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Ich brauche ein ehrliches und mutmachendes statement! (etwas länger)

3. Februar 2010 um 13:46 Letzte Antwort: 12. Februar 2010 um 12:20


bin vor anderthalb jahren von daheim weg. habe mich nicht mehr wohl gefühlt, alles ging den bach runter, hab die schule abgebrochen, hatte eine abtreibung und eine danachfolgende schlimme trennung hinter mir, habe soziale kontakte entweder abgebaut oder gleich zerstört...dH hatte nicht mehr wirklich viele freunde, die zu mir hielten. ich war am ende. dann habe ich mich erinnert, dass eine freundin aus einem anderen bundesland mal gerne hätte, dass ich sie besuche. hab ich gemacht, hab ihre leute kennengelernt und bin nach kurzer zeit dann auch in dieses bundesland. ohne geld, ohne viel zeug, ohne ausbildungsmöglichkeiten. ich wohnte zuerst bei einem ihrer freunde, mit dem ich mir schon kurz davor eine affäre angefangen hatte. der wohnte aber selbst noch daheim. dann wohnte ich bei im prinzip wildfremden, waren aber auch leute aus dem freundeskreis. ich war dort nur ca 1 monat, bis ich für 1 monat wieder nach hause ging, weil diese menschen mich seelisch ausbeuteten und misshandelten.

so weit so gut, nun war ich 1 monat wieder daheim, besorgte mir in diesem anderen bundesland eine lehre oder jedenfalls ein vorstellungsgespräch. ich schaute mich dort nach einer kleinen wohnung um, die meine eltern mir finanzieren konnten. ich hielt noch kontakt zu dieser freundin aus dem besagten bundesland. nach diesem 1 monat ging ich wieder zurück, zog dort in ein wohnheim für studenten und wartete auf eine zu- oder absage der lehrstelle. währendessen hatte ich wieder den drang, in eine schule zu gehen und machte eine aufnahmenprüfung. bestanden! ich hatte mittlerweile auch eine beziehung zu einem der typen in dem freundeskreis meiner freundin. er war ein arsch. eiskalt, egozentrisch und narzistisch. emotional war ich am boden.
diese liebe hielt nur bis ende des sommers.

dann fing die schule an, ich fing an zu trinken und anderes zu konsumieren. meine freundin stieg nach 1 monat trennung dann mit meinem ex ins bett. ich war am boden. plötzlich wandten sich alle leute aus diesem freundeskreis von mir ab. ich hatte nur mehr einen menschen, ein mädchen, dass ich durch diese leute kennen lernte. sie war da für mich, und nach einiger zeit fand ich auch wieder eine andere gruppe von menschen, die anfangs sehr nett zu mir waren. mein jetziger ex ist einer von diesen neuen leuten gewesen. ich war schon so enttäuscht und verletzt, dass ich extremst vorsichtig mit männern geworden war. ich redete mit ihm über alles, über meine probleme, gefühle, meine vergangenheit und lehren, die ich aus vielen dingen zog. er war für mich da.

und somit gingen wir auch nach einiger zeit ohne jeglichen sexuellen kontakt bis dahin eine beziehung ein, da ich glaubte, er war einer der "guten". im endeffekt hielt die beziehung nur 1 einhalb monate, da er sich für den alkohol und party entschied. auch er war in der beziehung eiskalt, ein richtiger arsch. nie mehr für mich wirklich da, keine umarmung, keine gespräche mehr. abgeblockt.

nun wohne ich mittlerweile bei einem verwandten, da es komplikationen mit meiner wohnung gab, ich hasse ihn. er ist ein unsympathischer kerl. ich kenne ihn auch kaum. ich wurde durch das alles, da ich mit 17 glaubte, mein leben schon selbstständig leben zu können, emotional ein wrack, wo runter die schule und auch das soziale sehr stark leidet...
bin ja mittlerweile fast 19, und nun werde ich wieder zurück nach hause gehen, ich habe mich mit meinen freunden wieder vertragen, auch mit meiner mutter. ich habe bald wieder ein zuhause, ein vertrautes, wo ich geborgenheit fühle..und trotz all der freude darauf schäme ich mich für das alles in dieser stadt. das ich überhaupt von zuhause wegging. ich musste es tun, es war nötig und das weiß ich...aber ich habe nur mehr angst, dass ich daheim nicht in eine andere, ähnliche oder gar gleiche schule wechseln kann wegn platzmangel, ich habe angst vor mir selber, dass ich mich eines tages im spiegel anschaue und mich hasse, dass ich zurück ging, dass alles in meinem leben ein rießen fehler war und ist. ich habe angst vor dieser neuen-alten veränderung!
es ist mir egal, was die leute hier über mich sagen, zumindest die meisten.

