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Hilfe! Freund mit merkwürdigem und unrealem Lebensstil.

7. Januar 2012 um 1:37

Hallöchen

Folgendes:

Ich habe guten Freund und bin mir sicher, er bräuchte ganz dringend professionelle Hilfe!

Leider will er diese nicht wahr nehmen obwohl es ihm in vielerlei Hinsicht sehr schlecht geht und er mit seinem Leben alles andere als zufrieden ist.

Er ist anfang 30, schwul, arbeitslos und lebt alleine.
Sein Partner, mit dem er 15 Jahre ungetrennt zusammen lebte, lebt seit 6 Monaten und vorraussichtlich noch ein ganzes Jahr lang in einer Art Gefängnis, welches allerdings tägliches Telefonieren sowie 2-3 tägige Ausgänge alle 2 Wochen ermöglicht.

Er betont sehr oft, dass er keine Freunde oder Bekannte hat, und eigentlich ziemlich alleine ist, und sich dementsprechend so fühlt.
Ich bin die Einzige, die ihm zuhört und die für ihn da ist, und dafür bedankt er sich bei mir fast täglich, denn er ist wirklich schon sehr arm dran.

Seine Familie besteht nur noch aus 2 Personen, die allerdings beide kein Interesse an ihm zeigen bzw, bei bestehendem Kontakt nur über sich selbst reden und das ganze Verhältnisse einfach gar nicht stimmt.

Deshalb klammert er sich regelrecht an diese beiden und wird dadurch immer und immer wieder aufs Neue verletzt, enttäuscht, ausgenutzt und zum Teil ignoriert und allen vorran nicht wirklich ernst genommen.
Versuche, sie daraufhin anzusprechen, sind nach seinen Erzählungen kläglich gescheitert.

Ich habe ihm oft gesagt, er muss es akzeptieren und sich damit abfinden, bzw. einen Weg finden, um damit klar zu kommen, dass es ihm wieder gut geht.
Er redet sich meines Erachtens nach vieles schön und wirklich weiter kommen wir da auch nicht.
Er fängt jedes Mal erneut an, sich über alle zu beschweren, dass sich nie jemand nach seinem Wohlergehen erkundigt, besonders in der jetzigen Situation und dass er tot in der Ecke liegen könnte, und es keiner merken würde.


Des Weiteren leidet er tierisch, dass sein Partner nicht mehr da ist und er wie gesagt völlig alleine ist,
Er sitzt den ganzen langen lieben Tag zu Hause vor dem Fernsehr und dieser prägt sein Leben.
Zudem ist er depressiv, ihm fehlt jegliche Motivation und er ist mit sich in keinster Weise zufrieden.

Er geht grundsätzlich nicht raus, sei es zum Einkaufen oder zum täglichen Gassi gehen.
Er führt einen total anderen Tagesablauf wie Andere.
Ich habe ihm so viele Tipps gegeben, habe ihm so viel angeboten, ihm Mut gemacht etc., aber irgendwie lehnt er letztendlich alles aus mir unverständlichen Gründen ab, findet aber trotzalledem immer wieder für ihn geeignete Ausreden, Entschuldigungen und redet sich oft viel schön, wo es nichts schön zu reden gibt.

Er hat eine sehr zynische Art, ist wohl oft mit dieser angeeckt, lässt sich sehr schnell provozieren und wird recht schnell, und hauptsächlich unbegründet, verbal ausfällig und beleidigt bei kleinsten Problemen jemanden zutiefst ohne überhaupt einmal nachzudenken.
Dieses Verhalten finde ich auch nicht normal.

Er redet hauptsächlich schlecht über Andere, sowie er sich generell das und sein ganzes Leben permanent schlecht redet. Er stellt sich allgegenwärtig als ein Opfer dar, um sich selbst vielleicht dahinter zu verstecken oder sich andauernd selbst zu bemitleiden, ohne dass er versucht, darüber nachzudenken und eine Lösung dafür zu finden.
Ich verinnerliche ihm oft, dass der allerwichtigste Mensch im Leben er selbst sei und er Verantwortung für sein Leben tragen muss und etwas gegen all seine Sorgen und Probleme tun muss und nicht immer ausschließlich nur "rumheulen" kann.
Irgendwie will und kann er das aber nicht verstehen bzw. umsetzen oder dafür etwas tun.
Ich denke aber, es wird mehr und mehr schlimmer und da ich weiß, dass er nur mich hat, steiger ich mich da auch schon ziemlich rein und höre ihm sehr viel zu.
aber mittlerweile bin ich da jetzt einfach überfordert.

