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Ich habe Angst mein Kind zu hassen

27. Juli 2017 um 9:47

Ich brauche mal einen Rat von außerhalb.

Ich bin 30 Jahre alt, in einer glücklichen Beziehung und mein Freund möchte eine Familie gründen.

Tief im Herzen wünsche ich mir ein Kind. Aber mein Verstand rebelliert. Ich habe so Panik mein Kind nicht lieben zu können oder sogar zu hassen und ich weiß nicht, wie ich das loswerde.

Ich hatte eine sehr schwierige Kindheit bei einer Mutter, die mir keine Liebe entgegenbringen konnte. Sie hat mich von Anfang an abgelehnt und mir als Kind immer wieder gesagt, dass sie mich hasst und mir das auch regelmäßig körperlich und seelisch zu verstehen gegeben.

Ich habe mehrere Jahre Therapie hinter mir, die ich Anfang 20 gemacht habe, um das Ganze zu verarbeiten und dachte eigentlich ich hätte das geschafft. Jetzt bei dem Thema Kinderkriegen holt mich die ganze Geschichte wieder ein.

Menschen, aus meinem Freundeskreis können meine Ängste nicht nachvollziehen. Sie sagen ich wäre ein liebevoller Mensch und können sich nicht vorstellen, dass soetwas passieren könnte und ich fühle mich nicht ernst genommen.

Ich möchte nicht schon wieder bei einem Therapeuten das ganze Thema von früher wieder aufarbeiten. Ich habe lange gebraucht um das alles hinter mir zu lassen.

Ich wünsche mir viel mehr einen Rat, wie ich damit umgehen soll. Manchmal bin ich davon überzeugt ich sollte keine Kinder bekommen, um sie diesem Risiko nicht auszusetzen. Ich möchte auch nicht einfach schwanger werden und das beste hoffen und am Ende sitze ich da mit einer selbsterfüllenden Prophezeiung... Gibt es irgendwelche Tipps und Tricks, damit soetwas nicht passiert? Kann man die Liebe zu einem Kind irgendwie erarbeiten/begünstigen, wenn sie nicht alleine kommt? Gibt es überhaupt Hoffnung ein Kind irgendwann zu mögen, wenn man daran arbeitet?

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27. Juli 2017 um 11:05

Ich habe als Jugendliche/Junge Erwachsene sehr unter Selbsthass gelitten, der in einer Essstörung endete. 

Die Therapie hat mir geholfen zu verstehen, dass ich den Hass auf mich selbst nicht verdient habe und gelernt mich selbst wieder wertzuschätzen. Das ganze ist nun bereits 6 Jahre her und ich kann seitdem - würde ich sagen - eigentlich ein ganz normales Leben führen.

Wir sind nun 3 Jahre ein Paar. 

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27. Juli 2017 um 11:27

Naja ich fand 3 Jahre eigentlich ganz vernünftig... "Erst" würde ich das nicht nennen, aber da hat sicher jeder unterschiedliche Ansichten.

Aber ja, dass ich mir vielleicht wieder einen Therapeuten suchen muss, habe ich befürchtet. Hatte gehofft darauf verzichten zu können und das "Problem" alleine lösen zu können.

Finanziell gibt es keine Probleme, wir haben beide studiert, verdienen überdurchschnittlich viel und ich bin die Hauptverdienerin in unserer Beziehung. Demnach würde er auch die Elternzeit übernehmen. Aber das ist sicher ein anderes Thema.

Danke für deine Einschätzung 

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27. Juli 2017 um 19:19

Ich kann dir leider nicht helfen. Da wirst dich wohl einfach entscheiden müssen. 
ICh hatte und habe auch ein sehr schweres Verhältnis zu meiner Mutter.... War auch 4 Jahre in Therapie... Als ich schwanger wurde, wollte ich unbedingt einen Jungen und hatte solche Panik davor ein Mädchen zu bekommen und dann irgendwElche gestörten Verhaltensweisen an den Tag zu legen. Ich dachte ich kann nie eine gute Beziehungen zu einem Mädchen aufbauen. 
Es wurde ein Mädchen und in der Schwangerschaft hatte ich sehr viele Ängste deswegen. Bei mir ist es auch nicht so, dass die Liebe zu meinen Kindern einfach da war. So etwas muss bei mir wachsen. Aber weder mit meiner Tochter, noch mit meinem Sohn hatte ich je die Probleme (ausser natürlich das überhaupt übliche mit Kindern generell). Es ist eher so, dass ich erst recht nicht verstehe warum bei mir früher alles so war. Die Liebe zu meinen Kindern ist riesig und auch wenn ich manchmal an meine Grenzen komme, ich könnte ihnen nie physisch oder psychisch Gewalt an tun. Ich bin quasi das ganze Gegenteil von meiner Mutter. Womöglich bin ich durch das alles sogar einein bessere Mutter.

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28. Juli 2017 um 10:43

Hmm, hört sich nach einer sehr schwierigen Situation an. Solche tragische Erlebnisse in der Kindheit können sich leider auf das ganze Leben negativ auswirken und kommen öfters wieder hoch. Ich weiß es ist schwierig, aber versuche die Situation mit deinem zukünftigen Kind nicht mit deiner Kindheitssituation zu vergleichen und probier das komplett abzukapseln. Du bist nicht deine Mutter und du weißt wie du dich als Kind gefühlt hast, versuche das bei deinem Kind so gut es geht anders zu machen als du es erlebt hast. 

Ich wünsche dir alles gute und wünsche dir das du ein gesundes und glückliches Kind bekommst. Und ich bin mir sicher es wird eine hervorragende Kinheit genießen.