ich habe einfach angst, dass ich als verlierer, versager oder null hingestellt werde...habe ich denn versagt, weil ich mit 18 noch nicht bereit bin für ein ganz selbständiges leben voller erwartungen und verpflichtungen? habe ich versagt, weil ich keinen anderen habe, der mir hier unter die arme greift und mir alles, was wichtig ist von kontoauszug bis einkauf, behilflich ist und mir auch tipps gibt?

irgendwie fühl ich mich echt ...scheiße...und fremd...und vorallem ängstlich

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3. Februar 2010 um 14:17

Alles hat einen Grund!
Hallo, ja du bist noch sehr jung und da kann man auch mal Fehler machen! All das hilft beim ``Erwachsen``werden .Aber es ist im Leben egal wo man hingeht, die Probleme sind schneller dort als man denkt!! Mach dir nicht so viel Gedanken,jeder Mensch erlebt oder tut Dinge im Leben, auf die man nicht unbedingt stolz sein muss, aber man sollte daraus lernen und auch du wirst es, wenn du nicht dein Ziel aus den Augen verlierst! Scheiß auf die ``Freunde`` in der anderen Stadt, wichtig ist, dass deine Mum bzw. deine Familie für dich da ist , denn das ist das wichtigste überhaupt. Lass dir Zeit, rede mit deiner Mum und das mit der Schule wird auch klappen, nur nicht aufgeben, jeder hat mal so Phasen, die gehen aber wieder forbei!!! Denke in Zukunft genauer über deine Entscheidungen nach...! L.G.Linda

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4. Februar 2010 um 9:47

In meinen Augen
hast du dich einfach sehr stark überschätzt - was für die Phase um 17-18 Jahre aber auch nicht ungewöhnlich ist. Du dachtest, du kommts allein zurecht, was natürlich nicht so war: als Ergebnis dessen hast du dich, unbewusst denke ich, an andere Leute geklammert bzw bist an Typen geraten, die ihrerseits unsichere Mädchen für ihre Beziehungen suchen und mit ihnen entsprechend umgehen.

Dass du jetzt nach Hause zurückgehst, ist insofern ein absolut richtiger Schritt. Man sollte sich nun mal erst auf eigene Beine stellen, wenn man es auch kann: organisatorisch und finanziell. Dich von einer Abhängigkeit (Eltern) in die andere (irgendwelche Bekannten) zu begeben beschert dir ja nichts außer mehr Schwierigkeit und Überforderung.

Übrigens: das "Kopfalter" von Menschen weicht gerade in der Wachstumsphase teils um Jahre von der körperlichen Entwicklung ab. So kann es 16jährige geben, die ihr Leben mit links allein meistern, oder auch 20jährige, die noch halb Kind sind und es eben noch nicht können. Es gibt da insofern kein festes Stichalter, ab dem man alleine zurechtkommen können müsste. Nun ja, außer man geht stramm auf die 30 zu...

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4. Februar 2010 um 23:01
In Antwort auf linda617011

Alles hat einen Grund!
Hallo, ja du bist noch sehr jung und da kann man auch mal Fehler machen! All das hilft beim ``Erwachsen``werden .Aber es ist im Leben egal wo man hingeht, die Probleme sind schneller dort als man denkt!! Mach dir nicht so viel Gedanken,jeder Mensch erlebt oder tut Dinge im Leben, auf die man nicht unbedingt stolz sein muss, aber man sollte daraus lernen und auch du wirst es, wenn du nicht dein Ziel aus den Augen verlierst! Scheiß auf die ``Freunde`` in der anderen Stadt, wichtig ist, dass deine Mum bzw. deine Familie für dich da ist , denn das ist das wichtigste überhaupt. Lass dir Zeit, rede mit deiner Mum und das mit der Schule wird auch klappen, nur nicht aufgeben, jeder hat mal so Phasen, die gehen aber wieder forbei!!! Denke in Zukunft genauer über deine Entscheidungen nach...! L.G.Linda


