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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Hier wirds lang, komplex, gescheiterte lange Beziehung, erneute Gefühle.

Letzte Nachricht: 29. Mai 2010 um 1:35
H
hemera_12916982
28.05.10 um 12:28

Ich würde gerne mal ein paar Objektive Meinungen von euch hören. Zu der Situation: Ich war 8 Jahre lang mit meinem Lebensgefährten zusammen. Dann verliebte ich mich Hals über Kopf in jemanden. Der neue hatte Eigenschaften wie Aufmerksamkeit, Lebendigkeit, Affektion war lebensfroh. Dies hielt nicht, aber für die alte Beziehung gab es damals keine Basis mehr. Das alles ist nun knapp ein Jahr her.
Ich möchte mal kurz die Schwierigkeiten innerhalb der langjährigen Beziehung mit dem Ex-Lebensgefährten (LG) beschreiben:
Er hat wirklich sehr störende Eigenschaften, die manchmal an ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ) erinnern. Chaos stand im Mittelpunkt der Wohnung. Trotz langer, auf alle erdenklichen Arten geführten Diskussionen änderte sich nie was, am Ende habe ich aus Resignation immer alles sauber gehalten. Das sind so ganz banale Sachen wie das Waschbecken säubern, Computer ausschalten, Licht ausschalten...! Das alles endete im vollkommenen Eklat. Das Außmaß seines "Chaos" übersteigt wirklich sehr weit die Norm, das habe ich mit anderen Leuten vergliechen.

Der zweite Punkt: Ich hatte immer den Anschein, dass er nie so richtig "ANWESEND" ist. Meine Aussagen verliefen immer irgendwie ins Leere, ich hatte oft das Gefühl, dass er irgendwie nicht richtig da ist, nicht richtig zuhört. Das gleiche wurde dann auch in emotionalen Gesprächen immer schlimmer, er hat sich mit meinen Konflikten total überfordert gefühlt (obwohl ich ihn nicht übermäßig damit belastet habe). Ich hätte aber wirklich in einigen Belangen Unterstützung gebraucht. Hatte z.B. massive Schwierigkeiten mit Kollegen und er hat sogar immer gesagt, das läge alles bei mir, ich wäre schuld, obwohl es objektiv gesehen, oft an dem Kollegen lag, da er eine sehr schwierige Person ist. Also, ich fühlte mich da wirklich gar nicht gestärkt, sondern total allein gelassen.

3. Punkt: Er hatte in seiner Kindheit wohl Probleme, über die er nie sprechen wollte und deshalb ist er sehr sehr überfordert damit körperliche Nähe zuzulassen. Ich habe das Jahre vermisst, sehr darunter gelitten, das war auch sicher ein Grund für den Ausbruch in die Arme eines anderen.

4. Er benutzt immer unheimliche viele Negativbotschaften, sieht wirklich alles sehr pessimistisch, da ist man am Mittag schon bei 10 Negativbotschaften angekommen, die einem wirklich den Tag verdarben. Trotz Hinweisen darauf kann er das nicht ändern.

5. Rückzugstendezen, ob Internet (meineserachtens schon Suchtverhalten) oder sich Besuch zu versperren. Unser soziales Zusammensein mit anderen hat darunter sehr gelitten. Und wenn wir dann mit anderen zusammenwaren, zieht er sich sehr stark zurück oder stellt sich bei einer Person extrem in den Mittelpunkt, alle anderen, inklusive mir sind dann nur noch Luft.

So, das sind ganz grob die meineserachtens am schwerst wiegendsten Schwierigkeiten.

Noch zur Info: Wir haben eine kleine Tochter, wir leben nicht mehr zusammen, er kümmert sich aber. Manchmal kracht es gewaltig zwischen uns, zwischenzeitlich überwiegen aber positive Gespräche.

Und nun die andere Seite: Wir haben wirklich sehr viel miteinander erlebt, ich war dabei als sein Vater starb, (seitdem hat sich übrigens all das oben aufgeführte extrem verschlechtert), Ich habe ihn selbst mal fast sterben sehen, wir sind sehr viel gereist...

Jetzt bemerke ich plötzlich, dass sich meine Gefühle für ihn wieder verändern. Ich koche für ihn, wenn er kommt, ich mache mir oft Sorgen um ihn, wir haben manchmal sehr gute Gespräche und wenn er wieder fährt bin ich sehr traurig. Dann wiederrum finde ich seine Anwesenheit kaum auszuhalten, ich weiss, das klingt seltsam. Aber ich frage mich manchmal, ob mein Unterbewusstsein vielleicht echte Gefühle irgendwie verschleiert und in Form von Wut, deprimiert sein wiederspiegeln.

Ich muss noch dazu sagen, dass die am Anfang genannten Eigenschaften, die meines Vaters sehr stark reflektieren und ich unter diesen sehr gelitten habe. Ich habe mir also einen sehr ähnlichen Partner wieder ausgesucht, sicher unbewusst. Durch den neuen damals durfte ich zum ersten Mal erleben, wie es ist, wenn ein Mann aufmerksam ist, zärtlich, achtsam, umsichtig, optimistisch. Banalalitäten wie mir in die Jacke helfen, die Türe offen halten, zu sehen wenn mir etwas runterfällt wurden für mich zu einem Phänomen, was ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist.

Also eigentlich würde ich mein Leben gerne mit einem Mann verbringen, der mir mehr Achtung, Wirklices Zuhören, Wertschätzung, Zärtlichkeiten... geben kann, aber trotzdem zweifle ich im Moment so stark und denke so oft an unsere gemeinsamen Erlebnisse, Urlaube...! Ich bin wirklich verunsichert. Was meint ihr?

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H
holly_12368797
29.05.10 um 1:35


Die Verunsicherung kommt doch nur dadurch, weil Du gemerkt hast, wie nett Du zu ihm bist (kochen, Anteilnahme, etc) und Du jetzt darüber nachdenkst, wofür dies wohl ein Zeichen ist - oder? Dabei liegt die Antwort eigentlich schon in Deinen eigenen Worten:
Es ist zwar ungewohnt für Dich, aber Du wünscht Dir einen netten, aufmerksamen Mann. Mit dem Vater Deiner Tochter, den Du sehr gut kennst, läuft es gut, zumindest solange Ihr "ex" seid. Wo ist jetzt das Problem?
Hast Du echte Ambitionen, als Spezialistin für hoffnungslose Fälle wie Deinen Vater und dem Ex ewig unglücklich zu sein? Ich glaube, Du bist auch ohne die als Antriebsmittel eine starke Frau. Gönne Dir (und Deiner Tochter) das schönere Leben.
Außerdem habe ich irgendwie das Gefühl, daß Du Dich mit Deinen Zweifeln nur selbst durcheinander bringst. Wenn ich das mit mir mache, ist mir schon gleich wieder klar, daß mein auslösender Gedanke eine Sackgasse ist. Es brauchte ein paar Wiederholungen, bis ich das Prinzip gepeilt habe.
Liebe Grüße!

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