Vor kurzem haben wir gesprochen und da hatte sich wohl alles bei ihm verschlimmert.
Er hatte wieder tierisch geweint, meinte alles geht ihm auf die Nerven, er kann das nicht mehr, alles kotze ihn an und es muss etwas passieren.

Da ich ihm schon viel eher geraten habe, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und da es bereits lange lange Thema war, grief er darauf zurück und meinte, dass es ihm unheimlich gut tun würde, mit einem Profi über Alles sprechen zu können und dass dieser ihm sicher helfen könnte.

In diesem Moment ist mir echt ein Stein vom Herzen gefallen, weil ich mich für ihn so gefreut habe, dass er es endlich ebenfalls eingesehen hat und es ihm dadurch auch letzten Endes viel besser gehen wird.
Ich habe ihm erneut Mut gemacht und gesagt, wie toll ich das finde!

Nur leider kam dann die plötzliche Wende, die mich sehr enttäuscht hat und ich bis jetzt nicht verstehe.

Er erzählte mir am darauffolgenden Tag, dass er sich nun doch wieder anders entschieden hätte, und das Thema für ihn keine Option mehr sei.
Als Begründung nannte er mal wieder Ausreden, die fast schon lächerlich und unglaubwürdig klangen - und er redete sich geschickt heraus.
Er fing an solche Leute schlecht zu reden und erfand sich wohl seiner kleine eigene Wahrheit.
Dabei hatte ich ihm so viel Mut gemacht und ihm gesagt er brauche sich nich zu schämen und dass das eine gute und hilfreiche Entscheidung sei.

Ab diesem Tag an, hatte ich plötzlich riesen Probleme seine Entscheidung zu akzeptieren, was ich natürlich ohne Frage sollte.
Aber es ging nicht.
Ich habe dafür wirklich null Verständnis und kann es überhaupt nicht nachvollziehen, warum er gegen seine Situation nichts unternimmt und nach meinem jetzigen Wissen auch nichts unternehmen will.
Das hatte mich richtig aufgewühlt und aufgeregt, vorallem weil ich es ihm auch so gegönnt habe.
Ich weiß in Zukunft einfach überhaupt nicht, wie und was ich wirklich davon halten soll, ob ich das überhaupt akzeptieren kann und wie ich mich verhalten werde, wenn wir das nächste Mal reden und er sich wieder über sein Leben, seine Familie über sich selbst und einfach alles beschwert.
Ich weiß ja nun, dass er im Prinzip nichts ändern will, sondern es scheinbar irgendwie toll findet, immer andere schlecht zu machen und sich selbst zu bemitleiden.

Mir fällt es nun wirklich schwer, ihn überhaupt ernst zu nehmen. Denn kann man so einen Menschen überhaupt ernst nehmen? Wenn man weiß, er hat so offensichtliche Probleme, die aber nicht ändern möchte und stattdessen lieber darüber meckert?

Ich habe ihm das bereits versucht zu erklären, dass ich das nicht verstehe und wenn ich damit nicht klar komme, es einzig und allein mein Problem ist.
Ebenso muss man unter Freunden manchmal auch Klartext sprechen.
Er reagierte daraufhin beleidigend, sagte aber schon, dass er mich verstehe und machte mir dann bis einschließlich heute Vorwürfe, dass er mich ja scheinbar eh nur nerve und er mich ja überfordern würde.
Das zeigt mir, dass er eigentlich doch nichts versteht.


Ich mein, ich mag ihn ja, keine Frage, und er ist mir wichtig, sonst würde ich mich das vermutlich nicht so aufregen.
Aber um ehrlich zu sein, nervt mich langsam dieses ganze Schön-Gerede.
Ich finde seine Lebensweise halt sehr komisch und vorallem nicht normal.
Bin mit meinem Latein am Ende und irgendwie auch überfordert.

Naja, ..erstmal soweit jetzt..

Was meint Ihr dazu?!
Steiger ich mich zu sehr darein?!
Aber wenn es mich doch nunmal so ärgert...
Habt ihr Tipps?!
Wie soll ich mich ihm gegenüber verhalten?!
Was wäre klug, was falsch?!
...

Würde gerne Eure Meinungen dazu lesen!
Wäre super!
Danke und liebe Grüße,
Nina





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7. Januar 2012 um 1:46


Sorry, wenn mir da der eine oder andere Rechtschreibfehler unterlaufen ist.
Es ist 1:46!

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