Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Ich denke ich brauche Hilfe...

Ich denke ich brauche Hilfe...

5. April 2013 um 9:50

Hallo Ihr Lieben...
nach langem hin und her konnte ich mich jetzt überwinden mich mal an ein Forum zu wenden um mal unabhängige Meinungen zu hören und bin gespannt, was ihr denkt.
Also zu meiner Situation von Anfang an:

Ich habe vor 2 Jahren meine Mutter verloren, sie war zwar krank aber eigentlich auf dem Weg der Besserung und das ganze ist ziemlich plötzlich und heftig passiert.
Mein Vater ist selbstständig und minimum 10-12 Stunden am Tag unterwegs und ich bin dann damals - ein halbes Jahr vor meiner Abschlussprüfung zur Erzieherin und den Abiturprüfungen (habe damals eine duale Ausbildung in Krefeld gemacht) - komplett zuhause eingespannt worden (vielleicht auch freiwillig) , habe mich um Haushalt, meinen kleinen Bruder (damals 16) und alles was bisher meine Mutter gemacht hat gekümmert und schließlich die Ausbildung/Schule abgebrochen, weil ich das alles nicht mehr geschafft habe.
Ich habe damals auch einen 2 Stunden Weg zur Schule gehabt, was auch noch erschwerend dazu kam.
Mein Vater hat sich obwohl er es gesagt hat, selbst nach ihrem Tod keine Zeit genommen für mich und meinen Bruder und war nur noch länger arbeiten.

Nun ja, danach hab ich dann circa 1 Jahr zuhause verbracht, mich um alles gekümmert und irgendwann wieder einen Minijob angenommen, um ein bisschen arbeiten zu gehen und nach so ziemlich genau einem Jahr kam der große Knall und ich bin in tiefe Depressionen gesunken, habe viel Alkohol getrunken, im Schlaf Albträume gehabt, bei denen ich von meiner Mutter geträumt habe oder von dem Tod anderer Angehöriger die eigentlich noch leben und mir die Arme und Beine aufgekratzt, viele falsche Freunde und solche Geschichten...

Irgendwann habe ich dann meinen Freund kennengelernt, der mir aus dem schlimmsten mittlerweile rausgeholfen hat.
Wir haben dann gemeinsam geschafft für mich eine Ausbildungsstelle zu finden, die ich im Januar etwas verspätet angefangen habe, weil mein Chef sich kurzerhand doch noch für mich entschieden hat.
Musste bis jetzt ein halbes Jahr Schulstoff nachholen, die Ausbildung ist in einer Zeitarbeitsfirma als Personaldienstleistungskauffra u.
Der Betrieb ist klein und familiär und ich komme gut mit allen zurecht und fühle mich recht wohl.
Nach circa 2 Monaten hatte ich eine starke Grippe, bei der ich Antibiotika nehmen musste und welch Wunder bei meinem Glück...ein paar Wochen später habe ich dann erfahren, dass ich schwanger bin, mittlerweile jetzt in der 9. SSW.
Ich bin 22 Jahre alt, mein Freund (28) und ich leben in einer festen Beziehung und auch unter einem Dach... Wir haben uns lange Zeit gelassen, um eine Entscheidung zu fällen, ob wir das Kind behalten sollen oder nicht.
Haben uns letztendlich dafür entschieden, die Umstände sind zwar nicht traumhaft, aber das Ganze ist zu schaffen.
In letzter Zeit habe ich wieder Albträume und schaffe es kaum aus dem Bett morgens...Stehe teilweise so knapp auf, dass ich mich nur noch schnell anziehen kann und zur Arbeit fahre... Und es ist für mich irgendwie total anstrengend, kann auch sein,dass das jetzt an der Schwangerschaft liegt, weil mich auch den ganzen Tag durch die Übelkeit verfolgt.
Zu guter letzt ist vor einer Woche dann meine Uroma gestorben mit fast 97..stolzes Alter und ich habe auch absolut kein Problem damit gehabt, weil es Zeit wurde.
Doch auf der Beerdigung kamen wieder alle alten Bilder hoch und ich komm seitdem einfach nicht mehr aus dem Bett zur Arbeit , habe Albträume wo ich wieder vom Tod meiner Freunde und Familie und so träume und bin fix und fertig mit allem, heule nur rum und ich habe riesen Angst, dass meinem Baby was passiert, bei meiner miesen Stimmung...

