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Habe ich Borderline?

14. September 2016 um 21:44 Letzte Antwort: 18. September 2016 um 9:41

Also ich weiß, dass ich hier wahrscheinlich nicht auf Psychotherapeuten stoßen werde. Dennoch brauche ich einen Rat und ich möchte nicht, dass das was ich schreibe jemand anderen die Laune verdirbt oder ihn selbst depressiv macht.

Hier meine "Symptomatik":

Ich habe seither eine klaffende Leere in mir. Wenn ich versuche zu lächeln, und zwar konzentriert zu lächeln, verschieben sich meine Mundwinkel soweit, dass mein Mund eine gerade Linie bildet. Mehr nicht. Ich denke 24/7 daran, was ich in den letzten Tagen/Wochen/Monaten und sogar Jahren gesagt habe und erlebe mich selbst als große Enttäuschung. Um das zu "verdrängen/vergessen" arbeite ich mehr als ich sollte und muss. Insgesamt 10 Stunden pro Tag, als Azubi der 1 1/2 Monate dabei ist. Ich mag meine Arbeit und ich finde, dass sie mir das Gefühl gibt eine wichtige Rolle zu spielen und von Nutzen zu sein. Sobald ich jedoch das Gebäude verlasse verschwindet dieses Gefühl und ich werde Schritt für Schritt auf dem Heimweg depressiver. Wenn ich zurückblicke sehe ich mich immer in Situationen in denen in gehofft habe zu sterben oder dass mir irgendwo irgendwas passiert was mir dieses quälende Gefühl abnimmt. Als Beispiel: Ich war am Wochenende extrem wütend, die Wut kam einfach so, aber da ich nichts kaputt schlagen wollte hab ich mir meine Sachen gepackt und bin am Abend einfach raus und 6 Kilometer in die nächste Großstadt gewandert. Zurück zu meiner Arbeit wo ich dann auch 3 Stunden saß bis ich von meinem Freund abgeholt wurde. Am Abend habe ich dann geweint weil ich mich selbst bemitleidet habe. Um auf meine Wut zu sprechen zu kommen: Ich habe mich darin geübt mich möglichst nicht sofort auf die Palme bringen zu lassen. Leider klappt das nicht immer und dann ist es so als würde ich mich selbst aus der Distanz beobachten wie ich um mich schlage und andere Personen und Gegenstände kaputt mache, bzw. schlage. Es ist so als würde das eine ganz andere Person sein, ich habe dann keinerlei Kontrolle mehr über meinen Körper und selbst wenn ich versuche mich dagegen zu wehren ich bin machtlos...
Wenn ich daraufhin fliehen will verkrieche ich mich irgendwo und weine, sobald ich fertig bin komme ich wie ein kleines Kind an. Wie das selbe Szenario. Aus einer anderen Perspektive. Mein Inneres sträubt sich dagegen "wieder anzukommen", will es mit aller Macht verhindern aber der Körper tut was er tut. Meistens reite ich mich mit diesem Verhalten noch viel mehr in die Scheiße als zuvor.
Dann beginnen wieder die Selbstmordgedanken,welche ich aber nie umgesetzt habe. Ritzen oder der gleichen tue ich auch nicht, obwohl ich manchmal mit dem Gedanken spiele, aber ich hasse Schmerzen der Art. Die einzigen Schmerzen die ich mir bewusst zufüge sind die, wenn ich meine Wunden oder Entzündungen extra befummel. Das beruhigt mich irgendwie - schlimmeres ist bis jetzt zum "Glück" nicht passiert.
Ein anderer Punkt ist, dass ich nichts mehr essen kann ohne dass mir darauf speiübel wird. Ich habe gestern drei bissen von einem Pfannkuchen genommen und danach über 24 Stunden nichts gegessen weil mir so schlecht war. Ich zwinge mich zwischendurch was zu essen weil ich weiß dass mein Körper Nahrung braucht, aber ich habe kein Verlangen danach und mir wird einfach immer schlecht. Übelkeit bekomme ich auch Nacht wenn meine Muskeln sich auf einmal verkrampfen und ich eine Art Zitteranfall mit Schmerzen im ganzen Körper habe. Neulich war es so schlimm, dass ich Ohnmächtig wurde von jetzt auf gleich - ich konnte nichts hören hatte Druck auf den Ohren und höllische Schmerzen, am nächsten Morgen bin ich aufgewacht.Ich war damit beim Arzt und habe meine Organe checken lassen und ein Blutbild machen lassen- alles ist in Ordnung, demnach kann es nur psychischer Herkunft sein.

In meiner Vergangenheit habe ich viel Gewalt und Missbrauch erlebt. Nicht zuletzt, dass ich zb über Silvester eingesperrt wurde und erst am nächsten Tag mein zimmer verlassen konnte. Alkohol und Kontrollverlust habe ich von meinen Berechtigten mitbekommen und kurzerhand entschieden Ersatzmutter für meinen 5 Jahre jüngeren Bruder zu sein. Ich habe es nie so schlimm empfunden wie es mir immer gesagt wurde aber mittlerweile setzt sich das wohl einfach in der Seele nieder. Mir fehlt der Mumm mich beim Psychologen zu melden. Ich habe Angst dass es mir nichts bringt, die Krankenkasse nicht zahlt oder der Arzt zum Beispiel sagt, dass es im Vergleich zu anderen Patienten nichts wäre und mich mit meinem Seelenleid allein lässt. Aber auch, dass das was ich geschildert habe von meiner Arbeitsstelle nicht toleriert wird und gesagt wird "so jemanden brauchen wir nicht, wir brauchen schon Leute die einen klaren Kopf haben". Es geht alles durcheinander. Ich erkenne mich selbst nicht wieder weiß nicht mehr wer ich bin oder was ich eigentlich kann. Ich hab keine Ahnung wer ich bin.

Wenn mir jemand zu dem Thema Krankenkasse und Zuschlag für eine Therapie genauere Informationen geben könnte wäre ich dieser Person zu tausend Dank verpflichtet.

Danke
Xmecxx

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18. September 2016 um 9:41

Eine therapie machen
Hallo, ich bin zwar keine Psychotherapeutin, aber auf dem weg dort hin. Ich empfehle es dir eine Therapie zu machen. Die Krankenkasse wird auf jedem Fall die Kosten übernehmen. In den gelben Seiten oder im Internet kannst du dir ein, zwei, drei oder mehr Ärzte raus suchen, die du erstmal anrufen kannst. Das Problem wird nur sein, dass du womöglich lange auf einen Termin warten musst. Du fragst nach einem Termin und hörst was sie dir sagen. Vielleicht hast gleich den Therapeuten am Hörer und kannst so prüfen ob die Chemie passt. eure erste Stunde wird das Beschnuppern sein. Erst dann stellt er den Antrag bei der Krankenkasse. Suche dir gleich heute paar Adressen raus. Die du gleich morgen anrufen kannst. Und lass dich nicht entmutigen, falls du 4 Monate Wartezeit hast. Du könntest evtl den Termin fix machen und falls sich bei deinen weiteren anrufen ein früherer Termin ergibt, den ersten auch wieder absagen. Die Therapie wird dir gut tun. grüße Christina

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