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Hilfe!!! - Kein Selbstvertrauen

2. Dezember 2006 um 16:34

Hallo an alle.

Ich (17) habe ein Problem mit meinem Selbstbewusstsein/Selbstvertrauen oder wie man es auch immer nennen will. Meine Freunde haben mich da jetzt drauf angesprochen und meinten, dass ich oft undurchsichtig wirke, in der schule immer gleich sitze, nie locker und nicht mein eigenes Ding mache.
Ich muss ihnen da auch zustimmen. Ich kann allerdings nicht direkt sagen wie das alles angefangen hat. Ich war als Kind schon total verschüchtert. Meine Mutter war mit mir in einer Krabbelgruppe. Da hab ich mir immer alles wegnehmen lassen, mich nie gewehrt. Heute lasse ich mir auch noch alles gefallen. Ich wurde von der 3.-6. Klasse gemobbt. Früher hab ich mich auch nie getraut meinen Eltern, Freunden zum Geburtstag zu gratulieren. In einer Sportgruppe haben alle Kinder fröhlich geturnt, nur ich stand so weit wie möglich weg von ihnen alleine, verschüchtert. Heute bin ich schon offener geworden, auch durch meine Freundinnen, aber die meinten jetzt auch zu mir, dass ich eigentlich immer im Schatten stehe und nie eine eigene Meinung hab, sondern die von anderen annehme und sozusagen immer alle nachplappere.
Das Verhältnis zu meinem Vater hat sich zum Glück auch gebessert: Meine Eltern haben sich als ich 5 war getrennt. Ich habe immer noch Kontakt zu ihm, allerdings hatte er vor einem halben Jahr einen sehr schweren Schlaganfall, aber das ist ein anderes Thema. Nachdem meine Mutter mit mir ausgezogen ist, hatte ich wohl tierische Angst vor meinem Vater. Meine Mutter hat mir erzählt, dass ich einmal im Auto laut geschrieen und mich geduckt habe, weil ich dachte mein Vater fährt hinter uns. Daraufhin war ich bei einer Therapeutin, was aber überhaupt nichts gebracht hat. Ich habe auch eine gewisse Angst vor Männern. In der Nähe meines Onkels bin ich noch beklemmter, traue mich kaum was zu sagen. Früher habe ich wohl immer laut angefangen zu schreien, so bald ein Mann in den Raum kam.
Gegenüber gleichaltrigen ist das nicht so ein Problem, aber wenn ich versuche etwas zu sagen fällt mir nichts ein. Mein Kopf ist total leer, was mir meine Freunde allerdings leider nicht glauben. Genauso finde ich nie jemanden wirklich gut. Vielleicht nett oder sympathisch aber mehr nicht.

Mein Problem ist das zu ändern. Mein Leben lang bin ich schon verschüchtert und jetzt auf einmal soll ich das ändern, weiß aber nicht wie. Ich rede immer sehr leise, traue mich nicht dem Arzt zu sagen, was ich habe, sage meiner Mutter dauernd sie solle nicht reinkommen, obwohl ich gar nichts geheimes mache.
Meine Freundinnen sagen, dass ich sehr gute Tipps geben kann, aber nie über meine Probleme rede und mehr zu mir stehen soll, aber das ist einfacher gesagt als getan. Noch dazu komme dass ich einen starken Ausschlag im Gesicht hab, also viele Pickel und Rötungen. Die waren plötzlich weg als ich wegen einer Zahn-OP eine Woche nichts gegessen hab. Also dachte ich an eine Lebensmittelallergie, aber beim Arzt ist nichts rausgekommen und die Heilpraktikerin hat auch nichts machen können.

Ich glaube dass das Problem eine Angst ist. Ich denke immer drüber nach bevor ich was sage und dann ist es meistens schon zu spät. ich habe vor allem Angst, und frage mich immer was passieren kann, wenn ich das und das jetzt mache. Ich habe Angst über meine Gefühle zu sprechen, sodass ich schon keine mehr habe, hört sich komisch an, aber ich habe einen leeren Kopf. Ich habe auch schon versucht einfach was zu machen ohne nachdenken, aber es geht nicht. Das ist wie eine Blockade.

Mir ist das jetzt auch alles erst so richtig klar geworden, aber zufrieden war ich noch nie richtig mit mir.
Ich habe auch schon nach irgendeinem Kurs zum Beispiel bei der VHS gesucht, aber nichts geeignetes gefunden. Könnt ihr mir irgendwie mit meinem Problem weiterhelfen?

