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Ich habe Emetophobie und meine Tochter (6 Jahre) hat es nun auch

6. Februar um 6:38 Letzte Antwort: 6. Februar um 8:18

Hallo,

ich weiß nicht, ob mich Jemand hören kann. Ob mir Jemand helfen kann. Aber ich bin aktuell ziemlich verzweifelt.

Meine Emetophobie hat sich erst in meiner Jugend so richtig auseprägt, zeitweise war es so schlimm, dass ich nichts mehr gegessen habe und nicht mehr aus dem Haus bin. Ich habe es mit Therapien versucht, aber da diese spezielle Form der Phobie damals noch sehr unbekannt gewesen ist konnte kein Therapeut wirklich adäquat auf meine Krankheit reagieren. Trotzdem, durch jahrelanes Arbeiten an mir habe ich die Krankheit soweit in den Griff bekommen, dass ich ein "normales" Leben auch mit der Angst führen kann.

Kinder waren für mich lange Zeit kein Thema aus Angst an Schwangerschaftsübelkeit zu leiden oder ein Spuckkind zu bekommen. Als ich dann doch schwanger war waren meine Bedenken nicht mehr so groß bzw. hat die Freude das Ganze während der Schwangerschaft überwogen und ich hatte zum Glück auch nicht sehr mit Übelkeit zu kämpfen. Als meine Tochter auf der Welt war hatte ich schon täglich im Kopf, was ist wenn sie sich übergeben muss oder wenn wir uns irgendwo anstecken. Die Furcht vor Viren im Kindergarten, wenn Kinder in der Umgebung einen Infekt hatten, usw. war schon immer da, aber eben soweit im Griff. Auch als meine Tochter mit drei Jahren den ersten Magen Darm Infekt hatte haben wir es irgendwie überstanden und ich war sehr stolz auf mich, dass ich nicht "ausgeflippt" oder einfach davongelaufen bin. In der Zwischenzeit hatte sie schon drei mal eine Erkrankung mit Erbrechen und ich habe zwar viel desinfiziert und die Panik war riesig, aber da meine Tochter selbst immer sehr tapfer gewesen ist und ich mich (zum Glück) nie angesteckt habe war ich zuversichtlich dass ich das alles auch mit meiner Phobie schaffe und in Zukunft schaffen kann.

Leider ist der letzte Magen-Darm-Virus nicht ganz so glimpflich verlaufen, meiner Tochter ging es sehr schlecht und musste über einen langen Zeitraum regelmäßig.. Das ist nun 5 Wochen her. Nachdem sie wieder gesund war schien zunächst alles Ok bis die Schule mich angerufen hat und meinte, sie wissen nicht mehr was sie mit meiner Tochter machen sollen, ich muss sie abholen. Dort angekommen saß sie kreidebleich mit einem Eimer vor sich im Eck, hatte eine heftige Panikattacke und war kurz vor der Ohnmacht vor Aufregung. Seit diesem Tag kommt es täglich vor, dass sie diese Attacken hat aus Angst sich übergeben zu müssen. Sie artikuliert dies auch so und beschreibt sehr genau, welche Gedanken sie hat, was sie alles daran erinnert, usw. Tja und was soll ich sagen, ich gehe durch die Hölle!! Immer habe ich mich nur davor gefürchtet, was ist, wenn mein Kind sich ansteckt? Aber was ist, wenn mein Kind die gleiche Phobie entwickelt und mich nun tagtäglich mit meiner eigenen Krankheit konfrontiert!! aus irgendeinem Grund habe ich mir darüber nie Gedanken gemacht und nun bin ich fix und fertig! Weil ich weiß wie es ihr geht, weil ich es so gut nachfühlen kann und nicht helfen kann. Mich macht das so traurig und gleichzeitig entwickle ich auch wieder Verhaltensweisen wie zu den schlimmsten Tagen meiner Phobie, habe Nachts Attacken, kann nicht mehr rational denken.. Würde mich am liebsten vergraben.

Kennt das Jemand? Hat irgendjemand da draussen auch ein Kind das eine Emetophobie entwickelt und ist selbst erkrankt? Bin so sehr verzweifelt gerade..



 

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6. Februar um 8:18

Bitte stelle deine Tochter sobald wie möglich dem KIA vor. Bitte evtl. um eine Überweisung zu einem SPZ. Dort arbeitet man oft mit verschiedenen Ärzten übergreifend und kann das Problem so von verschiedenen Richtungen angehen. 

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