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Gibt es diese art von trauer?

26. Oktober 2007 um 13:19

hallo zusammmmen.
ich habe eine frage an euch. vor ein paar monaten ist nach langer schwerer krankheit der vater eines sehr guten freundes gestorben. einige wochen später fing ich an nicht mehr mit ihm klar zu kommen. er war immer und sofort ständig wütend. natürlich konnte ich das verstehen, er stand seinem vater sehr nahe. leider wurde es aus meiner sicht irgendwann zu extrem. wir konnten kein wort mehr wechseln ohne böse aufeinander zu sein. ich suchte zwar vernünftige gespräche aber es war leider unmöglich, durch meine hilfesversuche fühlte er sich nur bedrängt. also beschloss ich, dass es wohl das beste für beide ist mich von ihm zu lösen.seit ungefähr drei monaten haben wir also nur noch sehr oberflächlichen kontakt. seit sein vater gestorben ist hatte er (das ist nur die zahl die ich persönlich weiß, könnten noch mehr sein) 11 verschiedene frauen, darunter affären, one night stands und "beziehungen". und das alles ist erst ein halbes jahr her. ist das normal? hatte jemand sowas schonmal erlebt? ist das vielleicht eine art seine trauer zu bewältigen? ich mache mir sorgen um ihn, komme aber kein bissschen mehr an ihn ran.
freue mich auf antworten.
vielleicht sollte ich erwähnen, dass wir vor knapp 1,5 jahren mal ein paar waren. manchmal macht er wieder ein paar schritte auf mich zu und kurz darauf wieder doppelt so viele zurück...

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27. Oktober 2007 um 12:16

Hallo Esperanza
das ist wirklich eine schwierige Situation. Ich kann mir schon vorstellen, das er einfach so reagiert in seiner Trauer. Manchmal denke ich, das Männer eh anders damit umgehen. Männer weinen ja nicht- das ist ja allgemein bekannt obwohl wir es besser wissen...

Als mein Vater gestorben ist, hab ich geheult bis ich keine Tränen mehr hatte. Dann war ich irgendwie apathisch, bin 1 Woche zu meinem Freund gezogen (hab damals noch zu Hause gewohnt). Ich konnte aber nicht bei meiner Mutter bleiben (die waren schon ewig getrennt) weil sie selbst seit Jahren eine Krebserkrankung hatte. Ich wollte sie damit nicht belasten. Sie hat dann wiederum um mich getrauert, weil sie es so schlimm für mich fand. Später hab ich dann doch mit ihr reden können.

Als meine Mutter dann gestorben ist (4Jahre später) war es wieder das gleiche, außer das ich nun mit meinem Freund zusammenwohnte. Ich würde auch wahnsinnig gerne viel mehr über meine Eltern reden, aber ich muß jedes Mal wieder anfangen zu weinen. Einerseits weiß ich ja auch, das es ok ist, aber ich denke immer, ich falle den Leuten zur Last. Und da es nun 7, bzw. 3 Jahre her ist könnte der ein oder andere vielleicht komisch reagieren. Ich habe den Tod meiner Eltern noch lange nicht überwunden. Und ich glaube so richtig geht das nie weg.

Was Deinen Freund angeht: er wird so versuchen über den Tod seines Vaters hinwegzukommen. Es ist eine merkwürdige Art, da stimme ich Dir zu- und wahrscheinlich wird er irgendwann merken das das nicht der richtige Weg ist... aber gib ihm Zeit. Es ist erst "Monate" her. Und das er sofort wütend wird bei jeder Kleinigkeit- das hat nichts mit Dir zu tun. Die Welt ist einfach ungerecht! Das denkt er sich so, wie ich es mir auch dachte und so ist es nun mal. Man sieht Belanglosigkeiten anders. Man ärgert sich über Dinge nicht mehr so schnell, die andere in die Luft gehen lassen. Und das kann einen wütend machen. Was ist z.B. ein umgekippter Mülleimer gegen den Tod eines geliebten Menschen (ok- unglückliches Beispiel). Es ist schwer zu begreifen- aber wende Dich nicht von ihm ab. Das ist das Schlimmste was ihm jetzt noch passieren kann. Wenn ihr vorher so gut befreundet wart, dann erhalten ihm (und Dir) die Freundschaft. Geh auf ihn zu und nimm ihn in den Arm. Du brauchst gar nichts sagen. Das Du da bist, zählt. Und wenn er drüber reden will, dann wird er es tun.

Ich kann mir vorstellen, das Du Dich ohnmächtig fühlst und vielleicht wird er Dich auch anschnauzen oder Dir gegenüber frech werden. Ich kann mir aber auch vorstellen, das das seine Schutzfunktion ist!
Lange Rede- kurzer Sinn: wende Dich nicht ab, sei ein Freund! Ich wünsche Dir viel Erfolg und das ihr gemeinsam die Trauer in den Griff bekommt!
LG, Melli

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28. Oktober 2007 um 16:01
In Antwort auf flup79

Hallo Esperanza
das ist wirklich eine schwierige Situation. Ich kann mir schon vorstellen, das er einfach so reagiert in seiner Trauer. Manchmal denke ich, das Männer eh anders damit umgehen. Männer weinen ja nicht- das ist ja allgemein bekannt obwohl wir es besser wissen...

