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Hilfe, brauche jemand zum Reden....

26. Februar 2009 um 11:13

Hallo, meine Mutter litt seit 8 Jahren an Krebs (Brust, Schilddrüse, Leber). Bis Oktober 2007 lebte sie mit diesen Krankheiten und dann ging es bergab. Mein Vater plegte sie noch. Im Jan. war sie so schwach, dass ich sie ins Hospiz brachte. Nach nur 3 Tagen am 29. Januar 2008 starb sie dann. Ich begleitete sie dabei, was mich etwas tröstete. Es war einfach grauenvoll, die eigene Mutter sterben zu sehen. Die Bilder werde ich wohl nie vergessen. Mein Vater war 40 Jahre nicht beim Arzt, war nie krank und hat immer nur gearbeitet. Im Sommer 2007 bekam er eine starke Erkältung , die über 2 Monate anhielt. Wie immer ging er nicht zum Arzt. Er brach zusammen und ich zwingte ihn dorhin. Es war eine übergangene Lungenentzündung. Er steckte zurück, weil er ja seine Frau pflegen musste. Ich machte mir trotzdem Sorgen und wusste, da stimmt was nicht. Wir konzentrierten uns aber auf meine Mutter.Über den Tod kam er nicht hinweg. Ihm ging es dann wieder schlecht und musste ins Krankenhaus. Diagnose: Lungenkrebs Schock Nr. 2. Wir dachten alle, er lebt noch ein paar Jahre, so auch die Ärzte. Nach dem Tod meiner Mutter zog ich zu meinem Ehemann, was er mir nie verzeihte. Er veränderte sich in dieser kurzen Zeit sehr. Er redete nicht mit mir und wollte niemanden sehen. Sein Bruder, auch Witwer, kümmerte sich um ihn. Im August nach einem Zusammenbruch kam er in die Uni, bekam keine Luft und die Blutwerte waren sehr schlecht. Ich wollte noch am nächsten Morgen hinfahren, da bekam ich den Anruf, er sei plötzlich in der Nacht verstorben. 29.08. und 29.01. meine Mutter. Ich konnte mich nicht verabschieden, keine Versöhnung, nichts. Beide Eltern in einem Jahr zu verlieren, das ist zuviel. Aus Liebe habe ich Mainz verlassen, meine Arbeit, meine Freunde, alles im Jahr 2008!!! Dachte, durch das neue Leben, könnte ich alles verarbeiten. Am Anfang war ich auch noch sehr beschäftigt, mit allem. Jetzt kommt alles irgendwie hoch, habe hier keine Freunde, nur mein Mann,meine Kinder und das Grab!!! Aber das ist zu wenig...Wohne in Glauburg, Altenstadt, Büdingen, 30 Min. vom Hessencenter Ffm. Wem geht es so ähnlich. Bin flexibel. Danke fürs lesen.

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26. Februar 2009 um 22:55

Das ist sehr viel und sehr schwer,
schau dich nach einer Trauergruppe um. Oder nimm therapeutische Hilfe in Anspruch. Es gibt die Internetseiten www.elternlos.de oder www.verwitwet.de . Dort wirst du Menschen treffen, die dich verstehen. Trauer braucht einfach viel Zeit. Was du machen kannst und was ich dir empfehlen würde. Schreibe Tagebuch, schreibe dort deine Gedanken nieder. Und du kannst deinen Eltern jeder Zeit Briefe schreiben und alles sagen, was dir am Herzen liegt. Ich glaube, dass dir ganz besonders der Umstand zu schaffen macht, dass du dich mit deinem Vater nicht mehr versöhnen konntest. Du kannst das heute nachholen. Es wird bei ihm ankommen. Vielleicht erhältst du sogar ein Zeichen von ihm durch einen Traum oder sonst was. Es gibt auch sehr gute Bücher, zum Beispiel von Bernard Jakoby. Ich hoffe , ich konnte dir ein wenig helfen. Wenn du noch Fragen hast, dann schreibe mir eine PN.
Lieben Gruß
Melike

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27. Februar 2009 um 23:39

Stadt verlassen... sie kommen nicht zurück...
salam.

