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Hoffnungslos

11. April 2010 um 14:43

Hallo,

ich (36) bin neu hier und dies ist mein erster Beitrag. Keine Ahnung, ob ich hier richtig bin, aber ich versuch es einfach mal. Sorry schonmal, dass es sehr sehr lang wird, aber ich muss mir mal alles von der Seele schreiben.

Weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll. Ganz vorne?

Meine Kindheit war sehr von der lieblosen Beziehung meiner Eltern zueinander geprägt, ständige Streits, wochenlanges Anschweigen zwischen ihnen war normal. Mein Vater war/ist sehr dominant und launisch, meine Mutter sehr warmherzig und schwach. Ich war (auch als Kind) immer ihre Stütze. War ein sehr angepasstes, zurückhaltendes, ernstes Kind, das nie Probleme gemacht hat. Auf allen Zeugnissen nur Einsen. Und war eine talentierte und fleißige Klavierschülerin.

Mein Bruder (1 Jahr älter) dagegen war immer das "Problemkind", meine Mutter hat sich immer um ihn Sorgen gemacht, er war sehr ruhig, Einzelgänger, wurde in der Schule sehr gemobbt (habe ihn, so gut es ging, versucht in Schutz zu nehmen), mein Vater hat ihn nie akzeptiert, er wollte immer einen "richtigen" Jungen, nicht so einen ängstlichen, schüchternen.

Ich kann mich wenig erinnern, wie ich mich als Kind/Jugendliche gefühlt habe. Aber ich war oft sehr einsam und unglücklich. Hatte immer große Angst zu versagen, in der Schule mal nicht die Beste zu sein. Hatte keine richtigen Freunde, sondern zu allen Mitschülern guten, aber nicht engen Kontakt, keine beste Freundin oder so. Mit 12 hab ich mich das erste Mal verliebt und war viele Jahre (ca. 6?) von weitem in einen Jungen aus meiner Schule verliebt, der mich nie beachtet hat. Auf ihn zuzugehen, habe ich mich nie getraut und so habe ich jahrelang nur in mein Tagebuch geschrieben. Ich habe mich häßlich und minderwertig gefühlt. Alle Mädchen meiner Klasse wurden umschwärmt von Jungen, mich hat niemand beachtet. Schon damals hab ich gedacht, dass irgendwas mit mir nicht stimmt. Ich hab mir oft gewünscht, tot zu sein.


Mit 17 bin ich magersüchtig geworden, nach einem Jahr ging es über in Bulimie. In der Zwischenzeit zog ich zu Hause aus und begann zu studieren (Klavier). Die Einzelheiten führen jetzt zu weit, aber mein Unglücklich-Verliebtsein setzte sich fort. Ich war lange in einen Mitstudenten verliebt, der mich natürlich auch nicht beachtete. In meiner in der Zwischenzeit begonnenen Psychotherapie fasste ich endlich den Mut, ihn anzusprechen (-schreiben), aber er war natürlich nicht an mir interessiert. Einen anderen Mann, in den ich mich in der U-Bahn verknallt hatte, sprach ich auch an, mit dem gleichen Ergebnis. Ich machte mich jedes Mal am Ende so lächerlich, weil ich es nicht aushalten konnte und bescheuerte Briefe schrieb.

Ich lernte mit 23 meine erste große Liebe kennen. Nach der ersten gemeinsamen Nacht (mit nur Kuscheln!) stellte er fest, dass "unsere Chemie nicht stimmen würde". Wir waren also nur befreundet, aber ich verzehrte mich nach seiner Nähe, meine Sehnsucht nach Wärme, Geborgenheit und Nähe war unendlich groß. Nach 3 Monaten brach er den Kontakt ab. Ich war total am Ende. Aber er hatte mir auch eine neue Welt gezeigt, in die ich mich nun vorwagte. Ich fing an auszugehen, tanzen zu gehen, Spaß zu haben. Es war eine tolle Zeit.

Ich war zeitweise in mehrere Männer gleichzeitig verliebt, aber keiner von denen hatte Interesse an mir. Ich habe mir so oft Hoffnungen gemacht, wo es keine gab. Einen Mann sprach ich mutig im Café an, wir hatten ein tolles Wochenende und ich schwebte im 7. Himmel, bis er mir ein paar Tage später sagte, dass er sich geirrt habe und den Kontakt abbrach.

Meine zweite große Liebe sprach ich in einem Club an, nachdem er mich den ganzen Abend mit den Augen verfolgte. Wir näherten uns langsam an und es war sehr schön. Er schien mich wirklich zu mögen. Nach 3 oder 4 Wochen zog er sich jedoch immer mehr zurück und machte mir klar, dass aus uns nichts werden kann. Ich liebte ihn. Ich hatte Hoffnung, dass er seine Meinung ändert. Wir hatten fast 5 Jahre lang eine "Beziehung", die keine war. Wir trafen uns ab und zu, unternahmen zusammen etwas und hatten Sex. Ich war so blöd zu glauben, dass er mich lieben würde. Wir haben nie über Gefühle geredet und ich traute mich nicht, ihn darauf anzusprechen, weil ich im Innern wohl längst wusste, dass er mich nicht will. Nachdem ich endlich eine Aussprache initiierte, gings mir so schlecht wie noch nie. Ich wollte nur noch tot sein. Ich schrieb wieder blöde Briefe voller Selbstmitleid in der Hoffnung, ihn umzustimmen. Machte mich total lächerlich in meiner Verzweiflung. Ich brauchte 2 Jahre, um ihn zu vergessen.

In der Zwischenzeit war ich immer wieder unglücklich verliebt. Nie hatte ein Mann wirkliches Interesse an mir. Ich habe vieles in meinen Tagträumen kompensiert, stellte mir vor, wie schön es wäre, geliebt zu werden. In der Realität gab es das nicht. Nur eine riesige Sehnsucht und die Angst, dass es immer so bleiben würde.

Meine Essstörung hatte erhebliche Ausmaße angenommen, ich gab Unmengen für Essen aus, das ich jeden Abend in mich hineinstopfte, um es wieder zu erbrechen. Bis zu 10mal täglich. Meine erste Therapie hatte mir v.a. gefühlsmäßig sehr geholfen, ich lernte, meine Bedürfnisse mehr zu empfinden und darüber zu reden, ich lernte auch wieder zu weinen, was ich viele Jahre gar nicht konnte. An der Bulimie änderte sich nichts, es wurde immer schlimmer. Ein zweimonatiger Klinikaufenthalt half mir überhaupt nicht, in der Klinik war ich eine perfekte Patientin, vorbildlich in jeder Therapie, kotzte nicht mehr und nahm gehorsam zu. Als ich wieder zu Hause war, hielt ich das noch ein paar Tage durch, aber dann verlor ich die Beherrschung und es wurde noch schlimmer, als es je zuvor gewesen war.

Durch meine damalige "Selbstfindungsphase" (ausgehen, Spaß haben, lockerer werden) hatte sich dann aber anscheinend wirklich etwas verändert in mir. Ich war mehrmals kurz davor, mein Studium zu schmeißen, hab es dann aber doch mit sehr gutem Abschluss zu Ende geschafft, worauf ich sehr stolz war. Lange hatte ich nur das Gefühl, einen von anderen (Eltern, Lehrer) vorbestimmten Weg beschritten zu haben und wusste nicht, was ICH wirklich wollte, aber ich hatte mich nun endlich bewusst für mein Fach entschieden und war sogar mit Spaß und Herz bei der Sache. Wo ich früher verbissen 6 Stunden am Tag geübt hatte, bewältigte ich nun das gleiche Pensum in der Hälfte der Zeit und mein Prof war überrascht, mit wieviel Ausstrahlung ich plötzlich spielte. Dazu war ich wie gesagt sehr nachtaktiv, ging fast jede Nacht tanzen und fing an, Platten zu kaufen und selbst aufzulegen und habe sogar eine Zeit lang 2 eigene Partyreihen betrieben. Das alles immer parallel zu meinem unglücklichen Verliebtsein.

