Anzeige

Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Ich bin nicht mehr ich

Letzte Nachricht: 3. Januar 2013 um 19:07
L
lynsey_12566331
30.10.12 um 17:59

Das hier ist das mein erster Versuch, in einem Forum etwas zu schreiben. Aber ich habe niemanden, mit dem ich darüber reden könnte, ohne ihn zu belasten. Deshalb versuche ich es auf diesem Weg.

Seit einiger Zeit, etwa seit 8 - 10 Wochen, geht irgendetwas mit mir vor. Ich fühle mich nur noch emotionslos, schlecht gelaunt, lustlos, kann mich zu nichts aufraffen, möchte am liebsten nur noch alleine sein, sehe in allen Dingen ein Problem und vor allem: Ich habe jegliche Freude an meinen bisherigen Leidenschaften verloren. Ich habe das Gefühl, nichts gibt mir mehr Spaß und Energie.
Ich weine sehr viel, auch aus völlig nichtigen Gründen, werde gleich regelrecht hysterisch, wenn etwas Unerwartetes passiert, auch bei kleinsten Kleinigkeiten und bin danach für Stunden völlig am Boden zerstört. Ich schaffe es einfach nicht, mich ein wenig aufzuheitern!! Ich bin am Verzweifeln!!

Eigentlich hätte ich überhaupt keinen Grund so zu fühlen. Ich habe einen sehr lieben und verständnisvollen Mann und bin in meinem Traumberuf selbstständig (erfolgreich). Doch auch das erscheint mir alles nur noch wie eine riesige Belastung. Mehr als einmal täglich denke ich, dass es am sinnvollsten wäre, sich einfach ins Bett zu legen und zu sterben.

Ich hatte solche Tiefpunktphasen schon öfter, schon seit meinem Jugendalter. Aber meistens waren sie nur von kurzer Dauer und danach folgte eine längere Strecke eines wahren "Hochs" in der ich Bäume ausreißen konnte und alles zustande brachte, was ich mir vornahm. Die Tiefphasen haben mich zwar nach unten gezogen, aber mich nicht völlig fertig gemacht.

So eine lange Episode von Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit in Verbindung mit keinerlei emotionaler Regung mehr kenne ich überhaupt nicht. Ich fühle mich wie gefangen in meinem eigenen Körper. Ich möchte schreien, aber ich schaffe es nicht und nach außen versuche ich, die Fassade aufrecht zu erhalten und zu lächeln, doch nach innen empfinde ich nichts. Ich weiß mir nicht mehr zu helfen. Ich möchte wieder lachen und Freude empfinden können!! Es macht mich wahnsinnig!!

Wie komme ich wieder heraus aus diesem Loch?? Wer weiß Rat und kann mir helfen????

Ich danke ganz herzlich für jede Antwort!!!

Mehr lesen

I
idesta_12554673
30.10.12 um 20:13

Hallo
Es tut mir sehr leid das du so eine schlimme Zeit durchmachst.

Du schreibst das es vor 8-10 Wochen angefangen hat, ist denn um diesen Zeitpunkt etwas passiert?
Irgendetwas muss doch vorgefallen sein was dich beschäftigt, was dir die Freude nimmt.

Vielleicht fehlt dir auch etwas, wo du dir zunehmend sicherer bist es nicht mehr erreichen zu können, was dich eventuell am Sinn des Lebens zweifeln lässt. Ich meine damit, du schreibst du bist mit Partner/Arbeit zufrieden, aber was möchtest du noch?

Es gibt doch für jeden von uns mindestens eine Sache die das Leben "erträglich" macht.

Du schreibst auch das du viel weinst, woran denkst du dabei, was gehen dir für Gedanken durch den Kopf?

Es ist ein schöner Charakterzug von dir das du deine Liebsten damit nicht belasten willst, aber wenn sie dich wirklich lieben werden sie es wissen wollen, sie können wohl kaum glücklich sein während du leidest.
Dein Mann und deine Freunde müssten doch auch schon längst gemerkt haben das mit dir etwas nicht stimmt.

Als vorerst letztes noch ein Wunsch: Bitte komm von dem Gedanken weg, dass es am sinnvollsten wäre zu sterben, denn das ist nicht wahr.

Gefällt mir

O
obi_12525951
31.10.12 um 14:34

Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben...
...diesen Satz hat mir meine Therapeutin immer gesagt wenn es mir schlecht ging. Natürlich kann ich nicht in dich hinein blicken aber mir erging es ähnlich wie dir vor ein paar Monaten bzw. war ich schon immer eher die Zweiflerin, eher die Pessimistin usw.. Natürlich gab es bei mir auch Phasen in denen ich total viel Energie hatte und in denen ich vor Positivität sozusagen strahlte.
Wie dem auch sei, während meiner letzten Phase voller Depressionen(geht bei dir wohl in die Richtung) hab ich dann endlich versucht Gegenmaßnahmen zu unternehmen. Hab mir Bücher gekauft und eine Online-Therapie gemacht(Psychologin-Online.com). In Therapie bin ich immer noch(und das ist nicht nur was für Verrückte) und du glaubst gar nicht wieviele Verstrickungen sich inzwischen gelöst haben. Begrife wie Achtsamkeit, Liebe, bewusstes handeln haben mich inzwischen zu einem fast neuen Menschen werden lassen. Natürlich gehört dazu deine Mitarbeit und etwas am Ball bleiben aber das sollte es dir Wert sein.

