Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Gewissenskonflikt-er wollte sich umbringen

Gewissenskonflikt-er wollte sich umbringen

11. Juni 2013 um 10:06

Hallo. Ich bin absolut verzweifelt. Und zwar hatte ein Freund von mir vor ein paar Wochen einen "Unfall". Er fiel/sprang von einer Brücke auf die Autobahn. Er überlebte und behauptete danach, dass er sich an nichts mehr erinnern könne und es ein Unfall mit Alkoholeinfluss war. Aber dann kam der Schock, gestern gestand er mir, dass er absichtlich gesprungen war, weil es ihm zu diesem Zeitpunkt sinnlos vorkam weiter zu leben. Er will aber auf keinen Fall, dass sonst noch jemand davon erfährt. Was soll ich denn jetzt tun?! ich bin in einem totalen Gewissenskonflikt. Muss ich jetzt jeden Abend Angst haben, dass er es wiederholt? Können die Probleme einfach so von selber verschwunden sein? Er behauptet, dass er es nie wieder tun wird! Kann man so etwas jemanden wirklich glauben?

Mehr lesen

11. Juni 2013 um 12:53

Es ist hart
Wenn du auf die Straße gehst kann dir ein Blumentopf auf den
Kopf fallen ,du bist tot.

Der versuch kann ein Hilferuf sein ,jedoch ist scheinbar die Meinung in der Psychartry,das dieser falsche hilferuf nicht mit
Aufmerksamkeit ,Hilfe belohnt werd darf.

Sonst macht er alle paar Wochen einen Versuch.

Ich weiß wovon ich spreche bin 3mal auf der Intensivstation aufgewacht,bei mir war es halt nur so ,das mann mir einfach als Kind hätte sagen sollen (du bist ein Asperger,hilfe wäre auch toll gewesen)aber erst mit 48 hat mann es mir gesagt
aber nur weil ich es ihnen auf 7 Seiten geschrieben hab ,was ich habe und was nicht.

Deshalb ist der obige Tip kritisch zu sehen ,eine Mutter ist eine Mutter und solte sich wie eine Mutter verhalten ,und nicht
wie ein Hilfspsychologe .

Ein Freund solte sich wie ein Freund verhalten ,und zu seinem
Freund stehen.

Aber beachte das Oberste Gesetz der Pflege ,

Nur wenn es dir gut geht ,kannst du jemanden helfen,
es macht keinen Sinn ,wenn ihr in einem Jahr gemeinsam
auf einer Brücke steht.

Um dich zu schützen ,must du unter umständen ,dich distanzieren.

Alles Gute

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

11. Juni 2013 um 13:15

Das kann so keiner sagen...
... weil wir anhand Deiner Beschreibung die Situation nicht einschätzen können und ausserdem eh alle keine Fachleute sind.

Da gibt es zu viele Unbekannte in der Gleichung:

1) seine Person: es gibt Menschen, die teilen es anderen mit, wenn sie wirklich in eine Phase mit Todessehnsucht kommen, andere nicht -> kann man nie allgemein sagen.
Umgekehrt sagen es manche, obwohl sie es nicht vorhätten (also in dem Falle, wenn es wirklich ein Alkoholunfall gewesen wäre) um gefühlt Hilfe, aber vor allem auch Aufmerksamkeit zu erreichen - auch das kann man nie pauschal sagen.
Bei manchen tritt es wirklich nur einmal auf, bei anderen (wie bei mir) wird es immer wieder kommen, egal wie die Zukunft auch aussieht.

2) Euer Verhältnis zueinander (aus seiner Sicht natürlich) spielt eine Rolle - auch das ist eine Unbekannte.

3) seine Situation - Todessehnsucht ist etwas, was manchmal tatsächlich nur recht kurz auftritt - aber eben auch nur manchmal. Also ich hatte Phasen von wenigen Stunden, bis es nicht mehr übermächtig war - aber auch schon über 2 Monate.
Ausserdem spielt eine Rolle, wie gut er selbst mit so etwas umgehen kann, wie realistisch er es einschätzen kann, welches Wissen, wie viel Erfahrung er hat.

Also: ich kann Dir wirklich nicht sagen, was zu befürchten ist - und was nicht.

