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Hat mein Freund Depressionen? Ich bin so hilflos...

18. Mai 2009 um 18:54

Hallo zusammen,

ich habe seit gerade mal 6 Wochen einen neuen Freund. Ich habe ihn wirklich sehr gern und wende mich deshalb an euch.

Schon in der Anfangsphase hatte er Angst eine Beziehung einzugehen und hat mich mehrmals versetzt. Dier Erklärung war, dass er Angst habe weiterhin leiden zu müssen und dass ihn die vorherige Beziehung sehr stark geprägt hat. Dass er einfach wirklich schiss hatte sich auf eine Beziehung einzulassen. Naja nach einiges Gesprächen hatte ich das Gefühl, dass ich ihm wirklich gut tue und ihm seine Angst auch ein bisschen nehmen kann. Irgendwann sind wir also zusammen gekommen und die ersten 3 Wochen war auch alles "normal".

Dann fingen so komische Sachen an, dass er mich wieder angefangen hat mich zu versetzen, wahsinnig viel geschlafen hat und irgendwie sehr traurig wirkte. Er bekommt viele Dinge im Moment einfach nicht geregelt (Autoversicherung nicht bezahlt usw). Ich habe ihn um ein Gespräch gebeten auf was er furchtbar erschreckt reagiert hat und mir bis heute nicht die Gelegenheit gegeben hat wirklich mit ihm zu reden. Er blockt total ab und umgeht jede Möglichkeit in der wir uns mal alleine sehen würden und zum reden kommen. So erfahre ich ja nie was eigentlich in ihm vorgeht. Anfangs habe ich einfach nur an seinen Gefühlen gezweifelt und habe ihm dass auch gesagt. Das war wirklich schlimm für ihn, er brauchte dann erstmal abstand um das zu verdauen. Naja als wir uns dann wieder gesehen haben hat er mir versichert, dass ihm das mit uns Ernst ist und dass er mich wirklich sehr gern hat. Habe ihm das auch geglaubt un mich wirklich besser gefühlt. Gestern haben wir uns zum essen verabredet. Als ich ihn abholen wollte hat er einfach die tür nicht geöffnet, das handy nicht abgenommen und ich habe seither nichts mehr von ihm gehört.

Ich zweifel was mit ihm los ist. Verarscht er mich? Sind das Depressionen? Hat irgendjemand sowas schonmal erlebt oder gehört?

Ich weiss nicht was ich tun soll, schliesslich leide ich auch unter der ganzen Situation.
Im ersten Moment dachte ich, ich muss mich trennen, weil mich das alles auch fertig und traurig macht (und das schon nach so verdammt kurzer Zeit). Vielleicht ist er ja auch wirklich einfach nur drauf aus, mich zu veräppeln. Aber auf der anderen Seite denke ich ich würde ihm gern helfen. Ich mache mir Sorgen, weiss nicht was tun...

Bin um jede Antwort dankbar.

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23. Mai 2009 um 9:12

Das ist eine Aufgabe!
Hallo Du liebe,
ohh je! Du arme, da hast Du Dir eine schwere Aufgabe aufgeladen!
Ich sage das, weil ich auch mit einem Mann zusammen bin, der Depressionen hat und die auch sehr oft auslebt. Von Deiner Beschreibung her deckt sich das Verhalten von Deinem Freund mit dem von meinem. Wenn er seine Tiefphasen bekommt, werden Rechnungen nicht bezahlt und er sitzt fast Regungslos auf der Couch. Auch hat er sich schon Tagelang nicht gemeldet und er hängt oft an Gedanken fest, die ihn unendlich lang beschäftigen und ich sitze daneben und denke, ich löse Deine "Probleme" binnen kürzester Zeit, wo liegt Problem?
Er macht sich das Leben selbst schwer. Mein bzw. unser Glück ist, dass ich ihn vorher schon kannte und ich wusste auf was ich mich einlasse, also hatte ich das Glück Regeln aufstellen zu können bevor wir uns aufeinander eingelassen haben. Somit hatte ich ein "Druckmittel" in der Hand, mit ihm gemeinsam festzustellen, dass er eine Therapie machen muss. Die macht er auch jetzt und daraus ziehe ich meine Kraft, wenn er wieder ein Tief hat, denn jetzt geht er aus diesen Phasen gestärkt hervor.
Aber denke nicht, ich strahle jeden Tag vor Freude, das ist echt hart. Warum er trotzdem der tollste Mann der Welt ist? Nun, ich habe auch ein grosses Problem, ich bin bzw. war nämlich "Beziehungsunfähig" ) d.h. sobald ein Mann zu mir gesagt hat, dass er mich liebt, habe ich die Beine in die Hand genommen und bin davon gelaufen. Also helfen wir uns gegenseitig. Ich weiß nicht ob das wirklich die Lösung ist, das kann nur die Zeit zeigen. Ich habe ein grosses Helfersyndrom und ich glaube das hast Du auch, somit müssen wir beide aufpassen, dass wir nicht auf der Strecke bleiben!!!
Er muss sich Dir anvertrauen und ihr müsst viele Gespräche führen, das ist der richtige Weg und den kannst Du nur so lange gehen, solange es sich für Dich gut anfühlt!
Ich weiß nicht ob ich Dir jetzt eine Hilfe war? Und sorry für den langen Text )
Viel Kraft und Glück wünsche ich Dir.

