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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Ich fühle mich hilflos

Letzte Nachricht: 18. Oktober 2009 um 19:02
H
hollis_12050932
17.10.09 um 11:29

Hallo ihr Lieben,
jetzt brauche ich auch einmal euren Rat.
Ich habe vor ein paar Monaten einen sehr lieben Menschen kennengelernt. Nun habe ich vor 3 Tagen von ihm erfahren, dass sein Vater im (künstlichen?!) Koma liegt...mehr konnte er mir am Telefon nicht erzählen weil die Tränen ihn überrannt haben. Es war noch die Rede von 48 Stunden und Entscheidung...aber genau weiß ich nicht was los ist. Ich habe mit ihm 2 Nächte am PC durchgemacht weil er Ablenkung brauchte und doch allein sein wollte und nun habe ich gestern nichts mehr von ihm gehört und gehe davon aus, dass der Papa verstorben ist
Wie kann ich ihm am besten helfen??? Ich habe das Gefühl alles was ich an tröstenden Worten finde, drückt doch nicht genug aus wie leid es mir für ihn tut! Er ist leider ein Mensch der eine sehr hohe Schutzmauer um sich herum hat und Menschen nicht sehr nahe an sich heranlässt, aber ich möchte ihn nicht im Stich lassen in dieser Situation! Habe ihm gesagt er kann jederzeit anrufen oder vorbeikommen - egal zu welcher Zeit, aber ich bin mir nicht sicher ob er das auch tut wenn er Hilfe braucht. Die letzten 2 Tage hat er sich mit Bier zulaufen lassen und war doch froh, dass ich die Zeit mit ihm verbracht habe, da ich ihm im Moment wohl am nächsten stehe.
Was soll ich tun? Anrufen? Warten bis er von sich aus kommt? Ich fühle mich wirklich hilflos und mache mir sehr große Sorgen um ihn! Was hat euch gut getan? Wie konnte man euch am besten beistehen? Wäre super lieb wenn ihr mir ein paar Tips geben könnt!

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H
hollis_12050932
17.10.09 um 11:32

..
.. sorry für den Smiley in der Überschrift...lustig finde ich das natürlich nicht, hab ich einfach nur verklickt!

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J
janel_11935449
18.10.09 um 15:23

Geh zu ihm
Deine Bereitschaft, dass du für ihn da bist, hilft ihm sicher sehr. Fühle dich auch nicht verletzt, wenn er dich die nächsten Tage nicht an sich heranlassen würde. Ich würde trotzdem bei ihm vorbeigehen. Wenn er dich bei der Türe abweisen sollte, dann hast du ja trotzdem nichts falsch gemacht. Und auch dann wird er dir deswegen ganz sicher nicht böse sein. Es kann wirklich sein, dass er darüber im Moment einfach nicht reden mag. Trotzdem ist es nicht gut, wenn jemand in so einer Situation ganz alleine ist. Wie ist es denn sein Verhältnis zu den anderen Familienmitgliedern? Es kann ja auch gut sein, dass er jetzt viel Zeit mit ihnen verbringt.

Ein Todesfall ist übrigens nicht nur sehr traurig, sondern die Zeit unmittelbar danach ist auch anstrengend und zermürbend. Man hat Kontakt mit Behörden und der Kirche, man muss die Beerdigung organisieren, eine Todesanzeige schreiben, Verwandte / Bekannte informieren, Rechtliches klären, Wohnung räumen, Verträge auflösen, Finanzielles klären etc.

Es kann deswegen gut sein, dass man in den ersten Tagen und Wochen so damit beschäftigt ist, dass man den Verlust eines geliebten Menschen noch gar nicht so begreift. Dazu kommt, dass der Schock am Anfang so heftig ist, sodass er dich den Tod gar nicht begreifen lässt. Das war bei mir auch so, ich habe gelesen, dass dies eine Schutzfunktion des Körpers ist.

