Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Ich ertrage Nähe nicht

Ich ertrage Nähe nicht

27. Februar 2009 um 10:05

Hallo.
Bei mir kommt auch langsam etaws an Erinnerung durch. Betrifft meinen Onkel. Schon lange weiß ich, dass mit mir etwas nicht stimmt.
Wollte ein Mann mehr von mir, musste ich mir Massen Alkohol reinkippen um es zu ertragen. Ich bin schon in der Jugend Alkoholabhängig geworden, nun seit 2 Jahren trocken. Die Angst vor Nähe ist abartig. Bei mir wurde eine Borderline-Störung festgestellt, wegen der ich schon seht lange behandelt werde. Mein Körper wiedert mich an und Gedanken an Sex sind grausam. Jetzt kommen langsam Bruchteile der Erinnerung wieder, aber das ist alles so verschwommen und verworren, dass ich nicht sagen kann "genauso war es". Ich habe keine Ahnung, was ich jetzt tun soll mit diesem Halbwissen. Es sind Worte, die ich höre, die er sagte und ekelhafte Gefühle. Das qüält mich echt, was kann ich tun? Und wie schaffe ich es, wieder Nähe zu ertragen???

Mehr lesen

27. Februar 2009 um 10:41

Aufarbeiten
Hallo

Angesichts Deiner Erzählung nehme ich an, dass dein Onkel in deiner Kindheit sehr schreckliche Dinge mit Dir gemacht hat. Da Du selbst sagt, dass Du die Nähe von einem Mann nicht erträgst und Dich zudem dein Körper anwidert, gehe ich davon aus, dass Du möglicherweise über einen sehr langen Zeitraum immer wieder vergewaltigt und sexuell mißbraucht worden bist. Dies bestimmt offensichtlich Dein Leben.

Ich denke, Du bist an einem Punkt angekommen, wo Du unbedingt versuchen musst das Geschehene so gut es geht aufzuarbeiten. Du sprichst selbst von Halbwissen. Dies muss so weit es geht zu einem "Ganzwissen" werden. Daher ist es sicher sinnvoll - auch wenn es Dich jede Menge Überwindung kosten wird - zu versuchen Dich Stück für Stück an das zu erinnern, was Dir angetan worden ist. Das, was Dir angetan sitzt ganz tief in deinem Unterbewußtsein und muss zunächst, damit Du heilen kannst, dort rausgeholt werden. Wenn es jemanden gibt, der Du absolut vertrauen kannst, dann versuche zusammen mit dieser Person Dich an möglichst alles so gut es geht zu erinnern. Diese Vertrauensperson kann Dich durch Fragen leiten, in welche Richtung Du nachdenken sollst. Du musst lernen über das, was passiert ist zu sprechen, damit es aus Dir rauskommt und nicht weiter Dein Leben bestimmt. Wenn es Dir gelingt, das Ganze auszusprechen,wirst Du dich sicher selbst sehr viel besser fühlen. Dann wird es sicher auch dazu kommen, dass Du auch Nähe wieder mehr ertragen kannst.

Ich bin mir bewußt, dass ich hier sehr offen meine Meinung sage. Natuerlich weiss ich auch, dass das alles sehr schwer für Dich ist. Trotzdem, denke darüber nach. Wenn Du dann selbst zumindest merkst, dass Dir dies helfen könnte, dann versuche es.

Viele GRüsse

Smartie




2 LikesGefällt mir

27. Februar 2009 um 10:58
In Antwort auf smartie0001

Aufarbeiten
Hallo

Angesichts Deiner Erzählung nehme ich an, dass dein Onkel in deiner Kindheit sehr schreckliche Dinge mit Dir gemacht hat. Da Du selbst sagt, dass Du die Nähe von einem Mann nicht erträgst und Dich zudem dein Körper anwidert, gehe ich davon aus, dass Du möglicherweise über einen sehr langen Zeitraum immer wieder vergewaltigt und sexuell mißbraucht worden bist. Dies bestimmt offensichtlich Dein Leben.

