Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Hallo erstmal hab mich schon lange nicht mehr gemeldet hoffe trotzdem von euch ein Tip zu bekom :lol

Hallo erstmal hab mich schon lange nicht mehr gemeldet hoffe trotzdem von euch ein Tip zu bekom :lol

27. Februar 2009 um 12:28 Letzte Antwort: 2. März 2009 um 11:14

Hallo

Ich hab mich endlich mal durchgerungen eine Therapie zu machen aber Stationär für 10 Wochen mache da eine Trauma-Therapie.
Hab jetzt schon 3 Wochen hinter mir!
Mein Arzt und mein Therapeut sind super lieb und nett das ist schon mal richtig gut

Aber warum ich eure Hilfe brauche ist:
Ich wurde vor 4 Jahren Vergewaltigt von meim Chef
Und in dieser Trauma-Therapie fängt man so ca 1 Stunde vor der Vergewaltigung an zu erzählen
Was ja nicht einfach ist überhaupt darüber zu Reden
Ich komme immer bis 1 Minute vor der Vergewaltigung dn breche ich zusammen und kann einfach nicht mehr weiter machen aber ich bin doch nicht mal an meim Problem angekommen

WAS IST LOS MIT MIR

Warum kann ich da nicht weiter machen ist die Angst so groß

Könnt ihr mir Helfen
Kennt das jemand auch

Ich will das doch endlich mal verarbeiten und ohne Angst wieder auf die Straße gehen und auch Leuten wieder Vertrauen können!

LG Wildpferd

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2. März 2009 um 11:14

Erzählen ist wichtig
Hallo

zunächst einmal ist es gut zu hören, dass Du in der Therapie wohl fühlst.

Der Umstand, dass man dort euch eine Stunde vorher anfangen lässt zu erzählen, mag vielleicht daran liegen, dass versucht werden soll euch in eine Art "Redefluss" hineinzuführen mit dem Ziel, dass es dann auch leichter ist den Tathergang der Vergewaltigung selbst und deiner Gefühlslage zu erzählen.

In der Tat ist es sehr schwer über die Vergewaltigung zu reden, da es um sehr intime Dinge geht. Durch das Erzählen öffnest Du einem anderen Menschen Dein Innerstes. Ich denke, dass jeder Mensch eine Art Schutzmechanismus hat, der die absolute Intimssphäre schützen soll. Der Schlüssel diesen Mechanismus zu öffnen besteht meiner Ansicht nach darin, dass Du Dich zunächst selbst überzeugen musst, dass es das Beste für Dich ist, wenn Du einem anderen Menschen, der Dir helfen möchte, das alles erzählst. Diese eigene Überzeugung jedoch kannst Du nicht erzwingen, sondern sie muss meiner Ansicht nach behutsam in Dir wachsen. Deine Einstellung, dass Du das Ganze verarbeiten möchtest usw. ist richtig, nur darf diese Einstellung bei Dir keinen inneren Zwang hervorrufen. Du fragst ob die Angst zu gross ist. Wovor hast Du Angst, wenn Du erzählst, was passiert ist? Denke mal für Dich hierüber nach und werde Dir darüber bewußt, dass die Therapeuten Dir helfen möchten.

Wenn Du nicht darüber sprechen kannst, versuche vielleicht als Zwischenschritt folgendes: Schreibe auf, wie es zu der Vergewaltigung gekommen ist und was genau vorgefallen ist. Das ist sicher auch nicht leicht, aber wenn Du das geschafft hast, ist es schon mal aus Deinem Innersten aus Dir herausgekommen. Laß Dir Zeit damit und dränge Dich auch nicht selbst. Wenn Du das geschafft hast, hast Du auch schon viel erreicht. Vielleicht fällt Dir dann auch das Reden darüber leichter, weil es aus deinem Innersten herausgekommen ist. Wenn Du weiter nicht darüber sprechen kannst, dann versuche es doch mal so, dass Du das schriftlich niedergelegte Erlebnis Deinem Therapeuten gibst. Das bedeutet zwar auch Überwindung für Dich, jedoch ist eine Übergabe eines Textes einfacher als das Ganze mündlich zu erzählen. Wenn Dein Therapeut schon einmal genau lesen kann, was passiert ist, kann er versuchen Dich angesichts seines Wissens vielleicht in einer Weise führen, die es Dir dann leichter macht alles mündlich zu erzählen. Wenn Du meinst, dass Dir dieser Weg helfen könnte, besprich es mit den Therapeuten.

Wenn Du mit mir darüber sprechen möchtest, kannst Du Dich gerne auch über pn melden. Wenn ich helfen kann, mache ich das gerne.

Viele GRüsse

Smartie



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