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Ich bin NIE glücklich... Hilfe!

9. Oktober 2013 um 19:53

Hallo!
Ich bin unglücklich, einfach immer und in jeder Sekunde! Selbst wenn ich mal lache, noch fast in der gleichen Sekunde denke ich daran wie sinnlos doch alles ist. In keinem meiner Lebensbereiche läuft etwas Rund. Solange ich denken kann, ist das schon so. Seit dem versuche ich mir auch mit hunderten Selbsthilferatgebern, Hörbüchern, Plänen usw. mir selbst zu helfen. Aber nichts funktioniert.

Ich weiß, es kommt im Leben auf die Sicht an. Mit welchen Augen man die Dinge betrachtet, zwei Menschen können unterschiedlich auf die gleiche Situation reagieren. Theoretisch weiß ich das alles, ich habe sooooo soooo viel darüber gelesen, wahrscheinlich könnte ich mittlerweile selbst als Psychologin tätig werden. ABER ich bekomme es nicht umgesetzt, bzw. es kommt einfach nicht an oder funktioniert erst gar nicht. Ich bleibe traurig und lasse mich von Tag zu Tag immer mehr gehen.

Wer mich kennenlernt denkt zuerst, okay selbstbewusstes humorvolles Mädchen, ich hab nichts gegen lachen, selbstbewusst bin ich nur auf eine andere Art.
Hier ein kleiner Auszug meiner täglichen, stündlichen Gedanken.
Ich tue meißt NICHT was ich will, eigentlich weiß ich gar nicht richtig was ich will, mein Haushalt türmt sich, ich komme immer zu spät, ich habe keinen Job mehr, schreibe keine Bewerbungen weil ich absolut nicht weiß was ich machen will und mich alles auch so schon total überfordert, ich sollte mich viel mehr um mein Kind (Kleinkind) kümmern, auch sollte ich mich besser um mich kümmern, mir tut alles weh, nicht macht mich mehr auch, auch nicht mehr die Dinge die mich sonst immer glücklich gemacht haben, ich kann nicht schlafen, sollte das eine oder andere dringend behandeln lassen, ich sollte mich noch um soviele Dinge kümmern, die mich monatlich viel Geld kosten (z.B. Kündigungen schreiben) aber ich tue es einfach nicht, ich habe einen Freund den ich nicht liebe aber trotzdem haben wir vor zu heiraten und ein Haus zu bauen (völlig bescheuert!), ich fühle mich von meinem Freund auch nicht geliebt, meine Freunde haben alle genau so einen "Schaden" wie ich und ziehen mich nur noch mehr runter, meißt habe habe ich keine Lust wen zu treffen und bin lieber allein zu Hause, meine Familie kostet mich meine letzte Kraft, ich werde immer dicker (mittlerweile 20 kg zugenommen), treibe keinen Sport mehr, stopfe alles in mich hinein (was total unüblich für mich ist), ich weiß nicht was ich hier soll und wo ich hin will.

Diese Liste könnte ich ehrlich ewig fortsetzen, denn ich habe wirklich nichts Gutes zu berichten. Ich habe rückblickend wirklich alles falsch gemacht. Wieso lerne ich nicht daraus? Ich lasse mich immer weiter gehen.

Bekommen es nicht mal gesch..... einen Psychologen aufzusuchen. Dachte immer, alles wäre nicht so schlimm, aber jetzt wo ich mir meinen Text nochmal so durchlese
Zu jedem meiner Probleme könnte ich mir selbst einen guten Rat erteilen, aber ich setze nichts konsequent um. Bin ich einfach nur der faulste Mensch dieser Erde?? Oder vergeude ich meine Energie einfach mit den falschen Dingen, fressen, Tagträumerei und lesen von Selbsthilferatgebern? Ich weiß es nicht! Ich bin einfach nicht normal denke ich!

Denk positiv, behandel Dich selbst wie Deinen besten Freund, genieße den Augenblick, sei dankbar für das was Du hast usw... ich weiß ich weiß. Aber WIE GEHT DAS alles???? Wie geht das? z.B. "dankbar zu sein?". Mir ist bewusst, dass ich nicht hässlich bin, ich trotz allem mein Studium irgendwie geschafft habe, ein gesundes Kind habe, ein tolles Auto fahre, einmal richtig geliebt habe usw... Finde ich auch ganz toll, trotzdem werde ich immer hässlicher und fetter, habe keinen Job, ein anstrengendes Kind, kein Geld und meine große Liebe verloren und bin unglücklich. Ich bin dankbar, aber es macht NICHT glücklich(er).

