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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Hilfe - Nachbarskind schreit permanent wie am Spieß!

Letzte Nachricht: 24. Januar 2012 um 20:44
P
paaie_11978449
23.01.12 um 21:56

Ich schreibe in meiner Not, weil ich seit Wochen nachts nicht schlafen kann. Die Sachlage ist folgende:

Unsere Nachbarn über uns haben einen ca. 2-3 jährigen Sohn. Wir sind vor 5 Monaten ins Haus gezogen. Am Anfang haben wir geglaubt, dass das Kind krank sei oder Zahnschmerzen hat. Ich habe selbst keine Kinder, aber ich habe durch viele Kleinkinder und Babys in unserem riesigen Familien- und Bekanntenkreis so etwas noch nie erlebt.

Wir selbst sind selbstständig und arbeiten von zuhause aus, darum kriegen wir es von morgens bis abends mit. Es schreit und weint wie am Spieß, als würde etwas Schlimmes passieren. Leider dauern seine Schreiattacken meistens nicht nur 10 Minuten, sondern es kann schon mal 30 Minuten dauern. Und wenn sich der Wind gelegt hat kommt 20 Minuten später schon das nächste Getöse.
Am schlimmsten ist es, wenn die Eltern mit dem Jungen ein und aus gehen. Im Treppenhaus kennt das Biest keine Gnade, und da es bei uns schrecklich im Treppenhaus hallt, könnt ihr euch sicher vorstellen wie das ist. Die Eltern hört man nie schreien oder trösten. Ich habe neulich durchs Guckloch in der Tür gelauscht. Ihr gang durchs Treppenhaus dauert immer 5 Minuten, weil sie das sehr kleine Kind nicht auf den Arm nehmen sondern es an der Hand halten, und es kann ja noch gar nicht so schnell. Der Lärm ist nicht auszuhalten - warum schnappen sie das Kind nicht einfach und ergreifen schnell die Flucht?
Jeden Tag um 19.30 geht es ab ins Bett. Die Eltern versuchen das Kind zu beruhigen, werden dabei aber nie laut. Sie gehen immer wieder auch mal raus, um sofort zurückzukehren, weil das Balg rumschreit. Selbst, wenn die Eltern bei ihm sind, schreit das Kind. Bis der Junge das erste mal Ruhe gibt ist es meist 22.00 Uhr. Ab 00.00 dann erwacht das Kind und weint erneut. Das Schlimme ist, wenn wir endlich mal eingeschlafen sind, geht es erneut los. Seit 5 Monaten also lege ich mich jeden Tag also um 0.00 Uhr hin um letztendlich erst ab 3.00 Uhr einzuschlafen. Morgens um 6 Uhr werde ich wieder geweckt...

Mittlerweile bin ich kurz vorm Nervenzusammenbruch. Ich habe Augenringe, kann tagsüber wegen der Müdigkeit und wegen des Gebrülls auch am Tage nicht effizient arbeiten. Meine Leistung und die Laune sind auf niedrigste gesunken.
Das Kind hat auch dazu geführt, dass ich keine Kinder mehr haben will, was einst mein sehnlichster Wunsch war. Habe solche Angst, dass ich auch so ein Pech habe mit einem Schreikind. Die Kinder in meiner Familie, oder die ich in meiner Jugend gesittet habe waren nie so. Ich sehe es, dass die Eltern anscheinend nichts dafür können. Trotzdem gebe ich ihnen die Schuld. Schließlich höre ich NIE, dass sie das Kind zur Rede stellen. Wie lange soll ich denn noch leiden? Mein Partner ist dagegen, dass wir sie drauf ansprechen, denn seine Vermutung ist, dass das Kind behindert sein muss. Kein Geschöpf kann es meiner Meinung nach aushalten SO intensiv zu schreien ohne im Anschluss daran wenigstens 3 Stunden am Stück ruhig zu sein. Wann schläft es denn?