Ich denke, Du bist an einem Punkt angekommen, wo Du unbedingt versuchen musst das Geschehene so gut es geht aufzuarbeiten. Du sprichst selbst von Halbwissen. Dies muss so weit es geht zu einem "Ganzwissen" werden. Daher ist es sicher sinnvoll - auch wenn es Dich jede Menge Überwindung kosten wird - zu versuchen Dich Stück für Stück an das zu erinnern, was Dir angetan worden ist. Das, was Dir angetan sitzt ganz tief in deinem Unterbewußtsein und muss zunächst, damit Du heilen kannst, dort rausgeholt werden. Wenn es jemanden gibt, der Du absolut vertrauen kannst, dann versuche zusammen mit dieser Person Dich an möglichst alles so gut es geht zu erinnern. Diese Vertrauensperson kann Dich durch Fragen leiten, in welche Richtung Du nachdenken sollst. Du musst lernen über das, was passiert ist zu sprechen, damit es aus Dir rauskommt und nicht weiter Dein Leben bestimmt. Wenn es Dir gelingt, das Ganze auszusprechen,wirst Du dich sicher selbst sehr viel besser fühlen. Dann wird es sicher auch dazu kommen, dass Du auch Nähe wieder mehr ertragen kannst.

Ich bin mir bewußt, dass ich hier sehr offen meine Meinung sage. Natuerlich weiss ich auch, dass das alles sehr schwer für Dich ist. Trotzdem, denke darüber nach. Wenn Du dann selbst zumindest merkst, dass Dir dies helfen könnte, dann versuche es.

Viele GRüsse

Smartie




Danke für die Antwort
ich wusste schon immer, dass was nicht stimmt, aber es war nie greifbar. Ich habe Angst, dass ich das "was noch kommt" nicht ertrage, ich will einfach nicht wieder trinken müssen. Eine Therapie mache ich schon (nun seit fast 8 Jahren mit Pausen), aber "es" will einfach nicht so richtig ans Tageslicht. Zwanghaftes Bemühen um zu erinnern klappt nicht, da macht irgendwas in mir total dicht.
Danke für den Ratschlag, ich bleib am Ball!

Gefällt mir

27. Februar 2009 um 12:03
In Antwort auf bibiblocksberg85

Danke für die Antwort
ich wusste schon immer, dass was nicht stimmt, aber es war nie greifbar. Ich habe Angst, dass ich das "was noch kommt" nicht ertrage, ich will einfach nicht wieder trinken müssen. Eine Therapie mache ich schon (nun seit fast 8 Jahren mit Pausen), aber "es" will einfach nicht so richtig ans Tageslicht. Zwanghaftes Bemühen um zu erinnern klappt nicht, da macht irgendwas in mir total dicht.
Danke für den Ratschlag, ich bleib am Ball!

Dranbleiben
Hallo

Es ist gut, dass Du am Ball bleiben möchtest. Das ist auch ganz wichtig. Auch wenn Du Angst vor dem hast, "was noch kommt" musst Du Dich diesem stellen. Wenn Du das Gefühl hast, dass Du wegen dem, was kommt, wieder alkoholische Getränke leer trinken könntest, dann entferne sämtliche entsprechenden Getränke aus Deinem Haushalt, so dass Du nicht die Chance hast zu trinken. Zwanghaftes Bemühen klappt natuerlich nicht. Versuche die Erinnerungen einfach kommen zu lassen, lass diese Erinnerungen zu. Möglicherweise blockiert Dich deine Angst. Versuch diese Angst zu überwinden, denn es ist besser, wenn Du weisst, was passiert ist.

Viele GRüsse

Smartie

1 LikesGefällt mir

23. März 2009 um 19:00

Borderline
Mal ne allgemeine Frage zum Thema Borderline: Ist es möglich, daß sich das verbal aggressive Verhalten, welches Borderliner oft haben, nur einer bestimmten Personengruppe gegenüber äußert?
Z.B. dem Lebenspartner gegenüber, oder den eignen Kindern. Und die Personengruppe, die mit verantwortlich ist für ihr Verhalten wird außen vorgelassen.

Gefällt mir

Frühere Diskussionen
Ich weiß nicht weiter...
Von: strawberryannie
neu
22. März 2009 um 18:06
Facharbeit über Kaufsucht -> Kinofilm "Shopaholic"
Von: mrsshopaholic
neu
22. März 2009 um 17:57

Geschenkbox

Teilen
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram

Das könnte dir auch gefallen