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Ich bin verzweifelt.....

6. August 2017 um 23:23 Letzte Antwort: 29. August 2017 um 23:00

Hallo, ich bin neu hier und habe viele Lasten die mich quälen, ich weiß nicht wie es weitergehen soll. Vor ein paar Monaten habe ich die Schule beendet und fühle mich nun sehr leer. Ich leide unter sozialen Ängsten und habe Anzeichen einer Depression, weshalb ich nun auch eine Überweisung zur Psychotherapie bekommen habe. Ich habe wenige Freunde und sitze zuhause nur rum , obwohl ich mir so viel für die Zeit nach der Schule vorgenommen hatte. Ich wollte mich meinen Ängsten stellen, selbstbewusster werden usw. Nichts davon kann ich anfangen weil ich mich so leer und antriebslos fühle und es in diesem Moment keinen Sinn macht, weil es ja eh nichts in mir auslöst, wenn ich versuche an mir zu arbeiten. Alle meiner ehemaligen Mitschüler haben einen Plan für die Zukunft , dh. sie beginnen bald ein Studium , eine Ausbildung, Praktika usw. Doch ich kann wegen meiner Ängste nichts anfangen, ich habe so große Angst mich irgendwo zu bewerben. Ich würde  am liebsten viele Monate nichts machen und mich einfach um mich selbst kümmern. Doch das Problem ist, dass ich bei den meisten Psychotherapeuten Monate lang auf einen Termin warten muss und da fast niemand von meinen Freunden/Bekannten/Verwandten von meinen Problemen Bescheid weiß, kommt von überall der Druck, nun endlich etwas anzufangen, mich zu bewerben usw. Außerdem habe ich Angst, Zeit zu verlieren, wenn ich monatelang nichts tue. Hinzukommt dass ich im Moment unter Liebeskummer leide, da ich in jemanden verliebt bin, von dem ich dachte, er empfindet das selbe für mich, doch nun er hat kein Interesse den Kontakt zu mir aufrechtzuerhalten, weshalb ich mir sicher bin, dass ich falsch lag. Es ist so schlimm, ich möchte endlich glücklich werden, doch durch meine Verzweiflung und Antriebslosigkeit schaffe ich es nicht, das in Angriff zu nehmen. Und der Druck von allen Seiten, mindestens irgendetwas zu machen, macht mich verrückt. Weiß jemand von euch wie ich aus dieser Situation rauskommen soll ?

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7. August 2017 um 11:18

Du solltest einfach irgendwo irgendetwas anfangen. 
Nach meinem Abitur ging es mir ähnlich. Ich hatte dann, damit ich überhaupt etwas mache, ein Studium angefangen und habe es nur so lari fari gemacht. Habe zu der Zeit ein halbes Jahr auf meine Psychotherapie gewartet. Das Warten stört sehr, aber es lohnt sich. Am Ende hatte ich 4 Jahre eine Langzeittherapie. Sie half mir zwar nicht zum glücklich sein, aber sinnvoll ist es trotzdem! Ich habe dadurch einige Ängste überwunden und ein neues Studium begonnen. Welches ich auch abgeschlossen habe. Ich bin mittlerweile 32, habe 2 Kinder, Arbeit und einen guten Partner. Damals dachte ich niemals, dass mein Leben mal so aussehen würde. 
Du steckst Grad fest. Das wünscht man sich anders, aber im Endeffekt ist das Leben dadurch nicht vorbei. 
Versuche nur nicht aufzugeben u d drin zu verharren. Alles was du anfängst, muss nicht direkt zum Ziel führen und kann einem manchmal auch sinnlos vorkommen, aber den Sinn vom ganzen bemerkt man meist eh erst sehr viel später.
Auch wenn du dir leer vorkommst, du bist es nicht. Es ist nur derzeit nicht greifbar. Das kommt dann meist in kleinen Momenten wieder und manchmal interpretiert man es auch nur falsch. Deswegen ist es wichtig erstmal etwas zu beginnen um in eine Art kleinen Flow zu kommen. Dafür muss man sich leider aufraffen. Es wird dir aber mit der Zeit besser gehen und mit professioneller Hilfe, auch wenn sie noch auf sich warten lässt, liegt man schon mal auf dem richtigen Weg. 

Alles gute!