1 -Gefällt mir

L
lynsey_12566331
31.10.12 um 15:58

Danke!
Vielen Dank erst einmal für die Antworten.

Ein wirklich großartiges Erlebnis, das die Veränderung hätte auslösen können, fällt mir ehrlich gesagt nicht ein. Ich habe mich beruflich verändert bzw. vergrößert, was derzeit dazu führt, dass mein Mann und ich zwei verschiedene Wohnungen haben (müssen). Das wird sich allerdings Anfang nächsten Jahres ändern. Natürlich fehlt er mir sehr, auch seine Unterstützung. Aber ich empfinde es nicht als unüberbrückbares Problem.

Es begann eigentlich eher schleichend. Zunächst war da natürlich die Aufregung bzgl. des firmentechnischen Umzugs sowie all die anstehenden Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten der neuen Räumlichkeiten, bei denen ich vor Tatendrang und Vorfreude nur so gestrotzt habe. Auch die ersten Wochen im neuen "Revier" fingen sehr positiv an und ich kann mich äußerst glücklich schätzen, dass die Auftragslage meiner Firma sich weiter verbessert.
Und irgendwann kam es wieder, das Tief. Ich kenne das schon aus der Vergangenheit, nur war es da nie so heftig und lang andauernd wie jetzt. Meistens verging es nach drei, vier Tagen wieder und ich erlebte einen neuen "Schub" von Energie sozusagen.

Wenn ich weine, dann (leider) meistens wegen "Nichts"! Ich sitze da und arbeite und plötzlich fange ich an zu weinen. Wenn ich versuche aufzuhören, wird es meistens noch schlimmer und ich bekomme regelrechte Krämpfe.

Meine große Leidenschaft und mein Ausgleich waren immer meine Pferde und das Reiten, schon seit Kindesbeinen an. Doch leider habe ich auch daran jegliche Freude verloren. Früher bin ich jeden Tag in den Stall gefahren, habe mich aufs Reiten gefreut, mich diesbezüglich weitergebildet, Kurse besucht etc. Inzwischen war ich seit über einer Woche nicht mehr bei meinen Pferden, mich plagt das schlechte Gewissen, sie werden fett und verlieren die Form, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen und ich verspüre keine innere Regung mehr bei dem Gedanken an eines meiner Pferde oder ans Reiten. Seit über 35 Jahren gab es für mich diese große Liebe und jetzt - sie ist einfach verschwunden!! Auch das macht mir extrem zu schaffen, denn die Glücksgefühle, die ich beim Reiten immer empfand, fehlen mir unsäglich!! Ich könnte allein bei dem Gedanken schon wieder weinen, dass ich diese schönen Gefühle nicht mehr wiederfinde!!

Mit meinem Mann habe ich gestern versucht über meine innere Dunkelheit zu sprechen. Ihm fällt natürlich auf, dass ich in der Öffentlichkeit immer ein Lächeln aufsetze, während es einfach "wegfällt" sobald wir die Türe hinter uns geschlossen haben. Er sucht die Schuld nun bei sich und meint, womöglich wäre es besser, wir würden uns über längere Zeit einmal gar nicht sehen. Er versteht nicht, dass ich meine ganze Kraft zusammennehme, um gegenüber den anderen mir nichts anmerken zu lassen und so zu tun, als sei ich die Alte. Aber auch das funktioniert nicht mehr. Erst heute wurde ich von einer Mitarbeiterin darauf angesprochen, ob alles in Ordnung sei, ich würde so fertig aussehen...

Gefällt mir

Kannst du deine Antwort nicht finden?

Anzeige
I
idesta_12554673
01.11.12 um 18:45
In Antwort auf lynsey_12566331

Danke!
Vielen Dank erst einmal für die Antworten.

Ein wirklich großartiges Erlebnis, das die Veränderung hätte auslösen können, fällt mir ehrlich gesagt nicht ein. Ich habe mich beruflich verändert bzw. vergrößert, was derzeit dazu führt, dass mein Mann und ich zwei verschiedene Wohnungen haben (müssen). Das wird sich allerdings Anfang nächsten Jahres ändern. Natürlich fehlt er mir sehr, auch seine Unterstützung. Aber ich empfinde es nicht als unüberbrückbares Problem.