Als mein Vater gestorben ist, hab ich geheult bis ich keine Tränen mehr hatte. Dann war ich irgendwie apathisch, bin 1 Woche zu meinem Freund gezogen (hab damals noch zu Hause gewohnt). Ich konnte aber nicht bei meiner Mutter bleiben (die waren schon ewig getrennt) weil sie selbst seit Jahren eine Krebserkrankung hatte. Ich wollte sie damit nicht belasten. Sie hat dann wiederum um mich getrauert, weil sie es so schlimm für mich fand. Später hab ich dann doch mit ihr reden können.

Als meine Mutter dann gestorben ist (4Jahre später) war es wieder das gleiche, außer das ich nun mit meinem Freund zusammenwohnte. Ich würde auch wahnsinnig gerne viel mehr über meine Eltern reden, aber ich muß jedes Mal wieder anfangen zu weinen. Einerseits weiß ich ja auch, das es ok ist, aber ich denke immer, ich falle den Leuten zur Last. Und da es nun 7, bzw. 3 Jahre her ist könnte der ein oder andere vielleicht komisch reagieren. Ich habe den Tod meiner Eltern noch lange nicht überwunden. Und ich glaube so richtig geht das nie weg.

Was Deinen Freund angeht: er wird so versuchen über den Tod seines Vaters hinwegzukommen. Es ist eine merkwürdige Art, da stimme ich Dir zu- und wahrscheinlich wird er irgendwann merken das das nicht der richtige Weg ist... aber gib ihm Zeit. Es ist erst "Monate" her. Und das er sofort wütend wird bei jeder Kleinigkeit- das hat nichts mit Dir zu tun. Die Welt ist einfach ungerecht! Das denkt er sich so, wie ich es mir auch dachte und so ist es nun mal. Man sieht Belanglosigkeiten anders. Man ärgert sich über Dinge nicht mehr so schnell, die andere in die Luft gehen lassen. Und das kann einen wütend machen. Was ist z.B. ein umgekippter Mülleimer gegen den Tod eines geliebten Menschen (ok- unglückliches Beispiel). Es ist schwer zu begreifen- aber wende Dich nicht von ihm ab. Das ist das Schlimmste was ihm jetzt noch passieren kann. Wenn ihr vorher so gut befreundet wart, dann erhalten ihm (und Dir) die Freundschaft. Geh auf ihn zu und nimm ihn in den Arm. Du brauchst gar nichts sagen. Das Du da bist, zählt. Und wenn er drüber reden will, dann wird er es tun.

Ich kann mir vorstellen, das Du Dich ohnmächtig fühlst und vielleicht wird er Dich auch anschnauzen oder Dir gegenüber frech werden. Ich kann mir aber auch vorstellen, das das seine Schutzfunktion ist!
Lange Rede- kurzer Sinn: wende Dich nicht ab, sei ein Freund! Ich wünsche Dir viel Erfolg und das ihr gemeinsam die Trauer in den Griff bekommt!
LG, Melli

Hallo melli...
erstmal vielen dank für deine antwort. das mit deinen eltern tut mir sehr leid... ich hoffe, dass dich dein freund immer unterstützt hat in den schlimmsten momenten

ich habe mich auch nicht von ihm abgewedet.. bis es einfach nicht mehr ging
die sache ist, wie oben schon erwähnt wir beide waren (bevor er frauenäßig so austickte) mal ein paar. und seit er so durchdreht hat er mir immer sachen an den kopf gehauen aus der vergangenheit.. usw... er hat so sehr meine gefühle verletzt. das komische ist.. er ist (so wie es mir zumindest vorkomm) überwiegend zu mir so... zu fremden ist er immer total freundlich und super nett und mich hat er nur noch fertig gemacht... ich konnte einfach nicht mehr! und seit ich mich (leider) etwas von im abgewendet bzw abstand genommen habe geht es aber wieder ein ewig besser. wir können zumindest wieder normal reden. das mit ihm ging einfach nicht mehr.. so schade es auch war.... es kam mir vor er hat alle wut an mir rausgelassen.. (aber warum??) manchmal dachte ich sogar er hat noch gefühle für mich.. aber die ganzan affären sprachen dann doch eher dagegen

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28. Oktober 2007 um 21:16
In Antwort auf esperanza466

