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Help me! Schwere Depressionen...

13. April 2012 um 1:49

Hallo,

da ich keine Freunde mehr habe, die ich mit meinen Problemen belästigen kann, vertraue ich mich nun der Annonymytät des Internets an.

Meine Situation erscheint mir hoffnungslos, festgefahren und immer unerträglicher.

Wie es scheint habe ich schon viele Jahre anfangs unter leichten und mit der Zeit zunehmend an immer stärkeren Depressionen gelitten. Da hat sich wohl über 6-8 Jahre immer weiter bei mir, schleichend, gesteigert. Ich habe mich vor 5 Jahren schon gefragt was nur mit meinem Empfinden mit "Zufriedenheit" los ist. Warum kann ich nicht glücklich mit meinem Leben sein und andere dürfen das?

Naja ich habe mich Jahr für Jahr irgendwie durchgebissen, ohne wirklich gewusst zu haben was denn mit mir los ist.

Habe mich seit 4 Jahren fast total zurückgezogen, nur noch online-Bekanntschaften gehabt und real fast nichts mehr unternommen. Die Möglichkeit online zu kommunizieren hat meinen Verfall wohl etwas abgebremst, da das tägliche Skypen mit 'online-Freunden' zumindest etwas von menschlichen Interaktionen vorgegaukelt hat.

Auf dauer hat mich das aber immer weiter in den Strudel einer schweren Depression getrieben. Keine Freunde, keine Möglichkeit etwas zu unternehmen, eben ein unausgefülltes Leben.

Ich kürze mal etwas ab: Silvester vor zwei Jahren wollte ich dann allem ein Ende setzen und wie das Leben so will, lernt man eine Frau kennen in die Mann sich unsterblich verliebt und die diese Gefühle zunächst auch verspührt. Leider haben die Tatsache, dass es eine Fernbeziehung war und meine schon sehr weit Fortgeschrittene Depression dazu beigetragen, dass diese (Fern-)Beziehung nicht gehalten hat und ich am Ende mit noch größerem Schmerz darstand als davor.

Dann fing es richtig an mit den Schlafstörungen, ich habe zuvor schon nur so 4-5h am Stück schlafen können, aber ab da warens nur noch 2h am Stück.

An Studieren war so nicht mehr zu denken, zum Reden hatte ich ja nun wieder keinen, also hab ich versucht mich wieder irgendwie zu stabilisieren und die Selbstmordgedanken beiseite zu schieben.

Auch das temporäre Jobben und der Versuch neue Leute kennen zu lernen schlug bei mir fehl. Naja ich sah auch immer mehr aus wie eine Leiche.

Hab mich dann an eine Psychotherapeutin gewendet die bei mir eine schwere Depression erkannt hat und mich umgehend an einen Arzt verwiesen hat (ich bin erst zu euner Therapeutin, anstatt zu einem Arzt, weil die am Nächsten Tag einen Termin frei hatte, weil wer abgesagt hatte und der Arzt 1,5 Monate wartezeit für nen sprechstundentermin hatte). Naja dann ab zum Arzt in der Hoffnung auf Hilfe, aber der hat mir halbherzig zugehört und mir nur Citalopram, aber nichts gegen die Schlafstörung verschrieben und mir ne Liste mit Therapeuten aus der gegend gegeben die 10-16 Monate wartezeit hatten, obwohl die Therapeutin meinte ich bräuchte Stationäre Hilfe.

Hab mich danach resignierend noch weiter verschlossen und in das Loch fallen lassen mit der tollen Aussicht erstmal 10 Monate nur rumzusitzen und Medis schlucken zu dürfen. Hab das Rezept in Müll geworfen und mir gedacht "wenn du jetzt 1 jahr warten musst... wozu das dann noch?" die Aussicht erst so weit entfernt etwas an meiner Situation ändern zu können hat mich noch vieldepressiver hat werden lassen.