Danke schon mal im voraus!!

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2. Dezember 2006 um 21:37

Das kenne ich...
nur zu gut. mir geht es oft genauso. stehe einfach nur da und bekomme kein wort heraus kann mich anderen (auch manchmal meinem partner) nicht anvertrauen. erst wenn jemand eine weile nachhakt traue ich mich mal mit der sprach herauszurücken. das hängt wolh auc damit zusammen, dass ich angst habe der betreffende versteht mich nicht oder kann meine gefühle in keinster weise nachvollziehen. weiß nicht ob es dir da vll genauso geht? das mit dem nicht nachdenken ist meistens einfach gesagt, aber es stimmt. du solltest weniger über mögliche konsequenzen nachdenken und mal versuchen spaß zu haben. das fällt einem oft nict leicht. vor allem wenn man die erfahrungen gemacht hat, dass andere das dann als schlecht erachten oder auf einem herumhacken. bin seit ich klein war gehänselt worden, weil ich seit meiner geburt an einer augenlidschwäche gelitten habe. später haben mich meine mitschüler sogar verprügelt. manchmal sind sie mir auf die toilette gefolgt und über die trennwände gestiegen nur um mich währenddessen auszulachen. oder sie haben mich zu zehnt den gesamten weg bis nach hause geschubst und mir schimpfworte hinterhergeufen. das ging etwa bis zur 10. klasse so. in der familie lief es auch nie sehr besonders. mein vater ist psychisch krank geworden und meine mutter eine cholerikerin und fanatischer kontroll-freak. immer wenn ich einen fehler gemacht habe, dann bin ich stundenlang angeschrien worden, auch eingespert worden, wodurch ch heute schon bei den kleinsten fehlern angst vor kritik habe. aber genug von mir...
du solltest dir vielleicht psychologische unterstützung holen. mit dem du über deine probleme und gedanken reden kannst. der kann dir auch tipps geben und dir zeigen was du tun kannst gegen deine blockade.

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4. Dezember 2006 um 11:59

Ich bin auch immer durchsichtig gewesen
Hallo, meine Liebe, ich denke, dass es viel mehr Menschen so geht, als wir Betroffenen eigentlich denken. Ich hatte früher immer den Eindruck, dass das, was ich zu sagen habe, gar nicht gehört wird, so dass ich aufgehört habe, über meine Bedürfnisse zu sprechen. Hinter Deinen Gefühlen stecken Deine Bedürfnisse. Und wenn Du diese nicht wahrnehmen kannst, weißt Du auch nicht, was Du brauchst. Und wenn Du nicht weißt, was Du brauchst, kannst Du es auch nicht einfordern, geschweige denn für Dich selbst etwas Gutes tun. Vielleicht hilft es Dir, erst einmal ein paar Selbsthilfebücher zu lesen. Ich würde mich nämlich nie freiwillig in die Hände eines Therapeuten begeben, den ich nicht kenne. Das wäre einfach zu schwierig für mich, mit ihm über mich zu reden. Aber wenn ich lese und merke, dass es anderen auch so geht, schiebe ich schon mal weniger Panik darüber, dass mit mir etwas nicht stimmt. Du solltest einfach losgehen und in den Büchern suchen. Und sobald Du merkst, dass Dich etwas fesselt und Du gern weiterlesen möchtest, dann nimm es einfach.
Falls Dein Kopf sich mit allerlei Kommentaren einschalten sollte (ob der Autor gut ist, was andere denken, wenn sie dich mit so einem Buch sehen, wie das wohl wirkt, wenn jemand das Buch bei Dir entdeckt etc...) höre nicht drauf!
Ich muss dazu sagen, dass ich schon immer gern gelesen habe und deshalb das ein mir naheliegendes Hilfsmittel ist...
Du wirst nicht von heute auf morgen ein anderer Mensch werden. Aber Du signalisierst gerade den Willen, aus Deiner Isolation heraus zu wollen und das ist bereits der erste Schritt!
Wenn Deine Verletzungen (von denen Du zwar bewusst nichts weißt, die aber angezeigt werden durch übertriebene Ängste) so weit in die Kindheit reichen, musst Du Dir ausreichend Zeit für eine Veränderung gönnen.
Ich hoffe, das hilft Dir weiter. Ansonsten kannst Du mich gern nochmal konkreter ansprechen. Zum Beispiel damit, was Du Dir wünschst, als erstes zu verändern. Je konkreter, desto besser. Dann ist das ein greifbares Ziel, verstehst Du?
Viele Grüße, ariyo

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