Nach einer erneuten Therapie hab ich dann vor 10 Jahren den endgültigen Absprung aus der Bulimie geschafft. Ich weiß nicht genau wie, aber ich habe von einem Tag auf den anderen aufgehört zu kotzen. Plötzlich ging es ganz einfach. Meine damalige Therapeutin meinte in der letzten Stunde, dass ich nun sicher auch bald eine glückliche Beziehung haben würde. Tja. Ich hatte Hoffnung. Trotz der erneuten erfolglosen Versuche.

Vor 5 Jahren schrieb mich T. in einem Singleforum an. Er fand mich toll und ich ihn. Das erste Mal in meinem Leben habe ich mich wirklich geliebt gefühlt, ich konnte genau so sein, wie ich war, es war so, wie ich es mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt hätte. Ich war sooo glücklich - für ein paar Tage. Dann die Katastrophe: er gestand mir, verheiratet und zweifacher Vater zu sein. Obwohl mir mein Verstand etwas anderes sagte, konnte ich nicht anders. Wir hatten eine kurze und (von beiden Seiten) sehr intensive "Affäre". Es war wohl von vornherein zum Scheitern verurteilt, er war in der schlimmsten Krise seines Lebens, ich habe versucht, ihm zu helfen, konnte es aber natürlich nicht. Ich habe ihn soooo sehr geliebt und tu es immer noch. Als klar wurde, dass er seine Familie (die Kinder) nicht aufgeben wollte, fiel ich in das allertiefste Loch meines Lebens. Ich war verzweifelt, wollte sterben und offenbarte auch T. diese tiefsten Tiefen meiner Seele. Badete in Selbstmitleid, so dass er mir vorwarf, ich würde eine Sinnlücke mit ihm füllen wollen und dass er nicht dafür herhalten wolle, und dass er Angst hätte, "dass ich ihn in meine Verzweiflung mit hinunterziehen würde". Dabei habe ich mich nur nach Wärme und Geborgenheit gesehnt.

Ich wusste nicht, wie ich das alles aushalten soll und habe seine räumliche Nähe gesucht, saß lesend auf einer Bank in der Nähe seiner Wohnung, radelte über das Klinikgelände, wo er arbeitete. Ich wollte natürlich nicht, dass er mich sieht. Er hat mich wohl doch gesehen, bekam riesige Angst vor mir, dass ich alles auffliegen lassen würde, was ich selbstverständlich niemals vorhatte!! Er schrieb mir dann eine Mail, dass ich ihn in Ruhe lassen solle. Was ich getan habe. Nur zum Geburtstag schrieb ich jedes Jahr eine kurze Mail und entschuldigte mich auch für mein Verhalten. Er hat nie reagiert. Ich habe gehofft. Ich weiß, dass er der Richtige war und ist. Habe mir Kraft aus meinen Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit geholt. Und auf die Zeit vertraut.

Nun habe ich vor 2 Monaten zufällig mitbekommen, dass er sich irgendwann doch von seiner Frau getrennt hat. Ich war total vor den Kopf geschlagen! Ich weiß nichts genaues, stehe absolut im Dunkeln. Nach langem Hin- und Herüberlegen entschied ich mich, ihm kurz zu schreiben, dass ich mich freuen würde, von ihm zu hören. Zwei Wochen später kam die Antwort: "Bitte akzeptiere, dass ich nicht mehr von dir angeschrieben werden möchte."

Ich habe alles falsch gemacht. Am Anfang hat er mich sehr gemocht, vielleicht sogar geliebt. Dann hat er mich näher kennengelernt, meine Verzweiflung, mein Selbstmitleid, die depressiven Gedanken, meine Todessehnsucht mitbekommen. Vielleicht hasst er mich jetzt. Erstens war ich der Anfang vom Ende seiner Ehe und zweitens hält er mich nun sicher für eine durchgedrehte Psychopathin. Ich bin kein Monster!!! Oder doch?

Er wird für immer in meinem Herzen sein. Ich glaube, nein ich weiß immer noch, dass er der Richtige ist. Aber es tut so weh! Er will nichts mehr mit mir zu tun haben. Ich hätte so gern wieder in seine Augen gesehen. Mit ihm gelacht. Ich war zur falschen Zeit am richtigen Ort und habe alles versaut.

Ich habe mich in den letzten Jahren sehr zurückgezogen. Gehe nicht mehr aus. Habe mich auf meinen Job konzentriert. Ich kann irgendwie die Nähe von Menschen nicht mehr ertragen. Habe lange Zeit versucht, alles mit mir allein auszumachen, was auch sehr gut funktioniert hat. Mit meiner besten Freundin kann ich über fast alles reden, was ich erst seit ein paar Wochen wieder teilweise mache. Es geht mir gut allein. Ich fühle mich nicht einsam. Ich war mein ganzes Leben allein und fühle mich wohl so. Wenn da nicht die Sehnsucht wäre.



Die andere Sache ist meine Familie. Mein Bruder hat seit seiner Lehre immer wieder davon geredet, sich umzubringen. Zeitweise ging es ihm wieder besser, aber eigentlich war das immer ein Thema. Meine Mutter litt sehr die ganzen Jahre (er lebt noch im Haus meiner Eltern, da er eine Arbeitsstelle im Ort hatte).

Nun ist er seit 9 Monaten krankgeschrieben und hat sich anscheinend eine Berufskrankheit zugezogen (Schädigung des Gehirns durch Chemikalien). Er ist völlig ausgetickt, ist davon überzeugt, dass er nur noch ein paar Jahre zu leben hat (obwohl das niemand bestätigt hat). Der erste Rentenantrag und die Anzeige bei der Berufsgenossenschaft wurden abgelehnt. Er sagt immer wieder, dass er sich besser umbringen sollte. Dass er nicht mit der Krankheit leben will (starke Kopfschmerzen bei Belastung, Sehstörungen, Missempfindungen, Konzentrationsstörungen). Dass er nicht jahrelang auf die Rentenbewilligung warten will. Einmal hatte er sich Gift besorgt und mir gegenüber Bemerkungen fallen gelassen, dass er wüsste, wie er das Problem lösen werde. Meine Mutter und ich konnten das Schlimmste verhindern. Mit meinem Vater kann man über all das nicht reden, er und mein Bruder hassen sich, mein Vater meint, dass mein Bruder zum großen Teil simuliert. Ich kann es selbst nicht einschätzen, wie schlecht es ihm geht, kann eigentlich nicht sagen, dass er viel anders geworden ist, aber ich bin ja auch nicht ständig dort. Meine Mutter lebt in ständiger Angst, hat niemanden (außer mir), mit dem sie darüber reden kann.

Mein Bruder hätte dringend eine Psychotherapie nötig, das wäre schon vor vielen Jahren angezeigt gewesen, aber er weigert sich. Er ist launisch ohne Ende, hat keine sozialen Kontakte, hatte nie eine Freundin, keine Freunde. Ist manchmal fremden Leuten gegenüber total distanzlos im indirekten Kontakt (Telefon, Internet), reale Kontakte bekommt er überhaupt nicht geregelt oder nur sehr schwer. Und es ist ihm anscheinend völlig gleichgültig, was seine Selbstmorddrohungen bei meiner Mutter und mir bewirken.

