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Genderplay/ crossplay

29. März 2015 um 5:15 Letzte Antwort: 31. Dezember 2015 um 1:37

All zu oft sind in der heutigen Gesellschaft die Geschlechterrollen klar festgelegt. Hat man sich in Bezug auf den Alltag oder auch Cosplay dran gewöhnt das Frauen auch mal Hosen tragen und männliche Personen cosplayn, so wird doch jedes Verhalten eines Mannes das auch nur ansatzweise als weiblich durchgehen kann gleich als homosexuell und dergleichen abgestempelt. so kommt es das es auf cons und dergleichen überwiegend weibliche crossplayer gibt aber extrem selten männliche. Die meisten denken da wohl an irgendwie etwas wie ne pummelige Sailer Moon mit vollbart. Aber was denkt ihr da dazu? was ist da so eure Meinung? eventuell sogar schon gemachte Erfahrungen... Ich bin wirklich gespannt

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31. März 2015 um 23:30

Hmmm
ich find frauen in Männerartiger kleidung nicht sexy - enge Hosen zähle ivh da definitiv nicht zu Männer in frauenklamotten wenn du das meinst - gaaaaanz verrückt. keine ahjung warum mann sowas tun sollte. hab keine titten etc. meine Meinung...

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31. Dezember 2015 um 1:37

C(r)0ssplayer - was meinst Du denn damit genau?
Hallo,

ich glaubich habe nicht ganz verstanden was Du meinst... wenn es sich auch interessant anhört was Du schreibst.

Der Begriff vom "Crossplayer" ist mir eigentlich nie untergekommen, ich verstehe auch nicht, warum eine Frau die eine Hose ( z.B. eine Jeans ) trägt als "crossplayer" von Dir bezeichnet wird...
Ich trage selber gerne Jeans und kurze Jeansjacken und fühle mich gut damit aber nicht als Frau die "männliche Verhaltensmuster" nachmacht...wenn Du das mit "Crossplayer" ( teilweiser Wechsel von Geschlechterrollen und deren Verhaltensmustern ) meinst. (?)

Mal vorausgesetzt, dass Du dies mit dem Begriff "Crossplayer" meinst, dann stimme ich Dir einmal darin zu, dass Männer sich selten durch weibliche Verhaltensmuster ausdrücken.
Andererseits werden solche Verhaltensmuster oft - wie Du ja schreibst - mißverstanden und fälschlich als Homosexualität eigeordnet, aber das passiert doch auch auf beiden Seiten, oder?
Auffällig ist aber tatsächlich, das z.B. die sog. Meterosexualität bis vor wenigen Jahren völlig unbeachtet war und bei Männern als Homosexualität fehlgedeutet wurde und anscheinend immer noch wird... der Begriff war z.B. bis vor wenigen Jahren nicht mal bei Wikipedia definiert.

Über Gründe warum das so ist kann ich erstmal wie Du nur rätseln.

Mir kommt das immer so vor, dass sich typisch männliche Verhaltensmuster
( sofern Man(n)/Frau anerkennt dass es Gendertypische Verhaltensmuster gibt, ich meine ja es gibt sie, denn Frauen und Männer sind sowohl kulturell als auch natürlich grundsätzlich einmal verschieden )
sich mehr auf die Wirkung in der Umwelt beziehen und als solche die Aufmerklsamkeit auf sich ziehen, was in der ( nicht nur kulturellen ) Rolle der Männer begründet liegt.

Und die Aufmerksamkeit auf unsere Person (!) zu ziehen, liegt halt uns Frauen mehr. Dazu können wir beobachtete Verhaltensweisen der Männer - die wir ja damit ansprechen wollen - wie mit einer zu erlernenden Sprache bedienen... ihre Sprache sprechen und in der Sprache der Männer mitteilen, was in unserer (von außen unsichtbaren) Innenwelt vorgeht, die ist uns ( in der natürlichen und auch in der kulturelle Rolle ) nämlich sehr wichtig.
Zu dieser "Innenwelt" gehören zunächst mal Gefühle und Gefühle über unseren eigenen Körper und was in uns passiert und ins uns wiederum Gefühle erzeugt.

Das umgekehrte erscheint jedemandem der über die Außenwelt kommuniziert und alles/vieles in Ihr abbildet und sich so verständlich macht viel komplizierter.