Ich wende mich an euch, weil ich Angst habe, dass ich sonst demnächst auf sie losgehe, wenn sie im Treppenhaus sind. Das wäre unangenehm und peinlich, aber ich bin SO sauer! Sie haben kein bisschen Respekt vor der Nachbarschaft, keine persönliche Entschuldigung, nicht einmal ein Zettel - gar nichts! Habe solche Angst davor, dass mir eine Sicherung durchbrennt.

BITTE UM RAT!

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I
iris_12527557
24.01.12 um 6:00

Viel schlimmer wie dieses Kind
finde ich Menschen, die nicht miteinander sprechen. Was mit dem Kind los ist, wirst du nicht in einem Forum erfahren, sondern durch das ganz persönliche Gespräch. Dies würde ich mal ohne Angriffe und Vorwürfe führen, wobei das bei deiner angestauten Aggression unter Umständen garnicht mehr möglich ist. Sagt einfach, was ihr hört und dass es euer Leben beinträchtigt, vorallem eure Nachtruhe und dann lasst euch erklären, was los ist. Womöglich ist den Eltern garnicht bewußt, dass das in dieser Intensität bei euch landet. Ob es "nur" ein Schreikind ist, oder ob das Kind Einschränkungen hat, das erfahrt ihr nur im Gespräch.
Gruß Melike

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paaie_11978449
24.01.12 um 19:36
In Antwort auf iris_12527557

Viel schlimmer wie dieses Kind
finde ich Menschen, die nicht miteinander sprechen. Was mit dem Kind los ist, wirst du nicht in einem Forum erfahren, sondern durch das ganz persönliche Gespräch. Dies würde ich mal ohne Angriffe und Vorwürfe führen, wobei das bei deiner angestauten Aggression unter Umständen garnicht mehr möglich ist. Sagt einfach, was ihr hört und dass es euer Leben beinträchtigt, vorallem eure Nachtruhe und dann lasst euch erklären, was los ist. Womöglich ist den Eltern garnicht bewußt, dass das in dieser Intensität bei euch landet. Ob es "nur" ein Schreikind ist, oder ob das Kind Einschränkungen hat, das erfahrt ihr nur im Gespräch.
Gruß Melike

Ich habe mir erhofft...
... dass ihr ein paar Ratschläge habt, wie ich dieses Gespräch taktvoll führen könnte. Ich möchte sehr wohl das Gespräch suchen (im Gegensatz zu meinem Freund), habe aber wie gesagt Angst, dass es total nach hinten los geht. Na klar haben sich schon Aggressionen angestaut, das bezweifel ich auch nicht. Deswegen muss ich jetzt etwas dagegen unternehmen und gleichzeitig so agieren, dass das bisher positive nachbarschaftliche Verhältnis bestehen bleibt. Gleichzeitig möchte ich aber auch ernst genommen werden in meiner Sorge und meinem Stress. Möglich ist doch auch, dass sie meinen Wunsch nach Aufklärung (denn ich möchte mittlerweile auch wissen, was mit dem Kind los ist, ich bin indirekt jedoch unmittelbar beteiligt) als taktloses Einmischen in ihre Privatsphäre ansehen. Hat vielleicht noch jemand mit so etwas Erfahrung?

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paaie_11978449
24.01.12 um 19:46

Hmm
wenn Du an meiner Stelle wärest, dann hättest Du so etwas nie gesagt. Oropax als medizinische Maßnahme sind nötig, das ist sicher.
Es ist nicht, dass ich jeden Mist höre und ich sehe auch ein, dass Kinder laut sind. Ich komme aus einer riesigen Familie mit vielen Geschwistern und bin Kinderlärm gewohnt. In meiner alten Wohnung hat auch ein Kind über uns gewohnt, nur ein Jahr älter, und dieses konnte man auch hören. Aber Spielgeräusche, wie rummsen, Gerenne oder Gebrabbel sind Welten von dem entfernt, was dieses Kind dort macht. Es ist bewiesen, das Geräusche von Geschrei und Geweine den Adrenalin-Spiegel erheblich nach oben treiben im Vergleich zu anderen menschlichen Lauten, als auch Straßengeräuschen. Hinzu kommt auch, dass die Eltern, die dort oben leben, es zwar noch lauter hören als ich, aber einen anderen Bezug dazu haben, weil sie mittendrin sind. Ich bin außenstehend, kriege alles mit und weiß doch nichts.