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7. August 2017 um 19:01
In Antwort auf sfsp

Du solltest einfach irgendwo irgendetwas anfangen. 
Nach meinem Abitur ging es mir ähnlich. Ich hatte dann, damit ich überhaupt etwas mache, ein Studium angefangen und habe es nur so lari fari gemacht. Habe zu der Zeit ein halbes Jahr auf meine Psychotherapie gewartet. Das Warten stört sehr, aber es lohnt sich. Am Ende hatte ich 4 Jahre eine Langzeittherapie. Sie half mir zwar nicht zum glücklich sein, aber sinnvoll ist es trotzdem! Ich habe dadurch einige Ängste überwunden und ein neues Studium begonnen. Welches ich auch abgeschlossen habe. Ich bin mittlerweile 32, habe 2 Kinder, Arbeit und einen guten Partner. Damals dachte ich niemals, dass mein Leben mal so aussehen würde. 
Du steckst Grad fest. Das wünscht man sich anders, aber im Endeffekt ist das Leben dadurch nicht vorbei. 
Versuche nur nicht aufzugeben u d drin zu verharren. Alles was du anfängst, muss nicht direkt zum Ziel führen und kann einem manchmal auch sinnlos vorkommen, aber den Sinn vom ganzen bemerkt man meist eh erst sehr viel später.
Auch wenn du dir leer vorkommst, du bist es nicht. Es ist nur derzeit nicht greifbar. Das kommt dann meist in kleinen Momenten wieder und manchmal interpretiert man es auch nur falsch. Deswegen ist es wichtig erstmal etwas zu beginnen um in eine Art kleinen Flow zu kommen. Dafür muss man sich leider aufraffen. Es wird dir aber mit der Zeit besser gehen und mit professioneller Hilfe, auch wenn sie noch auf sich warten lässt, liegt man schon mal auf dem richtigen Weg. 

Alles gute!

Danke für deine Antwort ! Ich habe sehr große Angst, einfach irgendetwas anzufangen, ich habe teilweise schon Angst einkaufen zu gehen, ein Studium wäre im Moment der Horror für mich . Ich versuche zu kämpfen und dass es dir heute so gut geht, macht mir Hoffnung, dass nach dieser aussichtlosen Zeit wieder etwas Schönes kommt. Vielen Dank für deine Hilfe!

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8. August 2017 um 0:39

Liebe emily!

Zunächst musst Du Deine Angst/Ängste besiegen. Hol` alte Klamotten raus, zieh Dir Turnschuhe an, und beginne mit der Lauferei. Ich weiß, ich habe das schon 1000 Mal geschrieben, aber das ist mir doch egal. Deine Ängste werden dadurch wesentlich weniger, weil der Körper, während des Sports, Serotonin ausschüttet, das wie eine Glücksdroge wirkt. Hinterher kommst Du auf ganz andere Gedanken - auf POSITIVE Gedanken. Es funktioniert, ich versprech`s! Wenn Du aber von vornherein sagst: "Nein, ich tu lieber nichts, weil es mir so am Angenehmsten erscheint, dann wir sich auch nichts tun. Ein Stein, der ständig liegt, setzt Moos an. Beteilige Dich an Diskussionen, geh`unter Leute, sprich mit ihnen knüpfe Kontakte. Themen gibt`s ja genug. Lerne ein Instrument, fange mit der Malerei an, von mir aus auch mit der Töpferei, es ist ganz egal, was. Hauptsache, Du unternimmst irgendetwas. Du weißt es so gut wie ich: Wer rastet, der rostet. Du brauchst ein Ziel, auf das Du hinarbeiten kannst, und dieses Ziel musst Du unbedingt verfolgen, bevor das Ziel DICH einholt. Nein, ich rede mich nicht leicht. Vor Jahrzehnten habe ich mir in den Kopf gesetzt, Maler und Autor zu werden. Die Leute lachten mich aus, "weil man dazu doch Ideen braucht, ein Talent" usw. Es war kein leichter Weg, doch ich bezwang ihn. Und jetzt möchte ich wissen, wer hier über WEN lacht! Ja, ich habe sehr viele Neider, aber mit diesem Neid kann und muss ich leben. Auch ich hatte am Anfang Angst, das gebe ich gerne zu, aber ich stellte mich dieser Angst, weil ich wusste, dass mir die Angst nicht weiterhilft, sondern mich blockiert. Wie Du schon richtig schreibst: "Ich verliere Zeit." Du verlierst sie nicht nur, Du VERSCHWENDEST sie! Willst Du mal unter einer Brücke schlafen? Vielleicht mit Pennern zusammen. (Nein, ich habe nichts gegen Penner, weil es Menschen sind, wie du und ich!) Und genau diese Menschen hatte vielleicht auch Ängste, weil sie sich dies und jenes nicht zutrauten. Aber das ist der falsche Weg, liebe emily. Pack es an!

Viel Erfolg dabei!

Liebe Grüße,

lib    

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11. August 2017 um 22:06
In Antwort auf lightinblack

Liebe emily!

