehen, wie sehr er sich quälte, war das Schlimmste :'(

Meine Mutter und ich haben ihm dann gestern gesagt, er könne gehen, wenn er nicht mehr kämpfen kann und/oder will. Es war unendlich schwer für mich, ihm das zu sagen. Doch ich denke, er hat auf dieses Signal gewartet, denn 1 1/2 Stunden danach war er friedlich eingeschlafen.

Nun müssen meine Schwestern und ich ohne ihn sein. Es wird hart werden. Er war 66 Jahre alt und immer agil, stand mitten im Leben und wollte seinen Ruhestand genießen. Dass er dies nun nicht mehr kann, tut mir so weh! Doch ich bin auch dankbar, dass er nicht mehr leiden und möglicherweise ein Leben als Schwerstpflegefall fristen muss.

Vergiss den Spruch: "Die Zeit heilt alle Wunden." Das tut sie leider nicht. Diese Wunde wird für immer bleiben, nur wird sie irgendwann weniger schmerzen.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

sadgirl

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