Ich würde Dir raten, Dir selbst Hilfe zu suchen. (Telefonseelsorge, Beratungsstellen oder Ärzte)
Aus mehreren Gründen:
Erstens: die können sehr viel besser und im Dialog mit Dir einschätzen, wie die Situation ist - sie haben die Ausbildung dafür und bessere Möglichkeiten, als es über ein Forum geben kann.

Zweitens: das was Du einem Suizidgefährdeten tatsächlich helfen kannst, ist nicht sonderlich viel.
Aber es ist ein Tanz auf Messers Schneide. Kompliziert zu erklären und da ich kein Fachmann bin, will ich mich auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber selbst wenn es bei ihm nicht zum Aufmerksamkeit fischen war, dass er es angesprochen hat, kann es sein, dass er mit falscher "Hilfe" dahin kommt, dass er das Szenario wiederholt, um dieses Gefühl, Hilfe zu erhalten, wieder zu bekommen. Das wäre für Euch beide gefährlich - und würde Euch beiden schaden auf Dauer.

Drittens: Du leidest selbst darunter.

Sollte es je wieder so weit sein, wäre das sinnvollste, mit ihm zusammen in das nächste Krankenhaus zu fahren (direkt in die Notaufnahme der psych. Klinik, das ist das gleiche wie jeder andere Fall von Lebensgefahr auch) bzw, den Notarzt anzurufen. Ich habe hier schon einige Male gelesen, das empfohlen wird, im Zweifelsfalle Polizei / Notarzt auch gegen den Willen des Betroffenen hinzuschicken - das kann ihn retten, aber es kann auch sein, dass er Dir das nie verzeihen wird.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

11. Juni 2013 um 17:34

...
Unser Verhältnis lässt sich nur schwer beschreiben. Ich würde sagen es ist eine Anziehung da, wenn wir mit einander sprechen. Ein paar Stunden bevor er gesprungen ist, haben wir ein intensives Gespräch geführt, über alles mögliche, aber sehr tiefgründig. Sonst ist er eher ein in sich gekehrter Mensch, der meistens eher still ist. Seine Eltern hatten immer schon Probleme mit ihm, als er noch kleiner war. Er kam oft nicht nach Hause in der Nacht, fuhr besoffen Moped und lies sich nicht viel sagen. Seine ältere Schwester war immer die Brave, gut in der Schule und die Eltern sind stolz auf sie. Vll ist das auch ein Mitgrund, vll fühlt er sich vernachlässigt. Aber nachdem der schreckliche "Unfall" passiert ist, hat sich seine Mutter total ins Zeug gelegt und wollte herausfinden WARUM. aber er behauptet in jeglicher Gegenwart, dass er sich an absolut nichts mehr erinnern kann. Außer mir hat er niemanden die Wahrheit erzählt. Vll hat er es mir erzählt, weil ich noch ein anderes Geheimnis mit ihm teile (was ich nicht preisgeben kann). Und er weiß dass es bei mir sicher ist. Er behauptet,dass er nie wieder so etwas machen wird... Aber kann ich mir da sicher sein? Wenn er trinkt? Ich glaube ich kann mir nie sicher sein. Meine Angst ist dass falls er es noch mal macht, es nicht mehr so gut ausgeht und mein Leben zusammenbricht, weil ich es niemanden erzählt habe. Ich habe ihm auch nach dem genauen Grund gefragt, aber den konnte oder wollte er mir nicht nennen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

11. Juni 2013 um 17:55

Wenn du willst schreibetwas über ihn nennen wir ihn Tom
Wenn jemand eine Droge ,benützt ,hat das in der Regel einen
Grund.
Du möchtest Hilfe .aber nichts schreiben ,leider kann ich das nicht leisten ,vieleicht andere.

Beruf ,hobbys ,Familiengeschichten ,auffälligkeiten,usw.
soviel wie möglich.
Dann kann mann sich eine kleine vorstellung machen.

Aber das beste wäre du bendest den kontakt.

