Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Ich fühle mich wie eine Versagerin

19. November um 11:10 Letzte Antwort: 8:56

Hallo,
ehrlich gesagt, weiß ich grade nicht richtig, wo ich anfangen soll. 
vielleicht fange ich damit an, dass ich letztes Jahr mein Abi gemacht und mich danach erstmal für eine Ausbildung entschieden habe, weil ich mich für ein Studium einfach nicht bereit gefühlt habe. Diese Entscheidung habe ich teilweise bereut, weil gefühlt alle Menschen um mich herum studieren, meine Geschwister ebenfalls, auf Familienfeiern geht es nur ums Studium, niemand fragt mich nach meiner Ausbildung, deswegen fühle ich mich, was das betrifft, häufig hinten an gestellt. 
Für mich persönlich ist die Ausbildung trotzdem, zumindest erstmal, das Richtige, ich lerne sehr viel über mich selber und sie macht mir auch wirklich Spaß. 
In meiner Ausbildung gibt es immer Blockphasen - ein paar Monate arbeiten - ein paar Monate Schule. Ich war bis jetzt mit meinen Noten wirklich erfolgreich. Diese Woche hat der neue Schulblock angefangen und ich habe in der ersten Stunde im Unterricht eine Panilattacke bekommen. Mein Herz hat gerast wie verrückt, mir war speiübel und mein Mund fühlte sich an, als hätte ich tagelang nichts getrunken. Ich gehe davon aus, dass das noch eine sehr leichte Panikattacke ist, denn ich hatte nicht das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen oder zu sterben. Trotzdem konnte ich diesen Zustand kaum aushalten, ich hatte das Gefühl, ich muss hier weg. Nach etwa 30 Minuten ging es wieder. Das war auch nicht die erste Attacke in meinem Leben, ich hatte das ganze schon häufiger, als ich noch in der Oberstufe war. Es war lange Zeit jetzt nichts. 
diese Panikattacke hat mich so aus der Bahn geworfen. Ich habe furchtbare Angst wieder zur Schule zu gehen und das nochmal erleben zu müssen. Ich habe einfach das Gefühl, ich schaffe es nicht. 

dazu kommt, dass ich nicht mit vielen Menschen darüber reden kann. Ich bin seit 2 Jahren in einer Beziehung, habe jedoch mehr und mehr das Gefühl, in der Beziehung keinen Halt finden zu können. Mein Freund sagt einfach nicht wirklich etwas dazu, wenn ich ihm so etwas erzähle. Es kommt kaum mehr, als dass er es nicht versteht oder ein "oh okay". 
Freunde habe ich im Moment leider auch nicht so viele. Ich hatten einen großen Freundeskreis, habe mich da jedoch zurückgezogen, weil es einfach die falschen bzw. keine "echten" Freunde waren. 
Meine engste Freundin wohnt leider nicht in meiner Stadt und wegen Corona ist ein Besuch im Moment logischer Weise nicht wirklich möglich. 

Unterm Strich fühle ich mich im Moment mit meiner Angst und meinen Gefühlen wirklich sehr alleine gelassen. Ich weiß nicht wirklich wohin mit mir. Ich weiß nicht, wie ich meine Angst loswerden soll. 

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19. November um 21:02

Du musst zum Arzt und Therapeuten. Dein Freund kann dir da nicht viel helfen.  Erwarte da nichts. Dein Therapeut wird dir Tipps geben wie du dir selber helfen kannst. Das ist wichtig 

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19. November um 21:29

Also, das ist ja eine schwierige Situation. Vielleicht ist es gar keine schlechte Idee, wie der/die Vorgänger*in da meinte, "du musst zum Arzt und Therapeuten! Spreche auch aus Erfahrung, mit Panikattacken und Arzt und Therapeut! Du musst ja nicht gleich eine Gesprächstherapie über 90 Stunden anfangen, sondern kannst in einer Verhaltenstherapie eventuell Mittel und Wege ausloten, um damit umzugehen... in die Tiefe kannst du nach deiner Ausbildung immer noch gehen... wenn du willst, denn es würden unter Umständen Achterbahnfahrten auf dich zu kommen...

Wie dem auch sie, wichtig ist, dass du schnell Hilfe bekommst, und sei es nur für den Mund lösliche Tavor, die schnell wirken, so dass du nicht 30 Minuten wie ausgenockt rumsitzen musst... aber am besten bist du da bei einem Psychiater (anders wird's kaum gehen) aufgehoben... auch bei diesen musst du nicht jede Woche aufkreuzen,... einmal im Quartal kurz ne Meldung abgeben und gegebenfalls ein Rezept abholen, wird's auch tun!

Nochmal ganz kurz, das sollte oder müsste wirklich (irgendwie) behandelt werden, sonst läufst du tatsächlich Gefahr, dass es schlimmer wird, oder gar chronisch (auch hier rede ich aus Erfahrung).. und Ärzte und Therapeuten haben normalerweise die entsprechende Distanz und Qualifikation, um da eine Hilfe zu sein,... wäre doch schade oder mehr, wenn andere Beziehungen darunter leiden müssen, weil sie dir in deiner Situation keine Hilfe sind..

