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Häusliche gewalt...was nun?

23. April 2010 um 17:53 Letzte Antwort: 27. April 2010 um 22:28

hallo,
ich,19, werde seit ich 5 bin,psychisch und früher auch körperlich misshandelt. ich lebe seit ich 5 bin bei meinem vater.mir wird seit ich klein bin eigeredet,dass ich ein schlechter mensch bin,dass ich nix kann,dass ich am besten nie geboren worden wäre ect.
darüberhinaus wurde ich bis zu meinem 14 lebenjahr geschlagen und eingesperrt.
das schlimme war,dass er auch ab und zu plötzlich total nett war und meinte,dass ihm das leid tut,aber dass er es nur gut mir meint.
nie zu wissen,ob er nun agressiv oder lieb ist,immer angst zu haben-auich nachts-dass er mich schlägt,war unerträglich.
meine mutter hat das gleiche durchmachen müssne und ist deshalb alkoholikerin geworden,woran sie letztendlich vor 2 jahren gestorben ist.
außer meiner mutter habe ich niemanden aus der familie der mir nahe steht,sie war die einzige,die ich gemocht habe.

nun habe ich bis vor kurzem noch ziemlich erfolgreich alles verdrängen können.sobald ich das haus verließ,oder mein vater weg war,ging es mir gut und ich hab nicht mehr daran gedacht.
mittlerweile hat sich das ganze auch enorm minimiert,vor allem weil ich die meiste zeit gar nicht zu hause bin.ich bekomme nur noch ab und zu zu hören was ich für ein schrecklicher mensch bin.
dabei habe ich wirklich nie etwas schlimmes getan.ich bin gut in der schule,mache im moment mein abi,bin noch nie irgendwie negativ aufgefallen,habe keine drogenprobleme,nichts..
aber trotzdem hat er mich gequält.manchmal verstehen wir uns auch gut,das macht das ganze irgendwie schlimmer.ich kann nicht einfach hassen,weil er ja ab und zu auch lieb zu mir ist und viel für mich tut.

ich dachte,ich könnte für immer das ganze zeug verdrängen und gut damit leben,aber langsam scheint mich das alles einzuholen.
ich habe undefinierbare ängste,die manchmal in richtige panikattacken ausarten,eine völlige platzangst,zukunftsangst und darüberhinaus überkommen mich ab und zu zwangsgedanken,die kontrolle zu verlieren und jemandem oder mir was anzutuen. diese angst vor kontrollverlust ist am schlimmsten.ich habe angst vor mir selber!

nun würde ich mich gerne therapeutisch behandeln lassen,aber das problem ist,dass ich nicht will,dass mein vater das alles erfährt.ich bin aber über ihn versichert,also ist er rechnungsempfänger.
was soll ich tun??

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23. April 2010 um 18:23

Zusatz
ist es überhaupt möglich,dass sich das so viele jahre nich geäußert hat und dass erst jetzt meine psychischen schäden ausbrechen?ziehe ich vielleicht falsche schlüsse?

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23. April 2010 um 18:59

...
meine mutter kam aus dem ausland und kannte hier niemanden,sie sprach nicht einmal deutsch.als sie dann herausfand,welche möglichkeiten sie hatte,ist sie ja sofort weg.
ich halte mit 19 noch still,weil ich meinen vater nicht hassen kann.
ich weiß,dass er eine schreckliche kindheit hatte und psychisch nicht ganz gesund ist,er tut mir manchmal richtig leid.
außerdem ist ja nicht immer schrecklich.wir haben auch phasen,in denen wir uns verstehen.
oberflächlich gesehen mangelt es mir an nichts.
ich bin noch nicht ausgezogen,wie auch,wovon soll ich leben.
materiell geht es mir zu hause ziemlich gut und da ich die meiste zeit bei meinem freund bin reduziert sich der psychoterror enorm.
ja ich weiß,ich verdränge alles..ich will mich ja auch an jemanden wenden,aber ich will nicht,dass mein vater irgendwie bestraft wird..du magst jetztd enken,dass ich spinne,aber ich kann das nicht erklären,ich will es einfach nicht.
ich mache nach dem abi ein auslandsjahr und danach studiere ich,deshalb ziehe ich dann eh aus.
mir geht es nicht mehr um das aktuelle,sondern nur noch darum,meine vergangenheit aufzuarbeiten.