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5. Juni 2009 um 18:57

Ganz schwierig!!!
Hört sich nicht so gut an. Meine Tochter hat vor 3 Monaten eine Beziehung zu einem jungen Mann (18) begonnen, er ist in ihrer Klasse und daher kennt sie ihn zumindest schon länger. Er war anfangs halt still und oft in sich gekehrt, aber sonst sympatisch. Vor 3 Monaten hatte sie ihn angesprochen und von da an lief die Beziehung gut. Allerdings kriegte er bei der ersten Verabredung "kalte Füße", sprich fast eine Panikattacke. Nachdem sie im Kino sich heiß geküsst und umarmt hatten (ging von ihm aus), wurde er nachher ganz still und meinte, er könne sich eigentlich nur Freundschaft vorstellen und sie sollen bitte bitte Freunde bleiben. Sie rief ihn später abends noch an und er meinte, er liebe sie so, er will doch mit ihr zusammensein.

3-4 Wochen lief die Beziehung sehr gut, er war sehr liebevoll, unternehmungslustig, zärtlich. In der Zeit gab es massive Probleme von Seiten seiner Eltern (er wohnt noch dort), da sie nicht zulassen wollten, dass er bei uns übernachtet. Wir haben ihm beigestanden, er hat die Wochenenden gegen den Willen seiner Eltern bei uns verbracht und wir haben ihn geholt und zurückgebracht. In diesem Zusammenhang erzählte er auch, dass er schon lange unter Depressionen leidet, Tabletten nähme und auch Therapien mache bzw. gemacht habe. Da seine Antidepressiva leider Störungen in seiner Sexualtiät verursachten hat er das Mittel gewechselt, seiner Freundin zuliebe.

Aber auch schon vorher, nach ca. 4 Wochen, gingen seine Stimmungen ständig rauf und runter, von schweigen bis traurig und von unternehmenslustig bis total zurückgezogen. An den Wochenenden hatten meine Tochter und auch wir als "Wahlfamilie" immer versucht, ihn aufzubauen. Das wurde mehr und mehr Schwerstarbeit. Irgendwann sagte er dann zu ihr, er fühle einfach nichts mehr für sie, weder fühlt er sich selbst noch Liebe zu ihr. Dann fing er an zu weinen und meinte, er liebe sie über alles und er braucht sie und ohne sie kann er nicht leben.

Ein gemeinsames verlängertes Wochenende hatten sie noch verbracht als Kurzurlaub, dannn war nur noch Schweigen von ihm. Er fehlte 1 Woche in der Schule, am Telefon war er schweigsam bis agressiv, sah sein Verhalten überhaupt nicht ein. Dann versuchte meine Tochter ein Gespräch mit ihm und sie kamen überein, Freunde zu bleiben. Nur - er tut überhaupt nichts dafür. Sie hat ihn nach 1 Woche nochmal angerufen, gesagt, sie würde gerne den Kontakt zu ihm halten und ab und an ihn mal anrufen. Sein Kommentar: "Wozu?" Ihm ginge es gut, mit seinen Eltern gehe es wieder gut. Punkt. Seitdem geht er ihr in der Schule aus dem Weg, starrt sie in der Klasse allerdings häufig an wenn er denkt, sie sieht das nicht.

Wie traurig ist das? Meine Tochter und ich haben wohl auch ein Helfersyndrom, ich weiß, wenn er anrufen würde wäre ich sofort bereit ihn wieder abzuholen oder ihm anderweitig zu helfen. Andererseits - als es ihm wirklich schlecht ging, Psychoterrror mit seinen Eltern usw., da war er froh, dass wir ihn aufgenommen haben und jetzt bricht er einfach den Kontakt zu meiner Tochter total ab. Vor 2 Wochen hat er ihr noch eine SMS geschickt, er vermisse sie. Dann kommt, er fühle nichts für sie, okay, die Antidepressiva, aber Freunde bleiben, okay, aber jetzt auf Tauchstation.

Ich kenne andere Depressive, wenn sie gut mit AD und Therapie klar kommen sind sie genauso Menschen wie die meisten anderen. Der Junge tut mir leid, aber ich wünsche mir für meine Tochter wirklich einen verlässlichen Freund.

Ich weiß nicht, ob dir das hilft, ich hoffe und wünsche dir aber, du/ihr trefft eine Entscheidung mit der ihr beide leben könnt.

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