Zunächst musst Du Deine Angst/Ängste besiegen. Hol` alte Klamotten raus, zieh Dir Turnschuhe an, und beginne mit der Lauferei. Ich weiß, ich habe das schon 1000 Mal geschrieben, aber das ist mir doch egal. Deine Ängste werden dadurch wesentlich weniger, weil der Körper, während des Sports, Serotonin ausschüttet, das wie eine Glücksdroge wirkt. Hinterher kommst Du auf ganz andere Gedanken - auf POSITIVE Gedanken. Es funktioniert, ich versprech`s! Wenn Du aber von vornherein sagst: "Nein, ich tu lieber nichts, weil es mir so am Angenehmsten erscheint, dann wir sich auch nichts tun. Ein Stein, der ständig liegt, setzt Moos an. Beteilige Dich an Diskussionen, geh`unter Leute, sprich mit ihnen knüpfe Kontakte. Themen gibt`s ja genug. Lerne ein Instrument, fange mit der Malerei an, von mir aus auch mit der Töpferei, es ist ganz egal, was. Hauptsache, Du unternimmst irgendetwas. Du weißt es so gut wie ich: Wer rastet, der rostet. Du brauchst ein Ziel, auf das Du hinarbeiten kannst, und dieses Ziel musst Du unbedingt verfolgen, bevor das Ziel DICH einholt. Nein, ich rede mich nicht leicht. Vor Jahrzehnten habe ich mir in den Kopf gesetzt, Maler und Autor zu werden. Die Leute lachten mich aus, "weil man dazu doch Ideen braucht, ein Talent" usw. Es war kein leichter Weg, doch ich bezwang ihn. Und jetzt möchte ich wissen, wer hier über WEN lacht! Ja, ich habe sehr viele Neider, aber mit diesem Neid kann und muss ich leben. Auch ich hatte am Anfang Angst, das gebe ich gerne zu, aber ich stellte mich dieser Angst, weil ich wusste, dass mir die Angst nicht weiterhilft, sondern mich blockiert. Wie Du schon richtig schreibst: "Ich verliere Zeit." Du verlierst sie nicht nur, Du VERSCHWENDEST sie! Willst Du mal unter einer Brücke schlafen? Vielleicht mit Pennern zusammen. (Nein, ich habe nichts gegen Penner, weil es Menschen sind, wie du und ich!) Und genau diese Menschen hatte vielleicht auch Ängste, weil sie sich dies und jenes nicht zutrauten. Aber das ist der falsche Weg, liebe emily. Pack es an!

Viel Erfolg dabei!

Liebe Grüße,

lib    

Vielen Dank für deine Antwort.  Es sind viele Tips die ich gerne annehme,  teu teu teu dass es klappt! Es ist sehr schwer das in die Tat umzusetzen  das heißt zum Sport oder Dingen die ich sehr gerne in der Vergangenheit getan habe.  Ich werde mir deine Worte zu Herzen nehmen,  vielen Dank! 

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29. August 2017 um 23:00
In Antwort auf sfsp

Du solltest einfach irgendwo irgendetwas anfangen. 
Nach meinem Abitur ging es mir ähnlich. Ich hatte dann, damit ich überhaupt etwas mache, ein Studium angefangen und habe es nur so lari fari gemacht. Habe zu der Zeit ein halbes Jahr auf meine Psychotherapie gewartet. Das Warten stört sehr, aber es lohnt sich. Am Ende hatte ich 4 Jahre eine Langzeittherapie. Sie half mir zwar nicht zum glücklich sein, aber sinnvoll ist es trotzdem! Ich habe dadurch einige Ängste überwunden und ein neues Studium begonnen. Welches ich auch abgeschlossen habe. Ich bin mittlerweile 32, habe 2 Kinder, Arbeit und einen guten Partner. Damals dachte ich niemals, dass mein Leben mal so aussehen würde. 
Du steckst Grad fest. Das wünscht man sich anders, aber im Endeffekt ist das Leben dadurch nicht vorbei. 
Versuche nur nicht aufzugeben u d drin zu verharren. Alles was du anfängst, muss nicht direkt zum Ziel führen und kann einem manchmal auch sinnlos vorkommen, aber den Sinn vom ganzen bemerkt man meist eh erst sehr viel später.
Auch wenn du dir leer vorkommst, du bist es nicht. Es ist nur derzeit nicht greifbar. Das kommt dann meist in kleinen Momenten wieder und manchmal interpretiert man es auch nur falsch. Deswegen ist es wichtig erstmal etwas zu beginnen um in eine Art kleinen Flow zu kommen. Dafür muss man sich leider aufraffen. Es wird dir aber mit der Zeit besser gehen und mit professioneller Hilfe, auch wenn sie noch auf sich warten lässt, liegt man schon mal auf dem richtigen Weg. 

Alles gute!

Mach dir doch für jeden Tag ne Liste/Plan was du machen möchtest. Und dann streiche nacheinander ab, was du erledigt hast. Das hat mir in so einer Phase mal sehr gut geholfen...

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