habe ich auch gemacht. mich von meiner arbeit für 1 jahr beurlaubt, meine wohnung leer geräumt und untervermietet, für den fall, dass ich wieder die frau werde, die ich vor 7 monate war. seitdem lebe ich hier und dort, verreise ich und denke, was ich mit dem rest meines lebens machen soll, wo sie, meine mutter, nicht mehr da ist.

ich wollte mit ihr in den grab steigen, hatte aber mich mit viel wiskey betrunken und konnte nur zuschauen und weinen(lachen?) ich merkte die welt um mich nicht. ich wollte sie folgen. ich war ziemlich sicher, alles um mich existierte nicht und war nur meine halusination. ich wollte sie folgen aber sie öffnete nicht die augen, sie redete nicht....ich ging weg, um nicht zu sehen was dann passierte. sie ist drin, ich weiß. und ich komme von meienen sculdgefühlen nicht weg, sie mit krebs allein gelassen zu haben, anstatt zu ihr zurück zu gehen, in meine heimat.


sag mir bitte:
dein mann, liebt er dich? welches gefühl hast du mit ihm?
es graut mir vor dem gedanke zu heiraten oder ein kind zu bekommen, ohne dass sie es miterlebt. da will ich es lieber beenden als ein kind groß zu ziehen und ihm von ihr zu erzählen. dann denke ich wieder: vielleicht, wenn ich einen mann kennenlernen würde, der mich sehr liebte, würde ich mich wieder lebensbereit fühlen?

es ist zu viel, 2 auf einmal. dir viel kraft

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6. März 2009 um 7:51
In Antwort auf ksenia_12683453

Stadt verlassen... sie kommen nicht zurück...
salam.

habe ich auch gemacht. mich von meiner arbeit für 1 jahr beurlaubt, meine wohnung leer geräumt und untervermietet, für den fall, dass ich wieder die frau werde, die ich vor 7 monate war. seitdem lebe ich hier und dort, verreise ich und denke, was ich mit dem rest meines lebens machen soll, wo sie, meine mutter, nicht mehr da ist.

ich wollte mit ihr in den grab steigen, hatte aber mich mit viel wiskey betrunken und konnte nur zuschauen und weinen(lachen?) ich merkte die welt um mich nicht. ich wollte sie folgen. ich war ziemlich sicher, alles um mich existierte nicht und war nur meine halusination. ich wollte sie folgen aber sie öffnete nicht die augen, sie redete nicht....ich ging weg, um nicht zu sehen was dann passierte. sie ist drin, ich weiß. und ich komme von meienen sculdgefühlen nicht weg, sie mit krebs allein gelassen zu haben, anstatt zu ihr zurück zu gehen, in meine heimat.


sag mir bitte:
dein mann, liebt er dich? welches gefühl hast du mit ihm?
es graut mir vor dem gedanke zu heiraten oder ein kind zu bekommen, ohne dass sie es miterlebt. da will ich es lieber beenden als ein kind groß zu ziehen und ihm von ihr zu erzählen. dann denke ich wieder: vielleicht, wenn ich einen mann kennenlernen würde, der mich sehr liebte, würde ich mich wieder lebensbereit fühlen?

es ist zu viel, 2 auf einmal. dir viel kraft

Hallo
Ja, mein Mann liebt mich. Ich war schon einmal verheiratet. Da waren meine Eltern dabei. Beim 2. Mal ist es dann nicht mehr so schlimm. Ich kann dich verstehen, dass du vor einer Hochzeit Angst hast ohne Mutter. Wenn du noch nie verheiratet warst. Gib dir Zeit, viel Zeit. Die Liebe ist dann sowieso zu deinem zukünftigen Mann stärker und deine Mutter wünscht dir von oben viel Glück. Sag wie alt bist du. Trinkst du immer noch? Das wäre viel schlimmer. Wie ist dein Name?
lg manu

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6. März 2009 um 7:59
In Antwort auf melike13