Lg Lena

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28. Juli 2017 um 15:31
In Antwort auf tamyrina

Ich brauche mal einen Rat von außerhalb.

Ich bin 30 Jahre alt, in einer glücklichen Beziehung und mein Freund möchte eine Familie gründen.

Tief im Herzen wünsche ich mir ein Kind. Aber mein Verstand rebelliert. Ich habe so Panik mein Kind nicht lieben zu können oder sogar zu hassen und ich weiß nicht, wie ich das loswerde.

Ich hatte eine sehr schwierige Kindheit bei einer Mutter, die mir keine Liebe entgegenbringen konnte. Sie hat mich von Anfang an abgelehnt und mir als Kind immer wieder gesagt, dass sie mich hasst und mir das auch regelmäßig körperlich und seelisch zu verstehen gegeben. 

Ich habe mehrere Jahre Therapie hinter mir, die ich Anfang 20 gemacht habe, um das Ganze zu verarbeiten und dachte eigentlich ich hätte das geschafft. Jetzt bei dem Thema Kinderkriegen holt mich die ganze Geschichte wieder ein.

Menschen, aus meinem Freundeskreis können meine Ängste nicht nachvollziehen. Sie sagen ich wäre ein liebevoller Mensch und können sich nicht vorstellen, dass soetwas passieren könnte und ich fühle mich nicht ernst genommen.

Ich möchte nicht schon wieder bei einem Therapeuten das ganze Thema von früher wieder aufarbeiten. Ich habe lange gebraucht um das alles hinter mir zu lassen.

Ich wünsche mir viel mehr einen Rat, wie ich damit umgehen soll. Manchmal bin ich davon überzeugt ich sollte keine Kinder bekommen, um sie diesem Risiko nicht auszusetzen. Ich möchte auch nicht einfach schwanger werden und das beste hoffen und am Ende sitze ich da mit einer selbsterfüllenden Prophezeiung... Gibt es irgendwelche Tipps und Tricks, damit soetwas nicht passiert? Kann man die Liebe zu einem Kind irgendwie erarbeiten/begünstigen, wenn sie nicht alleine kommt? Gibt es überhaupt Hoffnung ein Kind irgendwann zu mögen, wenn man daran arbeitet?

Ich kann nicht verstehen, wie man (oder gerade Frau) sein Kind hassen kann.
Wenn es dein Wunsch ist, ein Kind zu haben, dann gehst du diese 40 Wochen damit, und stellst dir alles mögliche vor, und planst, und hoffst...
Sogar ich als Mann konnte es nicht anders, als das kleine Etwas (und nach der Geburt ist es eben noch so ziemlich unklar...) vor mir zu lieben.

Du weiß jetzt ganz genau, was bei dir in der Kindheit falsch lief mit der Liebe.
Brauchst nur das zu meiden!

Leider kann ich dir kein Rat geben; dafür muss man einen gut genug kennen.
Nur sehe ich deine Ängste als... naja.. unsinnig an.

Du bist nicht deine Mutter! Und ihre Fehler sind nicht die deine.

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29. Juli 2017 um 11:00

Ich versteh das auch nicht ganz... Aber das können wir auch nicht verstehen, wir hatten wahrscheinlich nicht annähernd so tragische Erlebnisse in der Kindheit. 

Aber ich bin auch der Meinung dass du dich nicht zu sehr mit deiner Mutter vergleichen solltest. 

LG Lena

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4. August 2017 um 8:58

Guten Morgen, 

an deiner Stelle würde ich es probieren. Wie die anderen vor mir schon erwähnt haben, bist du nicht die gleiche Person wie deine Mutter. Ebenso verstehe ich nicht, wieso der User über mir gesagt hat, das psychisch vorbelastete Personen keine Kinder haben dürfen! Jeder hat das Recht auf eine Familie und auf das Glücklichsein. Deine damalige Erkrankung ist ja nicht vererbbar oder ansteckend. 

Du kannst es als bestes Beispiel nehmen und nicht so werden und erziehen wie deine Mutter. Du kannst eine viel bessere Mama sein und wenn man dann seinen kleinen Sprössling mal in der Hand hält, dann weiß man wofür man kämpfen möchte.

Probiert es aus. Haltet mich doch auf den laufenden, wie ihr euch letztenendes entschieden habt.

Liebe Grüße und viel Glück 

MISSLM 

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5. August 2017 um 14:08

   Wir Menschen haben alle innere Abgründe in uns, Gedanken die die andren am besten nicht wissen sollten.Kein Menschenherz ist rein und hat Sünde in sich.Das hat auch der König David in der Bibel erkannt. Er wusste er braucht Veränderrung des Herzens. Wir können durch Psyschische Therapie vielleicht einige Dinge unter Kontrolle bringen. Doch wir können dadurch unsere böse Herzensmotive nicht ändern . Gott kann es weil er uns geschaffen hat. Das womit wir früher so viel zu kämpfen hatten kann durch Gott verändert werden und wieder heil werden. Wenn Gott anfängt am Herzen zu arbeiten so verändert er es und heilt es. König David schrieb in der Bibel:  Weisheit Geheimnisse! *
 Die Bitte 
9  Entsühne mich mit Ysop! Dann werde ich rein. Wasche mich! Dann werde ich weißer als Schnee. *
10  Laß mich Freude und Wonne verkosten! Meinen Leib, den du schlägst, laß frohlocken! 
11  Verhülle dein Antlitz vor meinen Sünden! Lösche aus all meine Frevel! 
12  Ein reines Herz erschaffe mir, o Gott! Erneuere in mir den rechten Geist! * Der beste Therapeut ist Gott, weil er in unsere Herzen sieht wie kein anderer. Wende dich an Gott.

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