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Heftige Grenzüberschreitungen oder reines Helfen, Treffen oder nicht?

24. Januar 2011 um 11:54

Eine Kollegin und ich rasselten damals oft aneinander. ir verstanden uns sehr gut, sprachen viel und tranken nach der Arbeit mal zusammen was.
Sie hatte den täglichen Drang (und auch scheinbar den Eindruck) mir zu helfen und in mein Leben einzugreifen, ich wiederum konnte damit gar nicht und fühlte mich dadurch bedrängt. Sie erwähnte anfänglich mal: jaja ich denke du bist ein Missbrauchsopfer. Du läufst auch immer so , als würde jemand hinter dir stehn und dir gleich eine auf den Dekcel geben. (ich wurde nie missbraucht, vertraute aber damals in meiner Naivität ihrer Coaching-Wissen ..sie war zu der Zeit selbst in Therapie und schien einiges auf mich zu projizieren). Ich habe sie als meine Helferin und ähnlich Mutter angesehen am Anfang.
Es kam zu Grenzüberschreitungen, in denen sie (nachdem ich ihr vom Beziehungsstress mit meinem Partner berichtete) meinen Partner ohne meines Wissens anrief und ihn frug, ob sie ihm helfen könne. Damals schon war mein Freund sehr empört über diesen Anruf, von dem ich nichts wusste, bis er es mir sagte. Ich ebenso. Sie schaute unschuldig am nächsten Tage und sagte: ich wollte nur etwas helfen, hoffe du bist nicht böse.

Die Kollegin hat sich auch positiv verändert und die Grenzüberschreitungen sind fast weg, manchmal wird sie zu sehr intim und fragt Dinge, die ich am Arbeitsplatz nicht bereden möchte. Sie selbst erzählt genauso auch Dinge von sich (ich rieche an den Slips meiner Kinder, ich habe meine Kinder mal geprügelt und achte daher noch mehr auf mein Enkelkind und seinen Vater und den Umgang usw.) Manchmal frage ich sie privat was, erwarte ein kurze Antwort und es artet manchmal derart aus, dass sie weinend am Platz sitzt und Sachen sagt wie : es ist einfach so ergreifend, die beiden als Eltern wahrzunehmen..
..und ich wollte eigentlich nur wissen, ob es ihrer Tochter gut geht.
Nun möchte unsere Ex-Praktikantin mit ihr und mit mir einen Kaffee trinken gehe, da sie uns beide sehr mag. Privat, zu dritt.
Sie weiß nichts von den Vorwällen vor 2 Jahren. Sie selbst hat auch keine negativen Erfahrungen mit ihr gemacht, bzw. kann damit vielleicht anders händeln)
Soeben lud sie mich nun ein zu diesem Dreiergespann und ich war teilweise von mir selbst irgendwie genötigt, ihr wenigstens ganz kurz einen Vorfall zu erläutern, der mich einfach an einem privaten Treffen mit der Kollegin hindern lässt.
Sie hat es sofort bedingungslos angenommen.
Meine Frage ist nur, ist das meine Schwäche dass ich nicht verzeihen kann, oder ist es hier völlig okay und verständlich dass ich mit der Frau nicht mehr so sehr in die Tiefe möchte, außer im Büro?
Verhalte ich mich falsch? Müsste ich langsam verzeihen und der neuen Person eine Chance geben, oder ist es legitim dass ich weiterhin vorsichtig bleibe?
Auch meine anderen Kollegen halten Distanz, da auch sie geprägt sind von Coachingversuchen und intimes Bohren in Angelegenheiten.

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24. Januar 2011 um 14:54


vielen Dank für diese lieben Worte. Ich wälze mich oft in Schuldgefühlen, wenn ich abgrenzen muss oder nein sage. daher versetzte ich mich oft in die Lage des anderen in solchen Momenten, bevor ich auf mich schaue. Das wiederrum sollte ich aber eher tun, erstmal sehen, wie es mir geht.Danke dir für die Antwort!

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