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Habe große Schwierigkeiten mit meinem Sohn

24. Januar 2017 um 12:57 Letzte Antwort: 11. Mai 2017 um 14:44

Hallo!

Ich bin hier neu und ich brauche dringend Rat.

Ich habe einen 14jährigen Sohn. Mein jetziger Ex Mann und ich haben ihn damals als Baby adoptiert da ich selbst keine Kinder bekommen kann.

Vor zwei Jahren hat mich mein Mann wegen einer Jüngeren verlassen.

Er ist vor einigen Wochen auf die verrückte Idee gekommen unserem Sohn einfach mal so ein Minischwein zu schenken. Wir wohnen in einer kleinen Wohnung mit noch kleinerem Garten.

Ich habe mich nun vor eingen Tagen entschlossen das Minischwein in gute Hände abzugeben die ihm eine artgerechte Haltung und die Gesellschaft von anderen Schweinen geben können.

Es gibt auch mehrere Interessenten, sogar mit Bauernhof wo das Tier sich wohlfühlen würde.

Mein Problem ist nun das mein Sohn seither völlig ausrastet. Er war immer schon sehr sensibel. Doch diesmal ist es wirklich schlimm.

Seit Tagen isst er wieder nichts mehr. Er weint, dann wird er wieder unglaublich wütend. Ich muss mir anhören wie sehr er  mich hasst. Und auch mit dem ritzen hat er wieder angefangen.

Er weiß selbst das es für sein geliebtes Schwein das Beste ist. Trotzdem bessert das seine Laune nicht.

Er reagiert sehr empfindlich bei allem was mit Tieren zu tun hat.

Mein Ex hält sich bei diesem Problem jetzt natürlich ganz raus. Er meinte das der Junge ihn erst wieder besuchen kann wenn er sich beruhigt hat.

Hat irgendjemand einen Rat für mich wie ich meinem Sohn helfen kann?

Liebe Grüße Marlene

 

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24. Januar 2017 um 13:15

Kinder- und Jugendpsychiatrie, aber ganz schnell!

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24. Januar 2017 um 14:09

also wenn mein Vater mir einen Hund geschenkt hätte und meine Mutter dann "beschlossen" hätte, den nach einer Weile wegzugeben, hätte mich das auch verdammt aus der Bahn geworfen - was hast denn Du gedacht, was passiert?
Dass er weiß, dass es "besser ist" wird nichts daran ändern, dass das ein Stück aus seinem Herzen heraus reißt - und auch nichts daran, dass er damit nicht umgehen kann.

Was Du tun kannst? Ihm das Gefühl geben, dass seine Gefühle, seine Probleme, das, woran sein Herz hängt, auch irgend eine Relevanz für Dich haben, zum Anfang.
Hast Du nichts, was eigentlich nicht wertvoll und nicht wichtig ist, für Dich aber eine große Bedeutung hat? Alte Fotos beispielsweise? Was, wenn Dir einer erklärt, dass man den Platz eigentlich braucht und die Bilder wegtun will, weil es doch so sinnvoll und richtig ist? Egal, machst Du, ohne mit der Wimper zu zucken, bist Du nicht traurig, auch nicht verletzt, tut Dir nicht weh und fällt Dir nicht schwer, weil es ist ja sinnvoll?
Dazu kommt, dass Dein Sohn nach Deiner Beschreibung und soweit ich das als Laie mit ein paar Bruchstücken sagen kann, krank ist.

Du könntest ihn dabei unterstützen, mit seinen Gefühlen fertig zu werden, ohne dass er sich mit Selbstverletzung betäuben muss, statt ihm das "Ritzen" vorzuwerfen - zumindest kommt es hier so rüber, als würdest Du das tun.
Nein, Du bist kein Arzt, Du kannst es nicht lösen und nicht ändern. Das kann nur ein Arzt - und Dein Sohn selbst.