Seltsam, dass Du meinen Stress nicht gerechtfertigt siehst. Ein paar Tage und einige Wochen halte ich es aus kaum zu Schlafen, aber ein halbes Jahr, da ist es doch klar, dass mein Körper langsam nicht mehr kann. Das Kind hat das Zimmer über uns, aber auch im Wohnzimmer höre ich das Geschrei. Wenn das nicht meine Traumwohnung wäre, würde ich wieder ausziehen. Ich hoffe einfach so sehr, dass sich das Ganze irgendwann legt.

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P
paaie_11978449
24.01.12 um 19:55

VIELEN DANK
endlich eine Antwort, bei der auf das Problem eingegangen wird und eine Lösung vorgeschlagen wird.

Vielleicht habe ich es falsch ausgedrückt: Mein Freund war eben NICHT dafür, im Gegensatz zu mir. Er ist felsenfest davon überzeugt, dass das Kind schwer krank / behindert sein muss, weil das Kind nicht einmal schläft. Nach dem lauten Geschrei in diesen Dimensionen müsste der junge eigentlich IRGENDWANN mal auch schlafen, und zwar ordentlich. Wie gesagt, es vergehen selten mehr als eine Stunde bis er wieder anfängt. Weil er vermutet, dass das Kind eben krank ist, hält er es für taktlos nachzuhaken. Ich sehe auch, dass mein Partner tagsüber erschöpft ist aus dem gleichen Grund und deswegen sehe ich, dass wir das Recht haben zu erfahren, was los ist. Aber wie man am höflichsten fragt, jedoch bestimmt.. das weiss ich leider nicht so recht.

Danke nochmal für deinen Beitrag

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iris_12527557
24.01.12 um 20:44

Verabrede dich mit den Eltern,
führe nach Möglichkeit kein Gespräch im Treppenhaus. Sag , was ihr erlebt, nur Tatsachen ohne Unterstellungen. Ich habe nur Sorge, ob dir das gelingt, da du bereits von einem "Biest", ",Balg" sprichst. Vielleicht gelingt es dir besser , wenn du dich in die Lage eines Kindes versetzt , dem es aus irgendeinem Grund, den wir nciht kennen , einfach nicht gut geht. Kinder schreien und weinen nicht einfach um Eltern und Nachbarn zu ärgern. Dann lass dir erklären , was mit dem Kind los ist. Vielleicht ist es wirklich krank, oder hat Einschränkungen oder ist behindert. Noch weißt du nichts, außer dass es fürchterlich schreit, zu allen Tages- und Nachtzeiten. Wie geht es denn den anderen Nachbarn, hören die es auch? Oder seid nur ihr unmittelbar betroffen. Und dann darfst du natürlich auf jeden Fall sagen, welche Beeinträchtigungen ihr habt, fehlender Schlaf, mangelnde Konzentration usw.. Bevor du nicht weißt , was los ist, kann man auch über weitere Schritte schlecht reden.
Sollte das Kind Hilfe brauchen und du den Eindruck hast, dass die Eltern das nicht auf die Reihe bekommen, dann kannst du dich an den Kinderschutzbund wenden. Das Problem dort mal vortragen. Zu Jugendämtern habe ich aus vielen Erfahrungen eine sehr ambivalente Einstellung. Du kannst dich in Sachen Kommunikation auf alle Fälle auch mal mit der Giraffensprache beschäftigen, darüber ist im Internet zu lesen.
Gruß Melike

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