Über Ostern (ich war bei meinen Eltern) war es besonders schlimm, nachdem eine Hausbesichtigung eskalierte. Er hat sich in den Kopf gesetzt, unbedingt von zu Hause weg zu müssen (finde ich gut) und ein Haus kaufen zu wollen (völlig unrealistisch!!!). Wie ein trotziges Kleinkind beharrt er darauf, dass eine Mietwohnung nicht in Frage kommen würde. Von Auswandern nach Italien hat er auch schon geredet. Keinerlei Überzeugungsversuche meinerseits und von meiner Mutter helfen. Wir haben uns also nach Ostern ein Haus, das er sich im Internet ausgeguckt hat, angesehen und er hat sich unmöglich benommen. Fand es blöd und ist einfach weggegangen, hat meine Mutter und mich mit dem Makler allein gelassen und hat sich nicht mehr blicken lassen, angeblich hatte er wieder so starke Kopfschmerzen. Ich war wütend ohne Ende. Er begründet sein Verhalten jetzt immer damit, dass er krank ist! Er benimmt sich völlig daneben und sagt, er könne nichts dafür, denn sein Gehirn wäre kaputt. Er ist völlig ausgeflippt und sagte, dass er nun doch kein Haus mehr wolle und auch keine Mietwohnung, dass er das Problem nun lösen werde, indem er sich umbringt. Am nächsten Morgen weckte mich meine Mutter mit verquollenen Augen und erzählte, dass er ihr gesagt habe, er würde sich heute umbringen und nun mit dem Rad unbemerkt weggefahren war. Wir hätten fast die Polizei angerufen, bis meiner Mutter einfiel, dass er vielleicht zum Arzt gefahren sei (Verlängerung der Krankschreibung) und ein Anruf dort bestätigte es. Er beruhigte sich wieder etwas. Am gleichen Tag fing er plötzlich wieder an, dass er ein Haus kaufen wird...

Ich halte das kaum noch aus. Und ich halte es nicht aus, dass meine Mutter so leiden muss, so in ständiger Angst lebt. Sie ist auch nicht die Gesündeste, hatte viele Jahre Colitis ulcerosa und nun Herzprobleme. Mein Leben ist die reinste Hölle, so erscheint es mir jedenfalls in vielen Momenten. Nun bin ich seit gestern wieder in meiner eigenen Wohnung, lebe mein eigenes Leben weiter, aber all das ist natürlich trotzdem noch da. Ich fühle mich oft wie im Gefängnis, aus dem ich nicht entkommen kann. Alle meine Versuche zur Kommunikation scheitern. Meine Eltern reden nicht miteinander, mein Vater und mein Bruder reden nicht miteinander, es bleibt meistens an mir hängen, zwischen ihnen zu vermitteln. Ich hasse das und weise es immer öfter von mir. Aber ich kann mich doch nicht einfach raushalten, das ist meine Familie!

Ab Montag sind die Ferien wieder vorbei und ich werde versuchen, irgendwie weiterzumachen. Ich weiß manchmal nicht, woher ich die Kraft dafür nehmen soll. Alles erscheint mir so sinnlos. Ich wünsche mir oft, abends einzuschlafen und morgens nicht mehr aufzuwachen. Aber das geht natürlich nicht. Und ich will ja auch gar nicht weglaufen. Aber ich habe keine Ahnung, wie ich das alles schaffen soll.


Vielen Dank fürs Lesen und falls es tatsächlich jemand bis zum Ende geschafft hat - Respekt !!
Würde mich sehr über Kommentare freuen.

Alles Gute für Euch,

satinsoul

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11. April 2010 um 16:27

Ich habs geschafft
habe alles gelesen. Es klingt sher hart und auch traurig, was Du so erlebt ahst und erlebst. Leider fühlen wir uns oft für Dinge verantwortlich,die uns eigentlich nichts angehen, die wir nicht ändern können. Bei meinen Eltern ist es ähnlich...sie streiten sich auch nur und Vater ist der Dominante, Mutter die unterlegene.Wir Kinder leiden darunter, fühlen usn verantwortlich. Doch eigentlich sind es die beiden, die miteinander klar kommen müssen...und wenn sie das nicht können, müssen sie sich trennen. Doch das tun sie nicht...der schwache aus ANgst, alleine zu sein und der Starke aus Bequemlichkeit denke ich, er hat ja die MAcht, also ist für ihn alles in Ordnung.
Wir haben wohl nie so recht ein starkes Selbstbewußtsein aufbauen können, weil unsere Eltern uns zu wenig Lob gaben und Anerkennung. Wir mußten immer drum kämpfen und selbst das hat nie gereicht, es war nie gut genug...und so haben wir dieses Gefühl tef drinnen noch imemr und sind der Überzeugung, das es stimmt, wir eben nicht gut genug sind....weil wir es nie von den Eltern zu spüren bekamen.
Auf der anderen Seite sind Menschen nur so in der Lage, außergewöhnliche Leistungen zu vollbringen, denn sie geben sich nicht ganz zifrieden und sind daher nach immer mehr oder besserem bestrebt. Du siehst es an Dir...hast immer sehr gute Leistungen erbringen können...durch diesen inneren Druck. Mir fällt Michael Jackson immer wieder ein dazu.....sein Vater hat ihn und seine Leistungen nie anerkannt...er hat nie Lob von ihm bekommen....daher hat MJ so gute Musik gemacht...er war seelisch unglücklich denke ich, aber ohne diesen inneren Drang nach immer besserer Leistung wäre er nie so ein Star geworden. Der Presi dafür ist, daß er nei zur Ruhe kam. Weißt Du,was ich meine?
Ich schätze Dich so ähnlich ein...bist mit Dir nicht ganz zufrieden, denkst andere mögen Dich nicht so, wie DU bist, die Erlebnisse mit den Männern haben das imemr noch bestätigt. Und somit glaubst DU das am Ende noch.
Die Sache mit Deinem Bruder ist auch schwierig. Klar ist es schwer, wenn man als Tochter die Mutter leiden sieht und den Bruder. Ich kenn die genaueren Umstände zu wenig, als daß ich dazu was sagen kann. Aber es liegt sicher auch mit daran, weil Du und die Mutter ihm vielleicht vieles abnehmen, er somit keine volle Verantwortung übernhemen braucht...daher zickt er vielelicht so rum wie beim Hauskauf.
Versuche, nicht so sehr die Verantwortung für das Leben der anderen zu übernehmen...es ist ihr Leben und sie sind dafür verantwortlich, es zu leben, so wie sie möchten. Du bist für Deins verantwortlich

LG

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11. April 2010 um 17:27

Hallo erdmuthe,
vielen lieben Dank für deine Antwort.

Ja, ich weiß, dass ich nicht für meine Eltern und meinen Bruder verantwortlich bin, aber ich schaffe es bisher einfach nicht, mich davon abzugrenzen.

Die Selbstmorddrohungen meines Bruders sind der Grund, warum ich denke, mich nicht einfach raushalten zu können. Wer sagt mir denn, dass er nur blufft, dass er uns damit nur erpressen will? Wenn er es doch irgendwann tut? Ich würde es mir nie verzeihen, wenn ich nicht alles versucht hätte zu helfen.

Ich habe meiner Mutter schon so oft gesagt, dass er erwachsen ist und für sein Leben selbst verantwortlich ist. Aber sie schafft es einfach nicht, ihn sich selbst zu überlassen, weil sie riesige Angst hat, dass er sich etwas antut.

Ich hatte aufgrund meiner Essstörung zwei Therapien, die mir auch sehr geholfen haben. Eigentlich dachte ich, ich würde mein Leben nun selbst auf die Reihe bekommen...

Vielen Dank dir nochmal für die lieben Worte und die Gedankenanstöße.

Alles Gute für dich und liebe Grüße
satinsoul

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11. April 2010 um 18:12

Liebe wejona56,
ich bin ganz baff, dass ich so engagierte Antworten bekomme, habe nicht damit gerechnet, dass sich überhaupt jemand den langen Text durchliest.

Ganz herzlichen Dank für die Mühe und deine ausführliche Antwort!!

Das große Problem bezüglich meiner Familie besteht für mich darin, dass ich nicht weiß, wie ernst mein Bruder die Selbstmorddrohungen meint. Sonst hätte ich mich schon längst abgegrenzt.
Letztens meinte er, als ich sagte, dass wir beim nächsten Mal wirklich die Polizei informieren würden, dass wir das sowieso nicht tun würden. Da unterschätzt er mich aber gewaltig!
Ich muss mich in Unterhaltungen mit ihm immer sehr zusammenreißen, trotzdem artet es meist darin aus, dass er mich auf die Palme bringt und ich sehr laut werde.