Warum ich meine, dass du zuerst einen oberflächlichen Weg einschlagen sollst, ist, dass - nicht wie bei mir - nicht gleich eine Bombe einschlagen soll... 

Viel Glück auf deiner Reise! Meld dich ruhig, wenn du Fragen hast,... ich bin einer, der viel Zeit hat und Erfahrung in diesen Dingen...


 

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19. November um 22:07

https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-grad-nur-keine-panik-100.html

Lief vor nem Jahr ungefähr im TV, fiel mir grad ein

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8:56
In Antwort auf gawel_22084930

Hallo,
ehrlich gesagt, weiß ich grade nicht richtig, wo ich anfangen soll. 
vielleicht fange ich damit an, dass ich letztes Jahr mein Abi gemacht und mich danach erstmal für eine Ausbildung entschieden habe, weil ich mich für ein Studium einfach nicht bereit gefühlt habe. Diese Entscheidung habe ich teilweise bereut, weil gefühlt alle Menschen um mich herum studieren, meine Geschwister ebenfalls, auf Familienfeiern geht es nur ums Studium, niemand fragt mich nach meiner Ausbildung, deswegen fühle ich mich, was das betrifft, häufig hinten an gestellt. 
Für mich persönlich ist die Ausbildung trotzdem, zumindest erstmal, das Richtige, ich lerne sehr viel über mich selber und sie macht mir auch wirklich Spaß. 
In meiner Ausbildung gibt es immer Blockphasen - ein paar Monate arbeiten - ein paar Monate Schule. Ich war bis jetzt mit meinen Noten wirklich erfolgreich. Diese Woche hat der neue Schulblock angefangen und ich habe in der ersten Stunde im Unterricht eine Panilattacke bekommen. Mein Herz hat gerast wie verrückt, mir war speiübel und mein Mund fühlte sich an, als hätte ich tagelang nichts getrunken. Ich gehe davon aus, dass das noch eine sehr leichte Panikattacke ist, denn ich hatte nicht das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen oder zu sterben. Trotzdem konnte ich diesen Zustand kaum aushalten, ich hatte das Gefühl, ich muss hier weg. Nach etwa 30 Minuten ging es wieder. Das war auch nicht die erste Attacke in meinem Leben, ich hatte das ganze schon häufiger, als ich noch in der Oberstufe war. Es war lange Zeit jetzt nichts. 
diese Panikattacke hat mich so aus der Bahn geworfen. Ich habe furchtbare Angst wieder zur Schule zu gehen und das nochmal erleben zu müssen. Ich habe einfach das Gefühl, ich schaffe es nicht. 

dazu kommt, dass ich nicht mit vielen Menschen darüber reden kann. Ich bin seit 2 Jahren in einer Beziehung, habe jedoch mehr und mehr das Gefühl, in der Beziehung keinen Halt finden zu können. Mein Freund sagt einfach nicht wirklich etwas dazu, wenn ich ihm so etwas erzähle. Es kommt kaum mehr, als dass er es nicht versteht oder ein "oh okay". 
Freunde habe ich im Moment leider auch nicht so viele. Ich hatten einen großen Freundeskreis, habe mich da jedoch zurückgezogen, weil es einfach die falschen bzw. keine "echten" Freunde waren. 
Meine engste Freundin wohnt leider nicht in meiner Stadt und wegen Corona ist ein Besuch im Moment logischer Weise nicht wirklich möglich. 

Unterm Strich fühle ich mich im Moment mit meiner Angst und meinen Gefühlen wirklich sehr alleine gelassen. Ich weiß nicht wirklich wohin mit mir. Ich weiß nicht, wie ich meine Angst loswerden soll. 

Du bist keine Versagerin!

Studium wird leider überschätzt..

Ich arbeite viel lieber mit unstudierten realitätsnahen Praktikern als mit unerfahrenen Theoretikern.. 

Sei stolz auf dich! Du weisst, was du willst und vor allem, was du NICHT willst.. zweiteres können viele nicht von sich behaupten.. 

Die meisten gehen studieren, weil es halt alle anderen auch tun.. willst du wie ein Schaf mittrotten? 

Ich selbst wär gern so bewusst und entschlossen gewesen in deinem Alter.. Deshalb bewundere ich deine Entschlossenheit! Es ist nicht immer einfach seinen eigenen Weg zu gehen.. eben weil man dann seltsam "beäugt" wird und das Druck auf einen ausübt.. 

Steh zu dir selbst, hör auf dich zu erklären, warte nicht bis jemand nach deiner Ausbildung fragt, sondern erzähl einfach.. 

ich denke, wenn du innerlich (wieder) zu dir selbst stehst, dann hört das mit den Panikattaken auch wieder auf.. 



Ich habe gesehen, dass du dich als User bereits wieder gelöscht hast.. hoffe trotzdem, dass du irgendwann mal wieder reinschaust und das liest..

Alles Gute wünsch ich.. 

 

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