Innere Gefühle / Innenwelten müssen nach außen mitgeteilt werden und aus der persönlichen Welt und dem Körper in die Welt des zwischenmenschlichen treten, damit wird uns darüber unterhalten können.
Auch sind die Verhältnisse im männlichen Körper anders und spielen eine andere natürliche Rolle, auch was die biologische Rolle anlangt.
Bei uns findet Die Verständigung über gemeinschaftliche Gefühle nach der "Kennst Du das auch?"-Regel ( so nenne ich es mal ) statt, die Sprache ist bei uns mehr Mittel zum Zweck dieses Gefühl zu entwickeln, was letztendlich in uns allen in dieser oder jener Situation vorhanden ist. Männer unterhalten sich lieber über das ihnen wichtige und verlagern es nach außen.

Was ich damit meine wurde ich einem sehr bekannten Kinofilm über eine Buch von S, King von Stanley Kubrick durch einen der Darsteller mal ausgesprochen:
"Weißt Du, als ich ein kleiner Bengel war, konnten meine Großmutter und ich miteinander reden ohne nur den Mund aufzumachen....sie nannte das "Shining"... "
("My grandmother and I could hold conversations entirely without ever opening our mouths. She called it "shining". And for a long time, I thought it was just the two of us that had the shine to us. Just like you probably thought you was the only one."...)

https://www.youtube.com/watch?v=2rKbtlodzCU
https://www.youtube.com/watch?v=_b5CD7c_ZNc

Meineserachtens entsteht dieses Mitander reden ohne alles aussprechen zu müssen durch Gemeinsamkeiten, aus denen Männer ausgeschlossen sind.
Ob Männer so miteinander reden können ( wie in dem Film) weiss ich nicht, ich halte es nicht für ausgeschlossen.
Dennoch schieben sie oft Gedanken und äußere Ursachen zwischen ihren Körper und die Welt...

Vielleicht ist die Unterscheidung zwischen einer "Innenwelt" und einer "Außenwelt" der menschlichen Kultur und der menschlichen Natur angewandt auf die Geschlechterrolle die Lösung für dieses Rätsel was Du beschreibst.
Aus meiner Sicht weist vieles darauf hin, allerdings kommen diese Ideen mehr aus einem naturwissenschaftlichen Hintergrund als aus dem Spektrum, das die Genderforschung derzeit abdeckt.
Und es ist eine Vermutung, die nicht stimmen muss.

Wenn ich zwischen natürlicher und kultureller Geschlechterrolle unterscheide, dann deshalb, weil ich Natur und Kultur voneinander unterscheide.
Dieser Unterschied ist in dem Zusammenhang wichtig, was primär ( also direkt und zuerst ) durch Erziehung und durch Lernen veränderbar ist und was nicht.
Leider wird seit 1968 die totale Erziehbarkeit des Menschen durch andere Menschen meistens unter der vernachlässigung natürlich gegebener Eigenschaften (z.B, der Geschlechter) und der Erfolg der Kultur per Definition vorgegeben.
Das erklärt die stiefmütterliche Rolle der Naturwissenschaften und Ihre "Abschaffungs-" oder "Überwindungsbemühungen" der 68er- Generation mit Ihren Ideen. Davon ist leider auch die Veränderung der Geschlechterrollen betroffen.
Dashalb wird auch so manches Projekt des "Gender-Mainstreams" an der Vernachlässigung der natürlichen Eigenschaften (der Menschen) scheitern: Naturerscheinungen ( "da kommt eine Frau / ein Mann" z.B.) lassen sich nur begrenzt durch die Erziehung von Menschen mit der Unterordnung naturwissenschaftlicher Fakten und Gesetze programmieren.
Mit "Natur" meine ich natürlich nicht nur die reine Geschlechterrolle der Biologie, aber eben auch diese.
Das fehlende naturwissenschaftliche Verständnis des menschlichen Verhaltens löst es auch aus, das "natürliche Geschlechterrollen" immer wieder auf die Biologie - namentlich die Fortpflanzung und Arterhaltung des Menschen - beschränkt werden.

Ich glaube dies erklärt vieles, was Du schilderst und was wir auch täglich beobachten.
Bitte entschuldigt dass ich Fachterminologie hier vielleicht falsch verwende, da mein Bildungsstand keine Beschäftigung mit wissenschaftlicher Fachausdrücken im Zusammenhang mit der Genderforschung zugelassen hat.
Es würde wohl Jahre dauern bis ich mich da eingearbeitet habe - dennoch ist wohl klar was ich meine.
Ganz im Sinne einer Zeile aus dem "Endlosen Tango der deutschen Rechtschreibung" (Reinhard Mey) :
"Ihr wisst von mir tausend Dinge, aber nicht wie ich sie schreib..."

Grüße,

Silvy

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