Meinst du, ich solle mich also einfach aus allem raushalten? Ihn machen lassen? Und wenn er meint, dass er sich umbringen müsse, das in Kauf nehmen? Manchmal denke ich, dass er es eben tun muss, wenn er es unbedingt tun will, aber ich komme mir sehr schlecht dabei vor.
Meines Empfindens nach ist er psychisch sehr krank, ganz abgesehen von der Berufskrankheit. Soll man ihn einfach allein lassen?
Meine Mutter meinte letztens, dass er doch eine Chance verdient hätte, sich den Traum vom Haus zu erfüllen. Das hat mich nachdenklich gemacht. Wenn ich nun unrecht habe und er wirklich so krank ist, dass er nicht mehr lange leben wird? Und wir dann damit leben müssen, ihm unsere Hilfe verweigert zu haben?
Das ist eben der Zwiespalt, in dem ich und auch meine Mutter stecken.

Eigentlich sind mir ja diese ganzen Dinge mit der Verstrickung in meiner Familie klar. Aber ich schaffe nicht, mich daraus zu befreien!
Ich bin oft sehr wütend auf meine Eltern, auf meinen Vater und auch auf meine Mutter, weil sie sich eben nie gewehrt hat. Aber ich bringe es nicht übers Herz, mich von allem zurückzuziehen. Aber genau das müsste ich tun, ich weiß. Ich habe ihr auch schon gesagt, dass ich nicht für meinen Bruder verantwortlich bin und dass ich mir von ihm mein Leben nicht kaputtmachen lassen will. Und dass sie sich überlegen soll, sich für sich selbst Hilfe zu holen bei der Telefonseelsorge oder einem Therapeuten, leider sind die in Meck-Pom sehr rar.

Zu 2. Ich sehe es gar nicht als mein großes Ziel an, einen Partner und Familie zu haben. Es ist ein Wunsch und ich kann niemanden zwingen, mich zu mögen. Beruflich habe ich viel mit Kindern zu tun und weiß schon länger, dass ich keine eigenen haben muss, jedenfalls nicht um jeden Preis.

Ich finde es sehr merkwürdig, dass die meisten Männer, die mich ablehnten, mich eigentlich gar nicht kannten. Dass sie eigentlich gar nicht bemerken konnten, wie ich bin, weil sie ja gar keine Zeit mit mir verbracht haben. Steht das vielleicht irgendwie auf meiner Stirn: "Ich bin verzweifelt und muss dich unbedingt heiraten"?

Die wenigen beschriebenen Male, die sich jemand tatsächlich näher auf mich eingelassen hat, war ich anfangs bewusst immer sehr bemüht, locker zu sein, ihn nicht zu bedrängen. Und ist es nicht irgendwie auch normal, dass man hibbelig und nervös ist, wenn man verliebt ist? Geht das nicht allen so? Ich hatte immer das Gefühl, als wenn ich kein einziges Mal auch nur die Spur einer Chance hatte, ob es nun ein echtes Kennenlernen gab oder nicht.

Bin ich die einzige Frau, die Probleme in ihrer Familie hat? Wie machen das all die anderen Menschen? Wenn alle Menschen mit Problemen keinen Partner finden würden, dann gäbe es doch keine Paare mehr, oder?

Kann man jemanden nicht trotzdem mögen oder lieben, auch wenn in seinem Leben nicht alles toll ist? Ich dachte immer, man könnte sich gegenseitig Halt geben. Ich wollte nie einen Partner, damit er mich rettet! Einfach nur ein bisschen Wärme, Nähe, Geborgenheit, Unbeschwertheit, Spaß und Leidenschaft, um mehr Kraft für den Alltag zu haben. Sind das so unrealistische Vorstellungen?

Rein sexuelle Verhältnisse funktionieren bei mir leider nicht. Und ich möchte auch nicht das Risiko eingehen, es erneut zu versuchen.

Dass ich in Singleforen unterwegs war, war nur ein Versuch, ich habe gar nichts erwartet. Warum sollte es nicht auch so funktionieren? Im realen Leben kann man genauso Blödmännern begegnen wie im Internet. Aber von Singleforen bin ich sowieso endgültig geheilt.

Du hast mir so viele Anregungen gegeben, ich werde sicher noch länger über alles nachdenken. Vielen Dank nochmal!!

Alles Liebe auch für dich!
satinsoul




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11. April 2010 um 18:25
In Antwort auf hector_12080339

Ich habs geschafft
habe alles gelesen. Es klingt sher hart und auch traurig, was Du so erlebt ahst und erlebst. Leider fühlen wir uns oft für Dinge verantwortlich,die uns eigentlich nichts angehen, die wir nicht ändern können. Bei meinen Eltern ist es ähnlich...sie streiten sich auch nur und Vater ist der Dominante, Mutter die unterlegene.Wir Kinder leiden darunter, fühlen usn verantwortlich. Doch eigentlich sind es die beiden, die miteinander klar kommen müssen...und wenn sie das nicht können, müssen sie sich trennen. Doch das tun sie nicht...der schwache aus ANgst, alleine zu sein und der Starke aus Bequemlichkeit denke ich, er hat ja die MAcht, also ist für ihn alles in Ordnung.
Wir haben wohl nie so recht ein starkes Selbstbewußtsein aufbauen können, weil unsere Eltern uns zu wenig Lob gaben und Anerkennung. Wir mußten immer drum kämpfen und selbst das hat nie gereicht, es war nie gut genug...und so haben wir dieses Gefühl tef drinnen noch imemr und sind der Überzeugung, das es stimmt, wir eben nicht gut genug sind....weil wir es nie von den Eltern zu spüren bekamen.
Auf der anderen Seite sind Menschen nur so in der Lage, außergewöhnliche Leistungen zu vollbringen, denn sie geben sich nicht ganz zifrieden und sind daher nach immer mehr oder besserem bestrebt. Du siehst es an Dir...hast immer sehr gute Leistungen erbringen können...durch diesen inneren Druck. Mir fällt Michael Jackson immer wieder ein dazu.....sein Vater hat ihn und seine Leistungen nie anerkannt...er hat nie Lob von ihm bekommen....daher hat MJ so gute Musik gemacht...er war seelisch unglücklich denke ich, aber ohne diesen inneren Drang nach immer besserer Leistung wäre er nie so ein Star geworden. Der Presi dafür ist, daß er nei zur Ruhe kam. Weißt Du,was ich meine?
Ich schätze Dich so ähnlich ein...bist mit Dir nicht ganz zufrieden, denkst andere mögen Dich nicht so, wie DU bist, die Erlebnisse mit den Männern haben das imemr noch bestätigt. Und somit glaubst DU das am Ende noch.
Die Sache mit Deinem Bruder ist auch schwierig. Klar ist es schwer, wenn man als Tochter die Mutter leiden sieht und den Bruder. Ich kenn die genaueren Umstände zu wenig, als daß ich dazu was sagen kann. Aber es liegt sicher auch mit daran, weil Du und die Mutter ihm vielleicht vieles abnehmen, er somit keine volle Verantwortung übernhemen braucht...daher zickt er vielelicht so rum wie beim Hauskauf.
Versuche, nicht so sehr die Verantwortung für das Leben der anderen zu übernehmen...es ist ihr Leben und sie sind dafür verantwortlich, es zu leben, so wie sie möchten. Du bist für Deins verantwortlich

LG

Lieber granit333,
auch dir möchte ich sehr für deine Antwort danken!
Wie gesagt, ich hätte nicht geglaubt, dass sich überhaupt jemand so einen langen Text antut und dann auch noch antwortet...