Ich habe eigentlich ein perfektes Vorbild direkt in meiner Nähe (mein Freund ich IMMER TOTAL glücklich, wirklich immer). Er kann aber nicht erklären wie er das macht. Er ein einfach "stumpf" wenn ich das mal so ausdrücken darf. Macht sich um nix einen Kopf und lebt einfach so in den Tag. Dadurch leicht chaotisch, manchmal macht er sich auch doppelt Arbeit dadurch, oder andere denken er ist bißchen balla balla oder unhöflich aber das stört ihn nicht. Er tut einfach und ist den ganzen lieben Tag lang froh. Auch ist er extrem selbstbewusst, vielleicht hängt das irgendwie zusammen.

WIE SCHAFFT IHR ES GLÜCKLICH ZU SEIN??? (Alles Negative "stumpf" ausblenden, Tod, Krankheit usw.????) Lernen damit umzugehen? Wie geht das?? Ablenkung? Gedanken ablenken/umdenken und das dann konditionieren? Einfach ins handeln kommen?

DANKE AN ALLE, DIE SICH DIESEN TEXT "ANGETAN" HABEN!!! Ziemlich viel wirrwarr, aber so rattert mein Kopf den ganzen Tag...

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22. März 2014 um 22:38


du arme wie gut ich das kenne..

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23. März 2014 um 19:13

Ging mir auch so
Aus so einem Loch rauszukommen, ist extrem schwer, zumindest ist das meine Erfahrung. Das ist natürlich nicht allgemeingültig, aber ich kann dir erzählen, wie ich aus der Spirale kam.

Ich hatte auch das Gefühl, allen möglichen Ansprüchen nicht zu genügen und dass das Leben um mich herum passiert und ich einfach nicht Schritt halten, geschweige denn, es steuern kann. Ich glaube, der wichtige erste Schritt ist, sich einzugestehen, dass man selbst ein Problem hat, dass das aber ein Problem ist, unter dem viele leiden und die allermeisten davon schaffen es, herauszukommen. Das soll jetzt nicht noch ein deprimierender Anspruch sein, sondern einfach sagen, dass es funktionieren kann, da heraus zu kommen.

Ich war recht jung, als ich drin steckte, etwa zwischen 11 und 13 oder so. Dann habe ich mir gesagt, alles ist besser, als so weiter zu machen und sich immer tiefer ins Loch zu grübeln und habe mir gedacht, ok, wenn das Leben, so wie es ist, scheiße ist, brauche ich ein anderes. Ich habe mir eine neue Freizeitbetätigung gesucht, die noch nicht negativ bei mir vorbelastet war (Kochen auf hohem Niveau) und die mir nach und nach Erfolgserlebnisse bescherte. Ich habe aber auch mich und meine Gewohnheiten geändert, Kontakt zu neuen Freunden gesucht, die mich noch nicht als depressives Ding kannten, habe das Rauchen für mich entdeckt und mich, was anfangs echt schwer war, dazu gezwungen, etwas zu tun und wenn ich mir hinterher ein Belohnung gönnte, z.B. ein Buch lesen etc., was vorher immer nur mit schlechtem Gewissen ging (Ablenkung von den Problemen und Aufgaben), war das ein unglaubliches Gefühl und hat mir wieder Selbstbewusstsein gegeben.

Das war verdammt hart am Anfang und hat auch ne Weile gedauert, bis ich abends im Bett liegen und mit Stolz auf den Tag zurückblicken konnte, aber es hat funktioniert. Gut, ich hab ein bisschen geschummelt, indem ich das Rauchen angefangen habe, was vor allem in der schwierigen Zeit am Anfang eine große Hilfe war, aber trotzdem kann ich an diese Episode in meinem Leben zurückdenken und habe damit immer dann, wenn ich mal an mir zweifle, einen Fall, indem ich mal wirklich etwas sehr schweres geschafft habe.

Ich wünsche dir und allen anderen, denen es so geht, dass ihr auch in euren Löchern einen Weg findet, der dort herausführt. Und es gibt sicher mehr als einen, also nicht aufgeben und weitersuchen!

LG Danny

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