Hallo melli...
erstmal vielen dank für deine antwort. das mit deinen eltern tut mir sehr leid... ich hoffe, dass dich dein freund immer unterstützt hat in den schlimmsten momenten

ich habe mich auch nicht von ihm abgewedet.. bis es einfach nicht mehr ging
die sache ist, wie oben schon erwähnt wir beide waren (bevor er frauenäßig so austickte) mal ein paar. und seit er so durchdreht hat er mir immer sachen an den kopf gehauen aus der vergangenheit.. usw... er hat so sehr meine gefühle verletzt. das komische ist.. er ist (so wie es mir zumindest vorkomm) überwiegend zu mir so... zu fremden ist er immer total freundlich und super nett und mich hat er nur noch fertig gemacht... ich konnte einfach nicht mehr! und seit ich mich (leider) etwas von im abgewendet bzw abstand genommen habe geht es aber wieder ein ewig besser. wir können zumindest wieder normal reden. das mit ihm ging einfach nicht mehr.. so schade es auch war.... es kam mir vor er hat alle wut an mir rausgelassen.. (aber warum??) manchmal dachte ich sogar er hat noch gefühle für mich.. aber die ganzan affären sprachen dann doch eher dagegen

HI!
Danke für Dein Mitgefühl. Mein Freund war mir in der Tat eine große Stütze. Er war zwar auch zeitweise ziemlich hilflos, wenn ich so zurückdenke, aber er war da... Aber ich habe auch SEHR gute Freunde als Rückhalt gehabt.

Ich würde sagen, das die ganze Affären eher dafür sprachen, das er noch Gefühle für Dich hat/hatte. Ich glaube, Männer ticken da anders. Nicht das ich mich da besonders auskenne, ich hab "erst" meinen 2. Freund, aber das seit fast 9 Jahren (so soll es auch bleiben bitte! ), aber es könnte sich schon danach anhören. Ich weiß ja nicht wer die Beziehung bei euch beendet hat. Er wollte vielleicht auch Dir gegenüber einfach seine Gefühle nicht mehr preisgeben.
Ich weiß leider auch keinen weiteren Rat, aber wenn ihr euch jetzt einigermaßen unterhalten könnt, ist es vielleicht ein Anfang. Ich finde es sowieso ein Phänomen, das Mann u Frau nach einer Beziehung noch befreundet sein können. Man sagt ja immer, das ginge niemals gut. Ich bin da ja auch anderer Meinung, hab aber keinen Kontakt zu meinem Ex und auch kein Bedürfnis. Meine Freundin ist auch mit ihren Ex-Freunden immer befreundet geblieben. Ich find das toll, aber ich glaube, ich käme mir irgendwie beengt vor. Weiß auch nicht.
Na- ich wünsche Dir weiter alles Gute und das sich alles so entwickelt wie Du es Dir wünscht! Du wirst schon das Richtige tun!
LG, Melli

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29. Oktober 2007 um 7:38
In Antwort auf flup79

HI!
Danke für Dein Mitgefühl. Mein Freund war mir in der Tat eine große Stütze. Er war zwar auch zeitweise ziemlich hilflos, wenn ich so zurückdenke, aber er war da... Aber ich habe auch SEHR gute Freunde als Rückhalt gehabt.

Ich würde sagen, das die ganze Affären eher dafür sprachen, das er noch Gefühle für Dich hat/hatte. Ich glaube, Männer ticken da anders. Nicht das ich mich da besonders auskenne, ich hab "erst" meinen 2. Freund, aber das seit fast 9 Jahren (so soll es auch bleiben bitte! ), aber es könnte sich schon danach anhören. Ich weiß ja nicht wer die Beziehung bei euch beendet hat. Er wollte vielleicht auch Dir gegenüber einfach seine Gefühle nicht mehr preisgeben.
Ich weiß leider auch keinen weiteren Rat, aber wenn ihr euch jetzt einigermaßen unterhalten könnt, ist es vielleicht ein Anfang. Ich finde es sowieso ein Phänomen, das Mann u Frau nach einer Beziehung noch befreundet sein können. Man sagt ja immer, das ginge niemals gut. Ich bin da ja auch anderer Meinung, hab aber keinen Kontakt zu meinem Ex und auch kein Bedürfnis. Meine Freundin ist auch mit ihren Ex-Freunden immer befreundet geblieben. Ich find das toll, aber ich glaube, ich käme mir irgendwie beengt vor. Weiß auch nicht.
Na- ich wünsche Dir weiter alles Gute und das sich alles so entwickelt wie Du es Dir wünscht! Du wirst schon das Richtige tun!
LG, Melli

Hiii
nochmal danke

wünsche dir auch alles gute!!

ja in der tat ist da eine freundschaft sehr schwierig... aber er bedeutet mir einfach zu viel, als das er mir egal sein kann.
ich bin ja immer der meinung es kommt alles so wie es kommen soll. von daher durchhalten und stark sein

habe ihn gestern abend mal angerufen und es schien so als hätte er sich wirklich gefreut

danke nochmal für deine antworten und noch viel viel glück + liebe für deine beziehung.

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