Dieses Gefühl, nie gut genug zu sein, kenne ich sehr gut! Und ich werde oder wurde immer wieder darin bestätigt.
T. (meine zuletzt beschriebene Nicht-Beziehung) meinte irgendwann ziemlich am Anfang, dass er nicht deshalb bei seiner Frau bleibt, weil ich nicht gut genug sei. Dass ich natürlich gut genug sei (Ich glaube, er mochte mich wirklich sehr!). Letztendlich war ich aber eben DOCH nicht gut genug, er hat es eben erst später bemerkt und will nun auch nach seiner Trennung und so viel vergangener Zeit nicht mal mehr mit mir reden. Das tut einfach so weh.

Ihr habt ja recht, wenn ihr schreibt, dass das Leben meiner Mutter oder meines Bruders nicht in meiner Verantwortung liegen. Dass ich mich um mich selbst kümmern muss. Aber das gehört eben auch zu MEINEM Leben dazu, dass ich meiner Familie beistehen will. Ich werde zukünftig versuchen, mich besser abzugrenzen, ich weiß zwar noch nicht wie, aber ich werde es trotzdem versuchen.

Vielen Dank nochmal und alles Gute
satinsoul

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11. April 2010 um 19:05
In Antwort auf linea_12752026

Lieber granit333,
auch dir möchte ich sehr für deine Antwort danken!
Wie gesagt, ich hätte nicht geglaubt, dass sich überhaupt jemand so einen langen Text antut und dann auch noch antwortet...

Dieses Gefühl, nie gut genug zu sein, kenne ich sehr gut! Und ich werde oder wurde immer wieder darin bestätigt.
T. (meine zuletzt beschriebene Nicht-Beziehung) meinte irgendwann ziemlich am Anfang, dass er nicht deshalb bei seiner Frau bleibt, weil ich nicht gut genug sei. Dass ich natürlich gut genug sei (Ich glaube, er mochte mich wirklich sehr!). Letztendlich war ich aber eben DOCH nicht gut genug, er hat es eben erst später bemerkt und will nun auch nach seiner Trennung und so viel vergangener Zeit nicht mal mehr mit mir reden. Das tut einfach so weh.

Ihr habt ja recht, wenn ihr schreibt, dass das Leben meiner Mutter oder meines Bruders nicht in meiner Verantwortung liegen. Dass ich mich um mich selbst kümmern muss. Aber das gehört eben auch zu MEINEM Leben dazu, dass ich meiner Familie beistehen will. Ich werde zukünftig versuchen, mich besser abzugrenzen, ich weiß zwar noch nicht wie, aber ich werde es trotzdem versuchen.

Vielen Dank nochmal und alles Gute
satinsoul

Hallo satin,
ich denke, DU nimmst auch vieles zu serh auf Dich bezogen. Es heißt doch nicht gleich,daß DU nicht gut genug bist für jemanden, wenn es zu keiner Beziehung kommt. Bei T sieht es danach aus, als wenn DU noch was von ihm willst. Du bedrängst ihn sozusagen und je mehr DU das tust, umso mehr wird er Dich ablehnen.Laß ihn am besten in Ruhe. Ich an Deiner Stelle würde ihn auch nicht auf freundschaftlicher Ebene haben wollen. Ich habe es auch mal durch...wenn jemanden, den man liebt, nur freundschaftlich haben kann, quält einen das nur und es tut ewig weh,weil man innerlich doch noch Hoffnung hat, das der andere sich in einen verlieben würde.
Dein Bruder handelt vielleicht unbewußt so...er spürt,daß er zuneigung, Hilfe und Aufmerksamkeit bekommt, wenn er sozusagen "jammert"...und immer wenn er mit Selbstmord droht, bekommt er noch merh davon. Es mag jetzt makaber klingen, aber wenn jemand immer wieder etwas androht, und es dann doch nicht macht, wird er mit der Zeit unglaubwürdig. Weißt Du,was ich meine?
Meine Schwester war auch mal in einer Klinik weil sie psychische Probleme hatte...da hat sie einen Mann kennen gelernt, der war so ähnlich, wie Dein Bruder. Meine Schwester hatte auch Mitleid mit ihm...er war immer der arme Mann, den alle ablehnen....ich tu es mittlerwiele auch, weil ich verstanden habe,warum sich alle von ihm abwenden. Ich habe ihn beim Renovieren der Wohnung geholfen, bin mit ihm zum Baumarkt gefahren(er hat kein Auto) und lauter soclhe Dinge. Er hat anfangs gejammert,daß Freunde ihm nicht weiter helfen beim Renovieren. Ich habe alles gemacht, es war vereinbart,daß er es auch bezahlt....bis heute habe ich kein Geld gesehen...und das ist über 5 Jahre her alles. Ich habe seine Mutter auch erlebt, sie hat Mittags imemr was zu essen gemacht. Sie hat ihn imemr wie einen kleinen Jungen behandelt...der arme arme Kerl, der ja immer Unterstützung braucht, die ihm alle anderen verwehren. Ich weiß nun, daß er selber mit Schuld daran ist, weil er die andern enttäuscht hat. Mich ebenfalls. Ich hätte echt nicht gedacht, daß ich auf sowas hereinfalle.Ich dachte,er ist wirlich bedürftig. Ich habe mir echt den A...aufgerissen bei der Wohnung...und als Dank habe ich nicht einen Cent gesehen.
Es ist nicht gut,wenn jemand nur in Watte gepackt wird...dadurch wird man unselbstständig und übernimmt für nichts Verantwortung.
Ich will das Deinem Bruder jetzt nicht unterstellen...aber Du merkst es bestimmt auch,daß er euch vielleicht ausnutzen könnte. Er ist bestimmt psychisch krank...doch Du und Deine Mutter ihr könnt ihn nicht heilen...er saugt euch eher aus, weil ihr nicht wißt, wie ihr euch richtig verhalten müßt. Ihr habt ein schlechtes Gewissen, wenn ihr euch nicht um ihn kümmert.
Du hast aber schon einen gewissen Abstand,da DU nicht mit im Haus der Eltern wohnst...das hilft schon mal viel.

LG

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11. April 2010 um 23:23
In Antwort auf hector_12080339

Hallo satin,
ich denke, DU nimmst auch vieles zu serh auf Dich bezogen. Es heißt doch nicht gleich,daß DU nicht gut genug bist für jemanden, wenn es zu keiner Beziehung kommt. Bei T sieht es danach aus, als wenn DU noch was von ihm willst. Du bedrängst ihn sozusagen und je mehr DU das tust, umso mehr wird er Dich ablehnen.Laß ihn am besten in Ruhe. Ich an Deiner Stelle würde ihn auch nicht auf freundschaftlicher Ebene haben wollen. Ich habe es auch mal durch...wenn jemanden, den man liebt, nur freundschaftlich haben kann, quält einen das nur und es tut ewig weh,weil man innerlich doch noch Hoffnung hat, das der andere sich in einen verlieben würde.
Dein Bruder handelt vielleicht unbewußt so...er spürt,daß er zuneigung, Hilfe und Aufmerksamkeit bekommt, wenn er sozusagen "jammert"...und immer wenn er mit Selbstmord droht, bekommt er noch merh davon. Es mag jetzt makaber klingen, aber wenn jemand immer wieder etwas androht, und es dann doch nicht macht, wird er mit der Zeit unglaubwürdig. Weißt Du,was ich meine?
Meine Schwester war auch mal in einer Klinik weil sie psychische Probleme hatte...da hat sie einen Mann kennen gelernt, der war so ähnlich, wie Dein Bruder. Meine Schwester hatte auch Mitleid mit ihm...er war immer der arme Mann, den alle ablehnen....ich tu es mittlerwiele auch, weil ich verstanden habe,warum sich alle von ihm abwenden. Ich habe ihn beim Renovieren der Wohnung geholfen, bin mit ihm zum Baumarkt gefahren(er hat kein Auto) und lauter soclhe Dinge. Er hat anfangs gejammert,daß Freunde ihm nicht weiter helfen beim Renovieren. Ich habe alles gemacht, es war vereinbart,daß er es auch bezahlt....bis heute habe ich kein Geld gesehen...und das ist über 5 Jahre her alles. Ich habe seine Mutter auch erlebt, sie hat Mittags imemr was zu essen gemacht. Sie hat ihn imemr wie einen kleinen Jungen behandelt...der arme arme Kerl, der ja immer Unterstützung braucht, die ihm alle anderen verwehren. Ich weiß nun, daß er selber mit Schuld daran ist, weil er die andern enttäuscht hat. Mich ebenfalls. Ich hätte echt nicht gedacht, daß ich auf sowas hereinfalle.Ich dachte,er ist wirlich bedürftig. Ich habe mir echt den A...aufgerissen bei der Wohnung...und als Dank habe ich nicht einen Cent gesehen.
Es ist nicht gut,wenn jemand nur in Watte gepackt wird...dadurch wird man unselbstständig und übernimmt für nichts Verantwortung.
Ich will das Deinem Bruder jetzt nicht unterstellen...aber Du merkst es bestimmt auch,daß er euch vielleicht ausnutzen könnte. Er ist bestimmt psychisch krank...doch Du und Deine Mutter ihr könnt ihn nicht heilen...er saugt euch eher aus, weil ihr nicht wißt, wie ihr euch richtig verhalten müßt. Ihr habt ein schlechtes Gewissen, wenn ihr euch nicht um ihn kümmert.
Du hast aber schon einen gewissen Abstand,da DU nicht mit im Haus der Eltern wohnst...das hilft schon mal viel.

