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!HILFERUF!

8. März 2006 um 14:21

Ich habe ein riesiges Problem - und im Moment echt am Ende deshalb.
Vor 16 Jahren bin ich in die Magersucht gerutscht, habe es aber wieder geschafft, mich einigermaßen aus eigenen Kräften daraus zu befreien.
Seit ca. 10 Jahren kontrolliere ich jetzt mein Gewicht relativ moderat, es gab zwar immer wieder Phasen, in denen ich mein Essen streng kontrolliert habe., aber insgesamt war ich fähig, ein normales Leben zu führen, meine Ausbildung abzuschließen und war dann mehrere Jahre im Auslands tätig.
Seit Juni bin ich wieder in Deutschland, seit September arbeite ich hier und möchte den Job auch wirklich gerne behalten, obwohl ich sehr mit mir selbst und einfach mit Allem kämpfen muss. Zur Zeit mache ich, weil mir am ANang alles über den Kop wuchs, eine psychologische Beratung (die mir schon sehr geholfen hat) und eine Supervision (die mir auch sehr hilft)
So, nun zum Problem .
Durch die ganze Beschäftigung mit Psychologie sind meine Essstörungen wieder stärker hervorgetreten. Nur dieses Mal auf eine andere Art und Weise. Während ich früher gelegentliche Fressanfälle in 90% der Fälle durch anschließendes Fasten geregelt habe, häufen sich nun die Fressanfälle (täglich mindstens einer) und anschließend k... ich regelmäßig. Momentan kann ich dadurch nachts schon nicht mehr schlafen ... ICH BIN ECHT VERZWEIFELT!!! Und das Schlimmste: Auch im Job geht es dadurch bergab, ich merke förmlich, wie ich körperlich und psychisch abbaue.
Ich werde auch bei der nächsten Beratung mein Problem mit dem Essen ansprechen (hab' es bisher nicht getan, da es mich nicht sooo sehr belastet hat, ich habe allerdings erst wieder in 2 1/2 Wochen einen Termin und bis dahin auch keine Zeit, einen neuen zu vereinbaren, da ich erstens viele andere Termine habe und zweitens dafür immerhin 50 km fahren muss, und schaff ich ich wg. der Arbeit nicht einfach so nebenbei.
Kann mir jemand einen Tipp geben, wie ich die Zeit bis dahin möglichst unbeschadet überstehe?
Alle, die selbst Probleme mit dem Essen haben, werden verstehen, dass der Rat "Reiß dich am Riemen!" nicht hilft.
Bitte, helt mir!

Vielen, vielen Dank!!!!!



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8. März 2006 um 18:25

Liebe lilotschka,
ich kann dir leider nicht viel zum Thema Essstörungen sagen, doch kamen mir ein paar Gedanken, die Dir vielleicht ein wenig weiterhelfen können.
Du hast deine Magersucht selbst wieder in den Griff bekommen und kannst darauf wirklich sehr stolz sein. Diese Sucht hat jedoch deine Gedanken und deinen Körper über lange Zeit geprägt und war deine eigene Ausdruckform und dein Weg auf bestehende Probleme und deine Umwelt in der Vergangenheit zu reagieren. Körper und Geist haben eine Art Gedächtnis und wiederholtes Suchtverhalten wird relativ schnell zu einer Gewohnheit, die man sich nicht jedes mal auch "bewußt" macht.
Kommen jetzt wie bei Dir sehr viele Stressoren zusammen
(Umzug, neuer Job, Therapie) ist es nur natürlich, dass man nach einem Halt sucht. Es gibt andere, die jahrelang ohne Alkohol und Zigaretten ausgekommen sind und just dann, wenn sich im "äußeren" Lebensbereich in relativ kurzer Zeit sehr viel wandelt, auf einmal wieder damit anfangen und meistens dafür auch ziemlich verachten. Es geht jetzt nicht um den erhobenen Zeigefinger, sondern darum, dass Du Verständnis für Dich und Deine Bedürnisse aufbringst. Ich kann mir gut vorstellen, dass Dich speziell auch deine Therapie innerlich ganz schön aus der Bahn wirft und der Rückfall für Dich eine Art von Krücke darstellt besser mit all dem umzugehen.

So wie deine Therapie als Prozess zu verstehen ist, solltest
Du dir auch bewußt machen, dass die Magersucht nach wie vor ein Thema für Dich ist, was Dir dein Rückfall deutlich gezeigt hat.
Bevor sich deine Verhalten ändern kann, muss sich erst dein Bewußtsein, deine Einstellung zu einer Sache geändert haben.
Deshalb würde ich mir wünschen, dass Du dich nicht fertig machst deswegen, sondern dir selbst verzeihst und darüber nachdenkst, ob dieser " Rückschritt" nicht auch als "Schritt
zurück" verstanden werden kann, weil deine bisherige(Denk-)richtung doch noch nicht ganz zu Dir gepasst hat bzw. zum jetzigen Zeitpunkt wieder neu überarbeitet werden muss,
damit Du dich mit Dir auch in Zukunft wohl fühlen kannst.
Vielleicht spürst Du im Augenblick deine eigene Quelle
überhaupt nicht oder nur sehr schwach, doch sie ist da
und wird Dir helfen, dieser Herausforderung zu begegnen.

Versuche so oft es geht draußen in der Natur zu sein und wirklich einfach mal an überhaupt nichts zu denken.
Los zu lassen.
Wundere dich dabei nicht, wenn du anfangen solltest, Zwiesprache mit dir selbst zu halten, sondern sei mal
einfach gespannt darauf, welcher wunderschöne Schmetterling
sich da langsam entpuppt.....

Glaub an Dich. Ich tu es auch.

Viele Grüße
redcorner

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8. März 2006 um 23:52

Bei mir...
war es so dass ich ca 2 jahre lang total wenig aß. damit meinte ich mein selbstbewusstsein besser in den griff zu bekommen und wenn ich probleme hatte gab es mir kraft mir vorzustellen dass ich durch meine willenskraft alles schaffen kann. aber dann irgendwamm war es mir das nicht mehr wert. ich hatte einfach keine lust mehr meinen körper so zu unterdrücken. wozu? hat es mir igend etwas gebracht? hat es mich glücklicher gemacht? nein! warum darf ich nicht auch gut so sein wie ich bin und wieso ist es schlecht wenn ich mnal hunger habe wie jeder andere auch? dann hab ich es begriffen dass es so nicht mehr weitergehen kann und dann hab ich das mit dem hungern aufgegeben. es war irgendwie nur so eine phase bei mir und ich hab sie zum glück gut überstanden. ich wünsche dir dass du auch plötzlich mal so denkst und dass es nichts mehr gibt das es dir wert wäre deinem körper so sehr zu schaden und dich so zu unterdrücken!!

alles liebe,
amoretpsyche

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