Jeder weitere Tag war eigentlich nur noch eine Qual und ich bin desöfteren nachtsspazieren gegangen und habe darüber nachgedacht wie ich meinem (Über)Leben ein Ende setzen kann.

Und da ich ein verdammter Sturkopf bin und mich an den Gedanken klammere, dass ich nochmal etwas finden könnte wie diese Zeit mit der eine Frau, die für mich das Leben lebenswert machte hab ich mich nochmal aufgerafft.

Hab erstmal wieder einen Termin mit einer Therapeutin gehabt, die mir dann nach nur 2 wöchiger Wartezeit bei einem Arzt nen Termin besorgt hatte und mir dazu geraten hatte mich in eine Psychosomatische Klinik einzuweisen.

Das habe ich der Ärztin dann auch nochmal im Gespräch gesagt, aber sie meinte nur "eine Stationäre Behandlung wäre nicht das richtige für mich, sondern Paroxetin und Mirtazapin. Ich habe mehrfach um eine Antrag zur Überweisung an eine PSychosomatische Einrichtung gebeten und da mein Hausarzt mir geraten hat das von einem Facharzt machen zu lassen da dieser mehr Druck ausüben könnte hatte ich eine gewisse Hoffnung einen solchen Klinikaufenthalt zu bekommen. Aber nada.
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Meine Frage: WIE verdammt nochmal kann man in eine psychosomatisch Klinik (also Kur) überwiesen werden? Muss man den Antrag vom Arzt stelllen lassen, bei der Kasse direkt oder bei einer Klinik anfragen?
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Da ich einen kleinen Plan hatte wie ich mich aus dem Dreck ziehen könnte hatte, der aber wieder nur in Antidepressiva ohne Therapeutische Hilfe endete war das für meine Laune nicht so gut.

Das meine Mutter 3 Wochen später verstorben ist irgendwie auch nicht.

Naja nun habe ich für den 31 Mai wieder einen Termin beim 3. Arzt.
Mittlerweile ist es mir egal, ob ich mich mit Drogen zupumpen lasse wie der Typ, den ich bei der Ambulanten Station der psychiatrischen Klinik hier angetroffen habe, der seit 20 Jahren nur noch high ist.

Wenn dieser Arzt mir aber auch nur Drogen verschreiben will, dann stelle ich mir wirklich die Frage was man denn in Gottes Namen tuen muss um in eine psychosomatsche Institution überwiesen zu werden? Geritzt hab ich mich, suizidgedanken habe ich auch. Muss ich mir dafür wirklich erst die Pulsadern aufschlitzen?

Nochmal zurück zu meiner Hauptfrage:
Wie genau kann ich mich in eine psychosomatische Klinik überweisen lassen, wenn die Ärzte alle nur sagen "Pillen und mehr nicht!".
Ich weiß genau, dass Pille nichts an der Ursache bekämpfen. Ich will aktiv etwas gegen meine Krankheit tuen, aber ich habe nicht mehr viel Kraft etwas an meiner Situation zu verändern.

Ich will wieder eine stabile Psyche haben und in einer neuen Stadt ein Leben anfangen

Verlange ich zuviel, nur weil ich mich nicht nur mit Pillen abspeisen lassen will?
Bisherige Diagnose war bipolare Störung, mit tendenz zu RC.

thank you for reading this wall of text and good night!