LG

Hallo granit333,
ich habe T nicht bedrängt. Ich habe ihm nur eine Mini-Mail geschrieben, dass ich mich freuen würde, von ihm zu hören. Nach 4 Jahren. Oder war das auch zuviel? Ja, ich denke viel an ihn und vermisse ihn sehr. Ist das ein Grund, mich abzulehnen? ICH würde mich freuen, wenn jemand, der mir mal viel bedeutet hat, nach so langer Zeit noch an mich denken würde.
Ich werd es mir wohl nie verzeihen, dass ich mich damals so bescheuert benommen habe. Ich sah einfach keine andere Möglichkeit für mich, damit klarzukommen. Es war im Prinzip Stalking, wenn ich ihn auch niemals bedroht oder ihm nachgestellt hab.
Ich habe mir damit alle Chancen selbst verbaut. Es war eigentlich klar, dass seine Ehe nicht halten würde. Wir haben so oft darüber geredet, ich hab ihm gesagt, dass er auf Dauer so nicht weitermachen kann, dass er nicht ewig unglücklich sein kann, nur damit er den Kindern eine heile Welt vorgespielen kann, und dass sie es spüren, dass etwas zwischen Mama und Papa nicht stimmt (kenn ich ja nur zu gut). Er wollte es nicht wahrhaben. Und nun ist es anscheinend doch so gekommen, dass sie sich getrennt haben. Das wäre meine Chance gewesen. Und ich hab sie mir damals schon versaut.
Seine Nähe und wie er mit mir umgegangen ist, das hatte sich einfach so anders angefühlt als sonst, so richtig, so selbstverständlich. Ich kann das irgendwie nicht beschreiben. Ich dachte, dass es endlich mal anders wäre als sonst, wo ich immer abgelehnt wurde. Ihm gefiel es sogar, dass ich so emotional bin. Wir waren uns so sehr ähnlich, auch was die Verzweiflung betraf und auch das hat uns irgendwie verbunden. Aber wie gesagt, ich habs versaut.

Du hast recht, mein Bruder übernimmt keinerlei Verantwortung. Ich habe auch das Gefühl, dass er sich in seiner Berufskrankheit suhlt, es irgendwie toll findet, krank zu sein, so blöd das auch klingt. Er sagt immer, dass niemand ihm glaubt, dass niemand weiß, wie (schlecht) es ihm wirklich geht. Wenn wir argumentieren, dass es viel schlimmere Krankheiten gibt, bei denen man sich vor Schmerzen nicht rühren kann und ständig im Bett liegen muss, sagt er, dass wir keine Ahnung hätten und das es etwas völlig anderes sei, wenn man was mit dem Gehirn hätte wie er.
Außerdem bildet er sich ein, nicht mehr Auto fahren zu können. Von den Ärzten wurde ihm gesagt, er solle lange anstrengende Fahrten vermeiden, ein anderer Arzt meinte, er solle lieber gar nicht mehr fahren. Aber aus irgendeinem Grund weigert er sich jetzt rigoros und mit aller Kraft. Er parkt nichtmal das Auto von der Straße in die Einfahrt. Ich verstehe das alles nicht!

Wie gerne würde ich mich einfach ausklinken aus dem Schlamassel. Aber mein Gewissen schafft das nicht.
Das schlimmste ist, dass er sich nicht helfen lassen will, psychisch meine ich jetzt.

Ich bin sehr sehr froh, dass ich meine eigene Wohnung und mein eigenes (Berufs-)Leben habe, so dass ich nicht ständig mit ihm konfrontiert bin.

Danke nochmals für deine Antworten!!

Viele Grüße
satinsoul




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12. April 2010 um 14:48
In Antwort auf linea_12752026

Hallo granit333,
ich habe T nicht bedrängt. Ich habe ihm nur eine Mini-Mail geschrieben, dass ich mich freuen würde, von ihm zu hören. Nach 4 Jahren. Oder war das auch zuviel? Ja, ich denke viel an ihn und vermisse ihn sehr. Ist das ein Grund, mich abzulehnen? ICH würde mich freuen, wenn jemand, der mir mal viel bedeutet hat, nach so langer Zeit noch an mich denken würde.
Ich werd es mir wohl nie verzeihen, dass ich mich damals so bescheuert benommen habe. Ich sah einfach keine andere Möglichkeit für mich, damit klarzukommen. Es war im Prinzip Stalking, wenn ich ihn auch niemals bedroht oder ihm nachgestellt hab.
Ich habe mir damit alle Chancen selbst verbaut. Es war eigentlich klar, dass seine Ehe nicht halten würde. Wir haben so oft darüber geredet, ich hab ihm gesagt, dass er auf Dauer so nicht weitermachen kann, dass er nicht ewig unglücklich sein kann, nur damit er den Kindern eine heile Welt vorgespielen kann, und dass sie es spüren, dass etwas zwischen Mama und Papa nicht stimmt (kenn ich ja nur zu gut). Er wollte es nicht wahrhaben. Und nun ist es anscheinend doch so gekommen, dass sie sich getrennt haben. Das wäre meine Chance gewesen. Und ich hab sie mir damals schon versaut.
Seine Nähe und wie er mit mir umgegangen ist, das hatte sich einfach so anders angefühlt als sonst, so richtig, so selbstverständlich. Ich kann das irgendwie nicht beschreiben. Ich dachte, dass es endlich mal anders wäre als sonst, wo ich immer abgelehnt wurde. Ihm gefiel es sogar, dass ich so emotional bin. Wir waren uns so sehr ähnlich, auch was die Verzweiflung betraf und auch das hat uns irgendwie verbunden. Aber wie gesagt, ich habs versaut.

Du hast recht, mein Bruder übernimmt keinerlei Verantwortung. Ich habe auch das Gefühl, dass er sich in seiner Berufskrankheit suhlt, es irgendwie toll findet, krank zu sein, so blöd das auch klingt. Er sagt immer, dass niemand ihm glaubt, dass niemand weiß, wie (schlecht) es ihm wirklich geht. Wenn wir argumentieren, dass es viel schlimmere Krankheiten gibt, bei denen man sich vor Schmerzen nicht rühren kann und ständig im Bett liegen muss, sagt er, dass wir keine Ahnung hätten und das es etwas völlig anderes sei, wenn man was mit dem Gehirn hätte wie er.
Außerdem bildet er sich ein, nicht mehr Auto fahren zu können. Von den Ärzten wurde ihm gesagt, er solle lange anstrengende Fahrten vermeiden, ein anderer Arzt meinte, er solle lieber gar nicht mehr fahren. Aber aus irgendeinem Grund weigert er sich jetzt rigoros und mit aller Kraft. Er parkt nichtmal das Auto von der Straße in die Einfahrt. Ich verstehe das alles nicht!