Das ist sehr viel und sehr schwer,
schau dich nach einer Trauergruppe um. Oder nimm therapeutische Hilfe in Anspruch. Es gibt die Internetseiten www.elternlos.de oder www.verwitwet.de . Dort wirst du Menschen treffen, die dich verstehen. Trauer braucht einfach viel Zeit. Was du machen kannst und was ich dir empfehlen würde. Schreibe Tagebuch, schreibe dort deine Gedanken nieder. Und du kannst deinen Eltern jeder Zeit Briefe schreiben und alles sagen, was dir am Herzen liegt. Ich glaube, dass dir ganz besonders der Umstand zu schaffen macht, dass du dich mit deinem Vater nicht mehr versöhnen konntest. Du kannst das heute nachholen. Es wird bei ihm ankommen. Vielleicht erhältst du sogar ein Zeichen von ihm durch einen Traum oder sonst was. Es gibt auch sehr gute Bücher, zum Beispiel von Bernard Jakoby. Ich hoffe , ich konnte dir ein wenig helfen. Wenn du noch Fragen hast, dann schreibe mir eine PN.
Lieben Gruß
Melike

Hallo
und danke für die Antwort. Ich werde mich auf diesen Internetseiten umsehen. Briefe schreiben, hört sich auch gut an. Ja, dass ist für mich ein großes Problem, dass ich mich nicht von meinem Vater verabschieden konnte. Wäre ich in Mainz geblieben, so wäre ich noch am gleichen Abend in die Uni gefahren.
Meine Kinder trauern auch sehr. Meine Mutter war wie die Ersatzmama. Sie kochte für beide, während ich arbeitete. Vor 3 Wochen hatte mein Schwiegervater einen Schlaganfall. Ich musste mit meinem Mann ins Krankenhaus. Da kam alles wieder hoch. Es war die Hölle. Bin dann auch nicht mehr hin. Ihm geht es wieder super. Ich gehe auch noch nicht in eine Kirche. Post kommt für meinen Vater immer noch bei mir an. Das schlimme ist auch, dass ich ständig Post bzw. mein Vater vom Sterbehoszpiz meiner Mutter bekomme. Sie wissen ja nicht, dass er auch tot ist. Ich habe auch beschlossen, denen jetzt eine Mail zu schreiben. Danke dir. lg Manu

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6. März 2009 um 9:33
In Antwort auf meena_12126776

Hallo
und danke für die Antwort. Ich werde mich auf diesen Internetseiten umsehen. Briefe schreiben, hört sich auch gut an. Ja, dass ist für mich ein großes Problem, dass ich mich nicht von meinem Vater verabschieden konnte. Wäre ich in Mainz geblieben, so wäre ich noch am gleichen Abend in die Uni gefahren.
Meine Kinder trauern auch sehr. Meine Mutter war wie die Ersatzmama. Sie kochte für beide, während ich arbeitete. Vor 3 Wochen hatte mein Schwiegervater einen Schlaganfall. Ich musste mit meinem Mann ins Krankenhaus. Da kam alles wieder hoch. Es war die Hölle. Bin dann auch nicht mehr hin. Ihm geht es wieder super. Ich gehe auch noch nicht in eine Kirche. Post kommt für meinen Vater immer noch bei mir an. Das schlimme ist auch, dass ich ständig Post bzw. mein Vater vom Sterbehoszpiz meiner Mutter bekomme. Sie wissen ja nicht, dass er auch tot ist. Ich habe auch beschlossen, denen jetzt eine Mail zu schreiben. Danke dir. lg Manu

Sterben ist kein Fluch und nichts Böses,
weder für den der geht, noch für die , die zurück bleiben. Es ist Be-
standteil allen Lebens und bringt uns doch so sehr an unsere Grenzen. Bei anderen Kulturen wird dieser Übergang gefeiert.
Ich war auch lange mit dem Hospiz in Verbindung , wo meine Mutter starb, Hospize sind einfach eine ganz tolle Einrichtung, weil wenn Sterben wirklich würdig stattfindet, dann in den Hospizen. Es war auch Anlass für mich eine Ausbildung in Sterbegleitung zu machen. Menschen die gehen, sind nur auf der anderen Seite des Vorhanges. Erzähl deinen Kindern vom Opa, es gibt auch wunderbare Bücher für Kinder, wo das alles schön erklärt wird. So kannst du vielleicht mit deinen Kindern die Trauer etwas verarbeiten. Deine Eltern werden liebevoll auf euch schauen und sich freuen, wenn es euch gut geht.
Lieben Gruß
Melike

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