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13. April 2012 um 1:57

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PS: Ich bin 23

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15. April 2012 um 5:47

Nicht aufgeben!
Lieber Themoonwillalwayssmile!
Habe mir nun mehrmals deinen Text durchgelesen und das große Bedürfnis bekommen, Dir zu helfen. Bin mir nicht sicher, ob ich so viel tun kann, aber ich versuche es zumindestens.
Du hast geschrieben, dass deine Depression schon über mehrere Jahre andauert, was bedeutet, dass du deine Krankheit anerkennst und dazu stehst. Ich finde es sehr mutig von dir, du scheinst sehr vernünftig und "nüchtern" mit der Sache umgehen zu können, was nun mal ein Schritt in die richtige Richtung für Dich ist. Du weißt ebenfalls, dass Du Hilfe brauchst und dass Du ein "Sturkopf" bist ist super, denn dadurch gibst du nicht so schnell auf! Außerdem ist es geradezu bewundernswert, dass Du wirklich etwas dagegen tust und nun zum dritten Arzt gehen wirst. Ich habe nämlich von schlimmeren Fällen gelesen,von Leuten, die sich nur noch in ihr Bett verkriechen und nichts mehr tun können, da brauchen sie sich nicht zu wundern, dass keine Veränderung eintritt, denn "von nichts kommt nichts".

Es ist meiner Meinung nach verständlich, dass Du Dich auch wenn nur teilweise gerne an die Zeit mit der Frau erinnerst und dies ist auch gut so, denn du hast recht, so etwas gibt es nicht nur 1 Mal im Leben. Diese Zeit hat dir gezeigt, dass es auch besser geht und dass Du ein besonderer und ein liebenswerter Mensch bist.
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Nun hätte ich eine Frage an Dich: Hast Du absolut keine von den, Dir verschriebenen Tabletten genommen? (außer Antidepressiva)
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Ich bin seit letztem Jahr Mitglied beim Deutschen Roten Kreuz und wir sagen immer, der Patient weiß meistens, was am besten für ihn ist und somit kann ich es nachvollziehen, dass Du denkst die Pillen würden dir nicht helfen bzw. die Ursache deiner Depressionen nicht bekämpfen. Ich würde an Deiner Stelle die Pillen nehmen, die Dir am sinnvollsten erscheinen (z.B. gegen Deine Schlafstörungen). Wie Du oben geschrieben hast, wurden Dir viele verschiedene Pillen verschrieben, darum würde ich jedem neuen Arzt, zu dem Du gehst die Pillen nennen, die Du bereits verschrieben bekommen hast, denn die wissen Bescheid, wie sich was verträgt und was Du möglicherweise auch weglassen kannst.

Meine möglichen Lösungen für Dich:

1. Äußere Deinen Wunsch in eine Klinik zu gehen beim Arzt, zu dem Du bald gehst und nenne die Gründe dafür, so wie Du es auch hier gemacht hast.

Ich habe gelesen, dass es oft wirklich schwierig ist, in eine Klinik eingewiesen zu werden, da diese zum Teil richtige Wartezeiten haben. Jedoch meinte eine Therapeutin ja zu Dir, du bräuchtest stationäre Hilfe und das dringend, also:

2. Wende Dich doch wieder an sie, falls es nichts mit dem dritten Arzt wird.

Leider fehlen mir die Hintergrundinformationen, wie man normalerweise in eine Klinik eingewiesen wird (ich meine außer vom Arzt aus). Ich kann Dir leider auch nicht sagen, ob es allgemein gilt, dass man sich auch selber bei den jeweiligen Kliniken melden kann und da sich sozusagen "einliefern" kann oder nicht. Ich denke aber, sollte es Dir noch schlechter gehen und Du hast das Gefühl, es funktioniert gar nichts mehr:

3.kannst Du sicher auch direkt eine Psychosomatische Klinik in deiner Nähe kontaktieren.