Wie gerne würde ich mich einfach ausklinken aus dem Schlamassel. Aber mein Gewissen schafft das nicht.
Das schlimmste ist, dass er sich nicht helfen lassen will, psychisch meine ich jetzt.

Ich bin sehr sehr froh, dass ich meine eigene Wohnung und mein eigenes (Berufs-)Leben habe, so dass ich nicht ständig mit ihm konfrontiert bin.

Danke nochmals für deine Antworten!!

Viele Grüße
satinsoul




Ich..
schließe mich meinen vorrednern an (tolle beiträge übrigens) ich bin der meinung, du hast alles menschenmögliche getan, sowohl für deinen bruder, als auch für deine gesamte familie. es verlangt ja niemand, dass du dich ab jetzt total abwenden sollst. du sollst dich nur mehr um DICH kümmern

ich bin übrigens auch der meinung, dass dein bruder damit (vielleicht eher unbewusst) die ganze familie erpresst (um aufmerksamkeit zu bekommen?) und ja, die leute, die sich WIRKLICH was antun, kündigen das in den seltensten fällen vorher an.

wie gesagt, du hast alles getan. nun musst du aufpassen, dass du nicht in so eine art co-abhängigkeit gerätst oder vielleicht schon bist. darüber gibt es sehr gute literatur, die dir sicher weiterhilft.

was deinen letzten freund betrifft, muss ich dir sagen: wenn er dich nicht wollte, dann hätte er dich auf dauer auch nicht glücklich gemacht (und dann hat er dich auch nicht verdient). und auch da solltest du dir keine vorwürfe machen. derjenige, der dich wirklich liebt, nimmt dich mit all deinen fehlern und macken. sie gehören zu dir und machen dich liebenswert. und glaub mir, irgendwann (wenn der richtige kommt) wirst du wahrscheinlich froh sein, dass es mit dem anderen nicht geklappt hat.

und jetzt leb dein leben ich drück dir jedenfalls von ganzem herzen die daumen und eins noch: große probleme bewältigt zu haben, kann ungeheure (positive) energien freisetzen, das kann ich dir aus eigener erfahrung bestätigen. alles gute für dich

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12. April 2010 um 15:27
In Antwort auf dorawolf

Ich..
schließe mich meinen vorrednern an (tolle beiträge übrigens) ich bin der meinung, du hast alles menschenmögliche getan, sowohl für deinen bruder, als auch für deine gesamte familie. es verlangt ja niemand, dass du dich ab jetzt total abwenden sollst. du sollst dich nur mehr um DICH kümmern

ich bin übrigens auch der meinung, dass dein bruder damit (vielleicht eher unbewusst) die ganze familie erpresst (um aufmerksamkeit zu bekommen?) und ja, die leute, die sich WIRKLICH was antun, kündigen das in den seltensten fällen vorher an.

wie gesagt, du hast alles getan. nun musst du aufpassen, dass du nicht in so eine art co-abhängigkeit gerätst oder vielleicht schon bist. darüber gibt es sehr gute literatur, die dir sicher weiterhilft.

was deinen letzten freund betrifft, muss ich dir sagen: wenn er dich nicht wollte, dann hätte er dich auf dauer auch nicht glücklich gemacht (und dann hat er dich auch nicht verdient). und auch da solltest du dir keine vorwürfe machen. derjenige, der dich wirklich liebt, nimmt dich mit all deinen fehlern und macken. sie gehören zu dir und machen dich liebenswert. und glaub mir, irgendwann (wenn der richtige kommt) wirst du wahrscheinlich froh sein, dass es mit dem anderen nicht geklappt hat.

und jetzt leb dein leben ich drück dir jedenfalls von ganzem herzen die daumen und eins noch: große probleme bewältigt zu haben, kann ungeheure (positive) energien freisetzen, das kann ich dir aus eigener erfahrung bestätigen. alles gute für dich

Zum..
thema liebe und partnerschaft möchte ich dir noch 3 gute bücher empfehlen. die titel sind zwar etwas reißerisch aber sie haben darin echt gute tips parat: "die kunst den mann fürs leben zu finden", "wie gewinne ich das herz eines mannes" sowie: "warum die nettesten männer die schrecklichsten frauen haben und die netten frauen leer ausgehen".. außerdem fand ich das buch: "aufwachen, dein leben wartet" sehr hilfreich.

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12. April 2010 um 22:19

Liebe erdmuthe,
vielen lieben Dank nochmals für deine Antwort!

Ich lebe schon seit meinem Studium (also seit 18 Jahren) 200 km von meinen Eltern weg. Zum Glück! Sonst hätte ich sicher auch die Essstörung niemals bewältigt.

Ich habe einfach auch Mitleid mit meinem Bruder, weil er es in seinem Leben bisher sehr schwer hatte. Wie gesagt, ist er nie von unserem Vater akzeptiert worden. (Vielleicht deshalb, weil mein Bruder genauso war wie mein Vater selbst als Kind, aber das ist wieder ein anderes Thema...). Er war immer der "Waschlappen". Er hat es einfach nie gelernt, was Leben und Freude bedeuten, weil es ihm niemand gezeigt hat, mein Vater wollte nicht und meine Mutter konnte nicht, weil sie selbst viel zu unglücklich war und ist. Tja, mein Bruder wirft mir auch öfter vor, dass ich immer bevorzugt wurde und ich glaube, er hasst mich oft dafür, aber ich kann doch nichts dafür!!

Es stimmt, ich war schon als Kind sehr früh dafür zuständig, meine Mutter zu schützen. Es war selbstverständlich für mich, ein Kind weiß das doch alles gar nicht einzuschätzen und glaubt, dass es so sein MUSS.

ICH hatte niemanden, der mich aufgefangen hat. Wie gesagt, ich habe alles immer nur in mein Tagebuch geschrieben. (Irgendwann hatte es meine Mutter gefunden und darin gelesen und mich gefragt, warum ich nicht zu ihr gekommen sei, ich könnte doch mit ihr über alles reden. Ich war soo wütend!)
Auch mein Vater war nie für mich da. Er war immer nur arbeiten. Sicher, er hat dafür gesorgt, dass es uns finanziell gut ging, aber emotional habe ich fast nichts von ihm bekommen (und mein Bruder eben GAR nichts). Meine Essstörung z.B. hat er immer nur abgetan, dass ich aus "modischen Gründen" so dünn sein wolle und dass ich doch so intelligent sein müsse, nicht aus solchen Gründen meine Gesundheit zu ruinieren. Er hatte gar nichts kapiert.
Naja.

Vielen Dank für die guten Wünsche und alles Gute auch für dich!
satinsoul




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12. April 2010 um 22:42
In Antwort auf dorawolf

Ich..
schließe mich meinen vorrednern an (tolle beiträge übrigens) ich bin der meinung, du hast alles menschenmögliche getan, sowohl für deinen bruder, als auch für deine gesamte familie. es verlangt ja niemand, dass du dich ab jetzt total abwenden sollst. du sollst dich nur mehr um DICH kümmern

ich bin übrigens auch der meinung, dass dein bruder damit (vielleicht eher unbewusst) die ganze familie erpresst (um aufmerksamkeit zu bekommen?) und ja, die leute, die sich WIRKLICH was antun, kündigen das in den seltensten fällen vorher an.

wie gesagt, du hast alles getan. nun musst du aufpassen, dass du nicht in so eine art co-abhängigkeit gerätst oder vielleicht schon bist. darüber gibt es sehr gute literatur, die dir sicher weiterhilft.

was deinen letzten freund betrifft, muss ich dir sagen: wenn er dich nicht wollte, dann hätte er dich auf dauer auch nicht glücklich gemacht (und dann hat er dich auch nicht verdient). und auch da solltest du dir keine vorwürfe machen. derjenige, der dich wirklich liebt, nimmt dich mit all deinen fehlern und macken. sie gehören zu dir und machen dich liebenswert. und glaub mir, irgendwann (wenn der richtige kommt) wirst du wahrscheinlich froh sein, dass es mit dem anderen nicht geklappt hat.

und jetzt leb dein leben ich drück dir jedenfalls von ganzem herzen die daumen und eins noch: große probleme bewältigt zu haben, kann ungeheure (positive) energien freisetzen, das kann ich dir aus eigener erfahrung bestätigen. alles gute für dich

Liebe Dorawolf,
vielen lieben Dank auch dir für die Antwort!!