Es begann eigentlich eher schleichend. Zunächst war da natürlich die Aufregung bzgl. des firmentechnischen Umzugs sowie all die anstehenden Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten der neuen Räumlichkeiten, bei denen ich vor Tatendrang und Vorfreude nur so gestrotzt habe. Auch die ersten Wochen im neuen "Revier" fingen sehr positiv an und ich kann mich äußerst glücklich schätzen, dass die Auftragslage meiner Firma sich weiter verbessert.
Und irgendwann kam es wieder, das Tief. Ich kenne das schon aus der Vergangenheit, nur war es da nie so heftig und lang andauernd wie jetzt. Meistens verging es nach drei, vier Tagen wieder und ich erlebte einen neuen "Schub" von Energie sozusagen.

Wenn ich weine, dann (leider) meistens wegen "Nichts"! Ich sitze da und arbeite und plötzlich fange ich an zu weinen. Wenn ich versuche aufzuhören, wird es meistens noch schlimmer und ich bekomme regelrechte Krämpfe.

Meine große Leidenschaft und mein Ausgleich waren immer meine Pferde und das Reiten, schon seit Kindesbeinen an. Doch leider habe ich auch daran jegliche Freude verloren. Früher bin ich jeden Tag in den Stall gefahren, habe mich aufs Reiten gefreut, mich diesbezüglich weitergebildet, Kurse besucht etc. Inzwischen war ich seit über einer Woche nicht mehr bei meinen Pferden, mich plagt das schlechte Gewissen, sie werden fett und verlieren die Form, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen und ich verspüre keine innere Regung mehr bei dem Gedanken an eines meiner Pferde oder ans Reiten. Seit über 35 Jahren gab es für mich diese große Liebe und jetzt - sie ist einfach verschwunden!! Auch das macht mir extrem zu schaffen, denn die Glücksgefühle, die ich beim Reiten immer empfand, fehlen mir unsäglich!! Ich könnte allein bei dem Gedanken schon wieder weinen, dass ich diese schönen Gefühle nicht mehr wiederfinde!!

Mit meinem Mann habe ich gestern versucht über meine innere Dunkelheit zu sprechen. Ihm fällt natürlich auf, dass ich in der Öffentlichkeit immer ein Lächeln aufsetze, während es einfach "wegfällt" sobald wir die Türe hinter uns geschlossen haben. Er sucht die Schuld nun bei sich und meint, womöglich wäre es besser, wir würden uns über längere Zeit einmal gar nicht sehen. Er versteht nicht, dass ich meine ganze Kraft zusammennehme, um gegenüber den anderen mir nichts anmerken zu lassen und so zu tun, als sei ich die Alte. Aber auch das funktioniert nicht mehr. Erst heute wurde ich von einer Mitarbeiterin darauf angesprochen, ob alles in Ordnung sei, ich würde so fertig aussehen...

Hmmm
Ich habe mir jetzt deinen Beitrag mehrmals durchgelesen und fürchte das ich dir an dieser Stelle nicht mehr weiterhelfen kann. Dafür bin ich wohl zu pragmatisch geformt, tut mir echt leid.

Damit du mich verstehst schreibe ich dir mal meine Gedanken dazu auf:
Du schreibst das du grundlos weinst, schon das verstehe ich nicht. Es "muss" hier doch einen Grund geben, ein trauriger Gedanke "muss" dir hier doch durch den Kopf gehen.
Auch die Sache mit den Pferden, du vermisst es doch, es macht dich traurig, aber warum gehst du dann deiner Leidenschaft nicht mehr nach?
Du fühltest dich während der Umzugsarbeiten deiner Firma wohl, als es wieder in den Alltag überging schlecht. Nun könnte man vermuten das dich vielleicht das Alltagsleben langweilt, du etwas "Spannung" brauchst.
Ich sage jetzt zu mir das du bestimmt was auf dem Herzen hast, es aber noch nicht hier reingeschrieben hast.
Wie gesagt, dass sind meine Gedanken dazu.

Ich hoffe das dir andere hier mehr helfen könnnen.


Gefällt mir

herbstblume6
herbstblume6
02.11.12 um 16:05


Es könnte sein, dass du an einer manischen Depression oder etwas dergleichen leidest, da würde ein Arzt oder Therapeut hilfreich sein. Was die Pferde angeht- geh trotzdem hin, versuch deinen Rhythmus beizubehalten es wird dir gut tun. Reite nicht so sehr unter Leistungsaspekten sondern viel raus an die frische Luft, die Seele baumeln lassen, mit den Viechern rumspielen, emotionale Bindung spüren...

Gefällt mir

L
lorin_12561206
03.01.13 um 19:07

Führst du das Leben welches du führen willst ?
"Wer tut das schon", sagst du ?

Eben ...

Wo ist ein "ich muss" (dieses oder jenes) drinne ? Das ist natürlich immer Stress und kostet Energie.

Je weniger "ich muss" desto besser. Oder ? Frage also: "Muss ich wirklich ?"

Das kann zu "problematischen" Änderungen kommen, die man "an sich" nicht will.

Falls du wirklich das tun würdest was du willst. Eine Katastrophe ? Weltuntergang ?

Oder was sonst ?

Gefällt mir

Anzeige