Es gibt viele Hilfsorganisationen, die sich um Menschen mit Problemen kümmern. Selbst "Kummerkasten" gehört dazu.
An solche kannst Du Dich jederzeit wenden! Informiere Dich über Hilfsorganisationen in deiner Nähe, vereinbare eine Sprechstunde, schreib ihnen oder ruf sie an! Dort wird Dir sicher geholfen. Letzten Endes könnten Menschen aus dieser Hilfsorganisation eine passende Klinik für Dich finden, Dich über alle Möglichkeiten informieren, andere Ärzte; Therapeuten für Dich suchen und Dir möglicherweise andere Leute mit derselben Krankheit vorstellen, mit denen Du Dich in Verbindung setzten könntest! Das alles ist möglich, Du bist nie allein mit deinem Problem!
also:

4. Wende Dich an eine einfache "Menschen-Hilfsorganisation".

5. Hier hätte ich noch ein paar Links für Dich, die Dir möglicherweise helfen!

http://www.deutsche-depressionshilfe.de/stiftung/klinikadressen.php

http://www.psychologe.de/?pid=5262&gclid=CL_XitXzta8CFYUw3wod3mf3jg

http://www.novego.de/?gclid=CKaI1tfzta8CFcfP3wod02d1iA

http://www.deutsche-depressionshilfe.de/stiftung/erfahrungsberichte.php#Was mir half, die Depression zu überwinden

--> hier z.B. Erfahrungsberichte, wie auch andere Betroffene dagegen gekämpft haben

selbst hier könnte dir geholfen werden!
http://mein-kummerkasten.de/

http://www.deutsche-depressionshilfe.de/stiftung/selbsthilfe.php
Eine Selbsthilfegruppe wäre vielleicht auch etwas für Dich? Dies ist ja ähnlich, wie in der Klinik, da Du Gruppenstunden mit Menschen verbringst, die unter ähnlichen Problemen leiden. So kannst Du auch neue Leute kennen lernen.

Das Wichtigste ist jedoch: NICHT AUFGEBEN! Du scheinst eine sehr gute Persönlichkeit zu haben, wäre doch schade wenn so etwas verloren geht!

Ich glaube an Dich und melde mich bald hier wieder. Ich hoffe, ich habe Dich ermutigen und Dir etwas helfen können, denn jeder Mensch verdient es, dass man ihn in einer so einer schwierigen Situation unterstützt. Du kannst mir natürlich jederzeit einfach schreiben! Und denk an den Spruch: "Every day is a new day", like Andy Warhol said

Ganz viel Glück!!!

Deine Ydna Lohraw

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17. April 2012 um 21:03

Hallo
depressionen haben es wirklich in sich, habe es immer bei meiner tante gesehn. aber zuerst glaube ich musst du dich gegen die deressionen therapieren lassen und dann denkt mal, dass der rest sich dann ergibt. ich hatte selber starke schlafstörungen und konnte keine halbe stunde am stück schlafen und dann auch nur 2 stunden, danach ging gar ncihts mehr. durch eine hypnose cd von amazon hab ich das wirklich gut in den griff bekommen. habe sie mir immer vor dem zu bett gehen angehört oder meist immer im bett mit ipod und fertig. der rest ging dann echt klasse. weiß nicht wie sie heißt, aber sie ist von dem psychologen dieter eisfeld. vielleicht hilft dir das ja auch
wünsche dir wirklich von herzen viel erfolg!

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26. April 2012 um 14:23

Schwere Depressionen
Bitte nicht den Mut verlieren , auch wenn es sehr schwer fällt! Ich habe so eine Reha gerade hinter mir. Bin zwar immer noch Krank und Depressiv, aber sehe wieder Licht am Horizont. Du brauchst auf alle Fälle so eine Reha. Wenn du bei der gesetzlichen Rentenversicherung versichert bist, dann beantrage dort eine Reha. Natürlich sollte der Hausarzt und gégebenfalls der Neurologe zustimmen. Es ist auch ein Haufen Papierkram, aber du schaffst es. Der Weg ist nicht leicht und Wunder kann es auch nicht vollbringen, aber ein Lichtblick am Horizont.
Ich bin sehr gut mit den Valdoxan Tabletten gefahren (gegen Schlafstörung und Depressionen, nehme aber nur abends vorm schlafen gehen), ohne Nebenwirkungen.
Wenn du das Gefühl hast ich könnte dir irgendwie weiterhelfen, dann melde dich.

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