Ich wünsche dir und ihm sehr viel Kraft für die nächsten Wochen und Monate!
Liebe Grüsse



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H
hollis_12050932
18.10.09 um 16:41
In Antwort auf janel_11935449

Geh zu ihm
Deine Bereitschaft, dass du für ihn da bist, hilft ihm sicher sehr. Fühle dich auch nicht verletzt, wenn er dich die nächsten Tage nicht an sich heranlassen würde. Ich würde trotzdem bei ihm vorbeigehen. Wenn er dich bei der Türe abweisen sollte, dann hast du ja trotzdem nichts falsch gemacht. Und auch dann wird er dir deswegen ganz sicher nicht böse sein. Es kann wirklich sein, dass er darüber im Moment einfach nicht reden mag. Trotzdem ist es nicht gut, wenn jemand in so einer Situation ganz alleine ist. Wie ist es denn sein Verhältnis zu den anderen Familienmitgliedern? Es kann ja auch gut sein, dass er jetzt viel Zeit mit ihnen verbringt.

Ein Todesfall ist übrigens nicht nur sehr traurig, sondern die Zeit unmittelbar danach ist auch anstrengend und zermürbend. Man hat Kontakt mit Behörden und der Kirche, man muss die Beerdigung organisieren, eine Todesanzeige schreiben, Verwandte / Bekannte informieren, Rechtliches klären, Wohnung räumen, Verträge auflösen, Finanzielles klären etc.

Es kann deswegen gut sein, dass man in den ersten Tagen und Wochen so damit beschäftigt ist, dass man den Verlust eines geliebten Menschen noch gar nicht so begreift. Dazu kommt, dass der Schock am Anfang so heftig ist, sodass er dich den Tod gar nicht begreifen lässt. Das war bei mir auch so, ich habe gelesen, dass dies eine Schutzfunktion des Körpers ist.

Ich wünsche dir und ihm sehr viel Kraft für die nächsten Wochen und Monate!
Liebe Grüsse



Hm....
Vielen Dank für deine liebe Antwort!

Geschwister hat er keine, aber ich weiß dass er viel Zeit mit seiner Mama verbringt, damit die nicht allein ist. Ich hab einfach zu sehr Angst ihm auf die Pelle zu rücken, so dass er komplett dicht macht und ich ihn garnicht mehr im Auge habe. Dieser Dauerbierkonsum im Moment gepaart mit Schlaflosigkeit und Angst, kann nicht gut gehen!
Gestern hat er sich gemeldet im MSN, sein Vater liegt wohl immernoch im Koma. Fällt mir halt echt schwer da den richtigen Weg zu finden ihm zu helfen, da ich selbst solche Erfahrungen - Gott sei Dank - noch nicht durchmachen musste. Versuche ihn halt so gut wie es geht ohne jemanden persönlich zu sehen abzulenken
Also Danke nochmal ich werde über deinen Vorschlag nachdenken!

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J
janel_11935449
18.10.09 um 17:54
In Antwort auf hollis_12050932

Hm....
Vielen Dank für deine liebe Antwort!

Geschwister hat er keine, aber ich weiß dass er viel Zeit mit seiner Mama verbringt, damit die nicht allein ist. Ich hab einfach zu sehr Angst ihm auf die Pelle zu rücken, so dass er komplett dicht macht und ich ihn garnicht mehr im Auge habe. Dieser Dauerbierkonsum im Moment gepaart mit Schlaflosigkeit und Angst, kann nicht gut gehen!
Gestern hat er sich gemeldet im MSN, sein Vater liegt wohl immernoch im Koma. Fällt mir halt echt schwer da den richtigen Weg zu finden ihm zu helfen, da ich selbst solche Erfahrungen - Gott sei Dank - noch nicht durchmachen musste. Versuche ihn halt so gut wie es geht ohne jemanden persönlich zu sehen abzulenken
Also Danke nochmal ich werde über deinen Vorschlag nachdenken!