Weil er müste selber nach profesioneller Hilfe suchen,auch wenn er das nicht kann ,weil er nicht versteht ob ,und was
für ein Problem er hat ,die Psychartrie läßt ihn gegen die
Wandlaufen ,wenn er ganz am boden ist dann hilft sie.

wenn mann etwas über Tom weiß ,dann könnte mann sagen ,versuch es mal bei der Selbsthilfegruppe,dort findest du eventuell jemanden ,der sagt ,könnte passen ,oder ,nicht.

Und eventuell können die dir sagen ,wie mann ihn ansprechen
sollte(wird schlecht funktionieren)

Am meisten würdest du profitieren du wärst nicht alleine mit deinem Problem ,und würdest auch evtl stüzung finden.
Diese Gruppen sind wie rollett ,mann geht hin und es passt,oder nach dem 3ten mal ,oder nie.

Wie es halt so im Leben ist.

MFG Michael

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

11. Juni 2013 um 18:40
In Antwort auf nannibon

...
Unser Verhältnis lässt sich nur schwer beschreiben. Ich würde sagen es ist eine Anziehung da, wenn wir mit einander sprechen. Ein paar Stunden bevor er gesprungen ist, haben wir ein intensives Gespräch geführt, über alles mögliche, aber sehr tiefgründig. Sonst ist er eher ein in sich gekehrter Mensch, der meistens eher still ist. Seine Eltern hatten immer schon Probleme mit ihm, als er noch kleiner war. Er kam oft nicht nach Hause in der Nacht, fuhr besoffen Moped und lies sich nicht viel sagen. Seine ältere Schwester war immer die Brave, gut in der Schule und die Eltern sind stolz auf sie. Vll ist das auch ein Mitgrund, vll fühlt er sich vernachlässigt. Aber nachdem der schreckliche "Unfall" passiert ist, hat sich seine Mutter total ins Zeug gelegt und wollte herausfinden WARUM. aber er behauptet in jeglicher Gegenwart, dass er sich an absolut nichts mehr erinnern kann. Außer mir hat er niemanden die Wahrheit erzählt. Vll hat er es mir erzählt, weil ich noch ein anderes Geheimnis mit ihm teile (was ich nicht preisgeben kann). Und er weiß dass es bei mir sicher ist. Er behauptet,dass er nie wieder so etwas machen wird... Aber kann ich mir da sicher sein? Wenn er trinkt? Ich glaube ich kann mir nie sicher sein. Meine Angst ist dass falls er es noch mal macht, es nicht mehr so gut ausgeht und mein Leben zusammenbricht, weil ich es niemanden erzählt habe. Ich habe ihm auch nach dem genauen Grund gefragt, aber den konnte oder wollte er mir nicht nennen.

Ja, ...
... das alles könnte auch jemand über mich sagen - mit ein paar kleinen Änderungen im Detail. Aber das würde selbst einem ausgebildeten Psychiater nicht genügen, um auch nur einschätzen zu können, ob die psychischen Probleme vorübergehend sind / waren, oder ob es da etwas dauerhafteres gibt - auch nicht für eine aktuelle Einstufung. Und wir sind alle keine ausgebildeten Psychiater, die dürften sich über ein Forum dazu nämlich gar nicht äussern

Wie auch immer: "er kann ihn mir nicht nennen" und "er will ihn mir nicht nennen" kann in der Situation fast das gleiche sein, unterschätze das bitte nicht. Es ist tatsächlich so, dass wir Menschen über einiges nicht sprechen *konnen* (ohne uns massiv zu gefährden).
(Wir meint jetzt psychisch kank, sei es vorübergehend oder dauerhaft - bei Depressionen beispielsweise gibt es beides.)
Wie ich schon sagte - Hilfe ist da ein Drahtseilakt, suche Dir jemanden, der Dich unterstützen kann.

Ich habe vieles davon und mehr selbst erlebt, ich habe es gut genug verstanden, um damit klar zu kommen - und auch aus solchen Situationen wieder heraus, aber was könnte ich Dir da helfen...
Schau: wenn wir Dir jetzt sagen würden "dem kannst Du glauben" - würdest Du nicht aufhören zu fürchten, wenn wir Dir sagen würden "dem kannst Du nicht glauben" - würde sich auch nichts ändern, weil Du es eh nicht glaubst. Und wie gesagt: wir können es nicht wissen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Noch mehr Inspiration?
pinterest

Das könnte dir auch gefallen