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24. April 2010 um 13:53

Therapie
als einen Ansatzpunkt hast du ja schon selbst genannt.
Dein Vater braucht keine Zustimmung zu geben.
Warum willst du nicht, dass er es erfährt?
Du schreibst, dass du ab und zu noch "lichte" Momente mit ihm hast, dann kannst du ihm erzählen, dass es dir seelisch nicht gut geht und du dich deswegen behandeln lässt.
Ansonsten warte, bis du ausgezogen bist (auf einen Therapieplatz muss man meistens sowieso ein bißchen warten), dann kannst du seiner Fragerei aus dem Weg gehen.
Es geht im Übrigen in einer Therapie nicht darum, "Schuld" zu verteilen, sondern darum, dass du lernst, mit deinen Gefühlen und Ängsten umzugehen.

LG

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27. April 2010 um 22:09


Du brauchst so eine Situation nicht ertragen.
Mit 19 noch weniger. Du musst irgendeine Jugendberatung in deiner Naehe suchen (zB von der Diakonie oder von Caritas oder was auch immer). Die helfen jungen Erwachsenen aus dem Elternhaus raus, die viel weniger Probleme haben wie du. Mit deiner Geschichte wuerdest du sofort psychologische (und andere) Beratung bekommen. Du bist 19, dein Vater wuerde erst was dann erfahren muessen, wenn du ausziehst.
Egal ob dein Vater 1 oder 4 Mal in der Woche einigermassen Normal bleiben kann, du kannst nicht seinetwegen selber psychisch krank werden.
Mut fassen und dein eigenes Leben anfangen.

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27. April 2010 um 22:28
In Antwort auf

...
meine mutter kam aus dem ausland und kannte hier niemanden,sie sprach nicht einmal deutsch.als sie dann herausfand,welche möglichkeiten sie hatte,ist sie ja sofort weg.
ich halte mit 19 noch still,weil ich meinen vater nicht hassen kann.
ich weiß,dass er eine schreckliche kindheit hatte und psychisch nicht ganz gesund ist,er tut mir manchmal richtig leid.
außerdem ist ja nicht immer schrecklich.wir haben auch phasen,in denen wir uns verstehen.
oberflächlich gesehen mangelt es mir an nichts.
ich bin noch nicht ausgezogen,wie auch,wovon soll ich leben.
materiell geht es mir zu hause ziemlich gut und da ich die meiste zeit bei meinem freund bin reduziert sich der psychoterror enorm.
ja ich weiß,ich verdränge alles..ich will mich ja auch an jemanden wenden,aber ich will nicht,dass mein vater irgendwie bestraft wird..du magst jetztd enken,dass ich spinne,aber ich kann das nicht erklären,ich will es einfach nicht.
ich mache nach dem abi ein auslandsjahr und danach studiere ich,deshalb ziehe ich dann eh aus.
mir geht es nicht mehr um das aktuelle,sondern nur noch darum,meine vergangenheit aufzuarbeiten.

Noch einmal
niemand wird dein Vater bestrafen. Du muss einfach so schnell wie moeglich zu einer Beratungsstelle gehen. Wenn dein Vater Unterhalt zahlen kann, dann wird er das machen muessen, wenn nicht, dann wirst du vom Jugendamt (wenn du noch in der Schule bist) oder vom Arbeitsamt geholfen (auch finanziell).
Egal was fuer eine Kindheit dein Vater hatte, das Leben mit ihm ist fuer dich ungesund. Such dir Hilfe, und bricht den Teufelskreis. Du musst selber gesund werden/bleiben um gesunde Beziehungen zu haben, auch zu deinem Vater.
Wenn du nicht mehr bei ihm wohnst, dann kann vielleicht mit der Zeit sogar eure Beziehung besser werden.

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