Du schreibst: "derjenige, der dich wirklich liebt, nimmt dich mit all deinen fehlern und macken. sie gehören zu dir und machen dich liebenswert."
So habe ich auch mal gedacht, aber wenn man immer wieder abgelehnt wird (wenn ichs mal zusammenrechne, komme ich auf über 20mal, kürzere Schwärmereien nicht mitgezählt), dann fange ich doch irgendwann an darüber nachzudenken, was mit mir nicht stimmt, was ich immer falsch mache, warum man mich anscheinend nicht lieben kann.

Und weißt du, die Sprüche vom "Richtigen" mag ich mir auch nicht mehr anhören , die habe ich tausendfach von Freundinnen gehört. Immer wieder hatte ich Hoffnung, dass sie Recht haben und immer wieder bin ich auf die Schnauze geflogen. Ich mag einfach nicht mehr. Außerdem glaube ich mittlerweile, dass eine Beziehung für mich die Hölle wäre, weil ich immer eine riesige Angst hätte, etwas falsch zu machen, nicht gut genug zu sein, ihn zu verlieren.
Vielleicht ist es ja gut, dass ich allein bin. Das erspart mir einiges. Wie meine Mutter will ich jedenfalls niemals enden. Und wenn ich mir z.B. meine beste Freundin mit ihrer Beziehung ansehe - nein danke.

Ich hoffe, du hast recht und ich bewältige irgendwann die Probleme mit meiner Familie und kann dann vielleicht viele Energien freisetzen. Im Moment fühle ich mich absolut kraft- und hoffnungslos.

Ich wünsche dir auch alles Gute!
Liebe Grüße
satinsoul


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20. April 2010 um 13:03
In Antwort auf linea_12752026

Hallo granit333,
ich habe T nicht bedrängt. Ich habe ihm nur eine Mini-Mail geschrieben, dass ich mich freuen würde, von ihm zu hören. Nach 4 Jahren. Oder war das auch zuviel? Ja, ich denke viel an ihn und vermisse ihn sehr. Ist das ein Grund, mich abzulehnen? ICH würde mich freuen, wenn jemand, der mir mal viel bedeutet hat, nach so langer Zeit noch an mich denken würde.
Ich werd es mir wohl nie verzeihen, dass ich mich damals so bescheuert benommen habe. Ich sah einfach keine andere Möglichkeit für mich, damit klarzukommen. Es war im Prinzip Stalking, wenn ich ihn auch niemals bedroht oder ihm nachgestellt hab.
Ich habe mir damit alle Chancen selbst verbaut. Es war eigentlich klar, dass seine Ehe nicht halten würde. Wir haben so oft darüber geredet, ich hab ihm gesagt, dass er auf Dauer so nicht weitermachen kann, dass er nicht ewig unglücklich sein kann, nur damit er den Kindern eine heile Welt vorgespielen kann, und dass sie es spüren, dass etwas zwischen Mama und Papa nicht stimmt (kenn ich ja nur zu gut). Er wollte es nicht wahrhaben. Und nun ist es anscheinend doch so gekommen, dass sie sich getrennt haben. Das wäre meine Chance gewesen. Und ich hab sie mir damals schon versaut.
Seine Nähe und wie er mit mir umgegangen ist, das hatte sich einfach so anders angefühlt als sonst, so richtig, so selbstverständlich. Ich kann das irgendwie nicht beschreiben. Ich dachte, dass es endlich mal anders wäre als sonst, wo ich immer abgelehnt wurde. Ihm gefiel es sogar, dass ich so emotional bin. Wir waren uns so sehr ähnlich, auch was die Verzweiflung betraf und auch das hat uns irgendwie verbunden. Aber wie gesagt, ich habs versaut.

Du hast recht, mein Bruder übernimmt keinerlei Verantwortung. Ich habe auch das Gefühl, dass er sich in seiner Berufskrankheit suhlt, es irgendwie toll findet, krank zu sein, so blöd das auch klingt. Er sagt immer, dass niemand ihm glaubt, dass niemand weiß, wie (schlecht) es ihm wirklich geht. Wenn wir argumentieren, dass es viel schlimmere Krankheiten gibt, bei denen man sich vor Schmerzen nicht rühren kann und ständig im Bett liegen muss, sagt er, dass wir keine Ahnung hätten und das es etwas völlig anderes sei, wenn man was mit dem Gehirn hätte wie er.
Außerdem bildet er sich ein, nicht mehr Auto fahren zu können. Von den Ärzten wurde ihm gesagt, er solle lange anstrengende Fahrten vermeiden, ein anderer Arzt meinte, er solle lieber gar nicht mehr fahren. Aber aus irgendeinem Grund weigert er sich jetzt rigoros und mit aller Kraft. Er parkt nichtmal das Auto von der Straße in die Einfahrt. Ich verstehe das alles nicht!

Wie gerne würde ich mich einfach ausklinken aus dem Schlamassel. Aber mein Gewissen schafft das nicht.
Das schlimmste ist, dass er sich nicht helfen lassen will, psychisch meine ich jetzt.

Ich bin sehr sehr froh, dass ich meine eigene Wohnung und mein eigenes (Berufs-)Leben habe, so dass ich nicht ständig mit ihm konfrontiert bin.

Danke nochmals für deine Antworten!!

Viele Grüße
satinsoul




Hallo Satin
wie geht es Dir?
Hmm Du machst Dir immer noch Vorwürfe, gibst DIr die Schuld am Scheitern mit ihm. Warum willst DU, daß er noch an Dich denkt? Das würde ja nur wieder Hoffnung auf mehr in Dir hochkommen lassen, oder? Es wäre doch besser, abzuschließen. So würdest DU nicht unnötig viel Energie an ihn verschwenden. Gibt DIr nicht die Schuld, daß ihr nicht zusammen gekommen seit, denn es lag nicht nur an DIr, auch an ihm. Denn es gehören ja immer 2 dazu. Du kannst doch auch nicht wissen, ob er mit Dir zusammenkommen wollte, als seine Ehe auseinander war. Ich kann Dich schon verstehen, Du liebst ihn sicher noch immer und kommst daher nicht los von dem gedanken, ihr könntet zusammensein, wenn Du Dich anders verhalten hättest. Du gibst Dir für alles die Schuld und übernimmst Verantwortung für andere...das brauchst Du aber nicht. Ich weiß, daß ist oft nicht leicht...vor allem fühlen wir uns imemr nur für das negative verantwortlich, nie für den Erfolg...da sagen wir dann imemr,daß anere besser sind oder ihn verdient hätten
Du schätzt Deinen Bruder schon richtig ein finde ich...er fühlt sich wohl in der Position des armen Mannes, der Hilfe und Mitleid braucht...und es klappt ja, er bekommt ja durch sein Verhalten die Aufmerksamkeit, die er sucht.
Das gute ist, daß Du wirklich ausgezogen bist und nicht täglich das alels miterleben mußt. Am besten wäre, Deine Mutetr würde auch ausziehen, aber das wird sie nie tun. Mein Elterhaus ist ähnlich, daher versteh ich Dich sehr gut.

liebe Grüße
granit

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