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Ich bin immer unbewusst gemein zu Leuten die ich eigentlich mag

21. April 2014 um 22:18

Hallo allerseits,

wie der Titel schon erahnen lässt hab ich glaub in letzter Zeit ein ziemliches Problem, vermutlich in erster Linie mit mir selbst. Ich würd auch echt gern was an meinem für mich selbst unverständlichen Verhalten ändern, jedoch fällt mir mein Fehlverhalten immer erst im Nachhinein auf.

Ich fang mal vorne an. Ich bin 18 Jahre alt und mache eine Ausbildung. Freunde hab ich ein paar und das genügt mir im Prinzip auch. Jedoch denk ich selbst von mir, dass ich ein sehr kalter Mensch bin und meine "Gefühle" einfach nicht zeigen kann beziehungsweise nicht so zeigen kann wie ich es eigentlich möchte. Früher war ich ein sehr zurückhaltendes Mädchen und habe mit nur sehr wenigen Leuten überhaupt geredet, weswegen ich auch fast keine Freunde hatte. Heutzutage bin ich doch schon etwas offener geworden, jedoch kann ich einfach die Leute nur bis zu einem gewissen Grad hinter meine Fassade blicken lassen. Ich behaupte von mir selbst dass wenn überhaupt höchstend meine Mum weiß wie ich einigermaßen tick. Wenn ich mit Freunden bin, versuch ich unterbewusst immer der Clown zu sein. Bei jedem Satz den ich sag sollen die Leute lachen und das oft auch auf Kosten Anderer. Es ist auch so dass ich keine tiefgründigen Gespräche mit meinen Freunden führen kann und dass ich schon so eine Mauer um mich gezogen hab dass diese mich zur Begrüßung auch garnicht in den Arm nehmen wie alle anderen gegenseitig obwohl ich das eigentlich möchte und mir das auch manchmal echt wehtut. Und wie gesagt, das was ich am Schlimmsten find ist wirklich dass ich manchmal echt total gemein bin zu den Leuten die ich eigentlich am Meisten mag. Das klingt irgendwie total bescheuert aber das ist irgendwie meine Art und Weise jemandem zu zeigen dass ich ihn mag. Ich werde dann zum Beispiel total besserwisserisch und verbessere jede Kleinigkeit oder mach mich über Meinungen, Sachen, Hobbys oder sonstwas meiner Freunde lustig. Ich merk das aber in dem Moment garnicht, für mich ist das dann Spaß und mir kommt es auch so vor als würden die Leute das auch verstehen. Aber wenn ich dann so daheim drüber nachdenk was ich gesagt oder gemacht hab wundert es mich dass meine Freunde überhaupt noch was mit mir unternehmen wollen, da ich, wenn jemand mich so behandeln würde, nichts mehr mit dem zu tun haben wöllte.

Eigentlich bin ich ein sehr hilfsbereiter und gutmütiger Mensch aber ich hab auch oft das Gefühl dass mir einfach keiner die Chance gibt, das mal zu zeigen, bzw. vielleicht steh ich mir da auch selbst irgendwo im Weg.

Nun bin ich echt am Überlegen, ob ich mich in psychologische Behandlung geben soll, da ich mich auch einfach selbst nicht versteh und nicht weiß was mit mir los ist. Kann das auch vielleicht eine spätpubertäre Phase sein? Ich war wie gesagt schon immer ein Mensch, dem Nähe zulassen und anderen zu vertrauen schwer fällt. Ist das einfach eine Charaktereigenschaft? Oder eine psychische Störung? Und wenn ja kann man das therapieren?

Ich bedanke mich schon mal für eure Antworten und möchte noch bitten, von Kommentaren wie "dann sei doch einfach mal nett zu deinen Freunden" etc. abzusehen, da mir sowas nicht weiterhelfen würde, weil ich einfach nicht anders sein kann.