Aber nach dem was ich hier lese, irritiert mich Dein Umgang damit etwas. Klingt irgendwie nach
"Mein Sohn ist Diabetiker und immer wenn er was mit Zucker isst, wird er dann ganz komisch. Jetzt hat er 2 Tage lang Kuchen futtern können und nun trinkt er auf einmal so viel und kippt mir ständig um, was kann ich denn jetzt machen?"

Selbstverletzung ist ein Symptom einer Krankheit. Damit sollte man zum Arzt. Leider ist das nicht so einfach wie bei Diabetis, wenn auch in vielen Punkten vergleichbar. So wie man bei Diabetis seine Ernährung umstellen und wahrscheinlich zusätzlich Medikamente nehmen muss, muss man bei psych. Krankheiten sein Leben so umstellen, dass man mit dem, was die Psyche verletzt, besser klar kommen kann - oder mit Glück auch geheilt wird.

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24. Januar 2017 um 18:02

Danke für eure Antworten.

Ich habe vergessen zu erwähnen das uns seine Krankheit durchaus bewusst ist.

Er befindet sich seit knapp vier Jahren in Therapie die aber in letzter Zeit immer wieder unterbrochen werden muss weil er sich weigert seine Medikamente zu nehmen oder mit seiner Psychologin zu reden.

Wenn er sich wieder mal geritzt hat mache ich ihm keine Vorwürfe. Trotzdem tut es mir weh ihn so zu sehen.

Er weiß seit drei Jahren das er adoptiert wurde. Er hat uns eines Tages gefragt warum er uns nicht ähnlich sieht und wir haben es ihm erzählt.

Zum Glück hat er damit überhaupt kein Problem. Das er mich haßt höre ich des öfteren. Immer dann wenn ihm etwas nicht passt.

Mit seinem geliebten Schweinchen konnte es wir jetzt so regeln das es auf einen Bauernhof zu anderen Minischweinen kommt. Der Besitzer hat mir auch versprochen das mein Sohn sein Schwein besuchen kann sooft er will. Ich hoffe das wird ihm helfen.

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11. Mai 2017 um 10:36

oj je, das was du gemacht hast, hat meine Mutter mit meiner Katze als ich Kind war, gemacht. Als ich aus der Schule kam, war sie weg....meine Mutter mochte eigentlich keine Haustiere und meinte, dass sie dort im Tierheim besser aufgehoben war. Was denkst du wie ich geheult habe?  drei Tage und Nächte ununterbrochen... und eine Stinkwut,  auf meine Mutter im Leib, jetzt bin ich 74 Jahre alt. D a s konnte ich nicht vergessen . Obwohlich ich immer trotz allem, mit meiner Mutter Kontakt hatte, ich glaube, viele hätten es in der heutigen Zeit anders gemacht. So etwas,hätte ich meinen Kindern niemals angetan.

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11. Mai 2017 um 14:44

Hallo!
Zuerst einmal verstehe ich dich vollkommen! 
Ich denke mal, dein Ex hat das Schweinchen ohne Absprache mit dir gekauft oder? Das geht schon mal absolut nicht!! Er wohnt schließlich nicht mehr bei euch! 
Zum zweiten hast du vollkommen recht, dass das keine artgerechte Haltung in der Wohnung ist! Schweine gehören in den Stall mit Freilauf, ganz klar!! Dass dein Sohn deswegen sauer ist kann ich natürlich auch vollkommen verstehen, ein Tier ist schließlich wie ein Kind. Trotzdem kannst du am aller wenigsten etwas dafür! Du hast richtig gehandelt! Dein Sohn versteht auch Gott sei Dank warum du so handeln musstest. Dass er das Schweinchen jederzeit besuchen kann finde ich auch super toll! Vllt hilft ihm das, wenn er sieht wie wohl sich das Schweinchen fühlt inmitten von anderen Schweinchen und mit Freilauf! Er wird mit Sicherheit noch einige Tage sauer sein aber sobald er das Schweinchen besucht hat legt sich das mit Sicherheit. Kopf hoch! 
Deinen Ex würde ich mir übrigens mal richtig zur Brust nehmen! 
Ich wünsche dir alles Gute! 
LG, marm 

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