Ein Arzt hat mir mal eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert, die durch den heftigen Tod meiner Mutter entstanden sein könnte, allerdings habe ich die aber nicht weiter von einem Psychologen untersuchen lassen, weil ich zu dieser Zeit "zuhause" war und keine großartigen terminlichen Verpflichtungen hatte und bis dato gehofft habe ich schaffe es ohne, aber ich schaffe es einfach nicht ohne Therapie...
Gestern hat mich meine Arbeitskollegin nach Hause geschickt, weil ich aussah wie eine Leiche und nur geheult habe und heute habe ich es auch nicht geschafft und suche mir gerade Listen raus, um einen Termin für eine Therapie zu machen.
Ich habe riesen Angst, dass ich wieder die Ausbildung nicht schaffe, dass irgendwas mit meinem Baby sein könnte dadurch dass ich seit Wochen diese miese Laune schiebe und dass alles schief geht.....

Mehr lesen

28. April 2013 um 20:57

Hallo Laura,
Zuerst einmal möchte ich dir sagen, dass du ein ganz starker Mensch bist und dass och dir sehr viel Glück wünsche auch für dein Baby.
Wir haben so einiges gmeinsam!
Zwar bin ich noch jünger als du, aber was spielt es denn für eine Rolle! Ich bin jetzt 16 Jahre alt und vor 2 1/2 Jahren ist mein Vater gestorben umd es war schrecklich für mih. Ich wollze nicht in die Schule, wollte lieber wie du auch zu Hause bleiben. Ich kann dich sehr gut verstehen! Ich konnte meine Trauer jedoch verarbeiten jedoch nicht ganz. Klar man kann meimer Meinung nach die Trauer nicht ganz überwinden. Wie sol man das auch könen, wenn man schon mehr als die Hälfte des Lebens mit ihm zusammen gewohnt hat und ihn auch lieb hat umd vertraut hat. Das geht nicht. Ich denke noch sehr viel an ihn. Anfangs hatte ich keine Probleme mit dem Einschlafen und so aber dann nach einem Jahr habe ich viel von ihm geträumt. Ein Traum weiß ich noch ganz genau: Ich hatte die Schule aus und mein Vater holte mich von der Schule ab.Ich war mega glücklich umd schrie Papa! Als ich zu ihm rannte war er weg. Ich wachte auf und wurde dann mit der Realität vertraut. So gingen die Träume immer weiter und dadurch tRauerte ich noch mehr wie am Anfang. Den Tod eines Nahstehenden Menschen zu verarbeiten kann man am bessten durch Reden mit einem nahestehenden. Ich tat das mit meiner Mutter. Klar bei dir ist das blöd, da dein Vater meist nicht zu Hause ist, aber du hast ja noch deinen Freund. Und dass du eine Therapie machen möchtest finde ich sehr gut. Ich kann dich völlig verstehen. Ich wünsche dir bei der Therapie sehr viel Erfolg und auch viel Glück mit deiner Zukunft und dem Baby. Umd das mit der Ausbildung belommst du auch hin. Du musst an dich glauben umd in die Zukunft schauen!
Liebe Grüße V.

Gefällt mir

2. Mai 2013 um 18:55

Vielen Dank
dass du dir überhaupt die Zeit genommen hast diesen Roman zu lesen....
Mittlerweile habe ich eine Lösung aus meinem Dilemma gefunden....
Therapie angefangen und ich habe ein Beschäftigungsverbot bekommen, sodass ich zur Ruhe kommen kann.
Nächstes oder übernächstes Jahr, wie es dann passt kann ich nochmal ganz von vorne beginnen, alles mit meinem Chef geklärt. Ohne die Hilfe aus meinem Umfeld hätte ich es nicht geschafft, aer ich kann jetzt endlich wieder nach vorne schauen.
Ich hoffe du findest auch einen guten Weg für dich mit deinem Verlust umzugehen und niemand wird es dir böse nehmen wenn du dir dafür die Zeit nimmst, die du brauchst. Tu es...alles andere bringt nichts. Ich weiß wie schlimm das ist von einem geliebten Menschen zu träumen ,den man verloren hat ....Solche Träume habe ich auch ab und zu.
Ich kann dir nur den Tipp geben wirklich reden reden reden...und wenn deine Mutter dir nicht helfen kann, die wahrscheinlich selber mit dem Verlust irgendwie umgehen muss, dann scheu dich nicht selbst auch eine Therapie zu machen,....alles andere, alle Vorsätze "Ich schaff das schon alleine":...nein, wirst du nicht. Glaub mir. Ohne Hilfe kannst du es nicht schaffen, wie soll auch ein so junger Mensch damit umgehen können.
Ich wünsch dir das Allerbeste. Liebe Grüße

Gefällt mir

Frühere Diskussionen

Beliebte Diskussionen

Wir machen deinen Tag bunter!
instagram

Hydro Boost

Teilen

Das könnte dir auch gefallen