es ist einfach schwer, der wunsch und das bedürfniss sind da, teilweise gehts auch allein, aber die meiste zeit wünsch ich mir doch noch eben ein sicher(eres) zuhause! es ist nicht so, dass ich keine verantwortung übernehmen möchte oder kann, aber es wurde mir, da ich ja auch schließlich sozusagen weggelaufen bin von daheim, nie wirklich erklärt, ich hatte keine wirklich helfende hand :/
aber ich denke mittlerweile auch, auch aus vollem herzen - ich möchte zurück zu meinen eltern! ich bin noch nicht fähig und möchte es sein, erzwingen kann ich keine reife und auch nicht, dass ich plötzlich doch alles kann etc...
wenn jemand noch tipps oder ähnliche erfahrungen hat, würde ich mich sehr freuen!
und euch beiden schon mal ein dickes dankeschön

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12. Februar 2010 um 12:20

...
Hi Lunax!

Ich versteh dich gut...
Man möchte sooo viel obwohl man gar nicht genau weiß, was.
Habe ähnliches hinter mir wie du.
Ich glaube, in diesem Alter ist es normal, dass man nach höchstmöglicher Unabhängigkeit strebt. Bei den einen äußert sich das mehr, in extremerer Form (wie bei dir und bei mir), bei anderen etwas weniger.
Doch wenn man nicht in der Lage ist, selbstständig für sich zu sorgen, kanns ordentlich nach hinten los gehen. Wie sollte man auch mit 17 oder 18 ohne Geld, ohne Ausbildung und psychisch labil in der Lage sein, Eigenverantwortung zu übernehmen und sein Leben alleine auf die Reihe zu bekommen??
Das ist nichts, wofür du dich schämen musst.Du hast es versucht und bist dabei ordentlich auf die Schnauze gefallen.
nicht mehr und nicht weniger. Jede Erfahrung im Leben, auch wenn sie noch so schmerzhaft ist, ist eine Herausforderung, die es zu bewältigen gilt und dich persönlich wachsen lassen kann. Jede Erfahrung in deinem Leben macht dich zu dem Menschen, der du irgendwann sein wirst. Erfahrungen sind nichts schlechtes und schon gar nicht etwas, für das man sich schämen muss.
Deine Eltern haben dich wieder aufgenommen und unterstützen dich. Sei dankbar dafür, denn es ist nicht selbstverständlich. Trotzdem kann es schwierig werden, wieder zu Hause wohnen. wenn man einmal weg war von den Eltern, ist es manchmal schwierig, sich wieder in deren Erwartungen und - gut gemeinten - Vorschriften einzufügen.
Aber sieh es als Chance, dich zu sammeln und dir darüber bewusst zu werden, was du in deinem Leben erreichen möchtest. Welche Ausbildung würde dich glücklich machen?Was musst du dafür tun?Wie sollte der Mensch sein, mit dem du eine Beziehung führen möchtest?
Übernimm EIGENVERANTWORTUNG!Mit 19 solltest du niemanden mehr brauchen, der dir bei Kontoauszügen und Einkäufen hilft.
Schreib dir jede Woche eine Liste, was du zu erledigen hast. Am besten kaufst du dir einen Kalender oder einen Wochenplaner, in den du deine Termine einträgst. Verpflichtungen sind leichter einzuhalten, wenn man einen Überblcik darüber hat.
Wenn du wieder ausziehst, kannst du dir für jedes Monat eine Gegenüberstellung erstellen, welche Fixkosten du zu bezahlen hast und wie viel Geld du zur Verfügung hast. Sollte dein Geld nicht ausreichen, kannst du ja am Wochenende irgendwo jobben als Kellnerin o.ä.
Hefte dir ein Post-it an den Kühlschrank, wo du aufschreibst, welche Lebensmittel dir ausgehn und was du brauchst. Hofer/Aldi hat sehr viele qualitativ gute und viel günstigere Sachen. Kann ich nur empfehlen
Solange du für all das nicht bereit bist, solltest du bei deinen Eltern bleiben, sonst verlierst du nur noch mehr Kontrolle über dein Leben. Genieß es, dass du dich um nichts kümmern musst und erhole dich von den "Schrecken" der letzten Zeit. Und setz dich unbedingt damit auseinander, da es dich sonst dein ganzes Leben lang verfolgen wird. Du musst es unbedingt verarbeiten, nicht verdrängen.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiter helfen!

LG, Sans

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