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22. April 2014 um 6:17

Kein Problem
Dadurch das du früher sehr zurückhaltend warst und nicht mit vielen geredet hast aber erkannt hast das wenn man Freunde will auch mit ihnen sprechen musst versuchst du jetzt in solchen Gesprächen besonders witzig zu sein - leider manchmal auf Kosten anderer - und damit die Aufmerksamkeit der Gruppe und auch die Sympathien auf dich zu ziehen. Aber das ist kein Problem wenn du auf der anderen Seite auch einstecken kannst wenn einer deiner Freunde auch mal auf deine Kosten einen Lacher provoziert und deine Freunde es richtig einordnen können - dann ists witzig und führt zu einer lustigen lockeren Unterhaltung. Du darfst nur die Achillesferse eines deiner Freunde nicht erwischen - dann geht's schief und es ist evtl. ein Exfreund. Auch ist es in dem Zusammenhang sehr hilfreich wenn man auch mal über sich selber lachen kann bzw. genügend Selbstvertrauen hat auch mal eine Anekdote wo man selber nicht gut bei wegkommt vom Besten zu geben und nicht nur auf Kosten anderer.... Aber wie gesagt: Es wird deinen Freunden nichts ausmachen und sie können es richtig einordnen sonst wären sie ja schon Exfreunde. Alles Gut. Keine Psychologe nötig.

Das mit dem Umarmen das du eigentlich willst aber keiner mehr macht-Hattest du mal ein Phase wo du das nicht wolltest und das auch gezeigt hast ? Ich glaube ja und die Freunde wissen jetzt das du das nicht magst aber nicht das sich das geändert hat. Da musst du tätig werden und signalisieren "Ja, ich mag das jetzt ! Dann wird's auch wieder was.

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22. April 2014 um 15:35

Hört sich an wie eine
... Verhaltensstörung. Kann und sollte man auch therapieren! V.a. dann, wenn Dein Verhalten schon so evident verletzend ist, dass Du es selbst nach Reflexion bemerkst und es gerne verändern würdest, sollte Dir ein guter Psychologe dabei helfen können. Kannst Du Dir vorstellen, was der Auslöser dafür sein könnte? Waren Deine Eltern oder nahestehende Bezugspersonen genauso zu Dir, als Du klein warst? Stößt Du Menschen vor den Kopf, bevor sie in der Lage sind, es mit Dir zu tun - Dich herablassend oder verletzend zu behandeln? Das sind ganz wichtige Fragen, die Du Dir unbedingt selbst stellen solltest. Dabei kann aber auch eine gute Therapie helfen. Ich habe mit einer Kinesiologin gute Erfahrungen gemacht, denke aber dass auch die schulmäßge Psychologie gute Erfolge verspricht.

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1. Mai 2014 um 14:03

Klingt so
dass du letztlich ein Thema mit dir selbst und deinem selbstbewusstsein hast. Daher
- wilslt du andere erheitern, weil du denkst sonst nicht gut genug zu sein für sie
- hast eine mauer um dich gezogen, damit niemand dein unwertes inneres sieht
- treibst du leute von dir weg, die du eigentlich magst, weil du fürchtest dich zu sehr an sie zu binden und dass sie dich verlassen, weil du nicht gut genug bist
- deshalb bist du zurückhaltend auch wenn du auftaust
- du nicht sagst dass du umarmen möchtest oder es von dir aus initiierst, weil du wohl angst hast dass es nicht erwidert wird

Das wichtige ist mE zu verstehen, dass das alles nur in deinem Kopf ist und mir der Realität nichts zu tun hat. Noch zwei tole Bücher:
Kristin Neff- Selbstmitgefühl
Brene Brown - Die Gaben der Unvollkommenheit

Ich denke die gehen in deine Richtung

Und ja ich würde dir empfehlen dir nen Theraeut zu suchen, der sich mit dir um das Thema kümmert, da das Thema bei dir ziemlich ausgeprägt zu sein scheint. Du kannst es auch allein angehen - aber das dauert viel länger und du hast nur ein Leben - also geh lieber den schnellen Weg als aus falscher Scham den mühsamen und langsamen

Alles Gute

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