Du machst das sicher gut und es hilft ihm sicher auch. Es ist sehr schwer, dir einen "richtigen Tipp" zu geben. Jeder verarbeitet den Tod einer nahen Person anders. Und als Aussenstehender kommt man da kaum ran.Man kann aber eine gute Stütze sein, zuhören, vielleicht Arbeiten abnehmen und einfach weiterhin etwas zusammen unternehmen (und einfach weiterhin eine gute Freundin sein). Ratschläge oder noch schlimmer abgedroschene Lebensweisheiten von anderen kamen bei mir eigentlich nicht so gut an. Aber natürlich ist es schön, wenn man jemanden im Arm halten kann.

Du hast gesagt, dass du ihn einige Monate kennst. Da ist es natürlich, dass du vieles von ihm noch nicht weisst. Sein Vater hat ihn sicher sehr geprägt. Es wird vieles geben, dass ihn noch lange beschäftigt. Daran wird er noch lange arbeiten. Auch sein Verhältnis zu seiner Mutter wird wahrscheinlich von entscheidender Bedeutung sein.

Mit dem Koma habe ich keine Erfahrung. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Zeit für ihn und seine Mutter jetzt belastender ist wie die Zeit danach, wenn du sagst, es sei wirklich hoffnungslos. Da muss man sich ja wahnsinnig hilflos fühlen

Den Bierkonsum sehe ich jetzt nicht so tragisch an. Wie lange dauert denn das schon oder ist er allgemein für Alkohol empfänglich? Als wirkliches Problem würde ich den Alkohol erst sehen, wenn es länger andauert.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.

Liebe Grüsse

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H
hollis_12050932
18.10.09 um 19:02
In Antwort auf janel_11935449


Du machst das sicher gut und es hilft ihm sicher auch. Es ist sehr schwer, dir einen "richtigen Tipp" zu geben. Jeder verarbeitet den Tod einer nahen Person anders. Und als Aussenstehender kommt man da kaum ran.Man kann aber eine gute Stütze sein, zuhören, vielleicht Arbeiten abnehmen und einfach weiterhin etwas zusammen unternehmen (und einfach weiterhin eine gute Freundin sein). Ratschläge oder noch schlimmer abgedroschene Lebensweisheiten von anderen kamen bei mir eigentlich nicht so gut an. Aber natürlich ist es schön, wenn man jemanden im Arm halten kann.

Du hast gesagt, dass du ihn einige Monate kennst. Da ist es natürlich, dass du vieles von ihm noch nicht weisst. Sein Vater hat ihn sicher sehr geprägt. Es wird vieles geben, dass ihn noch lange beschäftigt. Daran wird er noch lange arbeiten. Auch sein Verhältnis zu seiner Mutter wird wahrscheinlich von entscheidender Bedeutung sein.

Mit dem Koma habe ich keine Erfahrung. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Zeit für ihn und seine Mutter jetzt belastender ist wie die Zeit danach, wenn du sagst, es sei wirklich hoffnungslos. Da muss man sich ja wahnsinnig hilflos fühlen

Den Bierkonsum sehe ich jetzt nicht so tragisch an. Wie lange dauert denn das schon oder ist er allgemein für Alkohol empfänglich? Als wirkliches Problem würde ich den Alkohol erst sehen, wenn es länger andauert.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.

Liebe Grüsse


Danke dir! Das hat mir sehr weitergeholfen auch wenn du keine konkreten Tips geben konntest. Ist ja eigentlich auch logisch dass das jeder anders verarbeitet...nur ich glaube der ist echt n Härtefall mit seiner sch... Schutzmauer
Naja sonst trinkt er halt abends gern mal 1-2 Bierchen aber seit der Geschichte mit seinem Papa rennt er regelmäßig abends um 23 Uhr nochmal Nachschub holen und letzte Woche hatte er einen Tag wo er seit 15 Uhr bis nachts um 4 Uhr durchgetrunken hat und da macht man sich schon Sorgen
Ist halt blöd wenn er nicht darüber reden möchte und auch keinen sehen will ... da gehen mir auch langsam die Ideen aus
Trotzdem vielen vielen Dank!
Ganz liebe Grüße!

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